Wagners „Ring“ und die unvermeidliche Kartenfrage

Die Bayreuther Festspiele stehen im Mittelpunkt von zwei Vorträgen beim Richard-Wagner-Verband Bamberg

Wagners „Ring“ und die unvermeidliche Kartenfrage

 Nach dem fulminanten Auftakt der Herbst- und Wintersaison mit dem ersten Teil der musikalischen „Ring“-Einführung von Hans Martin Gräbner aus Bayreuth setzt der Richard-Wagner-Verband Bamberg auch in seinen nächsten Veranstaltungen auf Referenten aus der Festspielstadt: Im Oktober wird Holger von Berg, der Geschäftsführende Direktor der Festspiele, detailliert Auskunft über seine Aufgabengebiete geben, im November stellt Stephan Jöris, ein langjähriger Mitarbeiter Wolfgang Wagners, die bisher fünfzehn Bayreuther „Ring“-Inszenierung in Wort und Bild vor. Der Eintritt zu beiden Vorträgen ist frei, Nicht-Mitglieder sind willkommen.

Festspielleiterin Katharina Wagner ist der bekanntere Teil des inzwischen gleichberechtigten Geschäftsführungsduos der Bayreuther Festspiele GmbH: Seit 1. April 2016 steht Holger von Berg ihr fachmännisch zur Seite, der übrigens – wie schon der Name sagt – ein Berg von einem Mann ist und am Grünen Hügel in vielerlei Hinsicht das Sagen hat. Der 52-jährige Diplom-Volkswirt begann seine Theaterlaufbahn an der Alten Oper Frankfurt, weitere Stationen führten ihn ans Landestheater Mecklenburg und die Städtischen Bühnen Regensburg. Von 2002 an war er Geschäftsführender Direktor des Bayerischen Staatsschauspiels in München, seit April 2016 ist er Geschäftsführender Direktor der Bayreuther Festspiele. Am Dienstag, 16. Oktober, spricht er ab 19.30 Uhr im Hotel Bamberger Hof (Schönleins-
platz 4) über seine Arbeitsbereiche. Und natürlich kann man ihn bei der Gelegenheit auch fragen, wie man am besten an Festspielkarten kommt.

Ein Festspielmitarbeiter aus früheren Zeiten ist der Regisseur und Dramaturg Stephan Jöris, der von 1988 bis 2010 künstlerisch-organisatorischer Mitarbeiter Wolfgang Wagners war. Er widmet sich in Wort und Bild Wagners „Ring“-Tetralogie in Bayreuth; sein Vortrag in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Bamberg Stadt findet am 13. November um 19 Uhr im Großen VHS-Saal (Tränkgasse 4) statt. Zum Inhalt: Dreiundzwanzig Jahre hat Richard Wagner für die Gesamtaufführung seines Opus Magnum gelebt und gekämpft, um es in seinem eigens dafür gebauten Festspielhaus erlebbar zu machen. In bisher fünfzehn Anläufen vollzog sich in der „Werkstatt“ auf dem grünen Hügel der faszinierende Prozess, diese komplexe Kopfgeburt adäquat zu verwirklichen. Durchsetzt mit unwahrscheinlichem Geschehen auf und vor allem hinter der Bühne. Ein Experiment, das mit einer Inszenierung Richard Wagners begann, und nie abgeschlossen sein wird.

 

Fotocredits:

Hoffmann, Walküre, Foto © V. Angerer

Monika Beer
04.10.2018

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