Rock- Legenden im Interview

Manfred Mann und seine Earth Band kommen nach Bamberg

Rock- Legenden  im Interview

 Wer kennt sie nicht? Hits wie „Blinded By The Light“, „Davy‘s On The Road Again“, „Father of Day, Father of Night“, „Mighty Quinn“, „I came for you“ - sie alle besitzen Klassiker-Status. Und sie alle stammen aus der Feder von Manfred Mann, der seit über 40 Jahren mit seiner Earth Band im Rockzirkus mitmischt und dort auch nicht mehr wegzudenken ist. Am 26. März geben sich der aus Südafrika stammend Wahl-Londoner und seine Band im Bamberger Hegelsaal die Ehre. Vorab unterhielt sich Art. 5|III mit Gründungsmitglied und Gitarrist Mick Rogers.

Der 1946 im englischen Dovercourt (Essex) geborene Rogers ist seit jeher fester Bestandteil der Earth Band und nicht wegzudenken aus der Kombo, der Manfred Mann seinen Kultstatus verdankt. Schließlich ist der Mastermind und Namensgeber der Truppe zwar derjenige, der im Fokus steht – doch für den Glanz sorgen immer wieder die brillanten Musiker, die Manfred Mann um sich schart. Unter anderem eben auch Mick Rogers, der nach einer knapp achtjährigen Auszeit (1975-1983) seither wieder zum festen Ensemble gehört und immer wieder auch eigene Auskopplungen auf den Markt brachte.

  • Hi Mick, nur noch knapp zwei Monate, dann werden Manfred Mann und seine Earth Band in Bamberg zu hören sein. Erzählen Sie uns ein bisschen was über die gerade absolvierten Tourdaten in Deutschland. Können die Leute neue Sachen auf der Bühne erwarten?
    Seit Robert Hart Peter Cox in der Earth Band ersetzt hat, sieht es ja fast etwas aus wie eine Rückkehr zu den Anfängen. Roberts Stimme ist weitaus kräftiger als die von Peter – einfach pure Rockmusik. Welchen Unterschied macht es speziell für Sie an der Gitarre, wenn ein neues Mitglied komplett unterschiedlich zu seinem Vorgänger ist?

    Mick Rogers: Manfred hatte immer große Sänger. Mit einem neuen Sänger kommt einfach ein anderes Gefühl in die Songs. Mit Robert am Mikrofon habe ich einige Sachen geändert – aber nicht zu viele. Ich habe schon das Gefühl, dass ich im Laufe der Jahre meine Art des Spielens geändert habe. Ich bin der König eines Rockabilly-Jazz-Typen. Tatsächlich ist es wohl eine Mixtur der beiden Sachen.

  • Sie sind seit 40 Jahren mit Manfred Mann auf der Bühne. Bandmitglieder kamen und gingen – vor allem die Besetzung am Schlagzeug hat sich im Laufe der Jahre mehr als einmal geändert. Liege ich richtig, wenn ich sage, dass die aktuelle Besetzung die vielleicht interessanteste der letzten vierzig Jahre ist?

    Mick Rogers: Ich denke, jede Besetzung bisher war gut. Ich liebe die aktuelle Besetzung. Für mich persönlich war die allererste Besetzung eine ganz besondere.

  • Und nach Ihrem Gefühl? Mit welchem der ganzen Jungs haben Sie am liebsten zusammengespielt?

    Mick Rogers: Ganz ehrlich. Ich kann nicht sagen, wer der beste war, weil jeder unterschiedlich war.

  • Zurück in die Zukunft. Manfred Mann und seine Earth Band sind als brillante Liveband bekannt. Die Leute warten seit Jahren sehnsüchtig auf ein neues Studioalbum. Gibt es da schon Neuigkeiten? Immer wieder liest man davon, dass neue Stücke kommen sollen. Manfreds zweites solo eingespieltes Album „Lone Arranger“ ist inzwischen auf dem Markt. Aber kein neues der Earth Band. Halten Sie uns auf dem Laufenden: Wie sieht es aus?

    Mick Rogers: Wir arbeiten momentan an einem neuen Album und hoffen, so bald als möglich einige neue Stücke präsentieren zu können.

  • Bamberg steht vor der Türe. Was wissen Sie eigentlich über das kleine fränkische Städtchen?

    Mick Rogers: Soweit ich mich erinnern kann, habe ich in Bamberg schon ganz früh gespielt. Das war vielleicht schon in den sechziger Jahren. Hat Elvis nicht Bamberg besucht, als er in der Armee war?

  • Nicht zu vergessen „The space truckers“. Steff Porzel und seine Band haben euch kürzlich bei einigen Konzerten als Vorband unterstützt. Die Band kommt aus Bamberg. Haben Sie das gewusst?

    Mick Rogers: Nein, das habe ich echt nicht gewusst, dass die Space Truckers aus Bamberg kommen.

  • Um ehrlich zu sein. Ich liebe Konzerte in kleinen Clubs. Der Hegel-Saal in Bamberg ist einer dieser schmucken kleinen Läden. Du hast da um die 700 Leute im Publikum, die Laune ist gut und auch der Sound ist richtig gut. Aber verraten Sie uns ein Geheimnis. In früheren Zeiten spielten Manfred Mann und seine Earth Band Konzerte vor tausenden von Leuten. Inzwischen spielen Sie mehr und mehr in kleinen Konzertsälen. Sind Sie müde, diese riesigen anonymen Auftritte zu spielen und wollen mehr in Kontakt mit dem Publikum treten. Oder warum diese Veränderung?

    Mick Rogers: Ich liebe es, in kleineren Locations zu spielen. Alleine schon wegen der speziellen Interaktion mit dem Publikum. Außerdem gibt es mir die Möglichkeit, auch einmal Sachen ein bisschen anders zu spielen als normal. Vor allem wenn ich meine country-lastigen Sachen spiele.

    Manfred Mann (mitte) und seine Earth Band, Foto © Pressefoto

Termin:

 

Do., 26.03.2015,
20.00 Uhr

Konzerthalle Bamberg, Hegelsaal
Mußstraße 1
96047 Bamberg

www.kartenkiosk-bamberg.de

Andreas Bär
03.02.2015

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