„Alles, was von Gott geboren“

Jean Paul und Martin Luther in Bad Berneck

„Alles, was von Gott geboren“

 Die JEAN PAUL TAGE BAD BERNECK laden zum vierten Mal für ein langes Wochenende ins Fichtelgebirge ein. Nur wenige Wochen vor dem 500. Jahrestag des Thesenanschlags durch Martin Luther stehen die literarisch-musikalischen Festtage im Zeichen der Reformation.

Das Konzert am Samstagabend mit Claudia Barainsky (Sopran), Andreas Schmidt (Bariton) und Mitgliedern der Berliner Philharmoniker ist Johann Sebastian Bach und Martin Luther gewidmet. Es werden Auszüge aus den Luther-Kantaten, das Konzert A-Dur BWV 1055 für Oboe d‘amore, Air aus der Suite No. 3 D-dur BWV 1068 und die Suite für Violoncello solo No. 1 G-dur BWV 1007 aufgeführt.

Hans-Jürgen Schatz eröffnet am 6. Oktober mit Jean Pauls „Selberlebensbeschreibung“. In der Fragment gebliebenen Autobiographie erzählt Jean Paul aufschlussreich und humorvoll aus seinen Kinder- und Jugendjahren in Wunsiedel, Joditz und Schwarzenbach. Er lässt uns an Schulbesuch, Furcht vor Geistern, Lesen, Schreiben, Armut, Bescheidenheit, dem ersten Kuss, der Erkenntnis „Ich bin ein Ich“ und der Schönheit seiner Heimat teilhaben. Um Bad Berneck hat sich die attraktive Landschaft mit Wald, Felsen, Flüssen und Burg-ruinen bis heute erhalten, der Jean Paul (1763-1825) in seinen Romanen „Siebenkäs“ und „Der Komet“ ein poetisches literarisches Denkmal setzte und die Ludwig Richters Zeichnung von „Bernek“ (um 1850) unverlierbar festhielt.

Den diesjährigen Vortrag hält Dr. Heike Spies, Vize-Direktorin des Goethe-Museums Düsseldorf: „Alles oder nichts. Vision, Traum und Wirklichkeit - Poetische Bildwelten des Irrationalen bei Luther, Goethe und Jean Paul“. Ausgehend von Luthers bildhaften Teufelsvorstellungen setzt der Vortrag zwei literarische Texte zueinander in Beziehung: J.W. von Goethes „Märchen“ (1795) und Jean Pauls berühmte „Rede vom toten Christus“ (1796). Ausdrucksstark in poetischen Bildern und Dialogen thematisieren beide Werke auf unterschiedliche Weise die tiefe Erlösungssehnsucht des Menschen.

Musik von J. S. Bach und ausgewählte Thesen, Tischreden und Briefe Luthers, Texte, die sich teils lesen als wären sie gestern geschrieben worden, präsentieren in der Burgkapelle Stein Dekan Thomas Guba und Hans-Jürgen Schatz. In dieser Konzertlesung spielt der Gitarrist Franz Halasz Suiten für Laute solo von Johann Sebastian Bach.

Wie in jedem Jahr beteiligen sich die JEAN PAUL TAGE BAD BERNECK am sonntäglichen Gottesdienst. Unter der Überschrift „Einem Manne wie Luther eine neue Ehre erzeigen“ liest Hans-Jürgen Schatz in diesem Festgottesdienst aus „Dr. Katzenbergers Badereise“ von Jean Paul. Dekan Thomas Guba widmet seine Predigt diesem Text.

Mehr Informationen unter www.jeanpaultagebadberneck.de

 

Fotocredits:
Hans-Jürgen Schatz, Künstlerischer Leiter, Foto © privat


04.10.2017

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