Kästner-Roman als Schauspiel am Landestheater Coburg

„Fabian“-Premiere am 20. Dezember

Kästner-Roman als Schauspiel am Landestheater Coburg

 Berlin zu Beginn der 30er Jahre: Jakob Fabian, Titelheld des Romans, erlebt eine

turbulente Odyssee in der Hauptstadt, die von Widersprüchen aller Art geprägt ist.

Eine seltsame Atmosphäre herrscht in jenen Jahren in der Spreemetropole. „Berlin trug damals noch den Stempel des verlorenen Krieges. Die Menschen waren

nervös und schlecht gelaunt, die Straßen schmutzig und von verkrüppelten

Bettlern bevölkert …

 

Der Ton war bewusst zynisch, kaltschnäuzig, salopp, womit eine permanente Unsicherheit kess zugedeckt wurde. Diese Stadt fraß Talent und menschliche Energie mit beispiellosem Heißhunger, um sie ebenso rasch zu verdauen, kleinzumahlen und wieder auszuspucken.“ So beschrieb Kästners Zeitgenosse Carl Zuckmayer die Stimmung in diesem Schmelztiegel, in dem ökonomische Krisen, soziale Not, radikale politische Strömungen und eine nahezu entgrenzte, libertäre Moral aufeinander prallten.

 

Bei dem Versuch, diesem Leben in der Großstadt irgendeinen Sinn abzutrotzen, begegnet Fabian Cornelia. Und für einen kurzen Moment scheint es, als wäre eine gemeinsame Zukunft der beiden jungen Menschen möglich. Doch es sind die wirtschaftlichen Umstände, die diese verhindern. Als Cornelia die Chance zu einer Karriere als Filmschauspielerin erhält, kommt es zum Bruch zwischen ihr und Fabian. Denn die Voraussetzung für ihren Erfolg ist, dass sie die Geliebte des Filmproduzenten wird. Und dann verliert Fabian auch noch seine Anstellung als Reklamefachmann.

 

„Fabian – Die Geschichte eines Moralisten“ kann als das Hauptwerk Kästners

– denen viele zunächst mit seinen Kinder- und Jugendbüchern in Verbindung bringen – bezeichnet werden. „Fabian“ war auch einer der Steine, an denen sich die Nationalsozialisten stießen. Und so wurden die Schriften Erich Kästners am 10. Mai 1933 ebenso auf dem Berliner Opernplatz verbrannt, wie die eines Heinrich Mann oder eines Bert Brecht. Mit eingeflossen in die Bühnenbearbeitung Georg Mellerts ist die frühe Fassung dieses Romans, die Erich Kästner unter dem Titel „Der Gang von die Hunde“ vorbereitet, aber nie in Druck gegeben hat.

 

Regie bei dieser Produktion des Landestheaters Coburg führt Torsten Schilling.

Der gebürtige Sachse machte seine ersten Theaterschritte unter Manfred

Wekwerth am Berliner Ensemble. Nach ersten Regieerfahrungen arbeitete er als

Dramaturg am Theater Greifswald. Es folgte ein Festengagement am

Landestheater Innsbruck und zahlreiche freischaffende Regietätigkeiten in

Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien, bevor er 2001 die Leitung des

Jungen Theater Göttingen übernahm. Seit 2004 arbeitet er wieder als

freiberuflicher Regisseur. Mit seiner Inszenierung von Kästners „Fabian“ stellt er

sich erstmalig dem Publikum des Landestheaters vor.

 

FABIAN

Schauspiel nach dem Roman von Erich Kästner,

für die Bühne bearbeitet von Georg Mellert

 

Premiere

Samstag, 20. Dezember 2014

19.30 Uhr, Großes Haus

Inszenierung Torsten Schilling

Bühnenbild und Kostüme Gabriele Wasmuth

Dramaturgie Dirk Olaf Hanke

Jakob Fabian Ingo Paulick

Stephan Labude/Fischer/Wenzkat Frederik Leberle

Cornelia Battenberg/Schwarzhaariges Mädchen/Die Dicke Anne Rieckhof

Frau Sommer/Die Kulp/Die Magere/Arbeitsamtsbeamte/Eva

Kendler Eva Marianne Berger

Bettler (Erfinder)/Geheimrat/Schuldirektor Stephan Mertl

Breitkopf/Herr Moll/Wilhelmy/Markat/Dr. Weckherlin/Holzapfel

Niklaus Scheibli

Irene Moll/Mutter/Ruth Reiter Katja Teichmann

 

Weitere Vorstellungstermine

Sonntag, 28. Dezember 2014, 19.30

Freitag, 2. Januar 2015, 19.30

Freitag, 16. Januar 2015, 19.30

Dienstag, 20. Januar 2015, 19.30

Mittwoch, 18. Februar 2015, 19.30

Mittwoch, 25. Februar 2015, 19.30

Sonntag, 1. März 2015, 18.00

Donnerstag, 12. März 2015, 19.30

Sonntag, 15. März 2015, 15.00

Donnerstag, 26. März 2015, 19.30 – zum letzten Mal in Coburg

Mittwoch, 15. April 2015, 19.30 – Gastspiel im Stadttheater Aschaffenburg


09.12.2014

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