Von der Stubenmusik bis zu großer Symphonik

Saisonprogramme der privaten Musikveranstalter in Bayreuth, Coburg, Erlangen und Nürnberg

Von der Stubenmusik bis zu großer Symphonik

 Hörtnagel Konzerte Nürnberg gibt es seit nunmehr 50 Jahren – wahrlich ein Grund für ein besonderes Jubiläumsprogramm! Blättert man in der Vorschau auf die neue Saison, so erstaunt die geballte Ladung von berühmten bis sehr berühmten Künstlernamen und von Ensembles von Weltgeltung. Im Meisterkonzerte-Zyklus darf man sich auf renommierte Orchester wie die Academy of St. Martin in the Fields, das Mariinsky Orchester St. Petersburg, die Bamberger Symphoniker, das Hallé Orchester Manchester, das Mozarteum Orchester Salzburg oder die Kremerata Baltica freuen, geleitet von großen Dirigenten wie Valery Gergiev oder Herbert Blomstedt. Tastenvirtuosen wie Martha Argerich, Murray Perahia, Fazil Say und Grigory Sokolov darf man getrost als Weltstars bezeichnen, die exzellente Klarinettistin Sabine Meyer sowieso.

Vokal- und Bläserensembles runden das Programm mit einem Weihnachtskonzert und Sonderkonzerten in der Adventszeit ab. Beim Weihnachtskonzert tritt die famose Bläserformation „German Brass“ auf, in den Adventkonzerten gastieren die „Windsbacher“, der Elitechor unter den Knabenchören, gleich zweimal. Zur gusseisernen Tradition gehört das beliebte Konzert auf der Kaiserburg, in dem u.a. die Kirchberger Sängerinnen, das Gasslquartett aus Südtirol, die Königswiesener Stubenmusik, Angelika Salchegger auf der steirischen Harmonika und Altmeister Georg Hörtnagel am Kontrabass zu erleben sind.

In Erlangen gibt es seit langem den gVe (Gemeinnütziger Theater- und Konzertverein e.V.), der neben der in dieser Großstadt traditionell gut aufgestellten Kirchenmusik eine „Versorgung“ der Musenfreunde mit hochwertigen Musikprogrammen – symphonisch und kammermusikalisch – garantiert. Er wird ab Januar 2018 hart getroffen von der Entscheidung, den großen Saal der Heinrich-Lades-Halle für geraume Zeit zu schließen, denn Alternativen gibt es in Erlangen kaum. So muss z.T. ins Markgrafentheater, ins Bürgerpalais Stutterheim, nach St. Matthäus und andernorts ausgewichen werden. Für die Konzerte mit den Bamberger Symphonikern geht es per Shuttle-Service in die Domstadt.

Neben der Bayerischen Staatsphilharmonie treten als Orchester die Staatskapelle Halle, die Französische Kammerphilharmonie, das Münchner Kammerorchester, der Wiener Concert-Verein und das Stuttgarter Kammerorchester auf. Kammermusikalisch stechen das Apollon Musagète Quartett, das Armida Quartett, das Tesla Quartett und das Vokalensemble „Stimmwerck“ hervor. Unter den Solisten fallen vor allem renommierte Pianisten auf: Herbert Schuch, Gerhard Oppitz und Lise de la Salle. Thomas Zehetmair und Baiba Skride als Geiger dürfen mit dem Violoncellisten Alban Gerhardt in einem Atemzug genannt werden. Die Konzertreihen beginnen am 18. September.

Die Gesellschaft der Kulturfreunde Bayreuth sorgt ebenfalls für ein grundständiges Programm klassischer Musik und lädt neben prominenten Kammermusik-Formationen mehrere Orchester ein. Die beständigste Rolle spielen auch hier die Bamberger Symphoniker, die gleich zweimal auftreten, doch andere Namen lassen ebenfalls aufhorchen. Nennen wir nur die Sinfonietta Cracovia, das Stuttgarter Kammerorchester, die Russische Kammerphilharmonie, das Waseda Symphonie Orchestra Tokyo oder Spezialensembles wie die Akademie für Alte Musik und „L’Arpeggiata“. Interessant dürfte auch der Auftritt der Chorakademie Lübeck werden, die von einem Ensemble namens „solamente naturali“ aus Bratislava begleitet wird.

Unter den solo auftretenden Künstlern und den kammermusikalischen Ensembles gehören der Pianist Martin Stadtfeld und das Trio Jean Paul zu den Namen mit großem Renommee. Zu erwähnen sind auch eine Klavierquintett-Besetzung mit klingenden Namen, die u.a. ein Werk des wiederentdeckten Miecyslaw Weinberg interpretiert, sowie das Duo Arnholdt-Redzcic mit einem Programm für Violoncello und Gitarre. Die Konzerte beginnen am 8. Oktober und finden in der Regel im Bayreuther Saal „Das Konzert“ statt, für die Bamberger Symphoniker muss man sich allerdings – wie schon die Erlanger – in deren Konzerthalle begeben.

Das neue Saisonprogramm der Gesellschaft der Musikfreunde Coburg lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor. Wir werden in der nächsten Ausgabe von art5drei darüber berichten.

 

Fotocredits:
Bamberger Symphoniker, Foto © Andreas Herzau
Susanne Hou, Foto © Lisa-Marie, Mazzucco

 

Martin Köhl
03.08.2017

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