Wirtschaft meets Kultur

IHK-Kulturstiftung vergibt Kulturpreis Theater

Wirtschaft meets Kultur

In einem anregenden kulturellen Austausch und in einer kreativ-lebendigen Atmosphäre sieht die IHK-Kulturstiftung der mittelfränkischen Wirtschaft grundlegende Voraussetzungen für Innovation und Fortschritt. Seit inzwischen zwei Dekaden besteht die Kulturstiftung, die dem Leitgedanken „Wirtschaft braucht Kultur – Kultur braucht Wirtschaft“ folgt und aus ihren Erträgen – das Grundstockvermögen beträgt etwas über zwei Millionen Euro – den künstlerischen Nachwuchs sowie Projekte im Bereich der bildenden und der darstellenden Künste, der Musik und der Literatur unterstützt. Daneben stößt die Stiftung Gemeinschaftsaktionen für kulturelle Großprojekte an. Hierzu zählten bislang beispielsweise das neue museum Nürnberg und der Konzertsaal der Musikhochschule Nürnberg.

 

Bei einer Feierstunde in den Kammerspielen des Staatstheaters Nürnberg wurde am 19. November der IHK-Kulturpreis Theater, der mit insgesamt 10 000 Euro dotiert ist, an drei Preisträger vergeben. 5000 Euro gingen an das Stadttheater Ansbach. Seit 2007 sind in der mittelfränkische Regierungshauptstadt die Sparten Konzert, Theater, Puppen- sowie Kinder- und Jugendtheater zuhause. Angesichts des Erfolges geht gar die Rede vom „Theaterwunder von Ansbach“. Das leidenschaftliche Engagement und die breite Unterstützung von Ansbacher Bürgern und Unternehmern führten dazu, dass aus ehemals fünf nun zwei Dutzend Planstellen geworden sind und sich die Zuschauerzahl auf 34 000 pro Spielzeit vervierfacht hat. War das sogenannte „Borgholder-Haus“ ein reines Bespieltheater, so ist dort jetzt ein eigenes achtköpfiges Ensemble beheimatet.  

 

Grund für den Juryentscheid waren zudem die herausragende theaterpädagogische Arbeit und die Stadtprojekte, während Uraufführungen und die überregionale Verankerung von der dyna­mischen Entwicklung des Hauses zeugen. Mit 2500 Euro bedacht wurde das Projekt „brückenbau“ des Stadttheaters Fürth. Initiiert von der Sängerin und Choreographin Jutta Czurda, hat sich „brückenbau“ zum Ziel gesetzt, einen Brückenschlag zwischen Publikum und Theater, zwischen Stadt und Region zu bilden. Mehr als ein halbes Tausend Theaterbegeisterte kommen derzeit bei „brückenbau“ zusammen und entdecken den eigenen Körper in einer „Tanzbegegnung“ neu. 

 

Gleichfalls über 2500 Euro freuen durfte sich der Tenor Martin Platz. Der Dreißigjährige ist aus dem unterfränkischen Miltenberg gebürtig, hat zunächst Schulmusik, hernach Gesang und Chorleitung an der Würzburger Musikhochschule studiert, an welcher er heute auch unterrichtet. Seit drei Spielzeiten ist Platz festes Ensemblemitglied beim Staatstheater Nürnberg, einem Haus, an dem er sich sehr wohl fühlt. Der lyrische Tenor versteht sich vor allem auf Mozart, ist aber auch ein geschätzter Interpret der Passionen Johann Sebastian Bachs. Gern gibt er zudem Liederabende, beispielsweise mit der „Schönen Müllerin“ von Franz Schubert: „Das ist ein intimer Rahmen, bei dem man sehr viel lernt. Liedgesang pflegt die Stimme.“ Er verfügt über eine exzellente Gesangs­technik und setzt seine Stimme klug ein, stets im Wissen um deren Belastbarkeit. Die Rollengestaltung von Martin Platz hat sich in den letzten Jahren enorm gestei­gert. Inzwischen gehört er zu den profilierten Darstellern auf der Bühne. Grund genug für die Jury, dem jungen Tenor den IHK-Kulturpreis Theater zuzuerkennen. Im Juni wird Platz sein Rollendebüt in der anspruchsvollen Partie des Belmonte in Wolfgang Amadeus Mozarts „Entführung aus dem Serail“ geben. 

 

Copyright Foto: IHK-Kulturstiftung Nürnberg

Jürgen Gräßer
08.01.2014

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