Vom Urknall zu schwebenden Klängen

Die 20. Ausgabe der Max-Reger-Tage in Weiden konzentriert sich auf Schlüsselwerke

Vom Urknall zu schwebenden Klängen

 Vom 14. September bis zum 7. Oktober wird im oberpfälzischen Weiden wieder mal der berühmteste Sohn der Stadt im Fokus stehen. „Schlüsselwerke“ – so heißt das Motto der 20. Max-Reger-Tage in Weiden, der Geburtsstadt des Komponisten. So wie das Universum entstanden ist, so wird diesmal auch Regers musikalischer Kosmos beginnen, nämlich mit einem „Urknall“, der die beiden Pianisten Markus Becker und Hinrich Alpers Werke für zwei Klaviere interpretieren lässt. Am 16. September tritt das Ensemble Con Brio an, um „Musik aus der Region – Musik für die Region“ zu präsentieren. Zwei Tage später wird nach Bayreuth zur Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne ausgeflogen, um mit Klaviertrios von Ravel und Reger „Phantastische Klanglandschaften“ zu erleben.

„Stimmklänge“ bietet das Athos-Ensemble am 21. September im Weidener Bayernwerk an. Vierstimmige Musik von der Renaissance bis zu Max Reger in Solobesetzung wird zu hören sein. Eine Matinee am darauffolgenden Sonntag mit Werken für Klarinette und Klavier steht unter dem Motto „Schwebende Klänge“. Für den Titel „Grotesque“ haben sich die Geigerin Tianwa Yang und der Pianist Nicholas Rimmer entschieden, wenn sie am 25. September in der Weidener Max-Reger-Halle Kammermusik von Reger, Debussy und Ravel spielen. Das Nimrod-Trio begnügt sich tags drauf mit dem nüchternen Titel „Musik am Nachmittag“, doch dieses Streichtrio führt dann gewichtige Werke von Beethoven, Strauss und Reger auf.

Ein Konzert der Internationalen Max-Reger-Gesellschaft konfrontiert am 29. September in Weidens Altem Rathaus nicht nur mit Romanzen Clara Schumanns und Balladen sowie Etüden Frédéric Chopins, sondern auch mit der Alt-Rhapsodie von Johannes Brahms in einer Besetzung mit Männerchor und Klavier. Außerdem beleuchtet ein Vortrag die neue Max-Reger-Werkausgabe. Ein Liederabend mit Frauke May und Bernhard Renzikowski am 2. Oktober unter dem Titel „Utopien“ hört auf den Rat Friedrich Hebbels: „Der Utopist sieht das Paradies, der Realist das Paradies plus Schlange“. Das Kuss-Quartett hat sich für seine Darstellung von Streichquartetten Beethovens und Regers am 5. Oktober die Überschrift „Vom klassischen Wilden zum wilden Klassiker“ ausgedacht.

Die 20. Weidener Max-Reger-Tage finden ihren Abschluss am 7. Oktober in der Kirche St. Michael unter dem vulkanisch klingenden Motto „Orgel-Eruptionen“. Der Reger-Spezialist Bernhard Haas spielt zunächst Werke von Bach, Mendelssohn und Franck, dann ein Stück von Bruce Mather und zum Ausklang Max Regers gewaltige „Symphonische Phantasie und Fuge“ op. 57. Eine Woche nach Festivalschluss führt noch eine Exkursion nach Karlsruhe, wo das dortige Max-Reger-Institut besucht wird und abends ein Konzert mit dem Klavierduo Rinko Hama / Ruben Meliksetian auf dem Programm steht.

 

Fotocredits:

Boulanger Trio, Foto © Steven Haberland

Yang Tianwa, Foto © Friedrun Reinhold

Martin Köhl
31.07.2018

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