Das Kleine Museum auf der Peunt

Zeitgenössische Kunst in Weißenstadt

Das Kleine Museum auf der Peunt

Leitgedanke des vor inzwischen acht Jahren in dem zum Landkreis Wunsiedel gehörenden Weißenstadt eröffneten Kleinen Museums auf der Peunt war von Anbeginn an derjenige der Fruchtbarkeit. Zum einen spielt die Museumsgründerin Laura Krainz-Leupoldt damit an auf die Flur, auf welcher der Kunstraum zu finden ist und die in früheren Tagen bekannt war für ihre opulenten Wiesen, zum anderen ganz selbstverständlich und explizit auf die kulturelle Fruchtbarkeit. Will heißen: zeitgenössische Kunst in einer Art und Weise zu zeigen, die vom Besucher eine starke persönliche Anteilnahme verlangt.

 

Die Besucherin, der Betrachter, trete mit den Exponaten in eine „Beziehung des permanenten Suchens und Entdeckens, des Dialogs und der Gegenüberstellung“. So würden die Samen für eine gute (geile, also üppig wachsende, gedeihende) Pflanze ausgesät. „Kunst und Kultur können dem Leben Struktur und Bedeutung geben“, weiß Krainz-Leupoldt. Dies sei das Kennzeichen eines Pfades, auf welchem „Einfachheit, Strenge und Klarheit zu den Zielen einer künstlerischen Erfahrung“ würden. Und zugleich seien sie Impulse für das eigene Nachdenken, Orientierungspunkte für den Alltag.

 

Diesen Impulsen kann man sich auf der Peunt von Dienstag bis Samstag zwischen 10 Uhr und 17 Uhr aussetzen (von Oktober bis Dezember zwischen 11 Uhr und 18 Uhr). Aktuell gezeigt werden, noch bis zum 17. Oktober, Arbeiten von Carlos Cruz-Diez. Seine optisch-kinetischen Werke sind Bestandteil der Sammlungen etwa des MOMA und der Tate, der Neuen Pinakothek und des Museum Ludwig. Aktuell ist im August auch das PEMARTFESTIVAL. Den Auftakt hierzu macht, auch wenn sie nicht auf- sondern volltaktig im Fortissimo der Tutti-Streicher beginnt, Beethovens Coriolan-Ouvertüre, die am Anfang eines Konzertes mit dem Collegium Musicum von Schloss Weißenstein in Pommersfelden steht.

 

Es folgt, am 7. August auf dem PEMA-Parkplatz an der Goethestraße, Carl Maria von Webers Klarinettenkonzert op. 73 sowie Schumanns ziemlich himmlische Dritte, die sogenannte Rheinische. Man lausche nur einmal dem Choral eingangs des vierten Satzes (und drücke dem Solo-Posaunisten die Daumen, dass er das verdammt hohe „es“ treffen möge, nachdem er eine knappe halbe Stunde kalt auf der Bühne hatte sitzen und auf seinen ersten Einsatz warten müssen). Am 15. August werden im Kleinen Museum deutsche Gedichte aus drei Jahrhunderten (darunter Eichendorff) in neuen Vertonungen erklingen, und die ganze Woche über heißt es „Lernen mit Spaß“: Nur scheinbar schwierige Themen aus Wissenschaft und Kultur werden vermittelt.

 

Copyright Foto: Carlos Cruz-Diez, Didactique, © Carlos Cruz-Diez

Jürgen Gräßer
27.07.2015

Eure Meinung? Leserbrief verfassen