Immendorf, Kubin und mehr…!

Volles Ausstellungsprogramm in der bayerischen Landeshauptstadt

Immendorf, Kubin und mehr…!

 Das aktuelle Ausstellungsprogramm Münchens ist in diesen Tagen mal wieder (mehr als) eine Reise wert. Startpunkt war das „Haus der Kunst“, in dem noch bis zum 27. Januar 2019 die Ausstellung „Jörg Immendorf: Für alle Lieben in der Welt“ gezeigt wird. Die Retrospektive umfasst ca. 200 Werke aller Schaffensphasen und zeigt in verschieden Kapiteln, wie sich das Werk des Künstlers im Laufe seines Lebens verändert hat. Ein grandioses Œuvre, das sich hier dem Betrachter mit einer Urgewalt an Farben und in einer Bildsprache präsentiert, die ihresgleichen sucht.

Weiter geht es in die ­Kunsthalle München, in der noch bis zum 13. Januar die Ausstellung „Lust der Täuschung“ läuft. Ein wahrhaft intelligentes Unterhaltungsprogramm für die ganze Familie, das mehr oder weniger spielerisch den Sinn für Kunst schärft und uns dabei klar macht, wie leicht wir eigentlich (optisch) zu täuschen sind. Mit zwei interaktiven Virtual-Reality-Angeboten auch sicher absolut auf der Höhe der Zeit.

Auch das Lenbachhaus hat aktuell einiges zu bieten. Noch bis zum 17. Februar 2019 wird hier die Ausstellung „PHANTASTISCH! Alfred Kubin und der Blaue ­Reiter“ gezeigt. Auch wenn er oft als ­Gründungsmitglied des Blauen Reiter genannt wird, liegen Kubins konkrete Beziehungen zu diesem Kollektiv doch eher im Dunkeln. Die Ausstellung zeichnet erstmals mit einer Fülle von Werken, Dokumenten und Fotografien die komplexen persönlichen und künstlerischen Verflechtungen nach.

Sozusagen nur eine Tür weiter, im Kunstbau, gibt die Ausstellung „Weltempfänger – Georgiana Houghton – Hilma Klingt – Emma Kunz“ noch bis zum 10. März 2019 Einblick in ein außergewöhnliches und weitgehend unbekanntes Kapitel der Moderne. Eine Ausstellung, für deren „Genuss“ man sich geistig schon sehr weit öffnen muss, leider zu weit für uns.

Geradezu leicht nimmt sich da die Ausstellung „Christoph Niemann – Im Auge des Betrachters“ aus, die noch bis zum 3. Februar nächsten Jahres im Literaturhaus München zu sehen sein wird. Christoph Niemann ist, wie es die Macher der Ausstellung beschreiben, „ein Bild-Erzähler, ein Meister des perfekten Moments, seine präzis-ironischen Alltagsbeobachtungen überraschen und verzaubern.“ Und das kann man nur bestätigen. Unglaublich witzig aber auch scharfsinnig erzählt er mit seiner Kombination aus abstrahierter Zeichnung und Text Alltagsgeschichten und führt uns immer wieder vor Augen, welche kreative Möglichkeiten uns einfache Perspektivwechsel bieten.

 

Fotocredits:

Jörg Immendorf, Café de Flore, 1990/91, Foto © 2mcon

Christoph Niemann, bird10x, Foto © 2mcon


04.12.2018

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