Passagen

10 Jahre Passagen im Kulturforum Fürth

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 Das Konzept, mit dem vor genau einer Dekade das Team um das BR-Studio Franken, das Kulturforum Fürth und das Stadttheater Fürth starteten, sollte zu musikalischen Expeditionen ins Unerhörte und Unbekannte führen und es sollte Klänge generieren, die Grenzen und Zeiten überwinden. Das war die programmatische Absicht, aber die Initiatoren konnten wohl kaum ahnen, dass sich ihr wachsendes Publikum bald mit Begeisterung von den Passagen mitreißen lassen und wie sehr es aufgeschlossen und neugierig auch auf entlegene Pfade folgen würde. Der entscheidende Grund liegt natürlich in der hohen künstlerischen Qualität, für die in den letzten Jahren so berühmte Namen wie Gidon Kremer oder Andreas Scholl und Ensembles wie das schon legendäre Kronos Quartet oder „L‘Arpeggiata“ standen.

Am 7. Mai wird Passagen den Erfolg dieser zurückliegenden 10 Jahre gebührend feiern, und zwar zum Saisonabschluss und -höhepunkt mit drei Highlights im Kulturforum sowie live und surround auf BR-Klassik. Es soll drei Konzerte hintereinander geben, die jene Ideen verkörpern, die hinter den Passagen stehen. Diese Jubiläumsparty bewegt sich stilistisch zwischen Jazz und Alter Musik, knüpft nahtlos an das Konzept der ersten zehn Jahre an und verspricht damit gleichzeitig, dass es auch in der nächsten Dekade noch viele ungeahnte Klangwelten zu entdecken gibt.

Zunächst tritt in der langen Passagen-Nacht im Kulturforum der französische Jazzmusiker Michel Godard auf und wird sich, umschlungen von einem historischen Serpent, dem Oeuvre Claudio Monteverdis widmen. Zu erwarten ist also eine Begegnung zwischen Jazz und Alter Musik. Das zweite Konzert bietet ebenfalls interessante Kontraste an: Das Renommierensemble „Capella de la Torre“, das kurz darauf auch bei Bambergs „Tagen Alter Musik“ zu hören sein wird, bringt unter dem Motto „Yesterday – alla follia“ die „Pop“-Musiken des Barocks und unserer heutigen Jugend zusammen, zeitlose Hits vom Passamezzo bis zum Rock‘n Roll. Da treffen mit John Dowland und Sting zwei britische Liedermacher unterschiedlichster Epochen, aber mit feinem Gespür für Stimmungen, aufeinander. Und wenn sich Monteverdi und Simon & Garfunkel begegnen, geht es natürlich um die Qualen der Liebe.

Die Beatles wiederum – Stichwort „Yesterday“ - finden ebenso wie der französische Renaissancekomponist Thoinot Arbeau, dass früher alles besser war... Den Ausklang um Mitternacht besorgt Francesco Tristano, ein junger Tastenstar mit Vorliebe für Techno, der sein Klavierspiel mit Elektro-Beats mixt.
 

 

Copyright Foto:
Capella de la Torre, Foto © Thorsten Eichhorst

Martin Köhl
24.03.2016

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