Franken ist einfach zu klein!

Die Idee des

Franken ist einfach zu klein!

68 Jahre alt ist es in diesem Jahr geworden, das Fränkische Theater Schloss Massbach. 1946 von Lena Hutter und Oskar Ballhaus in Coburg gegründet, fand man 1948 in Schloss Wetzhausen bei Schweinfurt ein erstes festes Domizil. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen um ein Theater aufzubauen, das aus dem „Geist der Gemeinschaft“ heraus existieren konnte, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Gerade in der schweren Nachkriegszeit teilten die Mitglieder des Theaters das Wenige miteinander, das sie mit ihren Aufführungen verdienten.

 

Offensichtlich litt die künstlerische Ausstrahlung unter der Mangelsituation nicht, denn schon bald hatte man sich in die Herzen der Zuschauer gespielt. 1950 flossen dann erstmals staatliche Zuschüsse wodurch die Aktivitäten regional ausgedehnt werden konnten, das heißt es kamen mehr Spielorte, damit mehr Aufführungen und letztlich auch mehr Publikum hinzu. Leider war das bisherige „Hauptquartier“ mittlerweile so baufällig, dass das Theater gezwungen war sich eine neue Heimat zu suchen. 1960 konnte man dann nach Schloss Massbach umsiedeln, wo das Ensemble die Arbeits- und Wohnmöglichkeiten vorfand, die es auch heute noch als ideal empfindet. Ein neues Haus gibt immer auch neuen Schwung und so erweiterte das Theater seine Aktivitäten. Spielorte in Oberfranken und Hessen kamen hinzu und 1963 wurden erstmals mehr als 200 Vorstellungen gespielt zu denen ca. in etwa 50.000 Zuschauer kamen.

 

Nach dem Tod des Mitbegründers Oskar Ballhaus im Jahre 1972 führte Lena Heinz-Hutter, gemeinsam mit ihrem Mann Herbert Heinz, das Theater bis zur Spielzeit 2000/2001 weiter, dann kam Anne Maar (Enkelin des Gründerpaares) als Geschäftsführerin hinzu. Diese leitet das Theater, seit dem Tod von Lena Hutter-Heinz und Herbert Heinz, alleine. Und die ursprüngliche Idee des „Theater aus dem Geist der Gemeinschaft“ hat sich bis in die heutige Zeit erhalten. Die Schauspieler arbeiten nicht nur im Schloss, sondern wohnen auch dort.

 

Neben seinen über 300 Vorstellungen die das Fränkische Theater Schloss Massbach während jeder Saison an etwa 25 Gastspielorten spielt, kommen Tausende von Besuchern nach Schloss Massbach, um interessantes Theater zu erleben. Die Freilichtbühne mit ihren 326 Plätzen, ausfahrbarem Regendach und Fußheizung lädt im Sommer zu temporeichen und amüsanten Aufführungen ein.

 

Nach dem Ende der Freilichtsaison muß man allerdings auf anspruchsvolles Theater auf Schloss Massbach nicht verzichten. Im „Intimen Theater“, das über lediglich 86 Sitzplätze verfügt, lässt sich eine ganz besondere Atmosphäre erleben. Der Zuschauer ist hier so „dicht“ am Geschehen auf der Bühne dran, dass er förmlich in das Stück eintaucht. Von September bis April wird das Intime Theater mit monatlich wechselnden Stücken bespielt, die vom Lustspiel bis zum Drama reichen.

 

Schon relativ früh erkannten die Verantwortlichen dass man für die jugendlichen Theaterbesucher etwas besonderes bieten musste. Aus dieser Erkenntnis heraus entstand 2005 das Jugendtheater „TiP – Theater im Pferdestall“, das im Gärtnerhaus am Eingang des Schlossparkes untergebracht ist. Neben den Inszenierungen für Jugendliche wird im TiP unter anderem auch Theaterpädagogik angeboten. Außerdem finden in den Räumlichkeiten die Proben und Aufführungen des Maßbacher Theaterjugendclubs und Workshops für jugendliche (Theater-)gruppen statt.

 

Das Fränkische Theater Schloss Massbach war, ist und wird mit seinem Gründungsgedanken und seiner Konzeption immer etwas Besonderes Kultursektor sein. Und, auf diese einfache Formel kann man es reduzieren, der Erfolg gibt dem Konzept recht. 

 

Copyright Fotos: © Christoph Thein (Aussenansichten von Schloss Massbach) und Robert Pflanz (Intimes Theater)

Ludwig Märthesheimer
29.09.2014

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