Wo Nachwuchsförderung keine Grenzen kennt

Das 60. Collegium Musicum auf Schloss Weissenstein

Wo Nachwuchsförderung keine Grenzen kennt

 Am Ende werden es dann 21 Konzerte gewesen sein, wenn das 60. Collegium Musicum heuer am 13. August seine Pforten schließt. Bis zu 90 Studenten, Dozenten und Dirigenten aus mehr als 25 Nationen kommen auch in diesem Jahr auf Schloss Weissenstein zusammen, um gemeinsam bedeutende Werke der Musikliteratur zu erarbeiten. Sie alle haben unterschiedliche politische Weltanschauungen und einen anderen kulturellen Hintergrund, aber eines eint sie alle: Die Leidenschaft zur Musik.

Die Internationale Sommerakademie Collegium Musicum genießt seit ihrer Gründung im Jahre 1958 durch Dr. Karl Graf von Schönborn-Wiesentheid weltweit einen hervorragenden Ruf und ist die drittälteste Sommerakademie ihrer Art in Europa. Der Sohn Paul Graf von Schönborn-Wiesentheid und seine Frau Dr. Damiana Gräfin von Schönborn-Wiesentheid führen die Arbeit des Gründers mit großer Umsicht und viel Engagement weiter, und so jährt sich in diesem Jahr die Akademie zum 60. Mal. Ziele und Aufgaben der Sommerakademie sind, neben der Förderung der musikalischen Talente, auch die Pflege humanistischen Denkens abseits der Alltagshektik und andere verwandte Themen. Wer an der Sommerakademie teilnehmen will, der muss sich in einem Berufsmusikstudium befinden und die Empfehlung eines Lehrers oder einer Lehrerin vorweisen können. Für die jungen Musiker ist die Teilnahme oft auch ein Sprungbrett für eine internationale Karriere. Ehemalige Studenten sind Preisträger bedeutender Wettbewerbe oder haben inzwischen große Karriere gemacht.

Für das Konzertprogramm 2017 hat der künstlerische Leiter Jeno Nyári wieder mit großer Sorgfalt sowohl bekannte als auch seltener gespielte Werke namhafter Komponisten ausgewählt. Als neuer Dozent für Klavier konnte Alexander Kandelaki Kukuladze, der in Spanien unterrichtet, gewonnen werden, bereits zum zweiten Mal ist der junge spanische Pianist Martin Garcia Garcia dabei, der schon im vergangenen Jahr mit seinem Talent überzeugte. Er wird heuer zum ersten Mal in der Geschichte der Akademie das 1. Klavierkonzert von S. Rachmaninow spielen. Der Solist des Hornkonzertes von W.A. Mozart, Zoltán Mácsai, war bereits Student des Collegium Musicum und ist derzeit erster Solohornist der Dresdner Staatskapelle. Nach seinem Debüt 2016 wird auch der aufstrebende Dirigent Sándor Károlyi wieder eine Woche lang das Orchester des Collegium Musicum leiten.

Im Marmorsaal von Schloss Weissenstein kann man Musik und Kunst in räumlicher und akustischer Schönheit mit gleichgesinnten Musikliebhabern erleben. Die stimmungsvolle Serenade mit großem barockem Feuerwerk im Ehrenhof wird, bei hoffentlich gutem Wetter, wieder ein musikalisches und optisches Highlight werden.
 

Fotocredits:
Collegium Musicum, Foto © Collegium Musicum Schloss Pommersfelden e.V.


31.05.2017

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