Großstadtträume und Großstadtgefühle

Atina Tabé setzt in der Nürnberger Tafelhalle ihre musikalische Sehnsuchtsreise fort

Großstadtträume  und Großstadtgefühle

 Ende November war Premiere in der Tafelhalle, jetzt gibt es im Februar und März jeweils einmal die Chance, an einer Fortsetzung der faszinierenden Abende mit Atina Tabé unter dem Titel „Asphalt“ teilzuhaben. Die umtriebige Berlinerin, die schon als Schauspielerin für ihre Rollen in „Trust“, „Maria Magdalena“ und „Medea“ von der Kritik in den Himmel gelobt worden war, entdeckt mehr und mehr ihr großes Gesangstalent und findet zunehmend Freude daran. Was den Gesang angeht, ist Atina Tabé Autodidaktin. Eigentlich ist die in Teheran geborene Schauspielerin im Sprechtheater zu Hause, spielte in Berlin am Deutschen Theater und war in zahlreichen Fernseh- und Theaterproduktionen zu sehen. Dieter Hallervorden engagierte sie noch vor ihrem Abschluss (Schauspieldiplom 2010) an seinem neu eröffneten Schlossparktheater in Berlin.

2012 sang sie erstmals an der Neuköllner Oper. Sie findet im Gesang „etwas Magisches“, das sie gerne behalten und fortentwickeln will. Mit ihrer sehr erfolgreichen Band „Laing“ hat sie bewiesen, dass das funktioniert und prompt eine Goldene Schallplatte für die Single „Morgens immer müde“ zugesprochen bekommen (2013). Aber sie versteht sich als Reisende, hat ihre Koffer gepackt, sich in Frieden von Laing getrennt und ist weiter gezogen. Erst mal nach Biel/Solothurn zum dortigen Theater.

Jetzt also „Asphalt“, eine „musikalische Reise durch Großstadt und Sehnsucht“. Sie ist das Ergebnis einer wiederholten Zusammenarbeit mit dem Berliner Regisseur Barish Kademir, dem sie sich sowohl künstlerisch als auch menschlich stark verbunden fühlt. „Asphalt“ handelt vom Leben der Großstadtbewohner in Zeiten von Liebe und Hass, von Anziehung und Abneigung, von Glück und Unzufriedenheit, von Masse und Isolierung, von Natur und Architektur, von Heimat und Ferne, von Abhängigkeit und Revolution, von Party und Depression. Und natürlich mischen sich instagram, facebook und twitter dazwischen, Analoges und Digitales, Hightech und Hektik. Nicht zu vergessen die Sehnsucht nach Ankommen und Ruhe...

Kademir hat eine Paraderolle für Atina Tabé geschaffen, und die füllt die Künstlerin auf superbe Weise aus. Der Reigen der Songs reicht von Marianne Faithful und Patti Smith über Nirvana und Claire Waldorff bis zu Hildegard Knef und Rihanna. Besonders hörenswert sind auch die eigenen Kompositionen, die Tabé mit dem Pianisten Jörg Joachim Riehle erarbeitet hat. Der sitzt bei den Nürnberger Aufführungen von „Asphalt“ natürlich am Flügel. Nicht verpassen! Termine: Sonntag, 8. Februar und Sonntag, 8. März, jeweils um 20.00 Uhr in der Tafelhalle. 

Atina Tabé, Foto © Ralf Lang

Martin Köhl
03.02.2015

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