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22.03.2017

Serenaden und Mörderballaden

Wenn die Leipziger Jazzband Trio.Diktion auf den Bamberger Schriftsteller Martin Beyer trifft, eröffnen sich neue literarisch-musikalische Welten. Die vier Musiker Antonia Hausmann (Posaune), Matti Oehl (Saxophon), Jakob Petzl (Kontrabass) und Philip Frischkorn (Klavier) präsentieren Stücke ihrer CDs Hotel Savoy und der Neuerscheinung Serenade, die neben vielfältigen musikalischen Einflüssen auch durch literarische Texte geprägt sind. Die Band verzichtet dabei auf das Wort, trotzdem finden sich in der Musik viele erzählerische Elemente – diese Suche nach musikalischen Ausdrucksformen zwischen Tradition und Gegenwart wurde Ende 2016 mit dem 2. Preis des renommierten Jungen Münchner Jazzpreis belohnt. Martin Beyer ist mit seinem Kurzgeschichtenband Mörderballaden den umgekehrten Weg gegangen. Für jede der 13 Geschichten s...


30.09.2016

In Franken beginnt die Zeit der Lesereihen

 Für Bücherwürmer beginnt jetzt die schönste Zeit des Jahres. Viele Neuerscheinungen kommen in die Läden, bald ist wieder Buchmesse in Frankfurt und: es finden überall in Deutschland zahlreiche Leseveranstaltungen statt. Eine beliebte Lesereihe ist die sogenannte LesArt, die nach den bayerischen Herbstferien in der zweiten Novemberwoche in Ansbach, Schwabach und Lauf stattfindet und in diesem Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum feiert. Bachmann-Preisträgerin Katja Lange-Müller, nominiert für den Deutschen Buchpreis, eröffnet die Ansbacher LesArt (6.-13. November) mit ihrem hochaktuellen Roman „Drehtür“, der vom Helfen und seinen Risiken handelt. Und nicht nur das: Nobelpreisträgerin Hertha Müller ist am 7. November in der Kirche St. Gumbertus zu Gast und liest aus ihrem literarischen Gesamt...


14.09.2016

Eine brisante Lesung

Am Mittwoch, 5. Oktober, 19.30 Uhr, liest der mehrfach preisgekrönte Krimiautor Horst Eckert in der Neuen Collibri Buchhandlung in Bamberg (Austr. 12) aus seinem neuen Politthriller "Wolfsspinne". Der Mord an einer Düsseldorfer Promiwirtin führt Hauptkommissar Vincent Veih auf die Spur eines Dealerrings, der im großen Stil Crystal Meth vertreibt. Als Vincent bei seinen Ermittlungen Ronny Vogt, einem entfernten Verwandten, wiederbegegnet, gibt dieser vor, ihn nicht zu kennen. Vincent erfährt, dass Ronny als verdeckter Ermittler für das LKA arbeitet. Einige Jahre zuvor hat er für den Verfassungsschutz den "Nationalsozialistischen Untergrund" beobachtet. Was damals unter dem Codenamen "Aktion Wolfsspinne" geschah, belastet ihn bis heute. Auf welcher Seite steht Ronny heute? Und was passierte 2011 in Eisenach wi...


09.09.2016

Ein Kanadier in Bamberg

 Im November 2015 gab der Kanadier Eric Howden mit seinem Musikprojekt raised by swans sein erstes Konzert in Europa überhaupt in Bamberg – im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia, und fand ein begeistertes Publikum. Am Donnerstag, 27. Oktober, 2016, wird er um 21 Uhr im Jazzkeller erneut in Bamberg auftreten – und gleichzeitig Teil eines Experiments sein. Im November 2015 kam der kanadische Künstler Eric Howden alias raised by swans im Rahmen von Bamberg liest nach Bamberg – er war vorher noch nie in Europa aufgetreten. Er spielte im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia ein umjubeltes Konzert; es ging bei der Veranstaltung aber auch um die Frage, welche Orte Künstler suchen, um eine neue Arbeit zu beginnen oder eine begonnene abzuschließen. Kann man einen solchen Ort suchen, oder muss er einen finden? ...


16.08.2016

Junger Jazz, der inspiriert

 Die junge Jazz-Sängerin Sabeth Pérez aus Köln ist die Tochter des argentinischen Jazz-Musikers und Komponisten Gabriel Pérez (Gewinner des WDR-Jazzpreises). Nun ist es ja häufig so, dass Sprösslinge bekannter Menschen bewusst einen völlig anderen Beruf wählen, um nicht ständig im Schatten der Eltern zu stehen. Bei Sabeth Pérez war das zum Glück überhaupt kein Thema. Warum auch? Zu unvergleichlich ist ihre Stimme, zu einzigartig das, was sie daraus macht. So wundert es nicht, dass Gabriel Pérez immer wieder gerne mit Tochter Sabeth zusammenarbeitet. Auf seinem 2014er Album „Guaraní“ beispielsweise, auf dem neben Sabeth als Vokalistin auch ein 25-köpfiges Orchester, der US-Saxophonist Chris Potter, der iranische Perkussionist Afra Mussawisade und weitere Ausnahmemusiker zu ...


04.08.2016

Spitzenklasse-Kabarett

 Hagen Rether, mit Preisen hochdekorierter Kabarettist am Flügel, tarnt sich als Charmeur. Im Plauderton bringt er böse Wahrheiten unters Volk – genau beobachtet und ohne Rücksicht auf Glaubenssätze oder politische Korrektheit. Die Welt wird täglich ungerechter, das Geflecht aus politischen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten immer dichter: Vor diesem Hintergrund lässt Hagen Rether Strippenzieher, Strohmänner und Sündenböcke aufziehen. Den so genannten gesellschaftlichen Konsens stellt er vom Kopf auf die Füße und die Systemfragen gleich im Paket. Vom Wirtschaftswachstum über die Religions“freiheit“ bis zur staatlichen „Lizenz zum Töten“ kommt alles auf den Tisch. Doch die Verantwortung tragen nicht „die Mächtigen“ allein – wir, ihre mehr oder weni...


28.07.2016

WORTWÄRTS

 Freunde guter Literatur sind in Franken bestens aufgehoben. Und dies nicht, weil es so unverschämt viele und gute Autoren hier hat, sondern weil man schön über das Jahr verteilt von Literaturfestival zu Literaturfestival fahren und sich mit neuen Trends und neuen Autoren auseinandersetzen kann. Im August zieht es die Lesergemeinde nunmehr bereits zum 11. Mal in das Literaturzentrum Nord nach Nürnberg zu WORTWÄRTS, dem besonderen Literaturfestival in der Frankenmetropole. Denn hier wird nicht nur von erfahrenen und überregional bekannten Autoren für das Publikum gelesen, hier wird auch debütiert, diskutiert, informiert, prämiert und nicht zuletzt sogar… geübt. Ja, Sie haben richtig gelesen, bei WORTWÄRTS gibt es eine Prosa-Schreibwerkstatt, in der man mit Arwed Vogel, dem Mitbegründer des Münchner Li...


28.07.2016

Geballte Sprachakrobatik in Zeiten allgemeiner Sprachlosigkeit

 Das aktuelle Weltgeschehen macht zuweilen sprachlos. Um dem Abhilfe zu schaffen und um den Diskurs im geschriebenen sowie gesprochenen Wort zu finden, treffen in Erlangen Ende August wieder zahlreiche Poeten – Schriftsteller, Publizisten und Literaturkritiker – aufeinander. Literatur ist Auseinandersetzung und Zuflucht zugleich. Lesen verbindet, regt den Geist an und eröffnet neue Wege und Möglichkeiten. Das Erlanger Poetenfest hat schon lange bestehende Tradition und findet in diesem Jahr zum 36. Mal statt. In Lesungen, Gesprächen und verschiedenen anderen Veranstaltungen werden Bücher besprochen, Texte vorgetragen und zur Diskussion gestellt. Noch haben wir Sommer, aber der Bücherherbst steht kurz bevor. Das Poetenfest Erlangen hat sich als schöner Einstieg in diese Zeit erwiesen. Höhepunkte bilden die langen Lesena...


27.06.2016

Eine nie vergessene Geschichte

 Jan Koneffke schreibt aktuell von Bamberg aus, ist als Preisträger des Stipendiums Bewohner der Villa Concordia. Als Vorstellungsabend widmet er dem Künstlerhaus ein 90minütiges Programm: Er selbst liest aus seinem Roman "Eine nie vergessene Geschichte", sein Bruder Ulrich Koneffke setzt Kontrapunkte am Klavier mit Kompositionen von Bach, Chopin, Debussy, Brahms, Schumann und Schostakowitsch, die sich auf die Romantexte beziehen.   Der Eintritt zur Konzertlesung ist frei. Montag, 4. Juli 2016 um 19 Uhr Internationales Künstlerhaus Villa Concordia, Concordiastr. 28 in Bamberg     Copyright Foto: Tobias Bohm © Pressefoto  


01.02.2016

Entsetzen über Tod von Peter Braun

Völlig überraschend ist der Bamberger Schriftsteller Peter Braun gestorben. Die Kulturszene trauert um ihn. Mit Entsetzen und Fassungslosigkeit hat man im Bamberger Rathaus auf die Nachricht vom Tod Peter Brauns reagiert. Oberbürgermeister Andreas Starke und Bürgermeister Dr. Christian Lange, würdigten in einem Nachruf den bekannten Bamberger Autor. Eine Trauerfeier findet am kommenden Sonntag, 7. Februar im Kesselhaus statt.       Anbei der Wortlaut der Erklärung: „Der völlig überraschende Tod von Peter Braun hat uns schockiert. Die Stadt Bamberg verliert damit einen herausragenden Schriftsteller und engagierten Mitbürger. Seinen Angehörigen und Freunden gilt unser Mitgefühl.   Peter Braun war ein literarisches Multitalent. Mit seinen Büchern erreichte er ein breites Publikum. Drehb&...


02.12.2015

Finissage und gleichzeitig Vernissage

 Es kommt nicht alle Tage vor, dass sich eine Ausstellung, kaum eröffnet, zugleich auch als Finissage begreift, obwohl ihr Ende erst für einige Monate später terminiert ist. Bei der jetzt angelaufenen Triennale III der Schweinfurter Kunsthalle ist das jedoch der Fall, und das hat seinen spezifischen Hintersinn. Diese Ausstellung unter dem Titel „Gott und die Welt“ will im Rahmen der Reformationsdekade gleichsam eine Finissage zum Themenjahr 2015 („Bild und Bibel“) sein und zugleich überleiten zum Thema „Gott und die eine Welt“ für das Jahr 2016. „Gott und die Welt“ - wer mag da nicht ins Schmunzeln kommen? Im Alltagsgebrauch bedeutet diese eigentlich abgenutzte Redewendung so etwas Ähnliches wie „alles Mögliche“, und insofern darf man bei der Wortwahl wohl auch keinen ganz i...


02.12.2015

Literatur darf auch mal krachen!

 17 Tage, 21 Autoren und 30 Lesungen. Als wären diese Zahlen nicht schon beeindruckend genug, so liest sich das Line-Up dieses Newcomers unter den deutschen Literaturfestivals wie ein Who-is-Who der, sieht man einmal von der in den USA geborenen und in Venedig lebenden Donna Leon ab, deutschsprachigen Autorenszene. Martin Walser, Doris Dörrie, Wladimir Kaminer, Tanja Kinkel, die Literaturnobelpreisträgerin von 2009, Herta Müller und Konstantin Wecker sind vielleicht die bekanntesten Namen aus der Riege der Schriftsteller, die den Weg zum Bamberger Literaturfestival 2016 finden werden. „Die Region Bamberg bekommt ein internationales Literaturfestival. Und wird damit als Region der Literatur sichtbar werden. Das Festival wird auf vielstimmige Weise das Spektrum der zeitgenössischen Literatur in den Blick nehmen und damit ein breites Publik...


02.12.2015

Den Standort gefunden

 Eine glassplitternde Erfahrung. Als Eric Howden, Gründer des kanadischen Musikprojekts raised by swans, das Hotel verlässt, geht eine Scheibe zu Bruch, als das schwere Holzportal zufällt. „Jetzt habe ich gleich meinen Standort bestimmt“, sagt er lachend und macht sich auf zu einer ersten Bambergerkundung.   „Standortbestimmung“ lautete das Thema der fünften Ausgabe des Literaturfestivals Bamberg liest. Die beteiligten Künstler sollten nicht nur über ihre Standorte und Standortsuchen sprechen, sondern auch den Standort Bamberg mit ihrer Kunst ausloten.   So gaben Nachwuchsschriftstellerinnen rätselhaften Kunstwerken aus dem Historischen Museum eine Geschichte und damit einen neuen Standort. Die Geschichten wurden zum fünften Mal in einem von Reimar Limmer aufwändig gestalteten ...


02.12.2015

Kulturräume für Kulturträume - Chapeau-Claque e.V. macht es möglich

 Ist es noch in der Mitte unseres Weltkulturerbes oder gehört es schon zum Norden der Domstadt? Wir wollen uns an dieser Stelle nicht auf eine Antwort festlegen, fest steht aber, Bamberg hat eine neue Kulturstätte hinzugewonnen, nämlich im Zentrum des neuen Wohnareals auf dem Schäfflergelände. In der Alten Seilerei sind unter beträchtlichem finanziellen Aufwand Räumlichkeiten entstanden, mit denen der Chapeau-Claque e. V. seine Kreise erweitern und diese Faszilitäten für eine breite, kulturelle Nutzung wie zum Beispiel Tanz, Lesungen, Musik, Vorträge, Kurse und Workshops zur Verfügung stellen kann. Der Verein, der sich seit seiner Gründung im Jahre 1990 mit der Kinder- und Jugendarbeit im theater- und medienpädagogischen Sinne befasst und dessen kulturelles Programm in der Hauptsache das Kinder- und Jugendt...


02.12.2015

Nach dem Festival ist vor dem Festival!

 Die diesjährige Preisverleihung des Kulturförderpreises der Stadt Bamberg im E.T.A. Hoffmann Theater war ein Fest mit einmaliger Atmosphäre, geprägt von Dank und Anerkennung sowie von unermüdlichem und andauerndem Engagement. Seit elf Jahren organisieren rund 40 wechselnde Akteure das „Kontakt – das Kulturfestival“, getragen vom AStA Bamberg e.V., ein Festival mit einem ganz besonderen Anspruch. Der Name ist Programm, bei freiem Eintritt, für alle Altersklassen. Mit zahlreichen Akteuren und vor allem an verschiedenen Orten erschließt das Kontakt-Team seit Jahren Kulturräume und organisiert darin Austausch, Offenheit, Begegnung und Kulturgenuß in einzigartiger und rarer Atmosphäre. Es verwandelt Leerstände zu temporären Kulturoasen und gibt dem kulturellen Geschehen darin unter anderem eine b...


09.10.2015

19. LesART Literatur Tage Schwabach

 Freunde witziger Krimis werden sich schon mal den 11. November vormerken: Dann stellt das Autoren-Duo „Klüpfel und Kobr“ den neuesten Fall ihres Kult-Kommissars Kluftinger vor: „Grimmbart“. Diese als „Lit-Comedy“ angekündigte Lesung der besonderen Art dürfte einer der Höhepunkte der Literaturreihe „LesArt“ werden, die vom 7. bis 15. November mit zehn renommierten Autoren stattfindet. Neben den Allgäuer Kluftinger-Vätern stehen weitere Literaturstars auf dem Programm, unter anderen die Schweizer Erfolgsautorin Milena Moser („Die Putzfraueninsel“), Büchner-Preisträger Martin Mosebach und Arno Strobel, der mit seinem Psychothriller „Das Dorf“ Hochspannung vom ersten bis zum letzten Satz garantiert.   Zum Auftakt halten Eva Gritzmann und d...


27.07.2015

Risiko Sommernovelle bei WortWärts

Im Gegensatz zum Roman, inzwischen auch (wieder) im Gegensatz zur Lyrik, macht sich die Novelle, machen sich Erzählungen bis auf wenige Ausnahmen (etwa Birgit Vanderbeke, Josef Winkler, Julya Rabinowich, Hermann Burger) in der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur eher rar. Auch Christiane Neudecker, 1974 in Erlangen geboren, versteht sich auf die kleine große Form. Das hat sie vor einer Dekade mit „In der Stille ein Klang“, dann, 2010, mit dem „Unheimliche Geschichten“ versprechenden Buch „Das siamesische Klavier“ gezeigt, und jetzt wieder mit der „Sommernovelle“. Aus diesem kurz vor der Wende auf der Vogelstation einer Nordseeinsel verorteten, um die Schülerinnen Lotte und Panda – sie wollen, wie das in diesem Alter so ist, nichts weniger als die Welt verändern – kreisen...


27.07.2015

Das 35. Erlanger Poetenfest

Dass der Klagenfurt-Gewinner, dass die Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Jahr um Jahr beim Erlanger Poetenfest zu Gast ist, ist kein Geheimnis. Viel mehr aber ist noch nicht bekannt, heißt es aus der beispielsweise mit Friedrich Rückert und mit Hans Magnus Enzensberger, der dort mit einer Arbeit über Clemens Brentano promoviert wurde, verbundenen mittelfränkischen Universitätsstadt. Das Programm werde voraussichtlich am letzten Julitag veröffentlicht, und vorher könnten leider keine detaillierten Informationen preisgegeben werden. Fest also steht, dass Nora Gomringer lesen wird. Sie war auch im vergangenen Jahr bereits mit dabei.   Ansonsten bleibt uns, die poetische Lizenz zu ergreifen, uns die dichterische Freiheit zunutze zu machen, und zu spekulieren, wer denn wohl alles vom 27. August bis zum 30. August zum Poete...


27.07.2015

Viel Literatur und Lesungen in Bamberg, der Stadt des Buches

Einen Mangel an öffentlichem Interesse an Literatur wird man Bamberg ebenso wenig nachsagen können, wie einen Mangel an Gelegenheiten, bei welchen man dieses Interesse befriedigen kann. Reich ist die Zahl an Lesungen, die, über das Jahr verteilt, beispielsweise innerhalb der 1977 initiierten Reihe „Literatur in der Universität“ stattfinden (Uwe Johnson, Adolf Muschg, Felicitas Hoppe, Jenny Erpenbeck und andere waren zu Gast). Hinzu kommt die Poetikprofessur, die zuletzt der Schweizer Lukas Bärfuss innehatte, hinzu kommen Veranstaltungen in den Buchhandlungen, wobei sich vor allem Collibri und Hübscher hervortun, hinzu kommt das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia und hinzu kommt, seit 2011, ein eigenes, an der Regnitz verankertes Literaturfestival.   Es heißt „Bamberg liest“ und hat si...


01.04.2015

Kunsthistorikerin wird VHS-Leiterin

Kulturelle Führungspositionen werden in diesen Wochen und Monaten in Bamberg gern mit Frauen besetzt. Die aus Bochum stammende Sibylle Broll-Pape löst in der Spielzeit 2015/2016 den Intendanten Rainer Lewandowski am E.T.A.-Hoffmann-Theater ab, an der Städtischen Volkshochschule hat im vergangenen November Anna Scherbaum das Zepter von Martin Köhl übernommen. Und wer weiß, vielleicht wechselt ja, wenn Jonathan Nott in einem Jahr die Bamberger Symphoniker verlässt, eine Maestra an das Dirigierpult der Bayerischen Staatsphilharmonie, Simone Young beispielsweise oder Marin Alsop, Susanna Mälkki? Nun gut, das dürfte eher unwahrscheinlich sein. Im Alten E-Werk in der Tränkgasse, dem Sitz der Volkshochschule Bamberg, trafen Ludwig Märthesheimer und Jürgen Gräßer deren Leiterin zum Gespräch.   Sie hab...


26.11.2014

Dem Vater des Konkreten

Was unmittelbar überrascht, ja, was Staunen macht, sofort, ist diese Lebendigkeit (in der Stimme, der Mimik, in den Augen), auch der Humor, die Spontanität, die Wortgewandtheit – und er hat viel zu erzählen – sowieso. Immerhin wird dieser Mann im Januar neunzig Jahre alt. Dieser Mann? Eugen Gomringer ist unser Mann. Zumindest „Zur Sache des Konkreten“.   So nämlich heißt der dritte Band der Gomringer geltenden Gesamtausgabe, die seit einem Jahrzehnt in Wien bei der Edition Splitter erscheint. Tatsächlich wird der am 20. Januar 1925 in Cachuela Esperanza/Bolivien als Sohn einer Bolivianerin und eines Zürcher Kaufmanns Geborene als „Vater der konkreten Poesie“ gefeiert, von Emmett Williams, der 1967 in einer maßgeblichen Anthologie die Konkreten versammelt und vorstellt. „Gott...


26.11.2014

Pecunia non olet (schon gar nicht das für Kunst und Künstler)

Es sei offensichtlich, so die Begründung, dass sie sich „wirklich auseinandersetzt mit den Tendenzen der Gegenwartsmalerei“. Diese Auseinandersetzung mit der Kunst von hier und heute hat Kathrin Hausel nun einen von zwei Kulturförderpreisen ihrer Geburts- und Heimatstadt Fürth 2014 eingebracht. Hausel bewegt sich zwischen Zeichnung und Malerei, zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, auf hohem Niveau selbstverständlich und auf eine Art, die den Betrachter gefangen nimmt, ihn mit ins Bild hineinzieht.   Hausel widmet sich dem Thema Mensch auf sehr intime, hochpoetische Weise und gewinnt ihm ungewöhnliche Perspektiven ab. Zumeist sind es Portraits, Darstellungen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sie in ihrer unverwechselbaren Handschrift ohne Sentimentalität auf die Leinwand bringt. Dabei bricht ...


26.11.2014

Kollisionen, kontrolliert

Sie sind in der Domstadt längst keine Unbekannten mehr und kommen immer wieder gern zurück an die Regnitz, zumal es ja von Nürnberg aus, wo sie inzwischen ihren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt haben, nicht weit nach Bamberg ist. Aldona Róza Kut und Sebastian Kuhn gehörten zum Stipendiatenjahrgang 2011/2012 des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia. Schon während der Kunst- und Antiquitätenwochen im vergangenen Sommer sorgten die beiden dafür, dass rund um die Karolinenstraße historische und zeitgenössische Kunst aufeinandertrafen.   Aus Anlass seiner Jahresausstellung hat der Kunstverein Bamberg Kuhn und Kut nun zurückgeholt. „Controlled Collisions“ nennt sich die Schau in der Stadtgalerie Villa Dessauer, die vom 13. Dezember (Vernissage ist bereits am Abend davor, um 18 Uhr)...


17.11.2014

Bamberg - E.T.A. Hoffmann und ein sprechender Hund!

Seit nunmehr 25 Jahren stiftet die VR Bank dem Kunstverein Bamberg jährlich den Berganza Preis, benannt nach E.T.A. Hoffmanns sprechendem Hund, der sich nächtens im Hain über das kulturelle Leben der Stadt Bamberg ausgelassen hat. Bekannte Größen der Bamberger Kulturszene sind mit diesem Preis ausgezeichnet worden, angefangen bei Jan Burdinski, Ingo Graupner, Hans Wollschläger, Alfred Heinz Kettmann. Auch Mike Rose gehörte dazu sowie in den letzten Jahren die bildenden Künstler Rosa Brunner und Judith Siedersberger, Gerhard Schlötzer und Heidrun Schimmel. Leidenschaftlichkeit, Idealismus, Selbstlosigkeit und ausdauernde Verfolgung eines Ziels, das sind die außerordentlichen vom Kunstverein festgelegten Voraussetzungen, die der Preisträger aufzuweisen hat. Diese hohen Ideale zeichnen auf ganz besondere Weise auch den die...


14.10.2014

15 neue Stolpersteine für Bamberg

Die Willy-Aron-Gesellschaft wird am Samstag, 29. November 2014, zusammen mit dem Künstler Gunter Demnig und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) 15 neue „Stolpersteine gegen das Vergessen“ in Bamberg verlegen. Dabei sind teils auch Angehörige der Bamberger Opfer der Nationalsozialisten, die denunziert, verhaftet, in Konzentrationslagern getötet, in die Flucht getrieben wurden oder mit unbekanntem Schicksal verblieben sind. Interessierte sind eingeladen, die Verlegung der Stolpersteine zu begleiten.   Samstag, 29. November 2014, ab 9 Uhr   Stationen: 9:00 Uhr: Josephstraße 23 - PETER BURGIS 9:30 Uhr: Hainstr. 14 - ANNA ENGELMANN, GEB. SACK 10:00 Uhr: Kleberstr. 35 - SIEGFRIED BUCHSTEIN 10:15 Uhr: Obere Königstr. 16 – JAKOB, BELLA , WALTER, MATHILDE RUTH , HEINZ FLEISCHMANN 11:00 Uhr: vor dem Bahnhof...


30.09.2014

Eine Theater-Oase der Ruhe und Langsamkeit

Bamberg, Gartenstraße 7. Hier hat seit zwei Jahrzenten, leicht versteckt, an einem kleinen Hang gelegen, denn es geht bergauf, wenige Stufen, durch einen Garten, „so weise angelegt mit monatlichen Blumen, / Daß er vom März bis zum Oktober blüht“, hier also hat das Brentano-Theater seit 1993 sein Zuhause. „Es sollte ein kleiner Ort für leise Töne sein. Ein Ort der Romantik“, sagt Hausherr Martin Neubauer. Und dass wir eben (die Verse mit den Blumen und den Monaten) Brecht zitierten, nicht Clemens Brentano, den Namensgeber der Bühne, das sieht uns der wahrhaft belesene Anfangsfünfziger gewiss gern nach.   Denn Brecht ist ihm durchaus recht, auch wenn sein Herz am stärksten für Brentano schlägt (der in Aschaffenburg, wo er 1842 verstarb, begraben liegt). Was Brentano so besonders mache, das s...


30.09.2014

Meditation mit Elina Garanca

In Zeiten der immerwährenden Erreichbarkeit, der permanenten Beschleunigung und der Terminhetze tut es wahrlich gut, sich eine Ruheinsel zu schaffen. Das kann zum Beispiel ein Konzertbesuch (Mobiltelefone sind auszuschalten, bitte) sein. Und wenn an diesem Abend dann noch die lettische Mezzosopranistin Elina Garanca singt, die seit gut einem Jahrzehnt zu den umjubelten Stars der Opernbühne gehört, darf man sich auf Gesangskunst allererster Güte freuen.   Garanca wird am 29. Oktober in der Nürnberger Meistersingerhalle zu Gast sein, gemeinsam mit ihrem Gatten, dem britischen Dirigenten Karel Mark Chichon, am Pult des Philharmonischen Orchesters Brünn. „Meditation“ ist das Programm überschrieben. Es verspricht Zeit zur Besinnung und lässt mit Sinnlichkeit gewordener Musik, die von der Barockzeit bis in die Romantik hineinreicht, Ruhe einkehren. Bachs berühmte Air aus der Orch...


04.08.2014

Sommerpausenzeichen

Von Ärzten hört man ja immer wieder, bisweilen auch von der Freundin (von Kollegen sowieso), man möge doch einmal Pause machen. Pausen sind wichtig, Pausen sind richtig. In der Musik, auch der Richard Wagners, übrigens nur dann, wenn sie so auch in der Partitur stehen. Wer Pause macht, schöpft Kraft, beispielsweise schöpferische, für Neues. Kinder, schafft Neues, hatte der Bayreuther Gesamtkunstwerkler ja ausgerufen, und mit seiner Idee vom die Künste einenden Gesamtkunstwerk genau das getan: Neues geschaffen.   In Bayreuth sind die Pausen lange gehalten, sie dauern eine Stunde. Damit man speisen kann, beispielsweise Wachtelbrust, damit man aber auch, und dies vor allem, das zuvor Gehörte reflektieren und sich darüber austauschen kann. Für den „Tannhäuser“ waren, wie üblich, zwei Pausen angese...


04.08.2014

Kunst und Keramik und Frau

Es ist das Licht, es ist die Leichtigkeit, es ist die Bewegung. In der Summe sind es diese drei Schlagwörter, die von allem Anfang an Christiane Toewes künstlerisches Schaffen begleiten und leiten, die für ihre Arbeiten bestimmend sind. Dabei sind ja licht und leicht nicht gerade Eigenschaftswörter, die man mit Porzellan in Verbindung bringt. Doch Toewe gelingt das Wunder, dem gern auch Weißes Gold genannten Material eine filigrane Leichtigkeit zu schenken, die Staunen macht.   Auf eine Ausbildung zur Keramikerin Mitte der Achtziger folgte eine Studienreise nach Hongkong und China und ein Studienjahr am College of Art and Design in Farnham/Surrey, einer der führenden Kunsthochschulen im Vereinigten Königreich. Bereits ein Jahr nach der Meisterprüfung im Keramikhandwerk bezog Toewe 1994 ihr eigenes Atelier in der Pfeufferstra&szl...


04.08.2014

Von den Lustgeschäften der Poesie

Es dürfte fast leichter sein, die bedeutenden Lyrikerinnen, die Dichter, Kritiker, Verleger anzuführen, die noch nicht auf dem Poetenfest in Erlangen gewesen sind, als jene, die sich in den frühen Tagen im Burgberggarten und dann, von den neunziger Jahren an, im Schlossgarten in den letzten Augusttagen seit der Premiere 1980 ein vielstimmiges poetisches Stelldichein gegeben haben. Von Ilse Aichinger, Maike Albath und H. C. Artmann bis Ron Winkler, Gabriele Wohmann, Annemarie Zornack und Gerhard Zwerenz reicht die Gästeliste, und dazwischen ist noch viel Platz für Fritz. J. Raddatz etwa (der sich in seinen Tagebüchern über die schnöde Behandlung in Erlangen echauffiert), Iris Radisch, Peter Rühmkorf und Doris Runge.   Das Poetenfest – die 34. Ausgabe findet vom 28. bis 31. August statt – gilt mit einer Fülle ...


04.08.2014

Bei den Bamberger Symphonikern zu Gast

Geschwister, die es zu musikalischem Ruhm gebracht haben, gibt es einige. Das geht von den Bee Gees über die Well-Brüder (Biermösl Blosn) und die Everly Brothers hin zu Fanny und Felix Mendelssohn Bartholdy, Renaud und Gautier Capuçon, Paul, Gustav und Benjamin Rivinius und: Carolin und Jörg Widmann. Sie treten immer einmal wieder gemeinsam auf, etwa im vergangenen Juli beim Rheingau Musik Festival, wo die jüngere Schwester die „Etüden Nr. 1-3“ des Bruders, der Rheingau-Residenzkünstler war, aufführte. Von September an wird Jörg Widmann, der bei Heiner Goebbels und Wolfgang Rihm Komposition, Klarinette bei Gerd Starke und, an der Juilliard School, bei Charles Neidich studierte, für zwei Jahre immer wieder bei den Bamberger Symphonikern zu Gast sein: als Komponist, aber auch als Interpret. Wir sprachen mit de...


04.08.2014

Den Sinn für die Kunst wahren und pflegen

Man muss sie in Bamberg nicht mehr vorstellen, Nora Gomringer, aber auch nicht in Solothurn, in Berlin, in Stockholm, in Poitiers und Dijon, Czernowitz, Innsbruck, Bratislava, Frauenfeld, Helsinki, noch in der litauischen Hauptstadt Vilnius oder im mittelhessischen Städtchen Lich. Das sind nur einige Stationen der gefragten Lyrikerin, Rezitatorin und Diskussionsteilnehmerin aus den vergangenen Monaten. Mitte Juni hat ihr Kunstminister Ludwig Spaenle die unbefristete Leitung des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia Bamberg übertragen, dessen Direktorin Gomringer seit April 2010 ist.   Kam denn, liebe Frau Gomringer, das Angebot der dauerhaften Direktorinnenstelle überraschend für Sie?   Überraschend insofern, als ich ja so eine Erfahrung noch nicht gemacht habe, so einen großen offiziellen Zuspruch meines Arbeitgebers...


24.07.2014

Internationales Bildhauersymposium in Hallstadt

Am heutigen Mittwoch kamen Landrat Johann Kalb sowie die Bürgermeister der beteiligten 12 Gemeinden und Städte des Bamberger Landkreises auf das Bildhauergelände, um die Skulpturen ihrer Gemeinde oder Stadt noch einmal in Augenschein zu nehmen, bevor diese dann für den Skulpturenweg „Obermain Auenweg“ an den ausgewählten Plätzen an Flüssen und Gewässern aufgestellt werden. Landrat Johann Kalb kündigte den insgesamt 40 km langen Skulpturenweg für das kommende Frühjahr 2015 an. Nach Fertigstellung dieses Abschnittes mit den 12 neuen Sandsteinskulpturen erschließen sich dann insgesamt über 90 Skulpturen auf ca. 100 km verteilt zu einer in Europa beachtlichen Skulpturenlandschaft entlang an Flüssen und auf alten Pilgerwegen. Das 300.000 Euro Projekt, das die Bedeutung der Flüsse und Gew&au...


24.06.2014

Mehr als nur den Ton angeben

 Ganz vorne zur Linken sitzt, in großen Ensembles und in Symphonieorchestern, auf dem ersten Stuhl am allerersten (Noten-)Pult der Erste [sic; mit großen „E“] Konzertmeister. Er hat eine ungemein herausfordernde und verantwortungsvolle Aufgabe. Es geht dabei um weit mehr, als lediglich den richtigen Ton zu treffen. Bis so eine Stelle (wieder) besetzt wird, ziehen für gemeinhin etliche Probespiele ins Symphoniker-Land. Seit April vergangenen Jahres ist Bart Vandenbogaerde ganz offiziell Erster Konzertmeister der Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie. Damit folgte der Belgier, dessen Landsmann Eugène Ysaye (1858 bis 1931) zu den wichtigsten Ahnen des Violinspiels zählt, Ya’akov Rubinstein nach. Der Israeli saß von 1995 bis Ende 2009 im Joseph-Keilberth-Saal am ersten Pult. Zuvor war Vandenbogaerde ...


24.06.2014

Rückerts ist der Orient, Rückerts ist der Okzident

 Neben E. T. A. Hoffmann und Jean Paul ist es unter den bedeutenden Autoren vergangener Jahrhunderte vor allem Friedrich Rückert, der eng mit Franken verbunden ist, der jüngste dieses romantischen Terzetts. Der im Heinrich Heine zufolge „wunderschönen Monat Mai“ 1788 in Schweinfurt geborene, nach einem fruchtbaren Leben als Dichter und Übersetzer 1866 in Neuses bei Coburg an Darmkrebs verstorbene Rückert ist, ungeachtet seiner Bedeutung und der Vielzahl seiner Gedichte (insgesamt sind es weit mehr als 10 000), heute nicht wirklich mehr präsent. Mit am bekanntesten sind noch seine „Kindertodtenlieder“, in welchen er den Schmerz über den Tod seiner beiden Kinder Luise und Ernst verarbeitete. Alle sechs Rückert-Kinder waren im November 1833 an Scharlach erkrankt. An Silvester erlag die dreijährige Luise d...


24.06.2014

Naturalistisch bis Abstrakt

 Alles hat einen Anfang und so war es auch bei Lore Weiler. Die ehemalige Vorstands-assistentin, die ihr Atelier in Steg-aurach-Höfen (übrigens mit einem wunderbaren Blick in die Natur) betreibt, begann 1986 mit Hinterglasmalerei. Dieses Arbeiten auf unterschiedlichen Bildebenen beeinflusst bis heute die zwei- bis dreidimensionale Gestaltung ihrer Werke. Das Regionalmuseum Bad Lobenstein zeigte eine vielbeachtete Ausstellung ihrer mittelalterlichen Hinterglas-Bilder. 1992 wechselte Lore Weiler zur Aquarellmalerei, bevor sie sich ab 2004 intensiv mit der Acrylmalerei auf Leinwand zu befassen begann. Seit vielen Jahren begeistert sich die Malerin für die Bildsprache der Abstraktion in Acryl und setzt sich dementsprechend intensiv damit auseinander. Dabei ist es besonders spannend, dass sich Lore Weiler immer ohne Vorgabe und auch ohne ein bestimmtes „...


23.06.2014

Denk mal an ein Denkmal

Seit nunmehr 6 Jahren laufen die Planungen, Gespräche und Konzeptionen in mehr oder weniger großen Runden, die sich um ein für Bamberg ganz wichtiges Thema drehen, das Widerstands-Denkmal. In dieser Zeit gab es immer wieder Änderungen an der Konzeption und das allerletzte Wort ist vielleicht auch heute noch nicht gesprochen, aber bis zur geplanten Installation im kommenden Jahr hat man ja auch für den „Feinschliff“ noch ein wenig Zeit. Zumindest die Familie von Stauffenberg zeigt sich mit der momentanen Konzeption zufrieden. Vor dem Hintergrund, dass sich die Bamberger Willy-Aron-Gesellschaft unter dem Signet „Zivilcourage, Erinnerung und Mahnung“ für Projekte einsetzt die Zivilcourage im Stadtraum dokumentieren und damit das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Bamberg vital erhalten, konnte man a...


23.06.2014

Berliner Kunstprojekt ANKUNFT fördert Austausch der Kulturen

Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE MicrosoftInternetExplorer4 Das Übergangswohnheim Marienfelde in Berlin ist seit dem 14. Juni (und noch bis zum 13. Juli 2014) nicht mehr nur Heimstätte für Flüchtlinge aus aller Welt, sondern auch ein Ort der Kunst. Vierzehn Künstlerinnen und Künstler gestalteten unter dem Motto "ANKUNFT" die Räume einer leer stehenden Etage eines Wohnblocks. Die Idee für das ungewöhnliche Projekt hatte der Berliner Galerist Gunter Haedke, der die Künstler und Künstlerinnen einlud, „denn Kunst ist eine Sprache, die über Kulturen hinweg verstanden wird, die Gemeinsamkeiten schafft und zum Austausch anregt“. ...


28.05.2014

50 Jahre Lebenshilfe Bamberg

Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE MicrosoftInternetExplorer4 Im Rahmen des Programms zur Feier des 50. Jubiläums der Lebenshilfe in Bamberg, findet am dritten Juni in der Buchhandlung Neue Collibri in Bamberg eine Lesung mit Sandra Roth statt. Die mit ihrem Mann und zwei Kindern in Köln lebende Journalistin liest aus ihrem Buch Lotta Wundertüte, das z.B. auf Bestseller Rang 1 für "Biografien mit Behinderungshintergrund" bei Amazon steht und in nahezu jeder großen Tages- und Wochenzeitung Deutschlands durchaus empfehlenswert besprochen wurde. ...


17.04.2014

WER - WO - WAS Vom Apfelmarkt bis Zauberfestival

Ob Kurzfilmtage, Klezmertage, Flussfest, Bamberg zaubert, das E.T.A.-Hoffmann-Theater, die Bamberger Symphoniker, die Tage Alter Musik, die Bamberger Gitarrentage, die Museen, der Jazz im Jazzkeller oder Klassik in Kirchen des Landkreises, ob Schattentheater oder die zahlreichen Ausstellungsangebote - Grund zur Langeweile gibt es in Stadt und Landkreis Bamberg nicht. Höhepunkte der Klassik und Popularkultur, das vielfältige Theaterangebot sowie Literatur, Tanz und Sport stehen nebeneinander und prägen den Bamberger Raum mit Kultur. Übersicht und Zugang dazu erleichtert „Kultur.Bamberg“, der Offizielle Veranstaltungskalender für Stadt und Landkreis Bamberg. Im April ist nun die 100. Ausgabe der handlichen Broschüre erschienen.   Seit 2005 bündeln Stadt und Landkreis Bamberg das facettenreiche Freizeitangebot in dieser &bdqu...


09.04.2014

Freidenker, Skeptiker, Provokateur

Wie uns heute bekannt wurde, ist gestern der bekannte Schriftsteller und Religions- und Kirchenkritiker, Dr. Karlheinz Deschner verstorben. Der Mann, der im Laufe seines Lebens mehr als 50 Bücher verfasste, starb kurz vor Vollendung seines 90. Lebensjahres.    Sein Lebenswerk widmete der in Bamberg geborene Deschner, der 1942 sein Abitur bei den Englischen Fräulein ablegte und noch im gleichen Jahr zum Kriegsdienst eingezogen wurde, der Kirchenkritik. Als Überlebender des Zweiten Weltkrieges studierte er 1946/47 zunächst in Bamberg und danach von 1947 bis 1951 in Würzburg. Im Rahmen seiner Promotionsarbeit zum Dr. phil. befasste sich Deschner mit Nikolaus Franz Niembsch Edler von Strehlenau, vielen besser bekannt als Nikolaus Lenau.   1951 heiratete Deschner die bereits geschiedene Elfi Tuch, mit der er drei Kinder hatte. Grund...


08.04.2014

bamberger institution an der otto-friedrich-universität

Ein Blick auf die Namensliste derer, die seit Eugen Gomringer, der 1986 den Auftakt machte, die Bamberger Poetikprofessur innehatten, lässt keinen Zweifel daran, dass darunter etliche Größen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur sind. Da ist beispielsweise Tankred Dorst (1991), der Dramatiker und Wagner-Regisseur, da ist der ubiquitäre Michael Krüger (1998), da sind Adolf Muschg (2003) und Hanns-Josef Ortheil (2007), da sind aber auch die aus Budapest gebürtige Autorin und Übersetzerin Zsuzsanna Gahse (1996), der deutsch-georgische Schriftsteller Giwi Margwelaschwili (1994) und zuletzt der Finalist des Deutschen Buchpreises, Thomas Glavinic (2012), sowie die unter anderem mit dem Joseph-Breitbach- und mit dem Hans-Fallada-Preis ausgezeichnete Jenny Erpenbeck.   In diesem Sommersemester wird der Schweizer – er ist in Wintert...


08.04.2014

scherenschnitt trifft fotografie

Die aus heiztechnischen Gründen bis Mitte April andauernde Winterpause des Historischen Museums auf dem Bamberger Domberg hat ein Ende. Vom 12. April an bis in den November hinein präsentieren Wolfgang Müller und Uwe Gaasch unter dem etwas kryptischen Titel „EINS + EINS = EINS“ ihre in enger Zusammenarbeit entstandenen Werke. Auf Gaaschs Schwarzweißaufnahmen von Gebäuden, Baugerüsten, Brücken und Straßenfluchten reagiert der gebürtige Bamberger Müller, der sich nach einer Zeit als Künstlerkneipenwirt nun wieder intensiv dem Schöpferischen zuwendet, indem er diese mit detailreichen Scherenschnitten von Personen belebt. Sie wirken nicht als Fremdkörper, sondern sind in Gaaschs Fotos integriert. Müller selbst spricht von „Transplantaten“, weil er die Motive aus anderen Fotografien her...


08.04.2014

phantastischer erzähler und virtuoser fabulierer

Ein Kuratorium, dem unter anderen Oberbürgermeister Thomas Jung und der Mahler-Biograph Jens Malte Fischer angehören, hat den Fürther Jakob-Wassermann-Literaturpreis 2014 Urs Widmer zuerkannt. Das Werk des Schweizer Schriftstellers, 1938 in Basel geboren, sei ein reicher Kosmos wechselnder Formen, fabelhafter Geschichten und existentieller Themen, heißt es in der Begründung der Jury. Krieg und Wahn, Macht und Ohnmacht, Grenzgänge zwischen Leben und Tod, Todesphantasien und Schöpfungsmythen, Damals und Jetzt habe darin Platz. Widmers Romane und Erzählungen, seine Hörspiele und Theaterstücke seien assoziativ komponiert, folgten oft der Traumlogik, muteten scheinbar federleicht und pointensicher geschrieben an, bis das Traurige komisch, das Schwere leicht wirke und Fakten vom Phantastischen beflügelt würden. Für s...


08.04.2014

mit allen wassern gewaschen

Einer der produktivsten Autoren, die in Bamberg zuhause sind, ist zweifelsohne Rolf-Bernhard Essig. In seinen späten Zwanzigern debütierte Essig – 1963 in Hamburg geboren, in Kulmbach aufgewachsen, seit über drei Jahrzehnten an der Regnitz lebend – mit einem Essay, den die Deutsche Schillergesellschaft in ihrer Reihe „Spuren“ herausbrachte. Er galt seinem Großvater, dem Schriftsteller Hermann Essig, der heute noch am ehesten bekannt ist für den im Umkreis von Herwarth Waldens expressionistischer Kunst- und Literaturzeitschrift „Der Sturm“ angesiedelten Schlüsselroman „Der Taifun“ (1919), den der Enkel 1997 in Stefan Weidles vorbildlichen Bonner Verlag mit einem Nachwort versah und edierte.   Seither, seit jenen sechzehn Seiten über Hermann Essigs Geburtshaus im schwäbischen Truchte...


21.03.2014

Welttag der Poesie vs. Equal Pay Day

Alle reden heute vom Equal Pay Day (der natürlich auch wichtig ist), aber wir erinnern uns auch daran, dass am 21. März landauf landab der Welttag der Poesie gefeiert wird, mit dem die UNESCO an den „Stellenwert der Poesie, an die Vielfalt des Kulturguts Sprache und an die Bedeutung mündlicher Traditionen erinnern“ möchte.   Grund genug, hier zum Welttag der Poesie ein Exempel aus der Mundartlyrikwerkstatt von Fitzgerald Kusz zu bringen, zumal auch Kusz mit der Tradition spielt, indem er eines der bekanntesten Gedichte des Romantikers Eichendorff aufnimmt, variiert und fortspinnt.   Fitzgerald Kusz frei nach eichendorff Schläft ein Lied in allen Dingen, die da träumen fort und fort, und die Welt hebt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort. J. v. Eichendorff     wenn in allerm ä gedichd schl&...


09.01.2014

BAYREUTHER FESTIVAL MACHT LUST AUF LEKTÜRE

 Wachstumsschmerz. Limit. Wir braten Sie gern. Oberst von Huhn bittet zu Tisch. Wer sich nach diesen ersten Worten angesprochen fühlt und sich fragt, was diese wohl gemeinsam haben, für denjenigen könnte es nun interessant werden. Alle diese Sätze sind Titel von Büchern. Und alle Autoren dieser Bücher treffen sich an einem Punkt: dem Leselust-Festival in Bayreuth. Denn vom 23. Januar bis 13. Februar wird im Jugendkulturzentrum in der Wagner-Stadt gelesen! Und Literatur wird zum Event gemacht.   Warum mit Lesen ein ganzes Festival-Programm gefüllt werden kann, wird einsichtig, wenn man sich den Begriff „Leselust“ einmal näher betrachtet. Lesen und Lust kann man nicht voneinander trennen, aber sehr gut miteinander verbinden. Genau das ist der Sinn, der hinter der Veranstaltung steckt: Lust auf Lesen machen.  ...


09.01.2014

VOM REIZ DES STÄHLERNEN

 Eigentlich braucht man ihn in Bamberg nicht mehr groß vorzustellen: Bernd Wagenhäuser. Seit 1981 hat der inzwischen sechzigjährige Künstler – er ist 1953 im hessischen Hanau geboren – sein Atelier in der Domstadt. Es liegt etwas versteckt im Rückgebäude der Gertraudenstraße 10, auf die man wiederum zwischen Peunt- und Dr.-von-Schmitt-Straße stößt. Wagenhäuser hat es sehr gut getroffen, denn sein Domizil in den ehemaligen Räumen einer Großschreinerei verbindet eine acht Meter hohe Fertigungshalle mit einem Atelier, mit Wohnraum und seit Dezember letzten Jahres auch mit einem unmittelbar über dem Atelier gelegenen Ausstellungsloft.   Ende November eröffnete die Kunsthistorikerin Christiane Hartleitner Wagenhäusers jüngste Ausstellung, „Coquille II“. Sie...


23.09.2013

Gernot Hassknecht kommt

Es ist soweit. Mit ein paar Minuten in der ZDFheute-Show will er sich nicht mehr zufrieden geben. Und so zieht er aus, zu seinem ganz eigenen „Wahlkampf“, hinaus zu den Bürgerinnen und Bürgern der Nation. Die Rede ist vom deutschen Schauspieler und Parodist Hans-Joachim Heist, der sich neben seinen klassischen und beliebten Programmen wie seiner Heinz-Erhardt-Parodie längst zu neuen Ufern aufgemacht hat, die er mit dem gleichen Anspruch füllt.   Gernot Hassknecht – der Name seiner neuesten Figur ist Programm. Was auch immer schief läuft im Lande – er reeeeeeegt sich darüber auf, schreit sich die Seele dabei aus dem Leibe und explodiert förmlich vor Hass, wenn er über die Unstimmigkeiten in Politik und Gesellschaft spricht. Choleriker? Und ob. Und als solcher mutiert er für sein neues Kabarett-Programm...


20.09.2013

Literaturfestival LesArt

Zum 17. Mal findet das Literaturfestival LesArt statt, bei dem Lesungen an allen Schwabacher Schulen und ein Schreibwettbewerb um den LesArt-Nachwuchspreis angedacht sind.   Im Zeitraum vom 02. bis 10. November 2013 präsentiert unter anderem der Kabarettist Michael Lerchenberg den Komiker Karl Valentin unter Begleitung von Jost-H. Hecker am Cello. Weitere Vorleser sind Ole von Beust, Robert Schindel, Eckhard Henscheid, Christoph Hein, Andrea Maria Schenkel und Werner Köhlers.   Zusätzlich unterhält Literaturkritiker Denis Scheck mit seiner Begeisterung für Tolkiens „Der Hobbit“, unterstützt von Andreas Fröhlich, der deutschen Stimme des Gollum. Auch Tatort-Kommissar Miroslav Nemec kommt im Programm vor. 


20.09.2013

A Cappella Total

Vom 03.-11. Oktober 2013 hält das Festival Sangeslust in Bayreuth bereits zum dritten Mal Einzug. Das internationale Event bietet vielseitige und außergewöhnliche Gruppen an, verpackt in einem umfangreich herzhaften Unterhaltungsprogramm. Wer den Auftakt zum Festival nicht verpassen möchte, sollte sich am 03. Oktober 2013 ab 20 Uhr in der Stadthalle Bayreuth zur A Cappella-Nacht einfinden, die mit einem Mix aus A Cappella, Comedie und Beatboxen genussvoll durch den Abend führt.   Die Ecksteine der folgenden Tage bilden die Serenata Balkonia am Markgräfischen Opernhaus, das musikalisch-kulinarische Restaurant-Festival, Sing Sing im Ordenssaal der Justizvollzugsanstalt und das Mitsingkonzert im Becher Saal am Freitag den 11. Oktober 2013, die allesamt zum Verweilen und Genießen einladen. Workshops, wie z.B. Vokaltechnik runden das Fes...


04.04.2013

Museumsgeschichten

 Die Museen der Stadt Bamberg feiern 2013 ein Doppeljubiläum: Die Stiftung der Gemäldesammlung des Domvikars Joseph Hemmerlein an die Stadt Bamberg vor 175 Jahren führte zu einer der frühesten bürgerlichen Museumsgründungen Deutschlands. 75 Jahre gibt es den Standort des heutigen Historischen Museums Bamberg in der Alten Hofhaltung.  Die Sammlung Hemmerlein - Grundstein der Museen der Stadt Bamberg Vor 175 Jahren (1838) schenkte der Domvikar Joseph Hemmerlein der Stadt Bamberg 119 Gemälde. Diese Bilder wurden als „Städtisch-Hemmerlein’sche Gemälde-Gallerie“, später „Städtische Kunst- und Gemälde-Sammlung“ zusammen mit der Sammlung Schellenberger und der Sammlung Betz auf dem Michelsberg ausgestellt. Sie bilden den Grundstein zu den Museen der Stadt Bamberg. Seither erweitern ...


04.04.2013

„Ich genieße es kolossal, dass wir uns hier austoben können“

 Bamberg. Er ist Kleinkünstler, Chansonnier, Experte für Grusel-Lesungen, Schauspieler und Theaterleiter. Im nana theater im Club Kaulberg präsentiert Arnd Rühlmann mittlerweile in der zweiten Spielzeit ein vielfältiges Programm aus Musik- und Theaterproduktionen. Art5Drei sprach mit dem 40-Jährigen über die Vorzüge eines festen Spielorts, die bislang erfolgreichsten Veranstaltungen, kommende Schundliteratur-Events sowie die Vorteile eines eigenen Theaters.   Interview:   Art.5|III: Das nana theater im Club Kaulberg wurde von Ihnen am 8. Oktober 2011 als feste Spielstätte eröffnet. Wie fällt Ihre Bilanz nach rund eineinhalb Jahren aus, entspricht es Ihren Vorstellungen? Arnd Rühlmann: Prinzipiell kommt ja alles eh immer ganz anders, als man sich das irgendwann mal vorstellt. Wobei ich gar nicht ...


04.04.2013

Stradivariabel del Gesù

 Er ist Handwerker und Historiker zugleich, Naturwissenschaftler oder zumindest Naturwissenschaften-Versteher und Musikliebhaber, Händler, Restaurator und Gutachter. Und außerdem auch Familienvater und Ehemann. Thomas van der Heyd, geboren 1978 in Erlangen, verhalf der Zufall zur Profession. Ein Freund seines Bruders war Geigenbauer. Noch auf dem Snowboard vereinbarten sie ein Praktikum. Eigentlich wollte er Zahntechniker werden, doch nach dem ersten Schnuppern hat es ihn nicht mehr losgelassen. Mit der Ausbildung von 1995 bis 1998 in der Werkstatt „Roderich Paesold“ schlug sein Lebensweg eine entscheidende Richtung ein. In Bubenreuth – der fränkischen Hochburg des Exil-Geigenbaus. Nach der Lehre war er in der Meisterwerkstatt bei Höfner tätig. Ab 2004, nach Beendigung der Meisterschule, sammelte er Erfahrung in zahlreichen kl...


11.01.2013

„Das ist ein Hochseilakt“

 Bamberg. Ihre große Leidenschaft ist die Sprache. Die Faszination dafür begann früh. Bei Karl-Heinz Heydecke waren es vor allem die großen Buchstaben in der Zeitung, die ihn als Knirps begeisterten. Noch im Vorschulalter lernte er das Lesen. „Ich habe vor mich hinbuchstabiert. Es war eine tolle Welt, die sich plötzlich auftat. Ich verstand, was für Symbole das sind und habe mich dafür begeistert.“ Sonja Ruf erzählte als kleines Mädchen gerne Geschichten. Als sie schreiben konnte, notierte sie mit 8 Jahren als Berufswunsch in ihr Tagebuch: „Dichter, Regisseur oder Schlangenbeschwörerin“. Für die Sprache begeistern sich die beiden bis heute. Für das Künstler-Ehepaar ist Sprache Passion und Profession.    Bei Sonja Ruf in geschriebener Form, bei Karl-Heinz Heydecke in ges...


11.01.2013

A Capella vom anderen Stern

 A Capella-Gruppen erfreuen sich seit vielen Jahren anhaltender Beliebtheit und sind längst im Zenit der Pop- und Eventkultur angekommen. Stimmgewaltige Männer- oder Frauenensembles, die Mischvariante ist seltener, begeistern ihre Anhänger mit verschiedensten Facetten der Gesangeskunst und meist mit intelligenten Texten und ausgereiftem Entertainment. Der Exportschlager „Voca People“ ist eine israelische Erfindung und das Produkt einer symbiotischen Schaffenskraft zweier ausgezeichneter Künstler Israels: Lior Kalfo und Shai Fishman. Große Fernsehshows (z.B. Ale E Franz in Italien oder Wetten Dass..? in Deutschland) wurden europaweit zu ihrer Startrampe. Damit katapultierte sich das israelische Ensemble in die Herzen vieler Europäer, so dass ausgedehnte Tourneen hier inzwischen die Regel sind.    Ihr Outfit erinnert a...


11.01.2013

„Allmächd“

 „Wenn Bläidheit Gwietschn Däd, Nou Mäisäd Der In Ganzn Dooch Mibbm Ölkennla Umananderlaafn...“   „Allmächd“ – Was wäre unser Alltag nur ohne den ein oder anderen Fluch, die ein oder andere neckische Redensart. Denn in vielen Lebenslagen fällt es einem doch schwer, den Mund zu halten. Die Dinge müssen beim Namen genannt werden – und das können die Franken besonders gut! Der „Allmächd!“ Tisch- und Taschenkalender (ars vivendi, ISBN 978-3-86913-156-6) bietet einen Streifzug durch die fränkische Schimpfkultur – und das Woche für Woche. Für das kommende Jahr ist man also reichlich mit verbalem Zündstoff versorgt. Egal ob echter Franke oder zugezogener Frankenliebhaber, beim nächsten Wortgefecht schaut man nicht mehr drein, „Wä...


11.01.2013

Bamberg - Kulturperle der Europäischen Metrolpolregion Nürnberg?

Die Kultur in Bamberg wird vordergründig ausschließlich mit Superlativen gelobt. Welterbetitel und Orchester dienen als oberste Legitimation für eine erfolgreiche Kulturpolitik. Mit dem Stadttheater, einem seit vielen Jahren unfertigen Museum und den kulturellen Bildungsreinrichtungen sieht sich die Politik seit Jahren hervorragend aufgestellt. Innerhalb der Metropolregion gilt Bamberg als herausragender „Kultur-Cluster“.   Wird da denn mit dem richtigen Maß gemessen und auch nichts übersehen?   Die Weihrauchschwenker verwechseln Welterbefassaden mit Kultur. Kultur, im Sinne von Kunst und Kultur, bedeutet aber Inhalt, nicht Fassade. Bambergs Kulturpolitik kann weder gut aufgestellt noch erfolgreich sein, weil Bamberg keine initiative Kulturpolitik betreibt. Die Stadt leistet vertragserfüllende Zuschüsse zu Stadtth...


12.10.2012

Bierdeckelgeschichten und Kuchendeckel

Die kulturelle Leistung als solche ist längst nicht mehr genug, um das verwöhnte Publikum zum Kulturereignis zu locken. Nicht umsonst konkurrieren Veranstalter nicht nur mit dem Kulturangebot selbst, sondern servieren es in besonders ausgewählten Räumen wie schmucken Kirchen, historischen Sälen und gepflegten Parks. An Orten von besonders schöner, angenehmer Atmosphäre eben. Oder anders, an möglichst spektakulären Orten. Im intimen Raum eines Rucksackhauses, in der Sternwarte, in einem alten Industriegebäude, im alten Hallenbad, auf dem Dach eines Hochhauses, in den Katakomben oder in einem eigens gebauten Iglu mitten in der Stadt, auf dem Maxplatz. Das Erlebnis der besonderen Art ist gefragt. Der Schritt zur Erlebnisgastronomie, zur Kultur als Beiwerk und bloßem Motor für das Wirtschaften ist da nicht mehr weit.&nb...


26.09.2012

Kultur im Sand

 Wenn ich Freunden und Besuchern empfehlen soll, wo sie in Bamberg abseits der (hoch-) subventionierten Flagschiffe Symphoniker und Theater am ehesten kulturelle Vielfalt finden, dann gehe ich mit ihnen in den Sand. Dass sich der älteste Stadtteil Bambergs genau zwischen Konzerthalle und Theater befindet, ist dabei reiner Zufall.   Beginnen wir unseren Spaziergang durch den Sand mit einem Besuch im „Antiquitätenviertel“ rings um die Herrenstraße, wo ein Großteil der Bamberger Antiquitätenhändler sitzt. Kunst, Kultur und Kommerz gehen hier eine ganz besondere Symbiose ein. Leider sind die Berührungsängste noch immer sehr groß und ein Besuch eines der mit hochwertigsten Möbeln, Gemälden und Skulpturen ausgestatteten Geschäfte können sich viele nicht vorstellen. Dabei lohnt sich ein neugi...


26.09.2012

Ein Sammler schöner Sätze

 Bamberg. Die große Leidenschaft von Alexander Windholz ist das geschriebene Wort. Seit rund 40 Jahren sammelt der frühere Journalist Aphorismen, Sprüche, Redensarten, Sprichwörter und Weisheiten. Eine Auswahl der schönsten, lustigsten und nachdenklichsten Sprüche und Zitate hat er veröffentlicht. Seit dem Jahr 2000 sind bereits vier Bücher von ihm erschienen. Neben einer Zitaten- und Weisheitssammlung sowie einem ironischen Wörterbuch, das sich mit den Eigenheiten der deutschen Sprache beschäftigt, gehören auch zwei russische Bücher mit Aphorismen dazu.   So lebte Alexander Windholz bis 1992 in Kasachstan, wo er als Chefredakteur und Zeitungs-Verleger tätig war. In seinem neusten Werk „Schadenfreude entspringt aus dem Dachschaden“, dem fünften Buch, präsentiert der 70-Jäh...