Bamberger Gitarrentage warten mit einem breiten Spektrum auf

Am 28. Oktober startet die 23. Auflage

Bamberger Gitarrentage warten mit einem breiten Spektrum auf

 Die Bamberger Gitarrentage präsentieren sich international und genreübergreifend: Die 23. Auflage in der Johanniskapelle am Stephansberg – an vier Samstagen vom 28. Oktober bis 18. November stattfindend, beinhaltet die komplette Bandbreite von Kroatien über Deutschland bis hin nach Schweden und in die USA und von Klassik aller Formen bis hin zu zeitgenössischen Tönen.

Der Auftakt könnte dabei nicht spannender sein. Aus den Vereinigten Staaten reist einer an, der den ursprünglichen Blues verinnerlicht hat: John Long. Der sich dem Delta Blues verschriebene 67-Jährige aus Missouri überzeugt mit eigenen Stücken, die zwischen radikal traditionellem und postmodernem Gitarrenspiel wandeln.

So ganz anders präsentiert sich eine Woche später Srdjan Bulat. Der gerade einmal 21-jährige Kroate gilt als virtuoser klassischer Gitarrist. „Seine Interpretation der spanischen, klassischen Gitarrenmusik ist ein Fest – ebenso wie die der zeitgenössischen Komponisten aus seinem Heimatland Kroatien“, versprechen die Macher des Vereins Neues Palais e. V. im Vorfeld der Gitarrentage. Der unzählige Male preisgekrönte Bulat genießt weltweit einen exzellenten Ruf. Sieht man sich die Litanei seiner abgeräumten Auszeichnungen an, bleiben kaum mehr Fragen offen –
immerhin geht es da um keinen im Rentenalter, sondern um ein absolutes Greenhorn der Szene.

„Crossover“ geht es im November zu. Das Gitarrenduo Steuber/Öllinger ist gleich doppelt in der Domstadt vertreten. Bei den Gitarrentagen am 10. November und auch bei der vom Verein Neue Musik Bamberg e. V. veranstalteten Reihe „Tage der Neuen Musik“. Martin Steuber, ein aus Leipzig stammender Gitarrist, und Johannes Öllinger (München) lernten sich einst während des gemeinsamen Meisterklassenstudiums kennen und schätzen. Seither konnte das Duo so einige interessante Kooperationen präsentieren. Gekrönt wurde das gemeinsame Schaffen mit dem Leonhard und Ida Wolf-Gedächtnispreis für Musik vor fünf Jahren.

Wo Steuber und Öllinger längst sind, will Jonas Nordberg noch hin. Das Finale der Gitarrentage am 18. November führt in die Musik der Renaissance – und gleichzeitig in den hohen Norden. Der aufstrebende und in jungen Jahren schon bemerkenswert erfolgreiche Lauten-Künstler Jonas Nordberg verzaubert mit seinen Interpretationen von Puccini, Bach und anderen. Der Salzburg-Absolvent überzeugt an Laute und Gitarre und gilt als einer der aufstrebenden Saiten-Künstler der neuen Generation. In hiesigen Gefilden noch ein recht unbeschriebenes Blatt, will er in Bamberg einen weiteren Schritt tun, um das zu ändern.


Fotocredits:
John Long, Foto © Pressefoto
 

Andreas Bär
06.10.2017

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