Auf die Bühnenbretter, ­fertig, los!

Die fränkischen Theater starten in die kommende Saison mit vielen originellen Ideen

Auf die Bühnenbretter, ­fertig, los!

Schauspiel/Sprechtheater

Eigentlich sind sie längst in die neue Spielzeit gestartet, die fränkischen Theater, denn schon gegen Ferienende gab es die ersten Neuinszenierungen zu sehen. Aber so richtig los geht es erst im Oktober, und die Flut des Neuen ist kaum zu überschauen. Wir versuchen’s trotzdem!

Besonders früh hat am ­Theater Ansbach die neue Saison ­begonnen, nämlich bereits am 8. September mit der Premiere von Lothar Gregers Schauspiel „Mein Freund Kurt“, das den Untertitel „Eine Tod-sichere Komödie“ trägt. Am 20. Oktober wagt sich Friederike Köpf an einen Stoff ETA-Hoffmanns: „Der Sandmann – Im Bann der tausend Augen“ lautet der Titel des Stücks, das uraufgeführt wird.

„Drängt dich die Zeit?“ fragt das ETA-Hoffmann-Theater Bamberg auf dem Cover des neuen Programmhefts und liefert im Geleitwort der Intendantin die Antwort gleich mit: „Zeitenwende“ lautet das ahnungsschwangere Saisonmotto, unter das sich politische und gesellschaftliche Phänomene bzw. Probleme wie Identitätsverlust, Globalisierung, ­Suche nach Heimat, Digitalisierung, Migration oder die Versuchungen des Populismus fassen lassen. Sibylle Broll-Pape wird zu Saisonbeginn am 6. Oktober Regie führen, wenn Nino Haratischwilis Roman „Das achte Leben“ in einer Bühnenfassung Premiere hat. Diese Familiengeschichte hat ihre Wurzeln in Georgien und führt über die großen politischen Umbrüche der letzten 100 Jahre bis in unsere Tage.

Gleich die zweite Premiere am 11. Oktober im Studio bestätigt den hohen Anteil an Uraufführungen, über den sich das Bamberger Publikum bereits in den zurückliegenden Spielzeiten freuen durfte. Robert Woelfls „Überfluss Wüste“ handelt von Algorithmen, künstlicher Intelligenz, der zukünftigen Arbeitswelt und den Sehnsüchten junger Menschen in einer sich extrem verändernden Welt. Auch die Premiere am 23. November ist eine Uraufführung: Unter dem Slogan „Räterepublik Baiern!“ wird das Theaterensemble, angeregt durch das Wirken Ernst Tollers, auf die Suche gehen nach den Spuren und nach der utopischen Illusion, die in diesem politischem Projekt steckte.

Am Landestheaters Coburg beginnt die Schauspielsaison am 20. Oktober ... mit dem Stück „Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss“ nach dem Roman von Horace McCoy, in dem es um die ­wirtschaftliche und soziale Kluft in der Gesellschaft geht. Es folgen ab 10. November Nicola Bremers Theaterserie „Selfies einer Utopie“ und am Monatsende „4.48 Psychose“, ein Stück der Erfolgsautorin Sarah Kane, in dem es um die Innenschau einer Depression geht. Premiere ist am 30. November in der Reithalle.

Das Landestheater Dinkelsbühl hat seine neue Spielzeit seit 19. September mit „Die Sternstunde des Josef Bieder“ begonnen, einer Komödie mit Musik von Eberhard Streul und Otto Schenk, in der es um eine ungewohnte Theatersituation geht. Eine weitere, sehr turbulente Komödie hat am 10. Oktober Premiere: „Taxi, Taxi“ von Ray Cooney. Da geht es um ein exakt geplantes Doppelleben, das durch ein unvorsehbares Ereignis auffliegt. Verrückt, komisch und nervenaufreibend! Gaby Hauptmanns Roman „Suche impotenten Mann für’s Leben“ wird ab 28. November in einer Bearbeitung für die Bühne von Florian Battermann gezeigt. Dass diese Suche nicht den gewünschten Erfolg hat, kann man sich denken…

Am Markgrafentheater Erlangen hat die Saison bereits mit einer Uraufführung begonnen: das interaktive Game Theatre von „komplexbrigade“, Gewinner eines Wettbewerbes für den Regienachwuchs, führt seit 22. September „Reset: Earth“ auf, ein Stück, in dem es gemäß des Titels um Klimafolgen geht. Seit dem 27.9. läuft mit „Golden House“ (nach dem Roman von Salman Rushdie) eine weitere Uraufführung. Die Bühnenbearbeitung stammt von Thomas Krupa. Für die Kinder gibt es ab 25. November „Aschenputtel“ nach den Brüdern Grimm, für die Bühne bearbeitet von Eva Veiders.

Beim Stadttheater Fürth stehen zu Saisonbeginn gleich zwei Eigenproduktionen auf dem Programm. Am 11. Oktober hat das hochaktuelle Stück „Top Dogs“ von Urs Widmer Premiere, in dem es um Selbstoptimierung im hektischen ­Arbeitsleben geht. Bereits sechs Tage später wird die sowohl ­tragische wie auch humorvolle Vorstadtlegende „­Liliom“ von Ferenc Molnár, die seit fast 100 Jahren ein großer ­Erfolg auf allen Bühnen der Welt ist, in einer Neuinszenierung von Barish Karademir aus der Taufe gehoben. ­Unter den dann folgenden Gastspielen ist vor allem Sébastien ­Thiérys „Als ob es regnen würde“ (vom Theater am Kurfürstendamm) erwähnenswert, das ab 26. Oktober geboten wird.

Am Theater Hof ist zu Beginn der Schauspielsaison (ab 6. Oktober) mit „Peter Pans Pleiten, Pech und Pannen“ ein Komödien-Highlight angesagt. Diese deutschsprachige Erstaufführung schließt sich an den phänomenalen Erfolg an, den das Hofer Theater in der Spielzeit 2016/17 mit „Mord auf Schloss Haversham“ erzielen konnte. Ab 10. November folgt mit Georg Büchners „Leonce und Lena“ ein Schauspielklassiker. Das Lustspiel wird von Kay Neumann inszeniert.

Mit Jan Philipp Gloger tritt am Staatstheater Nürnberg ein neuer Schauspieldirektor an und will die „Vielfalt zum Konzept machen“, will heißen: das ganze Spektrum an Theatersprachen erkunden. Deshalb reicht die Bandbreite der eingeladenen Künstler und Theatermacher auch von Stars der freien Szene wie Boris Nikitin bis zur Regielegende Dieter Dorn. Gloger selbst hat die Eröffnungspremiere am 27. September übernommen: Texte von Eugène Ionesco standen unter der Überschrift „Ein Stein fing Feuer“ zur Inszenierung an. Boris Nikitin nahm einen Tag später für sein Projekt der „Aufführung einer gefälschten Predigt über das Sterben“ das Format einer evangelikalen Predigt als Ausgangspunkt. Ende September ging das Feuerwerk an Neuinszenierungen, das Gloger zu seinem Amtsantritt zu zünden gedenkt, im Tagesrhythmus weiter mit Anton Tschechows „Die Möwe“ (Premiere am 29. September, Regie: Anne Lenk) und mit der Uraufführung einer Produktion der Gruppe mit dem kryptischen Namen „geheimagentur“, die „Das Kabinett der vereinigten Vergangenheiten“ auf die Bühne brachte (30.9.). Alexander Eisenachs „Der Zorn der Wälder“ folgt am 5. Oktober, das Troja-Drama des Euripides zwei Tage später. Es wird in der Fassung von Konstantin Küspert ergänzt durch einen Monolog des Poseidon, der seiner Enttäuschung über die Menschheit Ausdruck verleiht. Im November geht es weiter mit „Meisterklasse“ von Terrence McNaily (ab 14.) und Philipp Löhles „Das Ding (ab 15.).

Die Reihe der Schauspiel-Gastspiele am Theater der Stadt Schweinfurt hat am 26.-29. September mit Arthur Millers „Hexenjagd“ begonnen, im Oktober folgt „Kleiner Mann – was nun?“ nach Hans Fallada. Am 30./31. Oktober bieten die Hamburger Kammerspiele „Marias Testament“ nach dem Roman von Colm Tóibín als einziges Exklusivgastspiel außerhalb der Hansestadt an. George Bernard Shaws „Pygmalion“ wird am 12. November in englischer Sprache gegeben. Michael Ehnerts unterhaltsame Werkschau „Goethes sämtliche Werke … leicht gekürzt“ wird am 18./19. November geboten, gefolgt nur drei Tage später von „Monsieur Ibrahim et les Fleurs du Coran“ in französischer Sprache.

Das Mainfrankentheater ­Würzburg beginnt seine Schauspielsaison am 2. Oktober in der Kammer mit Kristo Sagors „Patricks Trick“. Dem Stück liegt eine ungewöhnliche Idee zugrunde, die das Abenteuer Leben von einer bislang unbekannten Seite beleuchtet. Es inszeniert Bea Martinek. Nur wenige Tage später hat Friedrich Dürrenmatts bitterböser Klassiker „Der Besuch der alten Dame“ im Großen Haus Premiere. Regie: Martin Kindervater (Premiere am 5. Oktober). Es folgen Teresa Doplers „Unsere blauen Augen“ als Uraufführung in der Kammer (12.10.) und Astrid Lindgrens „Ronja Räubertochter“ im Großen Haus (ab 25. November).

Musiktheater I: Oper

Mit einer neuen „Zauberflöte“ Wolfgang A. Mozarts hat am 29. September die Saison am Landestheater Coburg begonnen, inszeniert vom jungen Regisseur Philipp Westerbarkei. Auf die nächste Neuinszenierung, die Benjamin Brittens „Peter Grimes“ gewidmet ist, muss bis zum Januar gewartet werden.

Die erste klassische Repertoireoper am Stadttheater Fürth kommt am 30. Oktober auf die Bühne: Giuseppe Verdis „Die Macht des Schicksals“ als Gastspiel des Theaters Augsburg. Weitere drei Musiktheaterproduktionen folgen im Neuen Jahr.

Wie immer hat am Theater Hof das Musiktheater die Saison eröffnet, diesmal bereits am 22. September mit Verdis „Rigoletto“. Giuseppe Verdis Klassiker wird von Lothar Krause inszeniert und steht unter der ­musikalischen Leitung von ­Walter E. Gugerbauer.

Jens-Daniel Herzog, am Staatstheater Nürnberg nicht nur Intendant, sondern auch neuer Operndirektor, hat am 30. September die erste seiner insgesamt drei Regietaten präsentiert: Sergej Prokofjews „Krieg und Frieden“. Joana Mallwitz, der neuen Generalmusikdirektorin, oblag die musikalische Leitung. Die zweite Herzog-Inszenierung gilt einer neuen Oper von Mark-Anthony Turnage mit dem Titel „Anna Nicole“, die wohl vor allem der „Traviata“ nachempfunden ist. Premiere ist am 3. November. Herzogs dritte Regietat wird sich ab dem 23. Februar um Mozarts „Così fan tutte“ kümmern. „Sinnliche Aufklärung“ lautet übrigens die Theater-Maxime, der sich der neue Intendant verschrieben hat. Zur Barockoper kehrt das Staatstheater ab 24. November mit Georg F. Händels „Xerxes“ zurück, musikalisch in den bewährten Händen von Wolfgang Katschner und seiner „Lautten-Compagney“.

Am Theater der Stadt Schweinfurt beginnt die Saison der Opern-Gastauftritte erst im Januar mit Charles Gounods „Faust“.

Das Mainfrankentheater ­Würzburg beginnt seine Opernsaison am 13. Oktober mit Giacomo Puccinis „La Bohème“, die vom Würzburger GMD Enrico Calesso dirigiert und von Martina Veh in Szene gesetzt wird. Die Opernfreunde müssen sich im Übrigen bis zur nächsten Neuinszenierung (der „Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss) mit der Wiederaufnahme von Rossinis „Barbier von Sevilla“ (ab 24. Oktober) begnügen.

Musiktheater II: Operette und Musical

Dass am ETA-Hoffmann-Theater Bamberg mit Ralph Benatzkys Operette „Im weißen Rössl“ ab dem 30. November wieder mal ein Klassiker des Unterhaltungstheaters vorbeischaut, wird die Freunde der leichteren Muse sicherlich freuen. Die Intendantin Sibylle Broll-Pape wird diese Fassung „Bar jeder Vernunft“ der Geschwister Pfister selbst inszenieren, die musikalische Leitung hat Bettina Ostermeier.

Das Landestheater Coburg hat sich gleich zu Saisonbeginn einer neuen Musical-Produktion gewidmet. Seit 30. September wird in der Reithalle „Marry me a little“ aufgeführt, ein Musical mit Songs von Stephen Sondheim, konzipiert und entwickelt von Craig Lucas und Norman Rene. Diese Off-Broadway-Produktion Diane de Maillys wird von Amelie Elisabeth Scheer inszeniert, die in der vergangenen Saison bereits Strawinskys „Die Geschichte vom Soldaten“ auf die Bühne gebracht hatte.

Viermal bietet das ­Stadttheater Fürth Operette und Musical in der nächsten Saison, angefangen am 21. November mit „Die Brücken am Fluss“, einer Musicalproduktion des Euro-Studio Landgraf. In dem Musical nach dem Roman von Robert James Waller geht es um die ­zufällige Begegnung zweier Menschen mit schicksalhaften ­Konsequenzen.

Das Theater Hof präsentiert als deutsche Erstaufführung das Musical „Höllisch moderne Millie“ ab dem 26. Oktober. Die Musik zu dem Stück über ein Mädchen vom Land, das in den Strudel der Großstadt gerät, stammt von Jeanine Tesori und wird von Michael Falk geleitet, die Inszenierung einschließlich Choreographie verantwortet Stephan Brauer.

Im Staatstheater Nürnberg kommen in der nächsten Spielzeit sowohl Operette als auch Musical jeweils einmal dran. Gleich zu Saisonbeginn wird mit „Catch me if you can“ ein Musical Marc Shaimans gegeben, in dem es um einen Bluffer und Hochstapler geht. Premiere ist am 6. Oktober, die Regie führt Gil Mehmert, die musikalische Leitung hat Jürgen Grimm.

Das Theater der Stadt Schweinfurt bietet im Genre leichter Muse wieder viele Gastauftritte an, beginnend am 28./29. Oktober mit der Operette „Ein Walzertraum“ von Oscar Straus. Die Happy-End-Story mit ihrem Melodienzauber wird von der Operettenbühne Wien Heinz Hellberg präsentiert.

Am Mainfrankentheater Würzburg darf man sich auf „Die schöne Helena“ freuen, Jacques Offenbachs prickelnde Version der Vorgeschichte des Trojanischen Kriegs, die mehr ist als nur eine Parodie auf das antike Griechenland, nämlich zugleich eine Karikatur der „besseren Gesellschaft“ des „Second empire“. Premiere ist am 2. Dezember, das Leitungsduo ist mit der Dirigentin Marie Jacquot und Pascale-Sabine Chevroton (Regie) naheliegenderweise französisch.

Ballett und Tanztheater

Am Coburger Landestheater steht ab 10. November unter dem Titel „Drei Farben“ ein dreiteiliger Ballettabend auf dem Programm. Die Choreographien von Ballettdirektor Mark McClain, Ballettmeisterin Tara Yipp und dem ehemaligen Solisten Niko Ilias König versuchen mit ihren individuellen Handschriften, die Sinnlichkeit und emotionale Kraft der Farben mit der Ausdruckskraft des Tanzes zu fassen.

Sehr international geht es am Stadttheater Fürth wieder einmal in der Sparte Tanztheater zu. Aus Adelaide kommt das “Australian Dance Theatre”, das mit „The Beginning of Nature” vom 6. – 10. November eine mitreißende Choreographie von Garry Stewart zeigt.

Das Theater Hof zeigt erst im Januar seine erste neue Choreographie, die Tschaikowskis Klassiker „Der Nussknacker“ gewidmet sein wird.

Am Staatstheater Nürnberg muss man nach der ersten – und sehr erfolgreichen – Dekade Goyo Monteros auf dessen zweite noch bis zum 15. Dezember warten (mit einer Uraufführung nach Shakespeare und Goethe). Wieder aufgenommen werden die Choreographien „Powerhouse“ (ab 12. Oktober) und „Dürer’s Dog“ (im Neuen Jahr).

Das Theater der Stadt Schweinfurt ist bekannt für seine Affinität zu Tanztheater und Ballett. Mit „Beethoven! The next Level“ kommt vom 23. bis 26. Oktober eine „Urban-Dance-Show“ auf die Bühne, gefolgt von der Choreographie „Scala“ des niederländischen Scapino Ballett Rotterdam. „Duum“ ist eine italienische Akrobatik-Show (am 30. November), ein Zirkustheater-Spektakel der Gruppe „Sonics“, das die Zuschauer in die sagenumwobene Unterwelt Agharta mitnimmt.

Ab der neuen Spielzeit verantwortet am Mainfrankentheater Würzburg die Frankokanadierin Dominique Dumais als Ballettdirektorin die Tanzsparte des Hauses, unterstützt vom New Yorker Choreographen Kevin O’Day. Das Duo wird künftig für Würzburg große Ensemblestücke mit Orchester, experimentelle Formate oder auch Themen- und Handlungsballette erarbeiten. Der Titel der ersten, bereits angelaufenen Produktion lautet „Chansons“ (seit 29. September). Schon jetzt sei darauf hingewiesen, dass ein „Tanzexperiment“ ab dem 10. Januar dem Publikum in der Kammer die Möglichkeit bieten wird, die Tänzer individueller kennenzulernen.

Blick nach Thüringen

Am Theater Erfurt beginnt die Opernsaison mit französischer „Grand Opéra“. Das einstige Erfolgsstück „Fra Diavolo“ von Daniel F. E. Auber wird ab 6. Oktober in deutscher Sprache geboten. ­Hendrik Müller inszeniert, es dirigiert der stv. GMD Chanmin Yung. Es folgt mit Mozarts „Zauberflöte“ ein Klassiker, dessen Dirigat GMD Samuel Bächli übernimmt. Die Inszenierung besorgt Sandra Leupold. Die Schauspielsparte startet erst im November mit Neil Simons „Sonny Boys“ in der Inszenierung Ansgar Haags (Gastspiel des Meininger Staatstheaters). Zuvor ist man schwerpunktmäßig mit Tanztheater und Ballett beschäftigt sowie mit „Diven sterben einsam“, einem Musical für eine Schauspielerin (ab 12. Oktober). Der Ballettklassiker „Giselle“ mit der Musik von Adolphe Adam wird ab 10. November gezeigt. Die Choreographie stammt von Silvana Schröder, Takahiro Nagasaki leitet das Orchester.

In Meiningen ist man bekanntlich stolz darauf, als „Theater mit Stadt“ zu gelten. Insofern scheint es nur konsequent, dass man am Meininger Staatstheater in dieser Saison, genauer gesagt im April, auf eine internationale Festwoche mit dem Titel „Prinzip Provinz – Metropole Meiningen“ zusteuert. Doch zuvor gibt es bereits allerlei Neues zu sehen und zu hören, angefangen mit den „Blues Brothers“ von Dan Aykroyd und John Landis oder den „Troerinnen“ des Euripides im Schauspielbereich, die schon im September Premiere hatten. Gleiches gilt in der Opernsparte für Bizets „Carmen“, die von ­ Jasmina Hadziahmetovic neu inszeniert wurde und unter der musikalischen Leitung von GMD Philippe Bach auf dem Programm steht. Ab dem 26. Oktober wird man Schillers Klassiker „Die Räuber“ in einer Neuinszenierung durch Gabriela Gillert wiederbegegnen. Das diesjährige Weihnachtsmärchen, Andersens „Die Schneekönigin“, steht in einer Inszenierung Lars Werneckes ab dem 18. November auf dem Programm. Auf die erste Ballettpremiere wird man noch bis Januar warten müssen. Das erste Sinfoniekonzert unter dem Motto „Iberia“ findet am 11. Oktober statt, das zweite unter dem Titel „Herbstgesang“ am 22. November.

Das Deutsche Nationaltheater Weimar hat seine neue Saison unter das Motto „Neuer Mensch“ gestellt und spielt damit auf die aktuellen Entwicklungen zur Optimierung des Menschen – und seiner bedingungslosen Unterwerfung unter die so genannte Künstliche Intelligenz – an. Der Saisonauftakt mit Jörn Klares „Restleben“ am 6. September hat bereits von diesem Thema gehandelt. Ab 5. Oktober ist eine von Hasko Weber eingerichtete Dramatisierung des thematisch verwandten Bestsellers „A Clockwork Orange“ von Anthony Burgess zu sehen. Heiner Müllers Stück „Der Auftrag“, eine Erinnerung an das Scheitern einer Revolution, ist ab 30. November im E-Werk zu sehen.

Im Bereich Musiktheater waren die Weimarer bereits am 23. August auf den Spuren ihres Saisonmottos mit dem Projekt „Funkhaus Weimar – Mit Nietzsche auf Sendung“, was naheliegend ist, denn beim „Neuen Menschen“ kommt man an Nietzsche bekanntlich nicht vorbei. Nach einer Neuinszenierung von Mozarts „Don Giovanni“, die am 9. September Premiere hatte, steht jubiläumsgerecht am 3. November die Uraufführung einer Theaterfassung von Alfred Döblins Revolutionsepos „November 1918“ auf dem Programm. Die Musik zu diesem umfangreichen Theaterprojekt steuert Stefan Lano bei. Die Weimarer Staatskapelle wird am 14./15. Oktober bereits bei ihrem dritten symphonischen Programm anlangen. Lothar Zagrosek dirigiert Werke von Brahms, Dvorák, Reger und ­Schönberg.

 

Fotocredits:

Mnozil Brass - Cirque , Foto © Daniela Matejschek

„Mein Freund Kurt“, Theater Ansbach, Foto © Jim Albright

Goyo Montero „Imponderable“, Ensemble, Powerhouse, Foto © Staatstheater Nürnberg

„Leonce und Lea“, Theater Hof, Foto © Alexander Frydrych, Grafik © Holger Drees

„Überfluss Wüste“, ETA Hoffmann Theater, Foto © Christopher Bonte

Martin Köhl
01.10.2018

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