Über Grenzen sprechen

Dramenwettbewerb am Staatstheater Nürnberg

Über Grenzen sprechen

 Der größte und wichtigste osteuropäische Literatur- und Dramenwettbewerb „Talking about Borders – Über Grenzen sprechen“ fand seit 2004 Jahr um Jahr in einem anderen Land statt, etwa in Albanien, in Mazedonien, in der Ukraine. Von der Spielzeit 2014/2015 an wird der Wettbewerb auf Dauer an das Staatstheater Nürnberg als Ausrichter und Uraufführungstheater gebunden sein. Damit löst das Staatstheater das österreichische Außenministerium und den österreichische P.E.N.-Club als Projektträger ab. Die Leitung liegt in den Händen von Christian Papke, der in Wien als freier Regisseur und Dramaturg lebt und auf ARD-Alpha mit „Bühne Europa“ seine eigene Fernsehsendung hat. Papke war es auch, der vor einer Dekade den Wettbewerb initiierte.

„Talking about Borders“ möchte dazu beitragen, die Situation der östlich von Deutschland beheimateten Menschen über ihre künstlerische Leistungen besser kennenzulernen. Indem man über Grenzen spricht, hilft man mit, diese zumindest ein Stück weit zu überwinden. Das Projekt begreift sich somit auch als Einladung zu Gedankenaustausch, Dialog und Begegnung, nicht zuletzt auch für und in der Stadt Nürnberg mit ihrer wachsenden Bevölkerungsgruppe von Menschen aus dem Osten Europas.

Durch die Teilnahme am Wettbewerb hatten bislang Hunderte Dramatikerinnen und Autoren, beispielsweise aus Bosnien-Herzegowina, aus Mazedonien und Georgien, die Möglichkeit, ihr schöpferisches Potential in einem internationalen Rahmen unter Beweis zu stellen, sodass sie auch im Westen wahrgenommen wurden. Verlangt wird ein abendfüllendes Stück, also kein Einakter, mit nicht mehr als fünf Personen, das das Lebensgefühl in Zeiten des gesellschaftlichen Wandels zum Thema hat. Auf den Gewinner warten 3500 Euro, der zweite Platz ist mit 2000 Euro, der dritte mit 1500 Euro dotiert.

2013 in Georgien entschied sich die fünfköpfige Jury unter Vorsitz von Papke dazu, zwei erste Preise zu vergeben, an Basa Janikashvili für sein Stück „Angry Bird” sowie an Data Tavadze für sein Stück „Kriegsmutter”. Am 20. Februar hat die „Kriegsmutter“ im Gerhardt-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau Premiere, „Angry Bird“ kommt am 19. Februar in der BlueBox des Staatstheaters Nürnberg zur Uraufführung. Regie führt Christoph Mehler. In einem georgischen Dorf lebten Muslime und Christen über Jahrzehnte hinweg friedfertig nebeneinander. Als die Christen den Muslimen das Recht zum Gebet absprechen, kommt es zu Spannungen. Ob die Liebe zweier Jugendlicher – gespielt von Henriette Schmidt und Martin Bruchmann – aus verfeindeten Lagern einen Ausweg aufzeigen kann?

Christian Papke,
Foto © Felix Gruenschloss

 

Information:

 

Karten:

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E-Mail: info@staatstheater.nuernberg.de

Die Tickethotline erreichen Sie:
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Samstag 9.00 - 18.00 Uhr

Staatstheater Nürnberg
Richard-Wagner Platz 2-10
90443 Nürnberg

Öffnungszeiten der Theaterkassen:
Mo. - Fr. 9.00 - 18.00 Uhr
Samstag 9.00 - 13.00 Uhr

Jürgen Gräßer
03.02.2015

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