Das Treffen der „Stars von morgen“

Der Bad Kissinger „KlavierOlymp“ ist heuer wieder der ­wichtigste Sichtungswettbewerb für hochbegabte Pianisten

Das Treffen der „Stars von morgen“

Alle Jahre wieder im Herbst werden sechs herausragende ­europäische Nachwuchstalente nach Bad Kissingen eingeladen, um sich beim dortigen „KlavierOlymp“ einer anspruchsvollen Fachjury im Solorezital zu stellen. Wie wichtig und erfolgreich dieser Wettbewerb ist, zeigt sich beim Blick auf die prominenten Namen der Preisträger seit 2003, unter denen sich heutige Stars wie Nikolai Tokarew, Herbert Schuch, Martin Helmchen, Kit Armstrong und Olga Scheps befinden. Auch heuer tritt ein ausgewähltes pianistisches Sextett vom 4. – 7. Oktober auf die Bühne des prachtvollen Rossini-Saales, um sein Können auf den Flügeltasten mit einem jeweils eigenen Soloprogramm zu demonstrieren.
 
Alle sind bereits Preisträger nationaler oder internationaler Wettbewerbe, so dass negative Überraschungen ausgeschlossen werden können. Die Fachjury wählt die Preisträger aus, zusätzlich vergeben jene Zuschauer, die alle Konzerte besucht haben, einen Publikumspreis.
 
Alle Teilnehmer des Klavierolymps werden übrigens – unabhängig von ihrer Platzierung – zum nächsten Kissinger Sommer eingeladen, der oder die Wettbewerbssieger(in) sogar zum solistischen Musizieren mit dem Orchester. Auch nach dem Wettbewerb unterstützt der Kissinger Sommer die Pianisten des KlavierOlymps noch weiter und sorgt für die Weitervermittlung in künstlerische Engagements.
 
Heuer beginnt der Konzertreigen am 4. Oktober mit der erst 17-jährigen Marie Sophie Hauzel, die schon mit zehn Jahren ihren ersten Wettbewerb gewann und mit zwölf ihre erste CD einspielte. Meisterklassen absolvierte sie bei Lang Lang und Rudolf Buchbinder. Anlässlich der Sendung „Stars von morgen“ mit Rolando Villazon erhielt sie eine Einladung zum Musizieren mit Orchester in Berlin. Anderntags spielt mit Martin James Bartlett ein junger Pianist, der schon weltweit mit den renommiertesten Orchestern musiziert hat. Er gastierte auch bereits bei den Proms mit Gershwins „Rhapsody in Blue“, in Tokio mit Prokofiews 3. Klavierkonzert und im BBC-Wettbewerb Young Musician mit der Paganini-Rhapsodie.
Am 6. Oktober treten gleich drei Kandidaten auf, zunächst Samira Spiegel, die sogar auf zwei Instrumenten, Klavier und Violine, preisgekrönt ist. Aris Alexander Blettenberg, 2015 Gewinner des Bülow-Wettbewerbs, fährt ebenfalls zweigleisig, denn er dirigiert neben seiner pianistischen Laufbahn. Letzter Kandidat an diesem Tag ist Juan Pérez Floristán, der mehr als 30 Klavierkonzerte in seinem Repertoire hat und bereits viele Auftritte an prominenten Orten absolvieren konnte. Am Schlusstag des diesjährigen Kissinger Klavierolymps tritt mit Lukasz Krupinski ein polnischer Pianist auf, der beim 7. Internationalen Klavierwettbewerb in San Marino alle Preise gewinnen konnte und auch andernorts sehr erfolgreich war. Im Anschluss an das Finalkonzert am Sonntagabend werden die Preisträger gekürt.
 
 
Fotocredits:

Aris Alexander Blettenberg, Foto © Presse
 

Martin Köhl
01.10.2018

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