Theater auf Touren in Bayreuth

Viermal Schauspiel, zweimal Oper

Theater auf Touren in Bayreuth

Im Oktober und November heißt es in Bayreuth wieder „Theater auf Touren“. Dem Kulturamt der Stadt ist es erneut gelungen, ein unterhaltsames und ansprechendes Programm zusammenzustellen. Drei Klassiker, dazu ein mit Auszeichnungen und Preisen bedachtes zeitgenössisches Schauspiel und ein Opernabend, an welchem eine populäre einer höchst selten aufgeführten Oper gegenübergestellt wird: Darauf darf sich das Publikum in der Stadthalle (Vorstellungsbeginn ist jeweils um 19.30 Uhr) freuen.

 

Am 9. Oktober eröffnet der Theaterreigen mit dem Gastspiel des Eurostudio Landgraf aus Titisee-Neustadt. „Verrücktes Blut“ bringt das brisante Thema der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund auf die Bühne. In dem Stück von Nurkan Erpulat und Jens Hillje prallen im Klassenzimmer türkische, arabische und, über Schillers „Räuber“, deutsche Kultur aufeinander. Die Melange aus Terror und Erotik, aus Komik und Dramatik war 2011 „Deutschsprachiges Stück des Jahres“.

 

Tatsächlich wird Schiller am 15. Oktober gegeben, wenn das Westfälische Landestheater „Kabale und Liebe“ spielt. Ob das gutgehen kann, eine Beziehung über Standesunterschiede hinweg, die Liebe zwischen Luise, der Stadtmusikantentochter, und Ferdinand, dem Präsidentensohn? Intrigen und Verrat, Hybris und Fanatismus geben eine eindeutige Antwort. Mit Shakespeares Historiendrama um „König Heinrich VIII.“ kommt die Berliner Truppe Shakespeare und Partner am 21. Oktober in die Wagner-Stadt, das Junge Schauspiel Ensemble München führt am 4. November Senecas düstere, gewaltsatte Tragödie „Medea“ in einer Neuübertragung von Udo Segerer auf.

 

2014 ist nicht nur Shakespeare-Jahr, sondern auch der gebürtige Oberpfälzer, Opernerneuerer und Reformator Christoph Willibald Gluck wird allenthalben gefeiert. In Bayreuth geschieht das am 18. November, wenn das Landestheater Coburg Glucks „Orpheus und Eurydike“ auf die Stadthallenbühne bringt. Seite an Seite übrigens – und das ist arg lobenswert, da man von Gustav Holst für gemeinhin ja lediglich „Die Planeten“ kennt – mit Holsts Kurzoper „Savitri“ von 1916, einer Art nach Indien verlegter Variante der Liebesgeschichte um den griechischen Dichtersänger Orpheus und dessen innig geliebter Frau, die Nymphe Eurydike. In deren Rolle wird die Sopranistin Julia Klein zu erleben sein, die die Sommer Oper Bamberg als Sprungbrett ihrer Karriere ebenso zu nutzen wusste wie der Bariton Jirí Rajniš, der den „Tod“ verkörpern wird. Am Pult steht Anna-Sophie Brüning.

 

Copyright Foto: © Henning Rosenbusch (Orpheus)

Jürgen Gräßer
29.09.2014

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