Junge Literatur zum Hören

Gegenwartsliteratur im Z-Bau

Junge Literatur zum Hören

 Der deutschen Gegenwartsliteratur widmet sich seit Dezember eine neue Lesereihe im Nürnberger Z-Bau. Hierbei werden vor allem Werke jüngerer Literaturschaffender genauestens unter die Lupe genommen. Abgebildet werden soll ein Querschnitt verschiedenster Literaturgenres, von Lyrik über Kurzprosa und Romane bis hin zu installativen Texten. Den Anfang machten im Dezember Roman Ehrlich mit „Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauen“ – wir berichteten – und Maren Kames mit ihrem Gedichtband „halb taube halb pfau“ im Januar.

Im Februar geht die Reihe im Roten Salon nun in die dritte Runde. Für den 11.02., 20 Uhr, hat sich Shida Bazya angekündigt. Sie liest aus ihrem 2016 erschienenen Debutroman „Nachts ist es leise in Teheran“ (Kiepenheuer & Witsch), für den sie mehrfach ausgezeichnet wurde, unter anderem mit dem Ulla-Hahn-Autorenpreis. Erzählt wird die Geschichte einer iranisch-deutschen Familie, die ihren Anfang 1979 in Teheran nimmt und den Bogen spannt bis in die deutsche Gegenwart. Revolution, Unterdrückung und Widerstand sind die großen Themen des Romans – und der unbedingte Wunsch nach Freiheit.

Guten Gewissens vormerken darf man sich auch den 22. März, wenn Jakob Nolte aus seinem – man darf wohl sagen: unkonventionellen – Roman „Schreckliche Gewalten“ liest, der vergangenes Jahr bei Matthes & Seitz Berlin erschienen ist. Kritiker sprechen längst von einer Zumutung im positiven Sinne und meinen damit Noltes ausufernde, verblüffend originelle Narration, die den besonderen Reiz und Witz ausmachen. Schon der Klappentext lässt das vermuten, denn „Eines Nachts verwandelt sich Hilma Honik in einen Werwolf und tötet ihren Mann. Von nun an sind ihre beiden Kinder auf sich selbst gestellt. […] Es beginnt eine fantastische Sinnsuche durch das 20. Jahrhundert und die Unwägbarkeiten menschlichen Verhaltens. In seinem zweiten Roman zeichnet Nolte einen schwarzen Regenbogen des Horrors über die Welt und erweist sich dabei als detailverliebter Nihilist und Meister des Wahnwitzes“. Die Möglichkeit, Nolte zu lauschen, findet sich am 22. März, 20 Uhr in der Galerie im Nürnberger Z-Bau.

 

Fotocredits:

MSB Nolte, Foto © Rachel Israela

Franziska Krause-Gurk
02.02.2018

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