Ein bisschen Umzug, aber nicht wirklich weit weg!

Der Schweinfurter Nachsommer findet ab heuer im ZF Kesselhaus statt

Ein bisschen Umzug, aber nicht wirklich weit weg!

 Es gibt Grund zur Freude bei den Machern des Schweinfurter Nachsommer. Wenn in der Zeit von 7. bis 29. September insgesamt zehn Konzerte die Industriestadt beschallen, tun dies die Künstler erstmals seit elf Jahren nicht mehr in der etablierten SKF Halle 411. Auf der einen ­Seite sorgt das für ein weinendes Auge – auf der anderen Seite sorgt die neue Location, das nur wenige Meter entfernte ZF Kesselhaus, für ein lachendes Auge.

Das Kesselhaus auf dem Werksgelände der ZF Friedrichshafen AG, dank seines weithin sichtbaren Schornsteins nicht zu verfehlen, liefert weiterhin das den Nachsommer kennzeichnende industrielle Flair. Volljährig geworden geht man in Schweinfurt vier Wochen lang neue Wege. Die traditionell verwurzelt bleiben. Mit einigen Überraschungen im Gepäck.

Die beste Nachricht: Mit dem weltweit renommierten Jazz-Pianisten Michael Wollny kehrt ein Schweinfurter Eigengewächs wieder zurück in die Heimat. Am 15. September steht der, unzählige Male preisgekrönte 40-Jährige, mit seiner Band auf der Bühne und lässt seine Zuhörer zeitgenössischen Jazz erleben. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Der in Leipzig als Dozent tätige Unterfranke gilt als der Popstar der deutschen Jazz-Szene. Wer ihn noch nicht live erlebt hat, der sollte das tunlichst und zügig nachholen – es wartet ein Klangerlebnis der exorbitanten Sorte.

Wollny ist nicht der Einzige, der sich im musikalischen Bereich keine Meriten mehr erarbeiten muss. Das taten Alte Bekannte (14.9.) auch schon längst. Alte Bekannte, das ist die Nachfolgeband der kultigen Wise Guys. Vereinzelt lässt die Nachfolgekombo altbekannte Klassiker in das Acapella-Programm einfließen. Das Schönste an der neuen Kombo: Die liebgewordene Tradition, nach den Konzerten im Foyer noch das ein oder andere Liedchen unplugged zu performen. Die haben sich „Dän“ Dickopf und seine Mannen bewahrt.

Tags darauf wird es richtig spannend: Poetry Slam war gestern, heute ist die Piano Battle. In asiatischen Gefilden ist das längst Kult, füllt große Hallen. Zwei Pianisten sitzen sich gegenüber und liefern sich eine Tastenschlacht – was einst in Breakdance-Kreisen begann, hat die klassische Musik erreicht. Ein komplett neues Konzept. Mit spannenden Live-Momenten und einer Publikums-Jury, die über das Wohl und Wehe der sich duellierenden Konkurrenten entscheidet. Final wird es international. Das Terem Quartet schickt „Liebesgrüße aus St. Petersburg“ und mit London Brass steht eines der traditionsreichsten Blechbläserensembles überhaupt auf der Bühne. Es bleibt spannend in Schweinfurt!

 

Fotocredits:

Alte Bekannte, Foto © Costa Belibasakis

Andreas Bär
01.08.2018

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