Ein Stilmix zum Verlieben

Die alljährlichen Bluestage locken wieder nach Roth

Ein Stilmix zum Verlieben

 Kling Glöckchen, klingelingeling. Es ist wieder soweit! Roth und seine alljährlichen Bluestage locken traditionell als eines der ersten Festivals des Jahres. Und wieder einmal haben sich die Macher im Vorfeld der 27. Auflage nicht in Zurückhaltung geübt. Das Lineup verspricht allerhöchste Qualität. Man mag schreiben: wie gewohnt eben.

Maceo Parker (24. März, Kulturfabrik), Dr. Feelgood (18. März), die Sari Schorr Band (20. März), Electro Deluxe (21. März), Jesper Munk (22. März), Savoy Brown (23. März) und das Abschlusskonzert mit Naturally 7 (25. März) – die Auswahl der Künstler liest sich einmal mehr vorzüglich.

„Blow your horn, Maceo!“, so schallte es Jahre lang durch die Konzerthallen, wenn Maceo Parkers Bandleader, der legendäre James Brown das Zepter an seinen Saxophonisten und heimlichen Musikdirektor abgab. Doch nicht nur mit dem „Godfather“ arbeitete der 74-Jährige jahrelang zusammen: Auch mit „Mr. P-Funk“ George Clinton zog es ihn über den Erdball, ehe er auf Solopfaden wandelte und das noch heute tut. Legendär dabei sein bombastisch anmutendes Saxophonspiel, das er mit schier unglaublicher Schärfe und Präzision präsentiert. Doch nicht nur Parker verspricht höchste Güte im fränkischen Seenland. Die stimmgewaltige (ausgebildete Opernsängerin) Sari Schorr – auch optisch ein Leckerbissen – und der Münchener Jesper Munk, Meister der ruhigeren Töne, beehren Roth nicht zum ersten Mal, Electro Deluxe, eine siebenköpfige französische Funk-Kombo versprechen einen Abend voller tanzbarer Elemente.

Und dann wären da noch Naturally 7, Dr. Feelgood und Savoy Brown: Viel mehr Stilmix geht kaum. Dr. Feelgood, eine der treibenden Kräfte des Rythm & Blues ist schon seit weit mehr als 40 Jahren auf den Bühnen zuhause und dort auch heimisch. Mit Hits wie „Roxette“, „Back in the Night“, „Milk and Alcohol“, „Going back home“ oder mit dem mit Gold ausgezeichneten Song „See you later Alligator“ erlangten sie einst Weltruhm, heute touren sie noch immer kräftig und vor allem lautstark. Nicht minder erfolgreich waren auch Savoy Brown. Die Briten um Gründungsmitglied und Gitarren-Virtuose Kim Simmonds, im Zuge des dortigen Blues-Booms in den 60er-Jahren groß geworden und lange Jahre einer der europäischen Topimporte in den USA, geben sich wieder einmal in Europa die Ehre. Begleitet werden sie dabei von der Ulmer Ausnahmegitarristin Yasi Hofer, die im Vorjahr vom Magazin „Eclipsed“ in den Adelsstand gehoben und zu einer der Top 20 Gitarristinnen weltweit erklärt wurde. Der Abschluss des Festivals wird schließlich ganz ruhig: Naturally 7, einer der weltweit besten Accapella-Acts, geben sich die Ehre. Spätestens seit ihrer Tour mit Michael Bublé sind sie in aller Munde. Und reissen die Leute weltweit vom Hocker.

 

Fotocredits:

Laurence Jones live auf der Bühne, Foto © Hans von Draminski

Andreas Bär
05.02.2018

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