Konzerte an historischen Orten

Die Thüringer Bachwochen 2015

Konzerte an  historischen Orten

 Innerhalb von drei Wochen, die vom 27. März bis 19. April reichen, wartet ein halbes Hundert Konzerte an historischen Lebensorten und Wirkstätten Johann Sebastian Bachs auf die Freunde seiner Musik. Traditionell eröffnet werden die Thüringer Bachwochen mit der Langen Nacht der Hausmusik. Ein detailliertes Programm dieser dezidierten Einladung zum Mitmachen, Mitmusizieren, Mitspielen ist erst anfangs März erhältlich. Jedenfalls soll quer durch den Freistaat Bach von Kindern wie Erwachsenen, von Liebhabern wie Berufsmusikern dort gefeiert werden, wo er bis heute lebendig geblieben ist: zu Hause.

Die Aufführung der Matthäus-Passion in Arnstadt am Folgetag ist eine Zusammenarbeit mit dem dortigen Bach-Festival. Christoph Prégardien leitet den Freiburger Balthasar-Neumann-Chor und Le Concert Lorrain. Auch in der Eisenacher Georgenkirche erklingt die Matthäus-Passion. Am 29. März dirigiert Christian Stötzner den Bachchor und das Leipziger Oratorienorchester. Außerdem kommt die Bachwerkverzeichnisnummer ein drittes Mal in der Stadtkirche Weimar zu Gehör, ebenfalls am letzten Märzsonntag. Johannes Kleinjung leitet den Weimarer Bachchor und das Ensemble Hofmusik. Und wem es nicht nach der Matthäus-Passion ist, kann am 29. März in der Erfurter Thomaskirche das britische Vokalensemble VOCES8 erleben, das Passionsmusik, Motetten und Zeitgenössisches bringt.

Gerade der sogenannte Crossover-Bereich ist es, in welchem in diesem Jahr große Namen zu hören sein werden. Selbstbewusst, wie es eigentlich nur der britische Geiger und Fußballfan Nigel Kennedy kann, hat dieser sein Gastspiel am 19. April in der Eisenacher Georgenkirche „Bach meets Kennedy“ betitelt. Damit werden die Thüringer Bachwochen enden. Denis Patkovic, der bei Stefan Hussong an der Würzburger Musikhochschule studierte, nimmt sich am Karsamstag auf der Wartburg der Goldberg-Variationen an. Der Akkordeonist verknüpft Bachs Klassiker mit Werken des Finnen Jukka Tiennsu verbinden.

Mit den Goldberg-Variationen wird auch der New Yorker Pianist, Musikwissenschaftler und Autor Jeremy Denk nach Thüringen kommen. Er spielt sie am Karsamstag in der Stadthalle Weimar. In deren Kleinen Saal wird vor dem Konzert das Quartett der Kritiker, zu welchem sich führende Musikkritiker hierzulande zusammengeschlossen haben, sich der Interpretationsgeschichte der Goldberg-Variationen widmen.

Grenzen überschreiten will man bei den Thüringer Bachwochen auch durch die Wahl ungewöhnlicher Veranstaltungsorte wie etwa dem Erfurter Club „Franz Mehlhose“ oder dem Weimarer Schießhaus. Und in der Reihe „Generation Bach“ wird jungen Künstlern wie dem Danish String Quartet Gelegenheit geboten, sich innerhalb eines renommierten Festivals vorzustellen.

Huelgas Ensemble, Foto © Luk Van Eeckhout

Jürgen Gräßer
03.02.2015

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