Pomp und Ungarisches im Neuen Jahr

Vorschau auf symphonische Musikprogramme in Franken

Pomp und Ungarisches im Neuen Jahr

 Für die Bamberger Symphoniker beginnt der Dezember dicht gedrängt mit diversen Konzertformaten. Ein Familienkonzert am 3. Dezember unter dem Titel „Nachts im Museum“ und mit Mussorgskys „Bildern einer Ausstellung“ sieht einen Preisträger des Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerbs als Stabführer und Juri Tetzlaff als Moderator vor. Ab 7. Oktober gibt es Auftritte in Bamberg, Erlangen und Schweinfurt mit dem Geiger Nikolaj Znaider, der hier allerdings sein Debüt als Dirigent abliefert.

Am 17./18. Dezember geht es mit Ravel und Debussy und den Interpreten Louis Langrée (Dirigent) und Claire-Marie Le Guay (Klavier) ziemlich französisch zu, und zum Schluss entführt auch noch George Gershwin einen Amerikaner nach Paris. Zum Jahreswechsel zündet die Bayerische Staatsphilharmonie ein musikalisches Feuerwerk mit ebenfalls deutlich amerikanischem Einschlag, wobei diesmal Leonard Bernstein das letzte Wort haben wird.

Im Januar kommt Ehrendirigent Christoph Eschenbach nach Bamberg und hat mit Gustav Mahlers 5. Symphonie wieder schweres musikalisches Gepäck mitgebracht (13./14.1.). Vom 19. bis 22. Dezember absolviert der neue Chefdirigent Jakub Hrusa vier Konzerte in Bamberg, Fürth und Schweinfurt, gefolgt von zwei Konzerten der Symphoniker in Bamberg und Erlangen, in denen sich der Dirigent Robert Trevino und der Geiger Ray Chen (mit Bruchs Violinkonzert) vorstellen werden.

Die Hofer Symphoniker beginnen den Dezember mit einer Vorahnung auf „Verzauberte Weihnachten“. Olga Scheps spielt das erste Klavierkonzert Prokofieffs, Hermann Bäumer dirigiert. Am 23. Dezember gibt es ein Konzert zum Abschluss des Max-Reger-Jahres, am 26. ist das Weihnachtsoratorium zu hören. „Wünsche und Träume“ haben die Hofer über ihr Neujahrskonzert geschrieben, das außer in Hof auch in Selb, Wunsiedel, Ansbach und Kulmbach aufgeführt wird. Das 5. Symphoniekonzert steht unter dem Motto „Melancholie. Zuversicht“ und sieht den Geiger Michael Barenboim als Gast. Der Januar wird beschlossen mit Auftritten in Kronach, wo Werke Regers, Mozarts und Mahlers zu hören sind sowie Daniela Koch als Gastflötistin.

Bei den Nürnberger Symphonikern wird es Mitte Dezember gleich dreifach einen „Chor der Engel“ geben (ab 10. in der Meistersingerhalle), und das natürlich mit weihnachtlichen Akzenten, für die Werke von Humperdinck und Britten bürgen. Der Januar führt die Zuhörer nach London mit Werken von Händel, Williams und Elgar (u.a. mit einem ‚Pomp and Circumstance’-Marsch). Ebenfalls englisch, aber auch nordisch, ist das Konzert am 22. Januar geprägt, das deshalb unter dem bezeichnenden Namen „Nordic Walking“ firmiert. Der Monat endet am 28. mit einem „Julia und Romeo“ gewidmeten Konzert, in dem sich auf das Liebespaar beziehende Werke von Johan Svendsen und Sergej Prokofieff zu hören sind.

Die Staatsphilharmonie Nürnberg stellt ihr Neujahrskonzert unter das fragende Motto „Echte Ungarn?“ und nimmt damit Bezug auf das Auftaktkonzert der philharmonischen Reihe, das Ende Oktober mit ungarischen Klängen in die Spielzeit gestartet war. Beim Neujahrskonzert stehen Werke jener Komponisten auf dem Programm, die im „ungarischen Stil“ komponiert haben, neben Liszt, Brahms und Bartók auch Johann Strauß. Am Pult steht natürlich ein echter Ungar: der Erste Kapellmeister Gábor Káli.

Das Philharmonische Orchester Würzburg wartet im Dezember mit drei Sonderkonzerten auf. Am 4. 12. lautet das Motto „Happy Birthday, altes Haus!“, doch das alte Haus ist in Wirklichkeit das neue, denn diese Veranstaltung gedenkt der Wiedereröffnung des im Krieg zerstörten Würzburger Theaters vor 50 Jahren. Mit einem abwechslungsreichen Programm werden Solisten aller Sparten des Hauses sowie das Philharmonische Orchester diesen Geburtstag feiern. Am 13. Dezember folgt eine orchesterbegleitete Stummfilmaufführung im Großen Haus. Nach Murnaus Nosferatu steht nunmehr Charlie Chaplins Lichter der Großstadt auf dem Programm. Das Konzert zum Jahreswechsel soll ein beschwingt heiterer Abend werden und steht deshalb ganz im Zeichen der großen Melodien aus Operette und Oper. Es wird am Neujahrstag wiederholt.

In Erlangen, bei den Konzerten der gVe, sind am 7. Dezember und am 26. Januar die Bamberger Symphoniker zu hören, während in Fürth der Dezember mit einem Sinfoniekonzert der „Jungen Fürther Streichhölzer“ unter der Leitung von Bernhard Joerg anfängt. Zum Neujahrskonzert am 6. Januar haben die Fürther die Stuttgarter Philharmoniker eingeladen, die unter dem Motto „Gold und Silber“ musikalische Schätze aus Wien und Paris präsentieren werden. Am 19. Januar gastiert dann die Bayerische Staatsphilharmonie, für die das schon seit langem ein Heimspiel ist. Nach Schweinfurt kommt die Anhaltinische Philharmonie Dessau am 1. Dezember, die Bayerische Staatsphilharmonie am 10. des Montas und am 20. Januar, während das Bundesjugendorchester tags drauf zu den Instrumenten greift.

 

Copyright Fotos:
Staatsphilharmoniker Nürnberg, Foto © Jutta Missbach
StaatsPhilharmonisches Orchester Würzburg, Foto © Katrin Heyer

Martin Köhl
28.11.2016

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