Britannia in Bamberg

Englische Musik des 20. Jahrhunderts

Britannia in Bamberg

 Es ist keinesfalls so, dass allein Namen wie Henry Purcell, John Dunstable, John Dowland, Michael Nyman, die Beatles, Led Zeppelin und Andrew Lloyd Webber für die Musik Englands stehen. Davon kann man sich nun bei „Britannia in Bamberg“, den Tagen der britischen Musik, einen Eindruck verschaffen. Unter der Schirmherrschaft des britischen Botschafters, Sir Simon McDonald, eröffnet die Veranstaltungsreihe der Deutschen Sullivan-Gesellschaft ihr Märzprogramm am kommenden Donnerstag.

 

Meinhard Saremba, der künstlerische Leiter von „Britannia in Bamberg“, wird am 12. März um 20 Uhr im Großen Saal des Alten E-Werks, in einem Impulsreferat in die Musik britischer Komponisten einführen. Ein Podiumsgespräch schließt sich an, zu dessen Teilnehmern unter anderen Sir Roger Norrington und Norbert Abels, Chefdramaturk der Oper Frankfurt und Autor einer Benjamin-Britten-Biographie, zählen. Anderntags steht um 19.30 Uhr in der Johanniskapelle auf dem Stephansberg das Eröffnungskonzert an. Der Geiger Rupert Marshall-Luck wird, begleitet von Matthew Richard am Klavier, Kammermusik von Holst und Howells, von Bliss und Gurney spielen.

 

Die Bamberger Symphoniker wollen dann am Samstag, den 14. März, im Joseph-Keilberth-Saal „Die Sterne zum Tanzen bringen“. Auf dem Programm stehen von Michael Tippett das Concerto for Double String Orchestra, die dem in England ungemein populären Jean Sibelius gewidmete Fünfte Symphonie von Ralph Vaughn Williams und, noch vor der Pause, „Four Sea Interludes“ aus der Oper „Peter Grimes“, die Benjamin Britten an der Küste von Suffolk aufs Notenpapier brachte.

 

Am Sonntag zieht „Britannia in Bamberg“ abermals auf den Stephansberg in die Johanniskapelle. „Sing joyfully!“ heißt es dort imperativisch, von 17 Uhr an. Der Kammerchor Vocalis aus Frankfurt wird unter seinem Gründer und Leiter Robin Doveton Werke von William Byrd, Orlando Gibbons, Thomas Tallis und Hubert Parry zu Gehör bringen, Chormusik vom 16. bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein. Parry, zu dessen Schülern Frank Bridge, Ralph Vaughan Williams und Gustav Holst gehören, starb im Oktober 1918 in Rustington, Sussex.

 

Den Roman zu den Tagen der britischen Musik hat im Übrigen der ungemein fruchtbare Peter Ackroyd geschrieben. Er hört auf den Namen „English Music“ und stammt aus dem Jahre 1992. Wer sich mit der Musikgeschichte Großbritanniens vom 19. bis in das späte 20. Jahrhundert vertraut machen möchte, kann zu Meinhard Sarembas „Elgar, Britten & Co.“ greifen, das auf einem halben Tausend Seiten zwölf Portraits zwischen Arthur Sullivan und Harrison Birtwistle versammelt und 1994 in Zürich herausgekommen ist.

 

Fotos © Manfred Esser (Roger Norrington), Manfred Wild (Benjamin Britten), Michael Wald (Michael Tippett)

Jürgen Gräßer
08.03.2015

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