Winterzeit ist Musenzeit

Frankens symphonische Szene ist im Februar/März sehr präsent

Winterzeit ist Musenzeit

Konzerte der fränkischen Symphonieorchester

Die Bamberger Symphoniker rücken im Februar das symphonische Schaffen Wolfgang A. Mozarts in den Fokus. Vom 2. bis 5. Februar stehen die Nr. 40 g-moll und die Nr. 41 C-Dur („Jupiter“) in Bamberg, Wiesbaden und Erlangen auf dem Programm, begleitet von Mendelssohns Violinkonzert. Chefdirigent Jakub Hrusa leitet die Konzerte, Serge Zimmermann spielt Violine. Am 9./10. des Monats kommt in Bamberg und Schweinfurt noch die 39. Symphonie Es-Dur hinzu, es werden also reine Mozartabende. Die bereits im Dezember gebotene 3. Symphonie d-moll Gustav Mahlers wird am 13. Februar wiederholt und zwei Tage später unter der Leitung Jakub Hrusas sogar in Paris (!) aufgeführt. Ende des Monats erinnert man sich des Saisonmottos („Symphonische Erzählungen“) und spielt deshalb Felix Mendelssohn-Bartholdys „Melusine“-Ouvertüre. Bei diesen Konzerten in Erlangen, Bamberg, Schweinfurt und Fürth erklingen außerdem Frédéric Chopins zweites Klavierkonzert f-moll (mit Szymon Nehring am Klavier) und Werke Robert Schumanns. Antonello Manacorda dirigiert. Im März geht es nach einer konzertanten Aufführung der Straußschen „Fledermaus“-Operette (2. und 3. in Schweinfurt und Bamberg) weiter mit den prominenten Künstlern Marek Janowski (Dirigent) und Nikolai Luganski (Klavier). Letzterer spielt das selten zu hörende, aber unterschätzte Klavierkonzert Nr. 2 fis-moll von Sergei Rachmaninow, außerdem gibt es eine Ouvertüre und eine Symphonie von Robert Schumann zu hören. Am 22./23. März dürfen sich die Melomanen wieder auf das Dirigat Herbert Blomstedts freuen, der sich neben der „Symphonie fantastique“ von Hector Berlioz der dritten Symphonie Franz Berwalds annehmen wird. Mit nordischen Eindrücken geht es auch am Monatsende weiter, wenn Jean Sibelius’ zweite Symphonie D-Dur geboten wird nebst dem selten zu hörenden vierten Klavierkonzert d-moll Anton Rubinsteins. Es dirigiert Rafael Payare, als Pianist kommt Denis Kozhukhin auf das Podium. Vorher, am 24., ist noch eine Schumann-Nacht vorgesehen, die von Solisten und Ensembles des Orchesters gestaltet wird.

Am Landestheater Coburg steht am 11. März 2109 für das Philharmonische Orchester unter der Leitung von Johannes Klumpp bereits das fünfte Symphoniekonzert an. Mit dem 1. Klavierkonzert von Johannes Brahms steht ein dicker Brocken des Repertoires auf dem Programm, interpretiert von dem Pianisten Alexander Schimpf. Nach der Pause kommt mit der „Prager Sinfonie“, der Nr. 38 D-Dur KV 504, eines der schönsten symphonischen Werke Wolfgang A. Mozarts zu Gehör.

Bei den Hofer Symphonikern heißt es am 1. Februar „Wahrhaftige Musik“. Dieses fünfte Symphoniekonzert ist komplett russisch geprägt, denn neben den Komponisten Galina Ustvolskaja, Dmitrij Schostakotitsch und Peter Tschaikowsky ist auch die Interpretin russischer Herkunft: Anna Vinnitskaya, eine Pianistin, die schon mal als „samtpfötige Löwenkönigin“ tituliert wurde. Das Orchester wird von Hermann Bäumer geleitet. Am 22. Februar geht es weiter mit dem sechsten Abokonzert unter dem Motto „Reinheit. Vollendung“. Dann heißt die Solistin Alina Pogostkina, die sich mit Beethovens Violinkonzert profilieren wird. Außerdem erklingen Werke von Arvo Pärt, es dirigiert Risto Joost. Das siebte Symphoniekonzert der Saison nennt sich „Authentisch“ und ist nordisch orientiert, denn neben einem Hornkonzert Mozarts stehen Werke von Carl Nielsen und Niels Wilhelm Gade auf dem Programm. Marc Gruber ist der Bläsersolist, am Dirigentenpult steht Johannes Wildner.

Die symphonischen Ambitionen der neuen Generalmusikdirektorin der Staatsphilharmonie Nürnberg, Joana Mallwitz, beschränken sich im März auf ein Sonderkonzert für Demenzkranke und ihre Angehörigen unter dem Motto „Ein Herz und eine Seele“ (1.3.). Die Reihe der Philharmonischen Konzerte wird am 15. Februar fortgeführt mit einem britischen Programm, das der Dirigent Alexander Soddy zusammengestellt hat. Von Edward Elgar gibt es die berühmten „Enigma“-Variationen und das Cellokonzert (mit Claudio Bohórquez) zu hören, von Benjamin Britten Auszüge aus der Oper „Peter Grimes“. Am 15. März wartet ein rhythmisches Feuerwerk auf die Zuhörerschaft in der Meistersingerhalle, denn der Schlagzeug-Star Alexander Gerassimez wagt sich an die abendfüllende Darbietung von Kalevi Ahos Perkussionskonzert „Sieidi“ und wird dabei vom Dirigenten Roland Böer sekundiert.

„Paradiesisch“ soll es am 10. Februar bei den Nürnberger Symphonikern zugehen, wenn der brillante Pianist Howard Shelley das zweite Klavierkonzert von Camille Saint-Saens darbietet und danach für Antonin Dvoráks sechste Symphonie D-Dur zum Taktstock greift. Eine knappe Woche später geht’s unter dem Motto „Der Berg ruft“ ins Gebirge mit einem Alphorn-Konzert von Daniel Schnyder, Modest Mussorgskys „Nacht auf dem kahlen Berge“ und Joachim Raffs 8. Symphonie mit dem Untertitel „Frühlingsklänge“. Arkady Shilkloper spielt das kuriose Alphorn, Rudolf Piehlmayer dirigiert. Mit Gustav Mahlers dritter Symphonie d-moll wird am 16./17. März ein „Symphonischer Kosmos“ auf die Bühne der Meistersingerhalle gewuchtet. Marina Prudenskaya singt das Altsolo, Chefdirigent Kahchun Wong dirigiert.

Das Philharmonische Orchester Würzburg setzt seine Konzertsaison am 21./22. Februar mit dem 4. Sinfoniekonzert fort. Auf dem Programm steht dann der abendfüllende Zyklus „Mein Heimatland“ von Bedrich Smetana. Vorher, am 10.2., gibt das erste Rathauskonzert – eine Art Gesprächskonzert – einen spannenden Einblick in die Komponistenwerkstatt von Haydn, Mozart und Beethoven. Das 4. Sinfoniekonzert am 14./15. März ist ebenfalls einem abendfüllenden Werk gewidmet, Anton Bruckners monumentaler achter Symphonie. Sie wird von GMD Enrico Calesso interpretiert.

Konzerte der Stadttheater

Das Theater Ansbach lädt in dieser Saison wieder diverse Klangkörper in die Residenzstadt ein. Am 7. Februar gastiert das Württembergische Kammerorchester Heilbronn mit Werken von Telemann und Sibelius sowie dem selten zu hörenden Violinkonzert d-moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Am Theater der Stadt Schweinfurt gastieren die Bamberger Symphoniker im Februar/März nicht weniger als vier Mal. Am 9. Februar mit Mozart-Sinfonien unter der Leitung von Jakub Hrusa, am 23.2. mit einem hochromantischen Programm (Chopin, Schumann und Mendelssohn), am 2. März mit einer konzertanten „Fledermaus“ und am 31.3. mit einem vorwiegend spätromantischen Programm (Rubinstein, Sibelius).

Am Stadttheater Fürth ist das auch in Schweinfurt angebotene hochromantische Programm der Bamberger Symphoniker am 24. Februar zu hören. Am 19. März gastiert die Prague Philharmonia mit der Solistin Soyoung Yoon (Violine) und Werken Haydns, Tartinis und Mozarts.

Konzerte der Musikvereine und Agenturen

Bei der Gesellschaft der Kulturfreunde Bayreuth e.V. gastiert das Württembergische Kammerorchester Heilbronn am 8. Februar mit demselben Programm, das tags zuvor in Ansbach zu hören ist (s.o.). Die Bamberger Symphoniker folgen am 16. März mit dem schon erwähnten Schumann/Rachmaninow-Programm unter dem Dirigat Marek Janowskis.

Beim Gemeinnützigen Verein Erlangen (gVe) geben sich die Bamberger Symphoniker im Februar zweimal die Ehre: am 5.2. mit einem Mozart/Mendelssohn-Programm unter Jakub Hrusa, am 21.2. mit dem hochromantischen Programm und dem Pianisten Szymon Nehring. Am 11. März folgt das Münchner Kammerorchester mit Werken Bachs, Griegs und Mendelssohns sowie der Geigerin Midori als prominenter Solistin.

Die Nürnberger Konzertagentur Hörtnagel gönnt ihrem Publikum am 7. Februar ein Eliteorchester: Die Tschechische Philharmonie unter der Leitung Semyon Bychkovs, die mit dem Pianisten Jan Lisiecki Rachmaninows 2. Klavierkonzert interpretieren wird.


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Symbolbild © iStock.com

Martin Köhl
30.01.2019

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