Shakespeare auf dem Domberg

„Viel Lärm um nichts“ in Bamberg

Shakespeare auf dem Domberg

 In diesem Jahr kommt man um William Shakespeare, der vor 450 Jahren in Stratford-upon-Avon geboren wurde, wirklich nicht herum. Auch die Caldéron-Spiele 2014 nehmen sich des großen Barden an. Shakespeares Komödie „Viel Lärm um nichts“ hat am 6. Juli um 20.30 Uhr in der Alten Hofhaltung auf dem Bamberger Domberg Premiere. Es inszeniert, wie bereits 2012 („Im Himmel hinterlegt“), der gebürtige Meininger Gerhard Fehn. Für die Ausstattung sorgt Jens Hübner, der bereits bei den Bayreuther Festspielen assistierte und seit der Spielzeit 2012/2013 als Ausstattungsleiter fest am E.T.A.-Hoffmann-Theater engagiert ist.

 

„Viel Lärm um nichts“, 1599 geschrieben, ist eine typische Shakespeare-Komödie, reich an Irrungen und Wirrungen um und in der Liebe, reich auch an perfiden Intrigen und dem Spiel um Schein und Sein. Wer liebt wen, wer liebt wen nicht, wer liebt überhaupt nicht? Benedikt jedenfalls, ein Edelmann aus Padua, schwört, nie zu lieben. Das behauptet auch Beatrice von sich, die Nichte von Leonato, dem Gouverneur von Messina. Und doch finden die beiden am Ende zusammen. Freilich streiten Beatrice und Benedikt noch bei ihrer fröhlichen Hochzeit, mit der die Komödie endet, ihre Liebe zueinander ab.

 

Zumindest solange, bis Claudio, ein florentinischer Graf, und seine Liebste, Hero (also Leonatos Tochter; auch sie heiraten am Schluss), Liebesgedichte hervorholen, die Benedikt und Beatrice einander geschrieben und geschickt haben. Bis es zu der Doppelhochzeit kommt, wird eifrig intrigiert. So durchkreuzt zunächst Don Juan die Heiratspläne von Claudio, indem er ihn durch die Inszenierung (Spiel im Spiel, wie oft bei Shakespeare) einer nächtlichen Balkonszene an Heros Unschuld zweifeln lässt.

 

Am Hochzeitstag klagt Claudio Hero in der Kirche an, und diese fällt auf der Stelle um. Einzig Pater Franziskus glaubt an Heros Unschuld. Bereits davor wurden Don Pedro, der Prinz von Aragon, und Leonato, Hero und deren Kammermädchen Margarete zu Kupplern: Geschickt inszenierte Gespräche, die zum einen Benedikt und zum anderen Beatrice belauschen, machen die beiden glauben, vom jeweils anderen leidenschaftlich geliebt zu werden. Dass dies nicht ohne Wirkung bleibt, versteht sich.

 

In diesem Liebesreigen aus Eifersucht und Passion, aus Verwechslungen und intriganten Einmischungen spielen unter anderem Verena Ehrmann und Nadine Panjas sowie Gerald Leiß, Eckhart Neuberg, Patrick L. Schmitz und Florian Walter. Bleibt zu hoffen, dass der Wettergott mitspielt. Aus Rücksicht auf andere Zuschauer dürfen während der Aufführung keine Regenschirme benutzt werden. Stattdessen greife man zu Regenponchos. Ob bei schlechtem Wetter gespielt wird oder nicht, entscheidet allein die Spielleitung des E.T.A.-Hoffmann-Theaters kurz vor Aufführungsbeginn in der Alten Hofhaltung.

 

Coypright Foto: © Thomas Bachmann

Jürgen Gräßer
24.06.2014

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