Ein Maestro-Abschied und lauter „letzte Dinge“

Frankens symphonisches Tableau gibt sich zum Saisonausklang noch einmal besonders farbig

Ein Maestro-Abschied und lauter „letzte Dinge“

Konzerte der fränkischen Symphonieorchester

Die Bamberger Symphoniker werden am 20. Juni zu ihrer 15. Japan-Tournee aufbrechen, der ersten mit dem Chefdirigenten Jakub Hrusa. Vor diesem zehntägigen Ausflug nach Fernost geht die Saison der Abonnementkonzerte zu Ende mit Auftritten in Nürnberg, Bamberg und Würzburg. Im dortigen Dom wie in der Bamberger Konzerthalle stehen am 2./3. Juni die Aufführungen von Anton Bruckners 7. Symphonie E-Dur an. Es dirigiert Altmeister Jirí Belohlávek. Die Saison klingt aus mit Gustav Mahlers 9. Symphonie D-Dur, die Ehrendirigent Herbert Blomstedt zweimal in Bamberg und einmal in der Nürnberger Meistersingerhalle dirigieren wird.

Bei den Hofer Symphonikern stehen zum Saisonschluss noch zwei Symphoniekonzerte an. Am 9. Juni dirigiert Johannes Wildner in der Hofer Freiheitshalle ein Richard-Strauss-Programm („Eine Alpensinfonie“ op. 64), illustriert mit Bildern von Tobias Melle. Am 29. Juni lautet am selben Ort das Motto „Von Tasten und Tatzen“, denn Camille Saint-Saens’ „Karneval der Tiere“ wird geboten. Das Klavierduo Mona & Rica Bard spielt hier den Solopart ebenso wie in Francis Poulencs Konzert für zwei Klaviere und Orchester d-moll. Außerdem erklingt in diesem französisch geprägten Konzert Wolfgang A. Mozarts „Pariser“ Symphonie Nr. 31 D-Dur unter dem Dirigat Hermann Bäumers.

Die Nürnberger Symphoniker wechseln nach Abschluss ihrer 20 Abonnementkonzerte zum „Musiksommer im Serenadenhof“. Dort werden ab 14. Juni Abendmusiken in verschiedensten Besetzungen und unter recht originellen Titeln wie „Küss die Hand“, „Hotel California“ oder „Basic Instinct“ gegeben. Abschluss ist am 31. Juli mit der 12. Serenade unter der Überschrift „Hallo Shenzhen“ aus Anlass des 20-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Nürnberg – Shenzhen.

Auch für die Staatsphilharmonie Nürnberg geht eine lange Opern- und Konzertsaison zu Ende. „Endlich Schubert!“ lautet die Losung am 22. Juni, wenn im 7. Philharmonischen Konzert neben zwei Schubert-Sinfonien auch das Konzert für Klarinette und Orchester des türkischen Pianisten (und Regimekritikers) Fazil Say gespielt wird. Am 13. Juli heißt es dann beim achten und letzten Konzert konsequenterweise „Letzte Dinge“. Vom für Nürnberg so wichtigen Bernd Alois Zimmermann, dessen monumentale Oper „Die Soldaten“ erst kürzlich aus Anlass der Wiederkehr von Zimmermanns 100. Geburtstag im Opernhaus aufgeführt wurde, erklingt die ziemlich irrwitzige Collage „Musique pour les soupers du Roi Ubu“, in der 400 Jahre Musikgeschichte am Publikum vorbeiziehen. Anschließend wird die Sinfonie Nr. 2 c-moll von Gustav Mahler mit dem Beinamen „Auferstehung“ aufgeführt. Zuvor, nämlich bereits am 11. Juni, hat die Staatsphilharmonie einen anderen symphonischen Brocken in die heiligen Hallen der Lorenzkirche gestellt: Anton Bruckners 4. Symphonie Es-Dur aus Anlass der Internationalen Orgelwoche. Absoluter Saisonschluss ist dann beim Klassik Open Air unter dem Titel „Summertime“ am 22. Juni mit einem reinen Gershwin-Programm. Schluss ist leider auch mit der äußerst erfolgreichen Ära des scheidenden Generalmusikdirektors Marcus Bosch.

Das Philharmonische Orchester Würzburg lädt am 12./13. Juli zum sechsten und letzten Symphoniekonzert seiner Saison in die Hochschule für Musik Würzburg ein. Die vierte Symphonie von Johannes Brahms wird auf dem Programm stehen, ebenso wie die Rückert-Lieder Gustav Mahlers. Unbekannter dürfte das Intermezzo für Streichorchester Franz Schrekers sein, das der „Romantischen Suite“ entnommen ist. Es dirigiert Rasmus Baumann. Im Kaisersaal der Residenz warten noch ein Konzert zum Mozartfest (13. Juni) und eine Italienische Nacht unter dem Dirigat Enrico Calessos auf die sommerlich gestimmten Hörer. Die Nachtmusik des Mozartfestes findet am 23. Juni im Hofgarten der Residenz statt.

Konzerte der Stadttheater, Agenturen und Musik­vereine

Im Stadttheater Fürth gastiert die Philharmonie Baden-Baden am 3. Juni zum ersten Mal. Judith Kubitz dirigiert ein hochromantisches Programm, in dem der Pianist Christoph Soldan das Klavierkonzert von Robert Schumann spielt. Das reichhaltige Konzertprogramm des Fürther Stadttheaters endet am 30. Juni mit der tradionsreichen Sparda-Bank Classic Night, die mehr als nur ein Open-Air-Konzert ist. Wie schon im Vorjahr werden die Smetana Philharmoniker Prag zu Gast sein.

Auch am Theater der Stadt Schweinfurt kann man auf eine üppige Konzertsaison zurückblicken. Die beiden letzten Konzerte sind Besonderheiten, nämlich dem Opernrepertoire und der „entarteten Musik“ gewidmet. „Morgen muss ich fort von hier“ lautet der Titel eines Abends am 8. und 9. Juni, der Musik und Texte präsentiert, die von 1933 bis 1945 verboten waren. Cornelius Obonya und das Ballaststofforchester Salzburg stellen dieses hochinteressante Programm vor. Eine festliche Operngala der Anhaltinischen Philharmonie Dessau steht am 12. Juni auf dem Programm, in der ein breites Repertoire von Carl Maria von Weber über Richard Wagner bis zu Otto Nicolai und Sergej Prokofieff geboten wird.

 

Fotocredits:

Rossini-Saal Bad-Kissingen, Foto © Pressefoto

Martin Köhl
04.06.2018

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