Advent, Advent die Bühne brennt...

Pixner, Rabanser und ihre Sicht auf Weihnachten

Advent, Advent die Bühne brennt...

 „Eine Art Hans im Glück der Weltmusik aus den Alpen könnte man Herbert Pixner nennen - wenn man sich überhaupt bemühen möchte, eine Marke für das zu finden, was der Südtiroler tut. Stringent ist er nämlich nur darin, nicht stringent zu sein“, urteilte die Harmonikawelt schon im Jahre 2013 über den 40jährigen Sänger und Komponisten, der am 17. Dezember in Fürth, am 18. Dezember in Würzburg und am 19. Dezember in Bamberg auf der Bühne steht.

Im beschaulichen Walten im Passeiertal aufgewachsen, machte sich Herbert Pixner aus Südtirol früh auf, die Musikwelt zu erobern. Das instrumentalische Multitalent machte sich seine Fähigkeiten schnell zu Nutze und landete nach einem Kurzintermezzo als Barmusiker im amerikanischen Vail auf den heimatlichen Bühnen. Vor mittlerweile 13 Jahren veröffentlichte er seine erste Langspielplatte. Seit „Frischgepresst“ hat er einen festen Platz in den Herzen von Volksmusikanhängern und Leuten, die experimentierfreudige Musik schätzen. Bereits seit 2005 ist Herbert Pixner nun mit seinen musikalischen Mitstreitern als „Herbert Pixner Projekt“ on Tour, bestritt seither an die 1.000 Konzerte und begeistert sein Publikum nach wie vor mit außergewöhnlichen Eigenkompositionen, atemberaubenden Improvisationen und charmant-ironischen Moderationen. Zum zehnjährigen Bandjubiläum 2005 ging er erstmals mit dem Herbert Pixner Projekt an die Öffentlichkeit, folgte der nächste Meilenstein. Das Album „Quattro“, im Eigenvertrieb produziert und beim eigenen Label „Three Saints Records“ vertrieben, stürmte die Charts und brachte dem Projekt kürzlich eine Goldene Schallplatte ein.

Im Gegensatz zum neuen Langspieler ist „Schnee von gestern“ dagegen so ganz anders. Bei seinen drei fränkischen Konzertterminen präsentiert Pixner an der Seite seines kongenialen Partners, dem Autor und Schauspieler Charly Rabanser und den anderen Mitstreitern wieder ein speziell für die Adventszeit abgestimmtes Programm auf die Bühne. Gespieltes und Gelesenes zur Advent- und Weihnachtszeit. Ungewöhnlich, kritisch, humorvoll ironisch und berührend. „Manchmal ist die Musik kräftig, manchmal verhalten, manchmal schaut sie auf die Erde, manchmal in die Sterne. Töne, die leuchten!“ schrieb das „Südtiroler Wochenmagazin FF“ einst über das Herbert Pixner Projekt, „er lässt seine Zuhörer beinahe atemlos zurück“ die Süddeutsche Zeitung. Die wohl treffendste Charakterisierung von „Schnee von gestern“ lieferte die Westdeutsche Allgemeine Zeitung im Vorjahr kurz nach der Veröffentlichung der Doppel-CD. „Anspruchsvolle Kost gibt es auf dieser zwei CDs umfassenden Kollaboration“ so die Rezenten über Pixners Weihnachts-CD, „Die erste Disc von „Schnee von gestern“ bietet moderne Volksmusik fernab vom „Musikantenstadl“-Kitsch. Die durchgehend instrumentalen Stücke sind clever arrangiert, alpine Klänge treffen auf Jazz- und Weltmusik-Elemente. Auf CD zwei trägt Rabanser seine satirische Weihnachtsgeschichte „Von Römern, Jesus und drei Königen“ vor. Das Hörbuch verbindet die biblische Erzählung von Maria und Josef mit aktuellen Themen wie der Finanzkrise und der Not der Flüchtlinge. Stoff zum Nachdenken zwischen Feierstimmung und Konsumrausch. Oder um es mit Pixners Partner Charly Rabenser zu sagen: Die Zeit der Schafe, Esel und Ochsen ist wieder da! Die Zeit des Lichts, also der erhellten Einkaufstempel, die Zeit der Stille, ganz genau der unentwegt „dumpernen“ Berieselung. Die Zeit der Begegnung – am Christkindl- oder Adventmarkt, die Zeit des Zuspruchs – dem Punsch, dem Glühwein. Und alle Menschen sind froh und glücklich und lieb und nett und... gestresst und genervt und irgendwann einmal einfach nicht mehr zum Ertragen. Dann ist der Heilige Abend da!

Wölfe im Schafspelz auf der Jagd nach „Glücksüchtigen“. Im weißen Pelz natürlich! Heilsbringer tragen kein schwarzes Fell!“ Rabenser könnte es treffender nicht ausdrücken. Es lässt sich erahnen, mit welch feinfühligem Humor die Südtiroler mit dem alljährlichen Hype um das Weihnachtsfest umgehen. Gleich dreimal kann man das Ganze auch im Frankenland hören.

 

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Das „Herbert Pixner Projekt“ zum zehnjährigen Bandjubiläum, Foto © Pressefoto
 

Andreas Bär
02.12.2015

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