Das Festival zur „vierten Jahreszeit“

Der „Kissinger Winterzauber“ feiert heuer sein 20-jähriges Jubiläum

Das Festival zur „vierten Jahreszeit“

 Erst gab’s den „Kissinger Sommer“, dann kam der „Winter“ hinzu. Das ist nun auch schon wieder 20 Jahre her, weshalb am Jahresende ein kleines Jubiläum gefeiert werden kann. Der „Kissinger Winterzauber“ ist keinesfalls ein Appendix zu seinem großen Bruder, sondern ein eigenständiges, erwachsenes Festival zur „vierten Jahreszeit“, wie das Motto des Programmheftes lautet. Einmal mehr mischen sich die Beiträge örtlicher und regionaler Künstler und Ensembles mit Gastauftritten renommierter Orchester oder Solisten. Nicht weniger als 21 Veranstaltungen sind vom 14. Dezember bis zum 5. Januar vorgesehen.

Nach dem Auftakt mit dem Jugendmusikkorps Bad Kissingen verspricht das Eröffnungskonzert mit Viva Voce und einem Symphonieorchester gleich den ersten Höhepunkt. Danach wird es weihnachtlich mit der Christmas Brass, dem Bachschen Weihnachtsoratorium, einer alpenländischen Weihnacht (mit dem Tölzer Knabenchor, Christian Wolff und dem Ensemble Classique) und einer barocken Weihnachtsmatinee (mit dem Kurorchester Bad Kissingen). Dazwischen darf Weihnachten auch ein wenig auf die Schippe genommen werden, wenn Götz Schubert und Manuel Munzlinger „Friede, Freude, Weihnachtskekse“ ­ankündigen.

Komisch dürfte es auch beim „Concerto Humoroso“ werden, wenn Gogol und Mäx am 22.12. musikalisches Lachtheater anbieten. Trompete und Orgel gehört zu den Evergreens des Festivals, und bei „Bach in Blue“ der Classic Rebells spielt die Trompete Daniel Schmahls auch eine entscheidende Rolle. Die Klarinette, virtuos gespielt von Mirja Betzer, kommt am 30.12. in einer Matinee zu ihrem Recht, während am Abend desselben Tages die Mozart Heroes auf Violoncello und Gitarre durch sämtliche Musikepochen rocken. Zu den Highlights des Festivals dürften die „Nussknacker“-Aufführung eines russischen Balletts (am 26.12.) und das Neujahrskonzert mit den Berliner Symphonikern gehören.

Im neuen Jahr wagt sich das Bayerische Landesjugendorchester an Gustav Mahlers monumentale „Auferstehungssymphonie“ (4.1.). Zuvor bietet Rock Le Cabaret! eine ziemlich verrockte Hommage an das französische Chanson an (2.1.), und der Trompeter und Pianist Sebastian Studnitzky lädt unter dem Stichwort „Memento“ zu einer „Orchestral Experience“ ein (3.1.), die ganz neue Crossover-Töne anschlägt. Das Abschlusskonzert des 20. Bad Kissinger Winterzaubers wird am 5. Januar vom Symphonieorchester des Nationaltheaters Prag gestaltet.

 

Fotocredits:

Tom Gaebel – A Swinging Christmas, Foto © Christoph Kassette

Martin Köhl
03.12.2018

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