Eruptives, Altbekanntes und ein Hauch von Frühling

Zweimonatsvorschau auf die symphonischen Musikprogramme in Franken

Eruptives, Altbekanntes und ein Hauch von Frühling

 Das Philharmonische Orchester Coburg, also das Orchester des Landestheaters, wartet am 6. März mit dem fünften Symphoniekonzert seiner Abonnement-reihe auf, das ausnahmsweise im Kongresshaus Rosengarten stattfindet. Zwei Haydn-Sinfonien stehen auf dem Programm, die beiden Suiten für kleines Orchester Igor Strawinskys sowie das besonders reizvolle Klavierkonzert G-Dur von Maurice Ravel. Die musikalische Leitung hat wie stets GMD Roland Kluttig.

In Erlangen ruft der gve am 16. März zum symphonischen Stelldichein der Bayerischen Staatsphilharmonie, die unter der Leitung von Bertrand de Billy ein französisch geprägtes Programm (mit Werken u.a. von Ernest Chausson und Maurice Ravel) interpretieren wird. Auch wenn es sich vermutlich weniger symphonisch ausnehmen wird, wollen wir noch auf ein anderes Konzert des Gemeinnützigen Theater- und Konzertvereins hinweisen, nämlich die Veranstaltung unter dem originellen Titel „Tastenzauberer, Lufthexen und Saitenmagier“, die am 19. März Teilnehmer am Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ zusammen führt.

Die Hofer Symphoniker kommen in ihrer elfteiligen Konzertreihe der diesjährigen Saison bereits bei den Nummern sechs und sieben an. Am 10. Februar gibt es einen Knaller des Solorepertoires für Klavier zu hören: das von den Enthusiasten kurz „Rach 3“ genannte 3. Klavierkonzert op. 30 Sergej Rachmaninoffs. Es wird umrahmt von Beethovens „Egmont“-Ouvertüre und Strawinskys „Petruschka“-Burleske. Solist ist Alexander Krichel am Flügel. Auch das siebte Konzert am 24. März wird vom Chefdirigenten Daniel Klajner geleitet. Es hat mit Werken George Gershwins („Ein Amerikaner in Paris“) und Leonard Bernsteins („Divertimento für Orchester“) einen deutlich amerikanischen Anstrich. Interessant dürfte das Solowerk werden, in dem gleich das ganze Fauré-Klavierquartett auftritt: Alexandre Tansmans Symphonie Nr. 3, die wohl, ähnlich wie bei Mozart, als ‚Symphonie Concertante’ zu verstehen ist. Den eruptiven Ausklang des Konzertes besorgt Maurice Ravels berühmte Walzerparodie „La Valse“.

Bei den Nürnberger Symphonikern wittert man schon am 12. Februar einen „Hauch von Frühling“. So zumindest lautet das Motto des 14. Symphonischen Konzertes, das an diesem Sonntagnachmittag bereits um 16.30 Uhr in der Meistersingerhalle stattfindet. Und in der Tat gibt gleich das Eingangswerk dem Titel recht, denn es wird Johan Wagenaars kaum bekannte Konzertouvertüre „Frühlingsgewalt“ geboten. Es folgen Schumann Violoncellokonzert a-moll (Solistin: Quirine Viersen) und die vierte Symphonie von Johannes Brahms. Die Leitung hat Jac van Stehen. Nur sechs Tage später gehen die Symphoniker aus der Noris „Auf’s Äußerste“. Diese deutliche Ansage bezieht vor allem auf das Schlagzeugkonzert Jennifer Higdons, das von ARD-Preisträger und Perkussionsstar Alexej Gerassimez gespielt wird. Beethovens „Eroica“ und Aaron Cop-lands stimmungsvolles Nachtstück „Quiet City“ umrahmen diesen mit Spannung erwarteten Auftritt, am Dirigentenpult steht Daniel Meyer. Im März lautet das Motto „Auferstehen!“, das sich naheliegenderweise auf Gustav Mahlers 2. Symphonie mit dem Beinamen „Auferstehung“ bezieht. Dieses Werk ist natürlich abendfüllend und vereint neben dem Orchester mehrere renommierte Chöre sowie die Gesangssolistinnen Ania Vegry (Sopran) und Marina Prudenskaya (Mezzosopran). Die Leitung hat Chefdirigent Alexander Shelley.

Die Staatsphilharmonie Nürnberg bietet am 24. Februar, bei ihrem dritten Philharmonischen Konzert der Saison, „alte Bekannte“ auf. Tja, ohne Motto geht es zurzeit nicht mehr bei den symphonischen oder philharmonischen Konzertreihen in Franken… Zu den alten Bekannten zählen sicher die 2. Symphonie von Johannes Brahms und Samuel Barbers – 1937 von Arturo Toscanini uraufgeführtes – „Adagio for Strings“. Aber dessen Violoncellokonzert, das an diesem Abend vom Cellostar Alban Gerhardt interpretiert wird, dürfte zu den weniger Altbekannten gehören. „Nur Brahms“ lautet das Motto des 4. Philharmonischen Konzertes am 24. März, das wie immer in der Meistersingerhalle und unter der Leitung des GMD Marcus Bosch erklingt. Von Johannes Brahms stehen die 3. Sinfonie F-Dur und das Violinkonzert D-Dur auf dem Programm, letzteres interpretiert vom armenischen Geiger Sergey Khachatryan.

Auch die Hörtnagel Konzerte Nürnberg bieten im März ein Symphoniekonzert an. Es trägt den Titel „Geburtstagsklänge aus Prag“ und ist dem Impresario höchstselbst gewidmet, denn Georg Hörtnagel wird wenige Tage danach 90 Jahre alt! Kein geringerer Klangkörper als die Tschechische Philharmonie unter der Leitung von Jiri Behlolávek kommt in die Noris. Dass am 9. März unter anderem die Moldau an der Pegnitz fließen wird, versteht sich fast von selbst…

Das Philharmonische Orchester Würzburg wartet in unserem Zweimonatszeitraum gleich mit 5 Konzertprogrammen auf. Im dritten Sinfoniekonzert am 9./10. Februar erklingen Edvard Griegs erste Symphonie und Sergej Rachmaninoffs drittes Klavierkonzert, das witzigerweise parallel auch in Hof gespielt wird. In Würzburg heißt der Pianist allerdings Bernd Glemser, der nicht nur Lokalmatador in dieser Beziehung ist, sondern auch ein Künstler von höchster Reputation. Genau einen Monat später stehen im vierten Konzert Beethovens vierte Sinfonie, das Violinkonzert von Johannes Brahms und als Uraufführung Gerhard Stäblers neueste Komposition „Ausgewilderte Farben“ auf dem Programm.

Ein Sonderkonzert am 21. Februar widmet sich dem Opernrepertoire Verdis und Wagners. Der Bassist Günther Groisböck singt Arien u.a. aus „Don Carlos“ und „Parsifal“, Enrico Calesso dirigiert das Philharmonische Orchester. Zwei Jugendkonzerte sind von besonderem Interesse: Beim zweiten Konzert dieser innovativen Serie unter dem Motto „Helden“ dreht sich am 21. Februar alles um das Phänomen ‚Oper’ und deren herausragende Protagonisten, beim dritten unter dem Motto „Superstar Backstage“ geht es am 21. März um einen Blick hinter die Kulissen anlässlich der Erarbeitung des Musicals „Jesus Christ Superstar“.

 

Copyright Fotos:

Philharmonisches Orchester Würzburg, Foto © Katrin Heyer

Hofer Symphoniker vor der Freiheitshalle Hof, Foto © jahreiss.com

Staatsphilharmoniker Nürnberg, Foto © Jutta Missbach

Martin Köhl
01.02.2017

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