Konzert, Oper und Schauspiel

Alternativen zum Faschingstreiben und zu „Grey“

Konzert, Oper und Schauspiel

 Wer sich in den kommenden Tagen nicht dem Faschingstreiben, dem Karneval und der Fastnacht aussetzen möchte, noch der Verfilmung von „Fifty Shades of Grey“, findet in den Theatern und Konzertsälen der Region reiche Alternativen. Beispielsweise laden die Bamberger Symphoniker am kommenden Sonntag, den 15. Februar, zu einem Sonderkonzert ein. Von 17 Uhr an geben sie im Joseph-Keilberth-Saal der Bamberger Konzerthalle Giuseppe Verdis „Falstaff“. Damit setzt das Orchester die Reihe seiner hochgelobten konzertanten Opernaufführungen – erinnert sei nur an „Der Ring des Nibelungen“, mit dem die Bamberger vor zwei Jahren beim Festival in Luzern aufhorchen ließen – fort. Bei der komischen Oper in drei Akten, gesungen in italienischer Sprache, wird Jonathan Nott am Pult stehen. Es singen Mitglieder des Staatsopernchores Stuttgart und ein erlesenes Solistenensemble.

 

Die Titelfigur des Zank und Trank nicht abgeneigten Sir John Falstaff verkörpert der aus Palermo gebürtige Bariton Nicola Alaimo, den man von der Metropolitan Opera, von den Salzburger Festspielen, der Scala, der Bayerischen Staatsoper und der Deutschen Oper Berlin her kennt. Die Rolle des Ford übernimmt der Bariton Fabio Maria Capitanucci, der bereits an der Scala und der Bayerischen Staatsoper zu erleben war. Dessen Gattin Alice Ford singt die sowohl auf der Opernbühne wie im Konzert als Liedsängerin gefeierte Sopranistin Eva Mei. Paolo Fanale (Fenton), Emanuele Giannino (Cajus), Jean-Paul Fouchécourt (Bardolfo), Federico Sacchi (Pistola), die Sopranistin Carolina Ullrich als Nannetta, deren Kollegin von der Dresdner Semper-Oper, Tichina Vaughn, in der Rolle der Miss Quickly und Jana Kurucová als Meg Page vervollständigen das Ensemble. Karten sind in allen Preiskategorien noch zu haben.

 

Bereits am Sonntagvormittag stehen zwei weitere Konzerte mit den Bamberger Symphonikern an, zum einen im Keilberth-Saal „Der Karneval der Tiere“, zu dem musikalische Einsteiger von vier Jahren an willkommen sind, zum anderen im Hegelsaal ein Faschingskonzert für Erwachsene. So ganz ohne Karneval geht es also doch nicht. Die Flötengruppe der Bamberger Symphoniker und Martin Neubauer als Sprecher entführen nach Brasilien. Beginn ist jeweils um 11 Uhr.

 

Wem nicht nach klassischer Musik ist, kann am Freitag und am Samstag in den Jazzclub Bamberg gehen. Von 21 Uhr an spielt dort an beiden Abenden die United Beat Band auf. Zu hören sind große Erfolge aus den sechziger und siebziger Jahren, etwa Balladen von Bob Dylan, lateinamerikanische Rhythmen von Carlos Santana, Ohrwürmer der Beatles, und Rock von Pink Floyd, von Steppenwolf und von The Who. Es musizieren Stephan Barnikel und Robert Hausner am Schlagzeug, Jörg Freundorfer und Harald Schauer an den Gitarren, Harald Rost (Bassgitarre) und Jochen Lang (Piano). Melanie Ramer sorgt für die vokalistische Verstärkung.

 

Im Staatstheater Nürnberg ist am Freitag Goyo Monteros Tanzstück „Cyrano“ (nach dem Drama von Edmond Rostand und mit Musik von Rameau, Charles Ives und Owen Belton) zu erleben, im Schauspielhaus „Ödipus Stadt“. Am Samstag feiert das Musical „Singin‘ In the Rain“ – eine Koproduktion mit dem Landestheater Linz – Premiere, während das Schauspielhaus Kleists „Käthchen“ macht (und am Sonntag Peter Turrinis „Aus Liebe“). Mit der Liebe kennt Turrini sich aus; davon zeugen auch seine wunderbaren Gedichte, etwa dieses: „Ich / ein alternder Dichter / sitze auf einem morschen Ast / und halten Ihnen / meine sehr verehrten Damen und Herren / einen Vortrag / über die Unvergänglichkeit / der Liebe.“

 

Am Landestheater Coburg wird am Freitag Richard Strauss‘ „Salome“ (nach der gleichnamigen Novelle von Oscar Wilde) geboten. Die Rolle des zweiten Nazareners darin übernimmt Jirí Rajniš. Den tschechischen Bariton hat man vom „Don Giovanni“ bei der Sommer Oper Bamberg noch in bester Erinnerung. Am Samstag steht Sergej Prokofiews musikalisches Märchen „Peter und der Wolf“ beim zweiten Kinderkonzert auf dem Programm. Die musikalische Leitung hat Kapellmeisterin Anna-Sophie Brüning inne. Beginn ist um 11 Uhr. Am Samstagabend und am Sonntagnachmittag darf man sich auf das Musical „Hair“ freuen, am Aschermittwoch auf das Schauspiel „Fabian“, nach Erich Kästners Roman aus dem Jahre 1931.

 

„Ferdinand der Stier“, nach der Geschichte des US-Amerikaners Munro Leaf, steht in den Kammerspielen des Theaters Meiningen am Freitagmorgen von 9 Uhr an auf dem Spielplan. In der Inszenierung für Kinder im Alter von vier Jahren an und Familien ist Anna Fülle als Erzählerin zu erleben. In Spanien, heißt es auf der Website des Theaters dazu, lebte einmal ein junger Stier, der Ferdinand hieß. All die anderen jungen Stiere, mit denen er aufwächst, laufen und springen den ganzen Tag herum und puffen sich gegenseitig mit dem Kopf. Nicht so Ferdinand, denn dieser ist glücklich unter seiner Eiche bei den Blumen. Doch eines Tages ist es mit der Idylle aus und vorbei, Stierkämpfer aus Madrid wählen ausgerechnet ihn für die Kämpfe in der Arena aus.

 

Im Großen Haus kommt am Freitag – Beginn ist um 18 Uhr – unter der musikalischen Leitung von Mario Hartmuth „Der Rosenkavalier“ zur Aufführung. Den Baron Ochs auf Lerchenau gibt der Bassist Ernst Garstenauer, die Feldmarschallin Fürstin Werdenberg singt die brasilianische Sopranistin Camila Ribero-Souza. Rudolf Frey führt Regie, das Bühnenbild stammt von Christian Rinke, die Kostüme von Elke Gattinger, das Libretto bekanntermaßen von Hugo von Hofmannsthal und die Musik zu dieser Komödie naturgemäß von Richard Strauss.

 

Das Mainfranken Theater der Stadt Würzburg zeigt am Freitag im Großen Haus „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ von Bert Brecht, am Samstag letztmals Puccinis „Madame Butterfly“ (die Vorstellung ist bereits ausverkauft) und lädt am Sonntag unter dem Motto „Dead or Alive“ zu einem Poetry Slam mit Marianne Kittel, Tobias Roth, Timo Ben Schöfer und Georg Zeies. Zuletzt sei noch hingewiesen auf die Eröffnung der Bamberger Kurzfilmtage am auf den Rosenmontag folgenden Montag, also dem 23. Februar, im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia. Das Henschel Quartett wird Stummfilmvertonungen von Steffen Wick zur Gehör bringen. Der Eintritt ist, darin den Gedanken gleich, frei, erfolgt aber nur mit einer speziellen Einlasskarte, die kostenlos an allen Vorverkaufsstellen zu haben ist.

 

Fotos („Der Rosenkavalier“, Südthüringisches Staatstheater) © foto-ed, Meiningen

Jürgen Gräßer
12.02.2015

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