Folklore als musikalisches Leitmotiv

Die Kammerkonzerte auf Kloster Banz locken mit einem originellen Programm in den Banzer Kaisersaal

Folklore als musikalisches Leitmotiv

 Sie haben mittlerweile eine lange Tradition und sind einer der schönsten „Nebenspielplätze“ der Bamberger Symphoniker: die Kammerkonzerte auf Kloster Banz, eine Konzertreihe, die von und mit Ensembles des Orchesters sowie von Freunden bestritten wird. Das mit den „Freunden“ bezieht sich vor allem auf orchesterfremde Instrumente wie Klavier und Cembalo, aber diesmal auch auf den Gesang. Womit wir schon beim Thema wären, nämlich dem besonderen Leitmotiv der im Oktober beginnenden und bis Mitte Mai fortdauernden Saison 2017/18. Mit Njamy Sitson kommt nämlich ein afrikanischer
Künstler nach Franken, der mit dem „Quinten-Quartett Bamberg“ die musikalische Seite afrikanischer Folklore erkunden wird.

Auch andere Konzerte folgen den Impulsen volkstümlicher Musik, die von Komponisten aus unterschiedlichen Epochen für manches Meisterwerk genutzt wurden. So stehen am 26. November Improvisationen aus Klezmer- und Gipsymusik auf dem Programm des Ensembles „the caravans“, das die Überschrift „Folklore par excellence“ trägt. Am 28. Januar vertieft sich ein Klaviertrio in die spanisch und slawisch geprägte Kunstmusik, wenn Werke von Enrique Granados und Antonín Dvorák („Dumky-Trio“) angesagt sind.

Besonders vielfältig wird es am 15. April, denn dann werden nicht nur recht spezielle – weil seltener zu hörende – Instrumente wie Bassklarinette und Bassetthorn bemüht, sondern der folkloristische Bogen ist besonders weit gespannt. Die Bandbreite dieses Abends reicht von Béla Bartóks Rumänischen Volkstänzen über die iberischen Impressionen des Isaac Albéniz bis zu den „Czernowitzer Skizzen“ eines Alexander Kukelka, nicht zu vergessen den Sprung über den Atlantik mit Astor Piazzollas famosen Tango-Kompositionen.

Natürlich können sich nicht alle Konzerte einem Motto fügen, aber einem originellen Konzept folgt ein jedes. Die Barocksolisten der Bamberger Symphoniker treten unter dem Titel „Fattoamano“ an, bestehen also darauf, dass ihre Kunst wahrlich „handgemacht“ ist. Das Eröffnungskonzert am 8. Oktober wird vom „Streichquintett Banz“ bestritten und kündigt mit Werken von Jean Francaix, Ralph Vaughan Williams und Antonín Dvorák sowohl gallische als auch britische und böhmische Eindrücke an. Beim Finale am 13. Mai erklingen schließlich Doppelkonzerte von Antonio Vivaldi und Georg Philipp Telemann sowie diverse Concerti grossi. Bedenkt man noch, dass alle Konzerte im inspirierenden Ambiente des Banzer Kaisersaales stattfinden, so kann man nur raten: auf nach Banz, der Weg lohnt sich!


Fotocredits:
Ralph Vaughan Williams Phantasy Streichquintett, Foto © Pressefoto
Klarinettenensemble „CIarezza“, Foto © Pressefoto

Martin Köhl
04.10.2017

Eure Meinung? Leserbrief verfassen