Wolfgang Haffner - Kind of Cool

Deutschlands erfolgreichster Jazz-Schlagzeuger zu Gast in Nürnberg

Wolfgang Haffner - Kind of Cool

 Wolfgang Haffner gilt als einer der größten oberfränkischen Importe im Musikzirkus. Der 50jährige Schlagzeuger zählt in der deutschen Jazz-Branche als einer der Überflieger schlechthin. Am 12. März kann man Haffner wieder einmal heimatnah auf der Bühne erleben. Der in Berlin wohnhafte Tausendsassa gastiert in der Nürnberger Tafelhalle.

Dabei kommt der gebürtige Wunsiedler wieder einmal frisch prämiert in der Heimat auf die Bühne. Von seinem Label ACT erhielt er erst kürzlich zu seinem 50. Geburtstag eine der höchsten Auszeichnungen des Jazz-Genres: Den German Jazz Award. Den Preis gab es für Wolfgang Haffners aktuelles Album „Kind of Cool“, das sich in Deutschland bislang 10.000 Mal verkaufte. Damit zählt es zu den erfolgreichsten Jazz-Produktionen des vergangenen Jahres. Auf seiner „Kind of cool“-Tour wird Haffner begleitet vom Gitarristen Ulf Wakenius, dem Bassisten Ingmar Heller und Christopher Dell am Vibraphon – alle drei ebenfalls alles andere als unbekannte Gesichter in der Musikszene.

Haffner, Deutschland bekanntester und erfolgreichster Jazz-Schlagzeuger, gilt in der Branche als unermüdlicher Tausendsassa. Aufgrund seines dynamischen Spiels und dank seiner Vielseitigkeit war und ist er ein prominenter und gerngesehener Gastmusiker vieler Größen des Rockzirkus. Mit Chaka Khan tourte er ebenso wie er Klaus Doldinger gemeinsame Sache machte und für die Fantastischen Vier im Vorprogramm von „U2“ an den Drums saß – nachdem deren Schlagzeuger sich die Hand gebrochen hatte und die Schwaben kurzfristigen Ersatz benötigten. Seit einem Jahr kehrte er zurück zu seinen Wurzeln. Auch da die Gesundheit ihm einen gewaltigen Strich durch die Rechnung machte - die wilden Jahre hinterließen ihre Spuren bei Haffner. 2014 hätte sein Jahr werden können. Ein neues Album - eben „Kind of cool“ - in der Pipeline, ausverkaufte Konzerte allerorten. Dann das jähe Ende: Ein Herzinfarkt. Der Stress rächte sich bitterlich. Haffner hatte Glück. Er überstand den Warnschuss seines Körpers nahezu unbeschadet - tritt seither bedeutend kürzer. Ohne dabei die Bühnenauftritte zu vernachlässigen.

Der einst jazzig-funkig brillierende Wolfgang Haffner ist für sein neuestes Machwerk von der aus den letzten Jahren gewohnten Herangehensweise weggegangen. Statt chilliger, mitunter rockiger Töne, brilliert der scheinbar dauergrinsende Wuschelkopf jetzt wieder mehr im klassischen Bereich. Kind of cool eben - nicht nur musikalisch, auch was seinen Lebenswandel angeht, hat er zwei Gänge herausgenommen. Doch wie so oft, ist weniger oft mehr. Sein neues Werk, eine feine Mischung aus Klassikern und Eigenproduktionen, setzt wieder einmal Maßstäbe. Der oberfränkische Autodidakt, Sohn eines Kirchenmusikdirektors, hat die Brücke zu seinen Wurzeln geschlagen. Haffner, der Miles Davis‘ „Kind of blue“ - bis heute meistverkaufteste Jazz-Platte weltweit - als seinen Zugang zu Jazz und allem, was da folgen sollte bezeichnet, kehrt zurück zu dem, was ihn einst großmachte. Und er krönt das Ganze: Kult-Trompeter Dusko Goykovitch zeichnet bei den Aufnahmen mitverantwortlich für grandiose Spielfreude. Er, mit dem Haffner 1985 in München einen ersten großen Auftritt ablieferte. Dusko Goykovitch verabschiedete den damals schon in Nürnberg wohnhaften Schlagzeuger mit salbungsvollen Worten - und holte den etablierten Alvin Queen an die Drums. Dort, wo Queen war, wollte Haffner hin. Und er schaffte es. Heute spielt der 85jährige Goykovitch zusammen mit Haffner. Und nicht mehr andersherum. Auch wenn er live nicht mit an Bord ist: Spaß ist garantiert bei den Auftritten Wolfgang Haffners. Auch eine Auswirkung des Infarktes. Der Wunsiedler genießt. Ob neben oder auf der Bühne. Ein Genuß, den das Publikum bei seinen immer stimmigen und spannenden Drum-Solis schier aufsaugen kann. „Auf „Kind of Cool“ bewegt sich Wolfgang Haffner zwischen Tradition und Moderne - mit einem Blick auf den Cool Jazz und das Great American Songbook: In der Tradition des legendären Modern Jazz Quartet und mit dem Spirit des Cool erklingen Jazz-Klassiker zeitlos schön. Ungemein relaxed, sophisticated, auf sich selbst vertrauend, schlussendlich besonders“, so seine Plattenfirma ACT über das neueste Machwerk Haffners. Eines, das einmal mehr ein Meilenstein im deutschen Jazz zu werden verspricht.

 

 

Copyright Fotos:

Wolfgang Haffner, Foto © ACT, Gregor Hohenberg

 

 

Andreas Bär
27.01.2016

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