Rätselbilder

Design-Studierende der TH Nürnberg interpretieren Dürer

Rätselbilder

 Albrecht Dürer war schon zu Lebzeiten eine Berühmtheit. Doch waren es damals weniger der „Feldhase“, die „Vier Apostel“ oder sein „Selbstbildnis im Pelzrock“, die diesen Ruhm begründet haben – es waren seine Kupferstiche und Holzschnitte. In immer größerer Zahl brachte er diese Meisterwerke auf den Markt, zu Hunderten und Tausenden verbreiteten sie sein Monogramm, das „AD“, das bis heute die bekannteste Künstlersignatur der Welt ist. Bei vielen dieser Blätter – allen voran der berühmte Kupferstich „Melencolia I“ – kennen wir die genaue Bildaussage bis heute nicht. Auch in der Forschung werden sie daher oft als „Rätselbilder“ angesprochen. In dieser Sinnoffenheit, die manchmal fast verstörende Züge annehmen kann, liegt aber auch eine besondere Faszination.

Davon haben sich auch Studierende des Moduls Illustration der Fakultät Design der Technischen Hochschule Nürnberg während drei Semestern inspirieren lassen. Herausgekommen sind dabei über 60 unikate Drucke, allesamt höchst individuelle Auseinandersetzungen mit Rätselbildern Dürers, die Motive aus seinen Kupferstichen verfremden und umdeuten, transformieren und paraphrasieren. Eine Auswahl der besten Arbeiten wird im Graphischen Kabinett des Albrecht-Dürer-Hauses ausgestellt.

Diese Ausstellung versteht sich als ein weiteres facettenreiches Kapitel zum sogenannten „Dürer-Nachleben“. Der Begriff umreißt die Tatsache, dass infolge der enormen Verbreitung Dürerscher Motive durch seine Druckgraphik zahllose Künstler bis in die Gegenwart davon inspiriert wurden – und ein Ende ist nicht abzusehen.

So ist Dürers Schaffen lebendig geblieben, wie dies bei kaum einem anderen Künstler der Fall ist.

 

Ausstellung Rätselbilder noch bis 16. September im Graphischen Kabinett des Albrecht-Dürer-Hauses, Nürnberg


Fotocredits:

Das Tiefseewunder © Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, Johannes Hartmann


05.06.2018

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