400 Jahre Dreißigjähriger Krieg >>

04.04.2018

Die Schweden auf dem Vormarsch

 Nicht nur in Franken gedenkt man der Schrecken des Dreißigjährigen Krieges, auch im Landkreis Nordsachsen bei Leipzig hat man im Schwerpunktjahr 2018 ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt. Dazu zählen das Landschaftsmuseum Bad Düben, Museum Barockschloss Delitzsch, Stadtmuseum Eilenburg, Städtisches Museum Taucha und Stadt- und kulturgeschichtliches Museum Torgau. Sie sind Partnermuseen des Fränkische-Schweiz-Museums in Tüchersfeld. In den fünf Museumshäusern finden spezifische Ausstellungen statt, die sich vor allem mit der Kriegspartei der Schweden beschäftigen. Die dortigen Ausstellungen laufen unter dem gemeinsamen Titel: „Je weniger Klingen, je größere Herzen“ und sind ein Gemeinschaftsprojekt der Museen in Vernetzung mit der Krostitzer Brauerei sowie Ausstellungen in Franken und ...


04.04.2018

Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst

 Eine Stadt spielt Geschichte: Rund 1000 Bürgerinnen und Bürger der Stadt Altdorf werfen sich alle drei Jahre in ihre historischen Kostüme und spielen fünf Wochenenden lang Wallenstein. Natürlich kann nicht jeder als der große Kriegsherr auftreten. Aber es bieten sich genügend andere Rollen, in die man schlüpfen kann: Landsknechte, Musketiere, Schweden, Bürgerwehr, Senatoren, Studenten, Kosaken, Kroaten, Zigeuner – in vielen Gruppen kann man aktiv werden und so die Zeit des Dreißigjährigen Krieges nachempfinden lassen, heuer vom 22. Juni - 22. Juli 2018. Die erste Säule der Festspiele, die Träger des Heimatpreises Bayern 2016 sind, ist das Volksstück „Wallenstein in Altdorf“, das Franz Dittmar 1894 speziell für die Altdorfer geschrieben hat und das nur in Altdorf aufgefüh...


04.04.2018

Forchheim im Spiegel der Geschichte

 Auch vor Forchheim und der Region machte der Dreißigjährige Krieg nicht Halt. 1634 wurde Forchheim mehrere Wochen – erfolglos – von den Schweden belagert. Das Erlebnismuseum „Rote Mauer“, eine Dependance des Pfalzmuseums, widmet sich diesem Kapitel in einer dauerhaften Ausstellung, die immer sonntags 10-17 Uhr geöffnet hat. Veranstaltungen im Pfalzmuseum Im Pfalzmuseum selbst sind vom 20. April bis 10. Juni 2018 Radierungen des französischen Kupferstechers Jacques Callot (1592-1635) zu sehen, die einen erschaudern lassen. „Les miseères de la guerre“ – Die Schrecken des Krieges – heißt die Serie aus dem Jahre 1633, deren Name Programm ist. Die Originalgrafiken werden vom Germanischen Nationalmuseum zur Verfügung gestellt. Die Erlebnisführung „Schanzzeug, Samt und Stulpens...


04.04.2018

Auf den Spuren der Musketiere

 Mehrmals läuft im Kriegsherbst 1632 die 15-jährige Maria Margareta Stumpf von Bayreuth nach Kulmbach. Dort versucht die junge Frau, das Lösegeld für ihren Vater zusammenzutragen. Der kaiserliche Heerführer Marchese de Grano hält ihn als Geisel. Seine Forderung an die Stadt Bayreuth: 10.000 Reichsthaler für fünf Tage Besetzung. Nach Wochen hat Maria Margareta das Geld beisammen – doch schon drei Tage nach der Übergabe stirbt der Vater an Entkräftung. Der nächste Schlag kommt zwei Jahre später – die Mutter fällt der Pest zum Opfer. Die nun 17-Jährige übernimmt die Verantwortung für die vier jüngeren Geschwister. Mit 18 heiratet sie im Folgejahr einen 13 Jahre älteren Mann. In den nächsten 10 Jahren bringt sie acht Kinder zur Welt. Fünf davon starben noch im Klei...


05.04.2018

Vier Reichsstädte im Blickfeld des Geschehens

 Dinkelsbühl, Nördlingen, Rothenburg ob der Tauber und Windsheim, vier Reichsstädte im Auge des Orkans: So stellte sich die Lage im Dreißigjährigen Krieg in der Region dar. Die Schrecken des europaweiten Konflikts brachen sich in diesem kleinen Gebiet im Westen des heutigen Bayerns mit voller Gewalt Bahn. Am Ende stand ein Friedensschluss, ganz in der Nähe in der Reichsstadt Nürnberg exekutiert, der schemenhaft die Form des heutigen Europa in einer schrittweisen Herausbildung von Nationalstaaten vorwegnahm. Nach dem Prager Fenstersturz näherte sich die Katastrophe langsam aber stetig der Region von Windsheim bis Nördlingen. Zunächst plünderten und raubten sich die Heere auf dem Weg zu den Schlachten durch die Gebiete. So lagen 1624 vor den Mauern Dinkelsbühls kaiserliche Regimenter mit 1200 Mann, deren Fü...


04.04.2018

Ein Sturz mit schweren Folgen

 2018 jährt sich ein geschichtsträchtiges Ereignis zum 400. Mal, dessen kriegerische Folgen 30 Jahre lang andauern sollten. Mit dem Prager Fenstersturz am 23. Mai 1618, bei dem böhmische Rebellen die Statthalter des römisch-deutschen Kaisers Mathias, die Herren Slawata und Martinez sowie den Sekretär Fabricius, aus dem Fenster der Prager Burg warfen, begann in Mitteleuropa eine Zeit des Leidens, die überall in Deutschland zu schlimmen Verheerungen führten. Es war ein Glaubenskrieg zwischen Katholiken und Protestanten, aber auch ein außenpolitischer Konflikt, in dem sich Österreich und Spanien einerseits, Frankreich und Schweden andererseits gegenüberstanden. Die unterschiedlichsten Zweckbündnisse wurden hierzu zeitweise zwischen Partnern, auch gegensätzlicher Religionsrichtungen, geschlossen und wieder aufgel&o...