Auf nach Ebern!

Das „Rückert Ensemble“ bestreitet erstmals die Eberner Musiktage

Auf nach Ebern!

 Peter Rosenberg, langjähriger 1. Konzertmeister der Bamberger Symphoniker, gehört nicht zu jenen Musikern, die nach dem Ende der Karriere ihres Instrumentes überdrüssig sind und es deshalb beiseite legen. Er engagiert sich einerseits intensiv für die Förderung des Nachwuchses – u.a. in seinem Heimatland Rumänien – und geht andererseits neue Projekte an, in denen er selbst noch sein künstlerisches Potenzial einbringen kann. Das neueste heißt „Musiktage Ebern“ und verdankt sich z.T. den Erinnerungen an denkwürdige Konzerte seines Orchesters. Die oft gespielten „Kindertotenlieder“ Gustav Mahlers sind ja Vertonungen von Gedichten Friedrich Rückerts – und der hat viele Jahre in Ebern gelebt. Es lag also nahe, das Ensemble, das für die drei Konzerte der neu geschaffenen Eberner Musiktage zusammengestellt wurde, nach dem Dichter zu benennen.

Doch woher Profimusiker bekommen, die bereit sind, die Etablierung anspruchsvoller Kammermusik in der „Provinz“ zu wagen? Da halfen dem einstigen Orchesterprimarius die guten Verbindungen, die im Laufe eines langen musikalischen Lebensweges entstanden sind, aber auch eine Prise Zufall. So ergaben sich in Südtirol halb im Urlaub, halb aufgrund musikalischer Verpflichtungen an einer dortigen Musikhochschule Chancen der Zusammenarbeit mit professionellen Musikern, die Rosenberg auch für sein fränkisches Musikprojekt zu nutzen wusste. Schon seit längerer Zeit wird intensiv geprobt, und die Früchte dieser Arbeit sollen zunächst ab 17. September in Bozen präsentiert werden. Kurz darauf finden dann die ersten Musiktage Ebern statt.

Vom 22. – 24. September gelangen an drei Abenden gewichtige Werke der Kammermusik zur Aufführung, vor allem in der Quintettbesetzung. Streichquintette Ludwig van Beethovens, Felix Mendelssohn-Bartholdys und Wolfgang A. Mozarts befinden sich darunter, aber auch ein Adagio Anton Bruckners. Eine Besonderheit ist sicherlich die Besetzung im Septett Es-Dur Beethovens. Zum Abschluss erklingt Mozarts Klarinettenquintett A-Dur mit dem Solisten Roberto Gander. Zentrale Bedeutung für Peter Rosenberg hat jedoch ein anderes Werk: Gustav Mahlers „Kindertotenlieder“ in einer Besetzung für Bariton und Streichquintett. Gesangssolist ist in diesen Liedern, auf denen wie schon gesagt der Bezug zu Rückert beruht, Simone Marchesini. Alle Konzerte finden in der Stadtpfarrkirche St. Laurentius statt, die hinsichtlich Kapazität und zentraler Lage ideal ist.

 

Fotocredits:
Prof. Dr. Rosenberg, Foto © Pressefoto

Martin Köhl
03.08.2017

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