Von L wie Literaturnachweis bis W wie Wortkunst

Literarische Dienstage im Z-Bau

Von L wie Literaturnachweis bis W wie Wortkunst

 Der literarische Z-Bau bietet im März zwei Abende, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Am siebten präsentiert die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur eine Lesung von Philip Winkler. Eine Woche später ist Helge Timmerberg in Nürnberg zu Gast.

Philip Winklers Erstlingswerk, sein Roman „Hool“, ausgezeichnet mit dem aspekte Literaturpreis und auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises zu finden, feierte 2016 sein mögliches Vorzeige-Debüt. Winklers Protagonist Heiko Kolbe ist Hooligan. Sein Leben, seine Blutsbrüder. Der Roman ist ein erzählter Insiderbericht, den der Dreißigährige seinen Eltern widmet. Er handelt von professionellem Zahnschutz, Discounterhandys, von Schweißperlen und Koks, vom Match jenseits des Spiels. Es sind kurze Sätze, die detailverliebt den stumpfen Hool-Alltag in allen Nuancen schildern – mit bisweilen viel Text für wenig Handlung: das Erzähltempo wird zum Stilmittel. Für eine Zeit, die für den Ich-Erzähler offenbar viel bedeutet, für eine Welt, die in dieser Form selten beschrieben wurde.

Helge Timmerberg, Jahrgang 1952, irgendwo zwischen Kultautor und enfant terrible des Journalismus. Drogenerfahren und welterprobt. Schrieb für alle namhaften Zeitschriften und Magazine. Und gibt aktuell mit „Die rote Olivetti“ eine Autobiografie mit dem Untertitel „Mein ziemlich wildes Leben zwischen Bielefeld, Havanna und dem Himalaja“ zum Besten. Über Bukowski urteilt er euphorisch positiv, sein eigener Hang zum Lebensgenuss ist kein Geheimnis. Die spannenden Geschichten finde er hinter seiner Angst. Seine Berufung zum Reisejournalismus sei eine tiefe Einsicht bei einer Indien-Reise gewesen. Seitdem gibt es kaum ein Land, aus dem und über das er nicht berichtet hätte. Unkonventionelles darf erwartet werden und Ungeschminktes. Die Presseinfo verspricht: „Er schildert seine Anfänge als Journalist in Bielefeld und die Jahre danach, in denen er für »Tempo«, »Playboy« und »Stern« schrieb, berichtet offen und ungeschminkt von seinen Frauen, den Partys und den Exzessen seiner goldenen Jahre in Havanna. Wir werden Zeuge seines tiefen Drogenabsturzes und erleben mit, wie er auf einer Reise durch den Himalaja sein Leben wiederfindet.“

 

Termine:

 

Dienstag, 07.03., 20:00, Z-Bau-Galerie, Nürnberg

Hool-Lesung von Philip Winkler, Nominiert für den Deutschen Buchpreis

 

Dienstag, 14.03., 20:30, Z-Bau-Galerie, Nürnberg

Lesung mit Helge Timmerberg: „Die rote Olivetii“, Sex & Drug & Journalismus - Ein Leben der Extreme

 

Copyright Foto: Helge Timmerberg, Foto © Frank Zauritz

Oliver Will
01.02.2017

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