Bund sichert Ausbau des Dokumentationszentrums

Die Bauarbeiten sollen 2019 beginnen

Bund sichert Ausbau des Dokumentationszentrums

 Die räumliche Erweiterung des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände ist gesichert. Der Bund hat am vergangenen Freitag eine Förderung in Höhe von sieben Millionen Euro aus Mitteln der Städtebauförderung zugesagt. Zusammen mit den rund vier Millionen Euro, die vom Freistaat Bayern in Aussicht gestellt wurden, kann das etwa 15,3 Millionen Euro teure Projekt in Angriff genommen werden.
 
„Die Zusage aus Berlin schafft für den Ausbau des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände Planungssicherheit und ist zugleich eine Anerkennung für unsere Bemühungen um eine zeitgemäße und verantwortungsvolle Geschichtsvermittlung am authentischen Lernort. Für diese deutliche Unterstützung danke ich dem Bundesbauministerium ganz herzlich“, sagt Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly. Angesichts dieser außerordentlichen Förderung sieht Kulturreferentin Prof. Dr. Julia Lehner gerade auch die Weiterentwicklung der pädagogisch-didaktischen Arbeit gestärkt: „Innovative Lernformen wie das geplante Lernlabor erreichen zukünftig Besuchergruppen jedes Alters und aus allen Kulturen. Das ist Voraussetzung für ein aktives Miteinander in einem Dialog der Generationen.“
 
Derzeit wird im Baureferat ein Team für die weitere Planung zusammengestellt. In einem europaweiten Ausschreibungsverfahren haben sich bereits verschiedene Architekturbüros für die baulichen Maßnahmen beworben, eine Entscheidung wird in den nächsten Wochen fallen. Ähnliche Verfahren wird es für die Haustechnik- und Tragwerksplaner geben. Danach werden die Entwurfs- und Ausführungspläne erarbeitet. Die Bauarbeiten sollen 2019 beginnen und Ende 2022 abgeschlossen sein. Vorgesehen sind neben der Erweiterung der Ausstellung unter anderem ein neuer Vortragssaal, ein Projektraum, ein Lernlabor, eine Bibliothek sowie Räume für Verwaltung und Depot. Seit 2001 besteht in der unvollendet gebliebenen Kongresshalle das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände. Mit jährlich rund 250 000 Gästen aus aller Welt zählt die Einrichtung zu den besucherstärksten und attraktivsten historischen Lernorten Europas. Für eine erfolgreiche Zukunft des Hauses ist der Ausbau der Ausstellungs- und Lernbereiche und die Modernisierung seiner Ausstattung nötig. Ziel ist ein innovatives und inklusives Museumsangebot, das Besucherinnen und Besucher jedes Alters und aus allen Kulturen anspricht.
 
Nürnberg hatte sich beim Bund um Förderung für den Ausbau des Dokumentationszentrums beworben. Auf den Aufruf „Nationale Projekte des Städtebaus 2017“ waren 90 Projektskizzen von Städten und Gemeinden eingegangen. Am 3. März hat Bundesbauministerin Barbara Hendricks die 24 ausgewählten „Nationalen Projekte des Städtebaus 2017“ bekannt gegeben, die mit insgesamt rund 65 Millionen Euro unterstützt werden. Die Sieben-Millionen-Euro-Förderung für das Dokuzentrum ist in dem Programm die zweithöchste. In einer am Freitag verbreiteten Pressemitteilung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit ist ausdrücklich davon die Rede, dass „der Ausbau des Dokumentationszentrums auf dem Nürnberger Reichsparteitagsgelände (…) von nationaler Bedeutung“ sei.

pm/red
06.03.2017

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