Zwischen Frühlingsgefühlen und Kathedralklängen

Der „Ebracher Musiksommer“ weitet sich mittlerweile auf alle Jahreszeiten aus

Zwischen Frühlingsgefühlen und Kathedralklängen

 Mit „großen Gefühlen“ startet der Ebracher Musiksommer in seine Konzertsaison 2018, die sich bis zum November hinzieht, also auch einen herbstlichen Anstrich bekommt, und am 30. Dezember sogar das Jahr mit einem „Galakonzert zum Jahreswechsel“ beendet. Einmal mehr wandert das Festival in Unter- und Oberfranken zwischen West und Ost hin und her, nämlich zwischen Bad Kissingen, Ebrach und Bamberg. Und einen ersten, noch winterlichen Auftakt hatte es bereits am 9. Februar mit einem „Symphonischen Karneval“ in der Bamberger Konzerthalle. Die „großen Gefühle“ sind zunächst einmal Frühlingsgefühle, denn der Auftakt findet am 6. Mai im Regentenbau zu Bad Kissingen statt. Dort wird Gerd Schaller, der künstlerische Leiter, mit dem Radiosymphonieorchester Prag die Ouvertüre zu Wolfgang Amadeus Mozarts „Don Giovanni“ interpretieren und zum Ausklang die 5. Symphonie c-moll Ludwig van Beethovens. Dazwischen gibt es eine Besonderheit: Anton Bruckners einziges Streichquintett F-Dur erklingt in einer Transkription für großes Orchester, die von Gerd Schaller erstellt wurde. Diese Darbietung darf als Uraufführung gelten.

Am 20. Mai kommt der Ebracher Musiksommer zu seinem Ursprungsort zurück, also zum Kaisersaal der Abtei. Dort steht die Trompete im Fokus, und wo die Trompeten erschallen, sind bekanntlich die Pauken nicht weit entfernt, und insofern ist es naheliegend, das Konzert unter das Motto „Mit Pauken und Trompeten“ zu stellen. Gleich zwei ausgewachsene Trompetenkonzerte (von Gottfried Heinrich Stölzel und Georg Philipp Telemann) stellt Martin Weller als Solist vor, begleitet vom Kammerorchester des Nationaltheaters Prag unter der abermaligen Leitung Gerd Schallers. Der interpretiert zum Abschluss die dritte Sinfonie Es-Dur Ludwig van Beethovens, die „Eroica“. Als Ouvertüre erklingt das unsterbliche Trumpet Voluntary „Prince of Denmark’s March“ von Jeremiah Clarke. Dazwischen darf die Reverenz an die Pauke nicht fehlen – mit Wolfgang Amadeus Mozarts Serenade D-Dur KV 239, der so genannten „Paukenserenade“. Im Juni geht es dann weiter mit „Klassik unter Freunden“ und den „Vier Jahreszeiten“, im Juli mit „Kathedralklängen“.

 

Fotocredits:

Bruckner in Ebrach, Foto © Mile Cindric

Martin Köhl
03.04.2018

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