„Herz über Kopf“ zum Tambacher Sommer

Chartstürmer Joris im Interview

„Herz über Kopf“ zum Tambacher Sommer

 Für Joris, der aus dem kleinen Dörfchen Stuhr bei Bremen kommt, müssen die vergangenen Monate wie ein Rausch vorgekommen sein. Im März vor einem Jahr veröffentlichte er seinen Song „Herz über Kopf“ und ging damit sprichwörtlich durch die Decke: Er rockte in den kommenden Wochen und Monaten die Radio-Stationen der Republik. Landauf, landab wurde seine Hymne, die sich fast ein ganzes Jahr in den Charts verfestigte, über den Äther geschickt. Das im April folgende Album „Hoffnungslos hoffnungsvoll“ kletterte bis auf den dritten Platz der deutschen Album-Charts – kein Wunder, dass Joris, der am 16. Juli im Rahmen des Tambacher Sommers auftreten wird, der Emporkömmling der deutschen Musikszene ist. Einige Tage nach der Echo-Verleihung, bei der er gleich drei – darunter den renommierten Kritikerpreis – der beliebten Trophäen einsacken konnte, stand der Newcomer ART. 5|III für ein Interview zur Verfügung.
 

ART. 5|III: Joris, lassen Sie uns einmal ein Jahr zurückblicken, am 26. März 2015 fand der letztjährige Echo statt. Wo haben Sie den denn verfolgt?

Joris: Da war ich Backstage. Ich war total perplex damals. Es war mir irgendwie zu hektisch und auch saukomisch, so viele Leute zu treffen. Schon eine sehr skurrile Situation.

 

ART. 5|III: Hand aufs Herz. Letztes Jahr hatte ich einen Tag nach der Verleihung das Vergnügen, die damaligen Abräumer live zu erleben. Und lassen Sie es mich vorsichtig formulieren. Ganz fit erschienen mir die Jungs der Beatsteaks am Nachmittag noch nicht. Wie ging‘s bei euch in dem Jahr denn ab?

Joris (lacht): Wir hatten ein Problem. Wir mussten tatsächlich auch direkt los, da wir einen Gig auf dem Programm stehen hatten. Wir haben bis fünf Uhr gut gefeiert. Dann ging es ab in den Tourbus. Vier Stunden Schlaf und ab zehn haben wir weiter gefeiert...

 

ART. 5|III: Wie kam das eigentlich mit dem Erfolg? Sie haben ja lange Zeit englische Texte geschrieben, ehe Sie umgeswitcht haben auf die deutsche Welle.

Joris: Ich habe früher selten deutsche Musik gehört und habe bis vor fünf Jahren in englischer Sprache geschrieben. Für mich war das kein Problem, da ich auch immer nur englische Musik gehört habe und mich im Englischen Zuhause gefühlt habe. Ich war unter anderem ja auch ein Jahr lang in Texas zur Highschool gegangen. Gehört habe ich auch fast nur englischsprachige Musik. Eher durch Zufall habe ich dann einen deutschen Song geschrieben und ich empfand es als sehr erfüllend. Das, was auf der Hand liegt, dass die Leute jedes Wort verstehen können, barg außerdem eine unglaubliche Energie für mich, die live eine viel tiefere Verbindung zwischen Bühne und Publikum für mich geschafft hat.

 

ART. 5|III: Die deutsche Indiepopszene wächst ja in den letzten Jahren zusehends. Wodurch kommt das denn Ihrer Meinung nach?

Joris: Deutsche Musik gab es ja schon immer. Die Szene wurde belebt durch Leute wie Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer, Peter Maffay und viele mehr und später dann Künstler wie Fettes Brot und Clueso. Die deutsche Musik war also schon immer da und ist halt zwischenzeitig mehr oder weniger populär.


ART. 5|III: Jetzt startet eure Sommertournee, nachdem ihr gerade einmal euere Hallentour beendet habt. Was ist denn der große Unterschied?

Joris: Na ja, was jetzt kommt, sind einfach ein wunderschöner Sommer an der frischen Luft und natürlich zum Teil auch riesengroße Auftritte. Ein richtig schöner Mix aus der eigenen Sommer Open-Air-Tour und den renommierten Festivals. Das ist einfach eine richtig geniale Kombination.

 

ART. 5|III: Und was macht für Sie denn ein geiles Open-Air aus?

Joris: Die Größe, die Stimmung, dieses Sommerliche und eine lange Nacht. Es ist außerdem toll, auf vielen Festivals nach dem eigenen Konzert noch anderen tollen Künstlern mit Freunden zuschauen zu können. Auch auf Tambach freue ich mich sehr. Was ich bisher sehen durfte, sieht nach einem tollen Ambiente aus, es wird etwas intimer, aber ich bin mir sicher, es wird ein unvergesslicher Abend, wie eigentlich immer. Ich habe bisher im Frankenland in Erlangen und Würzburg spielen dürfen und hatte immer ein tolles Publikum. Man hat gemerkt, dass die Leute Bock hatten zu feiern. Es heißt also nicht umsonst, dass ihr Franken und wir Westfalen ähnlich gestrickt sind. Wir mögen gutes Essen und sind manchmal weniger redselig, aber anscheinend könnt ihr genau so gut feiern wie wir. Und dann wird das einfach ein geiler Abend.

 

ART. 5|III: Zum Abschluss noch die Frage, die allen auf den Nägeln brennt: Wann gibt es denn endlich eine neue Scheibe von Joris in den Läden?

Joris: Ganz ehrlich, darüber habe ich mir noch überhaupt keine Gedanken gemacht. Jetzt war ich eineinhalb Jahre auf Tour, bis November geht das jetzt so weiter. Dann werde ich das alles erst einmal ein wenig verdauen und dann irgendwann kommt sie mit Sicherheit, das kann ich versprechen. Aber jetzt zählt erst einmal die Sommertour, das werde ich in vollen Zügen genießen!

 

Information:

JORIS – live am 16.07.2016 beim Tambacher Sommer!

Außerdem beim Tambacher Sommer:

Schmidbauer & Kälberer laden ein… am 15.07.2016

Michael Patrick Kelly am 22.07.2016

Spider Murphy Gang – unplugged am 23.07.2016

Michl Müller am 24.07.2016 und 26.07.2016 (beide Termine bereits ausverkauft)

Gregor Meyle am 29.07.2016

Albert Hammond am 30.07.2016

Weitere Infos unter www.tambacher-sommer.de


Copyright Foto:
Chartstürmer Joris auf der Bühne, Foto © Tim Kramer, tremark-fotografie.de

Andreas Bär
30.05.2016

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