Ein Schnapszahl-Geburtstag und die „Jewish Guys“

Frankens philharmonisch-symphonische Szene breitet im Frühling wieder üppige musikalische Landschaften aus

Ein Schnapszahl-Geburtstag und die „Jewish Guys“

Konzerte der fränkischen Symphonieorchester

Bei der Staatsphilharmonie Bamberg sind auch der März und der April gut gefüllt mit Konzerten im Josef-Keilberth-Saal und Auftritten in Schweinfurt. Den Anfang macht am 9. März das Abonnement B mit Werken von Haydn, Strauss und Messiaen, die von der griechischen Dirigentin Karina Canellakis interpretiert werden. Die Abos A und C folgen am 16./17. März mit der Aufführung von Gustav Mahlers Symphonie Nr. 2 c-moll für Sopran und Altsolo sowie Chor mit dem Beinamen „Auferstehungssymphonie“. Chefdirigent Jakub Hrusa leitet das Konzert, das von einer A-capella-Komposition Henryk Góreckis eingeleitet wird. Aufmerksam haben die Bamberger Symphoniker an einen Schnapszahl-Geburtstag gedacht: Zu J.S.Bachs 333. Wiegentag gibt es eine „Lange Bach-Nacht“ mit einem Kaleidoskop von Werken, die entweder aus seiner Feder stammen oder andere Komponisten inspiriert haben. Die Johannespassion des Thomaskantors steht Ende des Monats (30./31.) zweimal auf dem Programm (für die Abos A und B), die Leitung hat Ehrendirigent Herbert Blomstedt. Beim Liederabend des Musikvereins Bamberg mit dem diesjährigen Portraitkünstler des Orchesters, Christian Gerhaher, ist die Staatsphilharmonie am 11. April Mitveranstalterin. Für das Abo D stehen am 14. April Robert Schumanns Klavierkonzert, Richard Strauss’ „Sinfonia domestica“ und Anton Weberns spätromantisches Orchesteridyll „Im Sommerwind“ auf dem Programm. Es dirigiert der prominente Marek Janowski. Vom 26. bis 29. April profitieren die Abonnenten der Reihen A, B und E vom Besuch des Portraitkünstlers, der u.a. in einer Auftragskomposition Jörg Widmanns die Gesangsrolle übernimmt. Jakub Hrusa dirigiert darüber hinaus Symphonisches von Brahms und Rachmaninow.

Bei den Hofer Symphonikern steht am 13. April bereits das achte Symphoniekonzert an. Stephan Zilias dirigiert ein Märchen-Poem von Sofia Gubaidulina und Sergej Rachmaninoffs dritte Symphonie a-moll. Als Solobeitrag wagt sich die Geigerin Noa Wildschut an Sergej Prokofieffs anspruchsvolles Violinkonzert Nr. 2 g-moll. Am 18. Mai spielt ebenfalls die Violine die „erste Geige“, wenn Thomas Zehetmair das Violinkonzert von Johannes Brahms interpretiert. Anschließend dirigiert er auch selber Igor Strawinskys Orchestersuite „Der Feuervogel“. Beide Konzerte finden wie stets in der Hofer Freiheitshalle statt.

In der letzten Spielzeit des scheidenden GMD Marcus Bosch bei der Staatsphilharmonie Nürnberg geht es am 20. April weiter unter dem Motto „Leuchttürme“ mit dem 5. Philharmonischen Konzert. Dann spielt Matthias Kirschnereit das Konzert für Klavier und Orchester Nr.1 g-moll von Mendelssohn-Bartholdy, und nach der Pause wird die kapitale sechste Sinfonie a-moll Gustav Mahlers geschultert. Das Konzert steht unter dem augenzwinkernden Motto „Jewish Guys“. Das sechste Konzert der Philharmoniker am 18. Mai ist mit „Himmel und Erd’“ überschrieben und sieht abermals eine ausladende Symphonie Gustav Mahlers vor, diesmal die vierte in G-Dur mit dem von Michaela Maria Mayer gesungenen Sopransolo. Vor der Pause gibt es eine saftige Portion Musik von Bernd Alois Zimmermann zu hören, der vor genau 100 Jahren geboren wurde und der Stadt Nürnberg sehr verbunden ist. Sein Stück „Stille und Umkehr“ macht den Anfang, danach spielt Simon Höfele das Konzert für Trompete und Orchester mit dem Untertitel „Nobody know’s the trouble I’ve seen“. Marcus Bosch leitet beide Konzerte, ebenso wie die Aufführungen von Zimmermanns Oper „Die Soldaten“.

Die Nürnberger Symphoniker beginnen ihr 19. Symphonisches Konzert am 14. April mit einer Referenz an Claude Debussy, der vor genau 100 Jahren starb. Sein „Nachmittag eines Fauns“ erklingt eingangs, dann folgt Aram Chatschaturians Violinkonzert d-moll mit der Solistin Nemanja Radulovic. Nach der Pause dirigiert die junge Französisch Ariane Matiakh die 5. Symphonie Es-Dur von Jean Sibelius. Im 20. Konzert am 12. Mai in der Meistersingerhalle stehen neben Beethovens 8. Symphonie und Chopins zweitem Klavierkonzert f-moll auch unbekanntere Werke auf dem Programm: Ernst von Dohnányis „Symphonische Minuten“ op. 36 und Henryk Góreckis Klavierkonzert op. 40. Letzteres wird von der italienischen Pianistin Enrica Ciccarelli gespielt, der Dirigent ist Boian Videnoff.

Das Philharmonische Orchester Würzburg präsentiert am 12./13. April sein fünftes Sinfoniekonzert, in dessen Mittelpunkt Gustav Mahlers ausladende Symphonie Nr. 5 cis-moll stehen wird. Deshalb dirigiert GMD Enrico Calesso nur noch ein kürzeres weiteres Werk, nämlich die Bearbeitung von J.S. Bachs sechsstimmiger Fuge aus dem „Musikalischen Opfer“ durch Anton Webern. Am 31. Mai tritt der fabelhafte Geiger Augustin Hadelich in Würzburgs Opernhaus auf. Der Grammy-Preisträger, der auch beim Musikverein Bamberg gastieren wird, spielt Beethovens Violinkonzert D-Dur. Das Programm wird ergänzt durch Dvoráks Sinfonie „Aus der Neuen Welt“.

Konzerte der Stadttheater, Agenturen und Konzertvereine

Am Theater Ansbach gastiert am 9. April die Sinfonietta Cracovia unter der Leitung Jurek Dubais, am 26. desselben Monats die Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg.

Bei den Bayreuther Kulturfreunden spielt die Sinfonietta Cracovia am 27. April ebenfalls Werke von Bach, Mendelssohn und Mozart. Besondere Beachtung wird das Konzert am 9. Mai im wiedereröffneten Markgräflichen Opernhaus finden. Dann spielt mit dem Ensemble „L’Arpeggiata“ zwar kein Sinfonieorchester, doch das Programm „Music for a While“ mit Christina Pluhar dürfte der einmaligen Atmosphäre dieses wundervollen Theaters sehr angemessen sein.

Im Stadttheater Fürth treten die Münchner Symphoniker nach einigen Jahren Pause wieder auf. Unter der Leitung von David Reiland werden sie am 6. Mai ein reines Mozartprogramm spielen, u.a. mit der Sinfonia Concertante und mit der 40. Sinfonie g-moll.

Das Theater der Stadt Schweinfurt lädt am 13. April die Bamberger Symphoniker ein mit einem Programm, das Werke von Schumann, Strauss und Webern umfasst. Marek Janowski dirigiert, Francesco Piemontesi spielt Klavier. Am 10. Mai gastieren die Bamberger abermals in Schweinfurt, diesmal mit Chefdirigent Jakub Hrusa am Pult und Yulianna Avdeeva am Klavier. Neben dem Klavierkonzert Nr.1 d-moll von Johannes Brahms steht die 8. Symphonie G-Dur von Antonin Dvorák auf dem Programm.

Die Konzertagentur Hörtnagel lädt die pianistische Altmeisterin Martha Argerich am 10. April in die Meistersingerhalle ein. Begleitet vom Orchester „Kremerata Baltica“ wird sie das erste Klavierkonzert Es-Dur von Franz Liszt spielen.

 

Fotocredits:

Die Nürnberger Symphoniker in der Meistersingerhalle, Foto © Achates, Wikimedia Commons

 

Martin Köhl
03.04.2018

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