Vom Autonomentreff zum Zentrum für Gegenwartskultur

Vor drei Jahren öffnete der Nürnberg Z-Bau wieder seine Tore

Vom Autonomentreff zum Zentrum für Gegenwartskultur

 Der Z-Bau in Nürnberg hat in der Norisstadt längst Kultstatus. Über Jahrzehnte prägte er das kulturelle Geschehen der traditionell kunstbeflissenen Stadt in beeindruckender Art und Weise mit, ehe er vor einigen Jahren vor dem Aus stand. Nach zähem Ringen überlebte das Kulturzentrum die baulichen Veränderungen und wurde vor drei Jahren als Haus für Gegenwartskultur wieder geöffnet. Mit durchschlagendem Erfolg! Dort, wo sich in den 80er-Jahren einst die autonome Szene Nürnbergs nach der Schließung des umstrittenen KOMM traf, hat sich ein vielschichtiger Treffpunkt entwickelt, der nahtlos an die alte Tradition anknüpfte. Drei Jahre. Drei Jahre, die gebührend gefeiert werden. Am 2. Oktober lädt das Haus für Gegenwartskultur ab 18 Uhr. „Ausladend und exzessiv“ wird sie, versprechen die Macher vor der Geburtstagsfeier. Bis 22 Uhr dürfen die Besucher im kompletten Gebäudetrakt flanieren und die Arbeit der Kunstschaffenden aus nächster Nähe beobachten. Werk- und Wirkungsstätten von Künstlern, Stadtentwicklern, Mikrobrauereien, ein Zirkuslabor, Musiker, ein Tonstudio oder auch ein Verein für Fahrradkultur sind im Z-Bau beheimatet und lassen den geschichtsträchtigen Gebäudetrakt zu etwas ganz Besonderem werden. In den Veranstaltungsräumen, drei an der Zahl, starten um 19 Uhr die Partys. Mit einigen Highlights (das komplette Programm ist unter www.z-bau.com zu finden). Ganz vorne dabei das VKKO, das Verworner-Krause-Kammerorchester. Eine 18-köpfige orchestrale Klangerscheinung, firmierend zwischen Techno, House, filmischen Harmonien und Jazz – mit dabei headbangendem Dirigenten. Doch nicht nur das, auch die vielgesichtige Sangeskönigin Ankathie Koi aus Wien, die mit Jazzstimme, schillernd poppiger Gender-Trouble-Aerobic-Attitüde und Vokuhila über die Bühne fegt, ist mit von der Partie. Die Hamburger Jungs von Swutscher machen mit ihrer „Kaffeefahrt-Tour“ einen Zwischenstopp, singen und spielen knarzig-melancholischen Garage-Schlager. Mit ihnen tummeln sich noch zahlreiche weitere im Line-Up der Feier: Die Lesereihe ROY – Literarisches bei Schnaps, Airs & Graces, Ferge X Fishermen, Häxxan, Continental und Melt Downer. Bis um 5 Uhr am nächsten Morgen ist die Geburtstagsfeier anberaumt. Cosmic DJ aus Hamburg, in den 90er-Jahren Mitglied der legendären Hip Hop-Crossover-Kombo Fischmob, und Local-Act Tobi Rakete, im Frankenland längst Kultstatus genießend, werden dem feierfreudigen Volk die Aftershow an den Plattentellern drehend versüßen.

 

Fotocredits:

Konzert 2Z-Bau Jubi, Foto © Frank Schuh

Andreas Bär
04.10.2018

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