Wie Oma damals Wäsche wusch

Die Saison der Freilandmuseen ist eröffnet

Wie Oma damals Wäsche wusch

 Wie die Menschen einst wohnten, kochten, ihre Wäsche wuschen und Haus und Hof bewirtschafteten – kurzum: wie sie lebten und arbeiteten - lässt sich nirgends so gut nachempfinden wie in einem Freilandmuseum. Es gibt sie nicht oft, diese ganz besonderen Museen, weil Museumsdörfer, aber es gibt sie – allein im Frankenländle gleich vier Mal. In Bad Windsheim, Fladungen, Warmensteinach und in Neusath-Perschen i. d. Oberpfalz (also recht gut verteilt) machen sie Geschichte wirklichkeitsgetreu erlebbar.

Wenn von einem Freilandmuseum die Rede ist, bedeutet das vor allem eines: Zum Zweck des Erhalts alter Gebäude (die keine Nutzung mehr erfahren und anders oft nicht zu retten sind), werden sie transloziert, d.h. im Klartext: sie werden aus ihrer alten Umgebung in eine neue versetzt. Klingt nach viel Aufwand und das ist es auch. Anstatt die ausgewählten Häuser, die immer auch eine Geschichte erzählen, dem Verfall preiszugeben, können sie, wenn auch mit Abstrichen, erhalten und weiter, wenn nicht sogar mehr als zuvor, erlebbar bleiben.

Auf diese Weise wird ländliche Geschichte an ein paar erlesenen Orten konserviert und nie ganz vergessen, so auch in den vier erwähnte Orten. Bei Führungen (auch sonntags) können Erwachsene, Jugendliche und auch die Kleinsten erfahren, wie es sich vor bis zu 700 Jahren gelebt hat, verschiedene Haustypen und regionale Unterschiede kennenlernen und das alles ohne Vitrine. Im Gegenteil: Anfassen ist erwünscht. Das geht natürlich auch in Eigenregie, Routenpläne sind in der Regel übers Internet oder vor Ort erhältlich. Zudem gibt es in allen vier Freilandmuseen fest eingerichtete Räumlichkeiten mit Dauerausstellungen oder wechselnden Sonderausstellungen. Bei Veranstaltungen und angebotenen Kursen rund um das Leben auf dem Land kann man erfahren, wie Honig hergestellt, Öl geschlagen oder Wein gekeltert wird – die Palette an interaktiven Angeboten ist groß. Lesungen, Konzerte und Vorträge setzen dem Ganzen die Krone auf. Wer dem modernen Alltag einmal entfliehen möchte, dem bietet sich in der urtümlichen Umgebung der Freilandmuseen die Möglichkeit zur kurzen Entschleunigung.

 

Weitere Informationen und Veranstaltungen:
http://freilandmuseum.de
http://freilandmuseum-fladungen.de
http://www.warmensteinach.de
http://www.freilandmuseum.org
 

Information:

Veranstaltungen im März/April (Auswahl):


Techniktag, Freilandmuseum Bad Windsheim, Museumsziegelei, 3. April, ab 11 Uhr (Ende ca. 17 Uhr)

„wasserarm – wasserreich. Vom notwendigen Nass im bäuerlichen Alltag“, Freilandmuseum Fladungen, Sonderführung am Internationalen Museumstag, 17. April, 14 und 16 Uhr

Kurs zur sachgerechten Veredelung von Obsthölzern, Oberpfälzer Freilandmuseum, 30. April, 13.30 – 16.00 Uhr (Voranmeldungen unter Tel.: 09433 2442-0)

„Die Lokalbahn Mellrichstadt – Fladungen“, Neue Dauerausstellung im Bahnhof Fladungen, Eröffnung: 15. Mai, 11 Uhr

Ötzi und sein Steinzeit-Feuerzeug, Workshop „Techniken des Feuermachens“, Freilandmuseum Grassemann in Warmensteinach, 18. Mai, 13-16 Uhr (Voranmeldung unter Tel.: 09236 6374)


 

Copyright Foto:

„Rhönzügle“ im Museumsbahnhof, Foto © Freilandmuseum Fladungen

 

Franziska Gurk
23.03.2016

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