Mit der „Do It Yourself“-Haltung und einem wundervoll melodischen Werk auf Erfolgskurs

Ein Gespräch mit der dänischen Popsängerin Agnes Obel

Mit der „Do It Yourself“-Haltung und einem wundervoll melodischen Werk auf Erfolgskurs

Im Herbst präsentiert die dänische Popsängerin Agnes Obel ihr aktuelles Album „Aventine“ live auf einer ausgedehnten Europatournee. Am Dienstag, dem 12. November ab 20.00h macht sie dabei auch im bestuhlten Saal im E-Werk in Erlangen Station. Und spätestens dann wird sich die eine oder der andere erinnern, dass Agnes Obel durch das Lied „Just So“ bekannt wurde, das 2009 in einem Werbespot der Deutschen Telekom verwendet wurde. Darüber möchte die Künstlerin zwar nicht mehr sprechen, doch gibt es im Interview mit Art5Drei jede Menge Neues über Agnes Obel zu erfahren.

 

 

Deine musikalische Karriere begann in Dänemark, doch mittlerweile lebst Du in Berlin. Wann und warum erfolgte der Umzug?

 

Obel: Nachdem ich Berlin 2004 zum ersten Mal besucht hatte, stand für mich fest, dass ich dort leben wollte. Berlin war anders als alle anderen Städte die ich bis dato kannte. Trotzdem hatte ich 2006 auch noch ein zweites Standbein in Kopenhagen. Doch mittlerweile sind mein Freund und ich sicher, dass wir auf unbestimmte Zeit in Berlin bleiben werden.

 

Im Herbst 2010 erschien Dein Debüt „Philharmonics“, das sich in Europa über 450.000fach verkaufte und u.a. bei den Danish Music Awards fünf Preise erhielt. Wie lässt sich das Album kurz zusammenfassen?

 

Obel: Während die Titel  „Just So“ und „Avenue“ bereits kurz nach unserer Ankunft in Berlin entstanden, wurde der Rest 2008/2009 in einem alten DDR-Radiozentrum in Köpenick fertiggestellt. Auch die Texte, die Arrangements und die Produktion stammten dabei von mir.

 

Siehst Du Dich selber als Sängerin, als Songwriterin oder als multitalentierte Künstlerin?

 

Obel: Ich bin mir sicher, wie ich mich sehe und bisher war es auch gar nicht notwendig, es so klar zu definieren.

 

Hohe Verkaufszahlen, Lob von Kritikern und Fans, zahlreiche Auszeichnungen. Was bedeuten Dir diese Erfolge, welcher hat bisher die größte Bedeutung für Dich?

 

Obel: Ich bin ganz besonders erfreut über den dänischen Filmpreis Robert aus dem Jahr 2011. Mein Song „Riverside“ fand dabei im Spielfilm „Submarino“ (Thomas Vinterberg) und in der TV-Serie „Grey´s Anatomy“ Verwendung.

 

Mit „Aventine“ präsentierst Du das zweite Album Deiner Solokarriere, die in jungen Jahren auf dem Familienpiano begann. Wo genau liegen die Unterschiede zum Debüt „Philharmonics“?

 

Obel: Zunächst einmal gibt es da eine zeitliche Differenz. Für „Philharmonics“ habe ich mir fünf Jahre Zeit mit dem Schreiben gelassen und es über einen Zeitraum von drei bis vier Jahren aufgenommen. Für „Aventine“ habe ich deutlich fokussierter gearbeitet. Die 11 Titel von „Chord Left“ über „Run Cried The Crawling“ bis hin zu „Smoke & Mirrors“ entstanden in rund 1 ½ Jahren, zwischen Anfang 2012 und Mitte 2013. Ich habe mich dabei ganz auf das Schreiben, Singen, Spielen und die Produktion konzentriert, ohne diesen Prozess für andere Projekte zu unterbrechen. Es war eine neue und wunderbare Erfahrung für mich so zielgerichtet und erfolgreich zu arbeiten. Zuhause und in einem Kreuzberger Studio.

 

Fans und Medien haben das neue Album schon ungeduldig erwartet, gibt es einen Song den Du stellvertretend herausgreifen kannst. Was macht ihn in Sachen Musik/Text zu etwas Besonderem?

 

Obel: Da möchte ich das Titelstück „Aventine“ nennen. Du machst einen Spaziergang auf einen Berg, ohne zu wissen, was Dich auf dem Gipfel erwartet, wenn Du ihn denn erreichst. Dem Ziel zu folgen, was zugleich ernüchternd, aber auch unterhaltsam sein kann. 

 

Der Saal des E-Werks in Erlangen wird bei Deinem Auftritt bestuhlt sein. Wie wird die Präsentation Deines Programms aussehen, wer wird Dich auf der Bühne unterstützen?

 

Obel: Das neue und ältere Material präsentieren wir als Trio. Neben mir am Piano werden Mika Posen (von der kanadischen Band Timber Timbre) und Anne Müller dabei sein, die Cello, Geige und Bratsche spielen werden. Ich habe ungeduldig auf die Proben gewartet, die natürlich extrem wichtig für uns waren. Diese waren sehr erfolgreich und haben uns allen richtig Lust auf die anstehenden Konzerte gemacht.

 

 

Information: 

 

www.pias.com
www.agnesobel.com

 

Frank Keil
20.09.2013

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