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25.04.2017

Der Westen

 Das ETA Hoffmann Theater Bamberg stellt das neue Jahresprogramm 2017/18 vor: Nach der zweiten erfolgreichen Spielzeit unter der Leitung von Sibylle Broll-Pape setzt sich das ETA Hoffmann Theater in der kommenden Saison mit dem Thema „Der Westen“ auseinander. Was ist das überhaupt: der Westen? Ein geopolitisches Konstrukt? Eine Wertegemeinschaft? Der American Dream? In 12 Neuproduktionen, davon fünf Uraufführungen und zwei musikalische Produktionen, möchte das ETA Hoffmann Theater unser Verhältnis zum Land der unbegrenzten Möglichkeiten beleuchten.    Zur Spielzeiteröffnung bringt Sibylle Broll-Pape mit Tony Kushners „Engel in Amerika“ die Reagan-Ära mit auffälligen Parallelen zum Hier und Jetzt auf die Große Bühne, während im Studio mit dem Stück „Normalverdiener...


05.04.2017

Operetten-Frosch für "Die stumme Serenade"

 Für die szenische Wiederentdeckung der Korngold-Operette „Die stumme Serenade“ ist das Landestheater Coburg von BR-Klassik mit dem „OperettenFrosch“ geehrt worden: Im Rahmen seiner Sendung „Operetten-Boulevard“ zeichnet der Bayerische Rundfunk Monat für Monat zeitgemäße, gelungene Operettenproduktionen mit diesem Musiktheaterpreis aus. In ihrer Begründung für die Vergabe des März-Preises an das Landestheater hob die Jury die Inszenierung von Tobias Materna als „stilistisch gekonnt für die Gegenwart gerettet“ hervor und sprach dem Team ein „besonderes Lob für Operettenmut“ aus. Der Preis schließt die Nominierung für den „Frosch des Jahres“ 2017 ein.   Bis Mitte Mai stehen noch fünf Vorstellungen der „Stummen Serenade“ a...


30.03.2017

Theaterfestival in Bensheim

 Ein voller Erfolg: Das Schauspielensemble des ETA Hoffmann Theaters Bamberg hat mit „europa verteidigen“ von Konstantin Küspert  bei der „Woche junger Schauspieler 2017“ in Bensheim sowohl den Günther-Rühle-Preis für herausragende schauspielerische Leistungen (Jurypreis), den Publikumspreis als auch den Schülerpreis gewonnen! Es ist das erste Mal, dass einem Schauspielensemble gleich alle drei Preise in Bensheim verliehen wurden. Die „Woche junger Schauspieler 2017“ in Bensheim In diesem Jahr fand die „Woche junger Schauspieler“ vom 06. bis 28. März 2017 im Parktheater in Bensheim statt. Im Rahmen des Theaterfestivals wurde mittlerweile zum 22. Mal der mit 3.000 Euro dotierte „Bensheimer Theaterpreis für junge Schauspieler“ verliehen. Bereits ein Jahr lang im Vorfeld ...


30.03.2017

Serenaden und Mörderballaden

 Wenn die Leipziger Jazzband Trio.Diktion auf den Bamberger Schriftsteller Martin Beyer trifft, eröffnen sich neue literarisch-musikalische Welten. Die vier Musiker Antonia Hausmann (Posaune), Matti Oehl (Saxophon), Jakob Petzl (Kontrabass) und Philip Frischkorn (Klavier) präsentieren Stücke ihrer CDs Hotel Savoy und der Neuerscheinung Serenade, die neben vielfältigen musikalischen Einflüssen auch durch literarische Texte geprägt sind. Die Band verzichtet dabei auf das Wort, trotzdem finden sich in der Musik viele erzählerische Elemente – diese Suche nach musikalischen Ausdrucksformen zwischen Tradition und Gegenwart wurde Ende 2016 mit dem 2. Preis des renommierten Jungen Münchner Jazzpreis belohnt. Martin Beyer ist mit seinem Kurzgeschichtenband Mörderballaden den umgekehrten Weg gegangen. Für jede...


30.03.2017

10 Jahre Landesbühne Oberfranken

 Nachdem die Macher des Theatersommers im letzten Jahr ein Rekord bei den Zuschauerzahlen verkünden durften (immerhin kamen fast 20.000 Besucher zu den Oberfrankenweit verstreuten Vorstellungen) kann man sicher sein, dass die Truppe um Intendant Jan Burdinski und den 1. Vorsitzenden Bernd Matthes auch für 2017 ein Programm der Extraklasse zusammengestellt hat. In insgesamt sieben Kategorien sind die Inszenierungen beim Theatersommer unterteilt, vom „Feinen Kammerspiel“ über „Schauspiel & Komödie“ bis hin zum „Kulinarischen Theater“, der Bogen der sich hierbei thematisch über die Theaterlandschaft spannt, reicht sehr weit. Allerdings verliert das mittlerweile mehr als 50-köpfige Team des Fränkischen Theatersommers bei den insgesamt 150 Auftritten hierbei nie die Qualität der einz...


30.03.2017

Ein Faltzylinder, Brentano und der Michelsberg

 Nachdem wir mit der Vorstellung des Theaters im Gärtnerviertel bereits in Ausgabe #20 einen kurzen Blick nach Bamberg geworfen haben, wollen wir das Bild der hiesigen freien Theater in Folge VIII vervollständigen. Den Anfang macht das Chapeau Claque, das als Verein für kreative Medien und Kulturpädagogik bereits 1990 gegründet wurde und als das erste freie Kindertheater mit eigener Spielstätte in ganz Oberfranken gilt. In den vergangenen 27 Jahren konnte der Verein durch sein großes Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit eine Menge bewegen und wurde deshalb mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Kultur-Förderpreis der Stadt Bamberg, dem CC-Buchner-Preis für die modellhafte Zusammenarbeit mit Schulen und dem Bamberger Bürgerpreis. Nicht nur nebenbei erwähnt sei auch das Spielmobil Ba...


30.03.2017

Frivol, nachtschwarz, komödiantisch, bitterböse, lustvoll

Schauspiel/Sprechtheater Am Theater Amberg wird vom 7.- 9. April aus Anlass des Reformationsjubiläums das Schauspiel „Martin Luther & Thomas Münzer oder die Einführung der Buchhaltung“ von Dieter Forte aufgeführt. „Madame Bovary“, das Drama Gustave Flauberts, erfährt eine Schauspielversion am 26./27. April durch das Theater Wahlverwandte. Am 3. Mai schließlich bietet das Tournee-Theater Thespiskarren eine Komödie nach dem Film „Ziemlich beste Freunde“ an. Das Theater Ansbach präsentiert, wie so viele andere Theater vor ihm, nun auch das äußerst erfolgreiche Schauspiel „Terror“ von Ferdinand von Schirach, in dem es um die Abwägung in einer geradezu tragischen Entscheidungssituation geht. Der imposante Premierenreigen am ETA-Hoffmann-Theater Bamberg mach...


10.03.2017

THE WEDDING SINGER – Eine Hochzeit zum Verlieben

 In den kommenden Wochen bricht zusammen mit dem Frühlings- auch das Musicalfieber aus. Die Künstlerwerkstatt e.V. aus Stegaurach präsentiert "THE WEDDING SINGER – Eine Hochzeit zum Verlieben", ganz im schrägen Stil und Humor der 80er-Jahre. Robbie Hart, Leader einer Hochzeitsband und verliebt in die Liebe, ist selbst kurz davor seine Freundin Linda zu ehelichen. Seine Angebetete lässt ihn jedoch vor dem Altar stehen und Robbie versinkt in Liebeskummer. Seine beiden Bandkollegen, Oma Rosie und allen voran Julia Sullivan, eine Kellnerin und neu erworbene Bekannte, bauen ihn nach und nach wieder auf. Eine Achterbahn an Gefühlen beginnt und als Robbie bemerkt, dass er für Julia mehr als Freundschaft empfindet, beschließt er, spontan nach Las Vegas zu fliegen, um ihre Hochzeit mit dem schmierigen Börsenmakler Gle...


01.02.2017

Grottentheater und Kulturrucksack

 In Langenprozelten am Main, nahe dem malerischen Gemünden gelegen, gibt es ein historisches Gasthaus, das früher einmal den Namen „Zum goldenen Engel“ trug und lange Zeit der gesellschaftliche und politische Mittelpunkt der Gemeinde war. Sogar die Gerichtsbarkeit befand sich darin, inklusive des Prangers, an dem Diebe und Lästermäuler zur Schau gestellt wurden. Dieses Anwesen wurde 1968 von Friedrich und Anneliese Lussert erworben. Anfang der 70er Jahre bekam der Saal im oberen Stockwerk, der früher als Tanzsaal genutzt wurde, einen grottenähnlichen Charakter, wodurch der Name „Spessartgrotte“ in die Welt kam. Im Mai 1986 erfolgte dann die Gründung einer Kleinkunstbühne, die seit 1989 mit eigenen Theaterproduktionen als Theater Spessartgrotte geführt wird. Dessen erste Vor...


01.02.2017

Zwischen Rubbeldiekatz, Djihad und Luther

 Schauspiel/Sprechtheater Das Theater Ansbach stürzt sich im März mit der Uraufführung von „Luther! – Das klare Wort“ in das Reformationsjubiläum. Das Stück der Leipziger Autorin Friederike Köpf um die „causa lutheri“ handelt von nichts Geringerem als dem Kampf um Gerechtigkeit, die Freiheit des Gewissens und die Liebe zur Wahrheit. Aufführungsort ist die Schwanenritterkapelle in St. Gumbertus, die Premiere findet am 4. März statt. Ende des Monats bringen die Ansbacher das Schauspiel „Love Letters“ von Albert Ramsdell Gurney heraus. Es ist die Geschichte von Andrew und Melissa, die sich seit Kindheitstagen kennen und mögen, aber nie wirklich zueinander kommen, obwohl sie ein Leben lang einander verbunden bleiben, auch in sorgenvollen Zeiten, und sich zu keinem Zeitpunkt aus ...


05.01.2017

Villa Wild # 3 - Vom Können

 Villa Wild ist das neue Format des Internationalen Künstlerhauses, in dem verschiedene Künste aufeinander treffen und sich ergänzen zu einem bunten Abend: Einen Talk, Musik oder anderen Act präsentieren Martin Beyer und Nora-Eugenie Gomringer u.a. von und mit Preisträgern des Villa Concordia-Stipendiums in der Alten Seilerei. Wild wird es zugehen und stets mit neuen Inhalten. Showact bei Folge 3: eine gemischte Gruppe aus Künstlern mit und ohne Behinderung: "Hörsturz" meets MC Jonas (Bambägga) und "Wackelkontakt"! Dabei sein wird auch die Klartraumforscherin Melanie Schädlich, die das luzide Träumen erforscht und praktiziert (ein besonderes Können) und eine Ärztin mit dem Schwerpunkt Burnout und Depression (Nicht-mehr-Können): Dr. Elisabeth Rauh - sowie der bildende Künstler...


09.01.2017

„Wir sind doch keine Barbaren!“

 Neben Barbara und Mario sind neue Nachbarn eingezogen. Die beiden Pärchen nähern sich zögerlich an, man fachsimpelt über Flachbildschirme, Fitnesskurse, veganes Essen und ist mit sich und seinem Leben zufrieden. Bis eines Nachts ein mysteriöser Flüchtling vor der Tür steht und um Unterkunft bittet. Während die Neuen ihm die Tür vor der Nase zuschlagen, nimmt Barbara ihn auf. Und er braucht schließlich Hilfe, das ist ja klar für einen anständigen Bürger – oder nicht? Oder stellt er eine Bedrohung dar? Oder vielmehr eine exotische Verlockung? Noch bevor darüber endgültig entschieden werden kann, gerät die Welt der durchschnittlichen Wohlstandsbürger mächtig aus den Fugen – mit tödlichen Folgen.  Die temporeiche und witzige Gesellschaftssatire des Dramatikers P...


28.11.2016

Premiere im Kulturforum Fürth

 Die deutschsprachige Erstaufführung des Monologs „Judas“ von Lot Vekemans in München erhielt 2012 ein sensationelles Echo. Etliche Neuinszenierungen in ganz Deutschland folgten und jetzt inszeniert Werner Müller das Schauspiel im Kulturforum in Fürth mit Sebastian König, den das Theaterpublikum bereits in „Ein Volksfeind“ (2014) und in der Titelrolle von „Caligula“ (2016) erleben durfte. Der Name „Judas“ wurde in den vergangenen Jahrhunderten zu einer Ikone des Bösen geformt. Nach zweitausend Jahren voller Spekulationen lässt die niederländische Autorin nun den einstigen Gefolgsmann Jesus’ selbst zu Wort kommen. Judas berichtet in einem eingängigen Monolog von seinem Verrat an Jesus, von seinem Werdegang bis zur eigentlichen Tat, von Visionen und Motiven. Er beschreibt sei...


23.09.2016

Honig im Kino

 Manon haucht in den Armen ihres verzweifelten Geliebten Des Grieux ihr Leben aus. Der prachtvolle Vorhang, mehrere hundert Kilogramm schwer und mit Kordeln aus purer Seide und Pailletten versehen, verschließt das ergreifende Bild im Trümmerfeld des letzten Aktes auf der gigantischen Bühne. Tosender Applaus. Es herrscht die Überzeugung, dass wahrer Operngenuss mit allen Facetten nur live mit dem Sitzen im Opernhaus garantiert ist. Für den echten Opernliebhaber obligatorisch ist, neben z.B. Meiningen, Bregenz oder Verona, ein Besuch in Bayreuth. Ich erinnere mich an eine Festspielpremiere von Tristan und Isolde in den 90ern, bei der ich mit vor Hitze klebendem Seidenkleid auf hartem Klappstuhl saß, eingepfercht flankiert von einer feudalen Fürstin und einem potenten Politiker und, betäubt vom intensiven Parfümgemisch al...


23.09.2016

Freiheit mit Sympathiefaktor

 Was heißt eigentlich „Freie Theater“? Sind sie völlig frei und unabhängig in ihrem Programm oder überhaupt in all ihren Entscheidungen, oder sind sie ganz einfach nur ganz „frei“ von Geld? Die erste Frage kann man wohl fast einschränkungslos bejahen, bei der zweiten sieht es etwas anders aus – und recht unterschiedlich. So reicht die Bandbreite von weitgehend unabhängig arbeitenden und neben den Eintrittsgeldern auf die Akquisition von finanziellen Mitteln bei Sponsoren oder Zuschussgebern angewiesenen Einrichtungen – die mit unterschiedlichen Organisationsformen wie Verein oder gemeinnützige GmbH operieren – bis zu den von staatlicher Seite oder von einer Gebietskörperschaft unterstützten Theatern. Das liebe Geld, soviel ist sicher, spielt aber jederzeit eine große Sorgenrolle...


23.09.2016

Umbrüche, Aufbrüche, Durchbrüche

  Unsere Vorschau auf die Programme der fränkischen Theater im Zweimonatszeitraum Oktober/November wird dieses Mal nach Sparten unterteilt. Das erleichtert all Jenen die Suche, die sich nicht für alle Sparten gleichermaßen interessieren. Wer beispielsweise vorwiegend an Operette und Musical Gefallen findet, kann gleich unter dieser Rubrik bezüglich der neuen Angebote fündig werden. Wir beginnen mit der naturgemäß größten Sparte, dem Sprechtheater, das von allen Häusern intensiv gepflegt wird. Schauspiel/Sprechtheater Beim Theater Ansbach, einer Schauspielbühne par excellence, stehen in der neuen Spielzeit zahlreiche authentische Orte der Stadt im Mittelpunkt der Arbeit. Das Saisonmotto lautet „Gewissen“. Dazu passen die inneren Nöte einer Frau, die ihrem Gewissen verpflichtet ist und...


22.09.2016

OPERN AUF BAYRISCH

Opern auf Bayrisch – das ist ein kurzweiliger und höchst vergnüglicher Opernabend der ganz anderen Art. Nicht gesungen, sondern in bayerischem Dialekt gesprochen, parodieren die originellen Verse des Autors Paul Schallweg weltbekannte und beliebte Opernklassiker. Die Szenerie wird meist ins Bayerische Land verlegt. Die Musik zu den „Opern auf Bayrisch“ stammt aus der Feder von Friedrich Meyer und Rolf Wilhelm, die das Opern-Original nie aus den Augen lassen, jedoch auf sehr charmante Weise auch alpenländische und bajuwarische Klänge mit in die Komposition einfließen lassen. Seit 30 Jahren sind die „Bayerischen Opern“ am Münchner Gärtnerplatztheater der große Renner. Das liegt vor allem am populären Schauspieler-Trio Michael Lerchenberg, Conny Glogger und Gerd Anthoff, sowie an dem Percussionisten W...


14.09.2016

MUSIK UND VIEL LOB

 Dem ETA Hoffmann Theater ist es gelungen, die Erfolgsinszenierung  „Die deutsche Seele“ (Regie: Stefan Otteni) noch einmal auf sein Programm zu setzen. In Zusammenarbeit mit den Bamberger Symphonikern ist dieses musikalische Spektakel  noch einmal an vier Terminen auf der Großen Bühne des Theaters zu erleben:  13.10., 14.10., 15.10., 16.10.2016. Karten sind online, an der Theaterkasse und an allen bekannten Vorverkaufsstellen zu erhalten. Doch damit nicht genug: Das ETA Hoffmann Theater wurde von dem Fachmagazin Die deutsche Bühne in den Kategorien  „Beste Gesamtleistung in der Spielzeit 15/16“, „Bestes Theater abseits der Zentren“ und „Beste Regie“ (Hannes Weiler, „Die Elixiere des Teufels“) genannt! Theaterkasse im ETA Hoffmann Theater E.T.A.-Hoffmann-Platz 1, 96047 Bamb...


23.08.2016

Theater x Theater = Theater²

Vom 16. September bis zum 08. Oktober wird der renovierten Johannis-Kapelle am Stephansberg künstlerisches Leben eingehaucht. Abwechselnd werden Eric-Emmanuel Schmitts KLEINE EHEVERBRECHEN (Regie: Laura Waldmann) und Woody Allens CENTRAL PARK WEST (Regie: Michael Feulner) auf einer Studiobühne dargeboten. Die Künstlerwerkstatt e.V. präsentiert zwei spannende und erschreckend ehrliche Theaterstücke, die sich niemand entgehen lassen sollte. In beiden Stücken spielt Misstrauen eine große Rolle. In KLEINE EHEVERBRECHEN erinnert sich Gilles nach einem Unfall nicht mehr an das frühere (Ehe-)Leben mit Lisa. Ihre gemeinsame Vergangenheit kann er lediglich anhand der Erzählungen seiner Frau rekonstruieren. Doch was wäre, wenn Lisa seine Amnesie zu ihrem Vorteil nutzt und die von ihr als wundervoll beschriebene Liebe zueinander gar ...


18.08.2016

Loriot, Daniel Glattauer und der Kleine Prinz

Die Ente bleibt draußen! - Lachen mit Loriot WA-Premiere: 8. Oktober 2016 um 20.00 Uhr | Hauptbühne Termine: 12., 15., 21., 25., 29. Oktober,  5. November jeweils um 20.00 Uhr; 9., 16., 23. Oktober,  6. November um 17.00 Uhr Regie: Werner Hildenbrand Bühne: Jens Hübner Kostüme: Andrea Partenfelder Licht und Ton: Ronald Kropf Musik: Klaus Straube Es spielen: Frank Ambrosius, Frank Ammon, Björn Blank, Sylvia Lauterbach, Michaela Proebstl-Kraß, Hinrich Rehwinkel, Michaela Schoberth, Hartmut Thurner, Conny Trapper Es darf weiter gelacht werden! In der letzten Saison konnte sich das Publikum der Studiobühne davon überzeugen, wie aktuell und herrlich komisch Loriots Szenen immer noch sind. Neben einem Wiedersehen  mit den berühmten Sketchen wurden auch unbekanntere Stücke des Humor-Altmeisters...


28.07.2016

Wildwuchs zwischen Sommer und Winter

 Wo es ein Oberndorf gibt, da gibt es in der Regel auch ein Niederndorf, und wo sich ein Städtchen Sommerhausen nennt, wähnt man in nicht allzu großer Ferne auch ein Winterhausen. Genauso ist es an der südlichen Mainschleife zwischen Ochsenfurt und Würzburg, wo der etwas sonnenverwöhntere (und bekanntere) Weinort Sommerhausen mit dem gegenüberliegenden Winterhausen um Aufmerksamkeit wetteifert. Das tut man auch auf kulturellem Gebiet. Freilich hat die sommerliche Seite dabei deutlich die Nase vorn, denn die beiden kleinen Theater, von denen hier die Rede sein soll, spielen beide auf der nordöstlichen Seite des Mains. Übrigens rühren die kuriosen Namen der beiden Ortschaften nicht von einer jahreszeitlichen Bevorzugung her, sondern von dem Umstand, dass der Sommerhäuser Kirchenpatron Bartholomäus seinen Geburtst...


28.07.2016

Zeitgenössisches, Klassisches, Brisantes, Komödiantisches

 Das Theater Amberg wartet in der kommenden Saison wieder mit einer sehr vielfältigen Reihe von Gastspielen auf, die zum Teil mit Euro-Studio Landgraf veranstaltet werden. So beispielsweise, passend zum Reformationsjahr, das Stück Martin Luther & Thomas Müntzer oder Die Einführung der Buchhaltung vom Alten Schauspielhaus Stuttgart, das Singspiel Im weißen Rössl von der Wanderoper Brandenburg oder Neil Simons Komödie Der letzte der feurigen Liebhaber vom Theater im Rathaus Essen. In der Musicalsparte sind zu nennen Andrew Lloyd Webbers Evita und Emmanuel Clark Porters Mahalia, das Musical über das Leben der „Queen of Gospel“ Mahalia Jackson. Im Tanzbereich darf man auf das Gastspiel der Compagnie des Rioult Dance New York gespannt sein, ebenso auf die Limón Dance Company, die Breakdance-Show der Brodas Brothe...


28.07.2016

Ein Blick nach Thüringen

 Am Theater Erfurt wird es zu Beginn der Spielzeit 2016/17 einen „Operncocktail“ geben, der durch die Konzentration auf musikalische Highlights Lust und Neugierde auf die unerschöpfliche Vielfalt des Musiktheaters wecken soll. Ab 10. Oktober grüßt Franz Lehárs Land des Lächelns, und nur zehn Tage später kündigt sich bereits die Fassung für Kinder derselben Operette unter dem Titel Onkel Tschang an. Peter Tschaikowskys einaktige Oper Iolanta wird ab Ende Oktober präsentiert, einen Monat später Mozarts Don Giovanni und im Februar Claudio Monteverdis Heimkehr des Odysseus. Dazwischen wird im Studio Michael Nymans Kammeroper mit der Überschrift „Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte“ neben musikalischem auch medizinisches Interesse wecken, bevor Wolfgang Amadeus Mozarts Cosí...


28.07.2016

20 Experimente

 Was haben die CIA, Rainer Werner Fassbinders „Deutschland im Herbst“ und Alice hinter den Spiegeln gemein? Auf den ersten Blick nicht viel. Riskiert man einen zweiten, bemerkt man, dass die gemeinsamen Fäden in Nürnberg zusammenlaufen – auf den Bühnen der Tafelhalle und des Künstlerhauses, wo im September die neue Tanz- und Theaterspielzeit beginnt. Sucht man weiter nach Verknüpfungen oder gar einem Muster in der Auswahl der Stücke, könnte man sich vielleicht darauf einigen, dass die Nachrichten beherrschenden Themen Terror, IS und Flüchtlingskrise auch hier tongebend sind. Aber nur vielleicht, denn auch dieser Gedankenstrick ist schnell zu Ende geknüpft. „Alice hinter den Spiegeln“ lässt sicher einen großen Interpretationsspielraum zu, aber eine Brücke zum Terror zu schlagen, wir...


28.07.2016

Fidel in Coburg

 Nach dem Baron kommt der Bauer, könnte man sagen mit Blick auf die letztes Jahr und heuer in Coburg präsentierten Operetten. Letztes Jahr wurde nämlich Johann Strauss’ Zigeunerbaron gegeben, in diesem Sommer wird es Leo Falls Der fidele Bauer sein. Aber das ist natürlich mitnichten ein sozialer Abstieg, sondern nur ein Themenwechsel innerhalb der Gattung Operette, die zurzeit eine bemerkenswerte Renaissance erfährt. Mit dabei sind außer den dafür sowieso „zuständigen“ Landes- und Staatstheatern auch jene Saisonprojekte, die Namen wie ‚Sommeroperette’ tragen. In Coburg gibt es ein solches Kulturunternehmen bereits seit 1994, als man auf der Waldbühne Heldritt, dem Aufführungsort, die Operette Meine Schwester und ich von Ralph Benatzky aus der Taufe hob. Seither hat sich die Coburger Sommerop...


28.07.2016

3. Schlossfestspiele Thurnau

 Insgesamt sechs Aufführungen halten die diesjährigen Schlossfestspiele Thurnau für ihre Besucher bereit. Entschieden haben sich die Macher für eine der aktuell erfolgreichsten Komödien, die derzeit auf deutschen Bühnen zu sehen ist: „Der Vorname“, eine französische Gesellschaftskomödie von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellie`re. Es soll ein gemütlicher Abend mit Freunden und der Familie werden. Pierre und seine Ehefrau Elisabeth haben Vincent, Pierres besten Freund und gleichzeitig Elisabeths Bruder mit seiner schwangeren Frau Anna sowie Claude, mit dem Elisabeth seit Kindertagen befreundet ist, eingeladen. Um für etwas Stimmung zu sorgen, enthüllt Vincent, dem die Runde zu friedlich ist, den geplanten Vornamen seines noch ungeborenen Sohnes: Adolphe. Natürlich mit „phe“ u...


04.07.2016

KILL ME, KATE! Die gezähmte Widerspenstige

 Die Theatermacherin Inka Meyer hat ein Problem: Für die nächste Spielzeit wurde ihr das Shakespeare-Stück „Der Widerspenstigen Zähmung“ zur Inszenierung aufgebrummt. Doch ist es überhaupt möglich, 40 Jahre nachdem die ersten Frauen ihre BHs verbrannten, ein Stück mit derart mittelalterlichen Rollenbildern auf die Bühne zu bringen? Die Aufgabe wird für Inka schnell zur Bestandsaufnahme: Wie geht es den Frauen, die Kinder haben und arbeiten? Die keine Kinder haben und arbeiten? Die Kinder haben und nicht arbeiten? Weib oder Weibchen? Gleichgestellt oder zurückgestellt? Powerfrau oder Übermutter? Und wo stecken eigentlich die Männer? Wo sie vor 50 Jahren auch steckten – im Büro? Drei Viertel aller Väter nehmen nur zwei Monate Elternzeit – parallel zur Elternzeit ihrer Frau. Wer ko...


28.06.2016

Raubritter auf der Burg Parsberg

Die Burgspiele Parsberg gehen in Kürze in die 34. Runde und präsentieren dieses Jahr zwei Valentinaden. Seit bestehen des Freilufttheaters besticht es mit dem wunderschön-historischen Flair der Burg Parsberg. Über 80 ehrenamtliche Akteure machten über die Jahrzehnte aus den Burgspielen Parsberg das, was sie heute sind. Programmpunkte sind in diesem Jahr:   Die Raubritter vor München   „Die Raubritter vor München“ hat Valentin Mitte der 1920er ersonnen, nun werden sie im Innenhof der Burg Parsberg ihr Unwesen treiben. Im Mittelpunkt steht der „brave Bene“, ein Bader und der Trompeter der Bürgerwehr, der sich nicht aus der Ruhe bringen lässt. Gerissen aus seinem schönen Traum von einer Ente, die gerade einen Leckerbissen verspeisen will, erklärt er Michl, einem listigen und frechen Tr...


09.06.2016

Premiere „Dr. Faustus lights the lights“ von Gertrude Stein

 Ein Faustus, der nicht genug Ruhe hatte, ein Mephisto, mit dessen Hilfe Dr. Faustus das elektrische Licht erfand, eine Frau, die Marguerite Ida und Helena Annabel heißt und zwei rastlose Begleiter, die ewig dankend und treu die Geschichte begleiten. Mit „Dr. Faustus lights the lights“ schuf Gertrude Stein einen Text, der als Klassiker literarischer Moderne gilt. Für ihre Version des klassischen Faust-Mythos´ komponierte Iris ter Schiphorst, Stipendiatin des internationalen Künstlerhauses Villa Concordia 15/16, eigens die Musik. Unter der Regie von Christoph Hetzenecker feiert das ursprünglich als Libretto für eine Oper geplante Werk am  17. Juni 2016 Premiere im Studio des ETA Hoffmann Theaters. Es spielen    Dr. Faustus                 Stefan H...


07.06.2016

Cyrano und Noah im Theater Pfütze

Cyrano Pfütze Schauspiel für Jugendliche ab 13 Jahren und Erwachsene. Ca.70 Min. Nach dem Schauspiel von Edmond Rostand Diese Nase! Der Fechtmeister Cyrano liebt seine Cousine Roxane, aber das Trumm in seinem Gesicht hält ihn davon ab, sich ihr zu offenbaren. An verführerischen Worten würde es ihm nicht fehlen – die Sprache führt der Poet ebenso gewandt wie den Degen – doch er fürchtet Roxanes Spott. Die anmutige Frau hat auch das Herz des schönen Kadetten Christian entflammt. Statt betörender Liebesschwüre hat der aber nur einen Haufen Zähne im Mund. Schon bald beginnt ein poetisches Spiel um Liebe, Täuschung, Macht und Edelmut. Regie Marcelo Diaz Schauspiel Thomas Bosch, Jürgen Decke, Christof Lappler, Elisa Merkens.     Noahs Arche und das letzte Omron Eigenentwicklung des Pf&uu...


31.05.2016

Saisonende an den Theatern Frankens

 Naturgemäß lässt die Dichte der Neuinszenierungen auch an den fränkischen Theatern im Juni und vor allem im Juli nach, so dass unsere Premierenvorschau diesmal etwas kürzer ausfallen wird. Da sie mit A beginnt, führt sie zunächst zum Theater Ansbach. Dort steht der Juni ganz im Zeichen einer Hommage an das Leben Heinrich Heines, die unter dem Titel „Ich will meine Seele tauchen“ Premiere hatte, und eines Schauspiels von Eugene O’Neill. In dessen Drama „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ werden Menschen gezeigt, die als tragische Opfer eigener Wertsetzungen vor den Scherben ihres Lebens stehen. Premiere ist am 4. Juni. Im Rahmen der Ansbacher Rokoko-Festspiele wird am 26. Juni die Uraufführung von Jutta Schuberts Stück „Theatermenschen im Dialog – Casanova und die Kunst der Verf&u...


31.05.2016

Unter Efeu und im Gärtnerviertel

 Unsere vierte Folge der Präsentation freier Theaterprojekte, die großenteils längst aus dem Projektstadium herausgewachsen und zu unverzichtbaren Pfeilern der freien Kulturarbeit in Franken geworden sind, wird fortgesetzt mit zwei Einrichtungen aus Ober- und Unterfranken. Wobei wir am Main beginnen wollen. Das theater ensemble Würzburg versteht sich als freies, also nicht an Institutionen gebundenes Theater und ist auf dem Würzburger Bürgerbräu-Gelände mit insgesamt vier Spielstätten vertreten. Hinzu kommt – für das Sommertheater – der Efeuhof im historischen Rathaus-Innenhof in der Nähe der alten Mainbrücke. Auf dem Bürgerbräu-Gelände gibt es neben der „Normalbühne“ und dem Studio ebenfalls eine Sommerbühne sowie das Theaterfoyer als bespielbaren Ort. Das &b...


31.05.2016

Franken in Flammen

 In diesem Jahr wird alles anders bei den ‚Florian Geyer Spielen‘ in Giebelstadt. In der neuen Trilogie des Regisseurs Renier Baaken wird nun jedes Jahr ein neues und spannendes Kapitel rund um die dramatische Geschichte des Ritters Florian Geyer während des Bauernkrieges aufgeschlagen. Zielsetzung sei es, den Zuschauern mehr Abwechslung zu bieten und dabei, quasi als positiver Nebeneffekt, die Geschichte auch etwas ausführlicher bearbeiten zu können. Und natürlich, das verhehlen die Macher keineswegs, möchte man dass die Zuschauer im nächsten Jahr wiederkommen. Trotzdem habe man bei der Umstellung auch besonders darauf geachtet, dass es sich um in sich geschlossene Stücke handelt, so dass man auch Anschluss an die Story findet, wenn man der ersten Teil der Trilogie verpasst haben sollte. Den Anfang macht in diesem Jahr d...


31.05.2016

Fulminante 70 Stufen

 Erfurt – das ist vor allem die Krämerbrücke, das sind die charmanten schmalen Fachwerkhäuschen unweit der großen gründerzeitlichen Gebäude und das ist der über 860 Jahre alte Dom im Zentrum, der Knotenpunkt der Stadt. Hier läuft alles zusammen. Um zu der Ehrfurcht erweckenden gotischen Kathedrale zu gelangen, muss man über die 70 Stufen der kaskadenförmigen Flachtreppe. Sie gibt einem Geleit auf dem Weg nach oben und lädt mit ihren Zwischenpodesten dazu ein, stehenzubleiben, kurz zu verweilen und die Umgebung auf sich wirken zu lassen. Was man im Süden Deutschland als Stiege bezeichnet, wird diesem Bauwerk nicht gerecht, macht nicht zuletzt sie den Erfurter Dom doch zu etwas derart Einzigartigem. Das weiß man in Erfurt natürlich und macht sich das seit den 1990er Jahren zunutze. Seitdem fin...


31.05.2016

Luisenburg-Festspiele 2016

 Im Jahr 2016 hat Intendant Michael Lerchenberg, der nunmehr im 13. Jahr die Verantwortung in Ostoberfranken trägt, einmal mehr einen besonders breiten Bogen auf der Luisenburg spannen lassen. Vom 1. Juni an (sieht man einmal von der öffentlichen Generalprobe am 31. Mai ab) bis zum 21. August stehen die verschiedenen Ensembles auf der ältesten Freilichtbühne Deutschlands, die erst kürzlich von Staatsminister Dr. Markus Söder mit dem bayer- rischen Heimatpreis 2016 ausgezeichnet wurde. Den Anfang macht in diesem Jahr das Familienstück „Am Samstag kam das Sams zurück“ mit neuen Geschichten rund um das Sams und Herrn Taschenbier. Als Klassiker inszeniert Eva-Maria Lerchenberg-Thöny 2016 Frederico Garcia Lorcas Drama „Bluthochzeit“, große Gefühle die durch Tanz, Musik und poetische Sprache...


31.05.2016

Höfisches Treiben in der Stadt des fränkischen Rokoko

 Vom 1. bis zum 5. Juli entführt Ansbach seine Besucher in das galante 18. Jahrhundert. Musik und Tanz, die markgräfliche Reiterei, Hofdamen in feinen Roben und stattliche Kavaliere lassen die Zuschauer der Rokoko-Festspiele im einmaligen Hofgarten in eine längst vergangene Epoche eintauchen. Beim „Sommerlichen Maskenfest“ mischen sich die Adligen in bezaubernden Kostümen und mit venezianischen Masken unter allerhand fahrendes Volk. Am Samstagabend lockt das historische Galadiner mit kulinarischen Genüssen wie im 18. Säculum. Im Anschluss zelebriert der Hofstaat ein rauschendes Fest anlässlich der »Markgräflichen Hochzeit« des Markgrafen Carl Wilhelm Fiedrich mit Friederike Luise. Fontänen und Kaskaden eines Barockfeuerwerks erleuchten dabei die Fassade der Orangerie zu feierlichen Klängen. Der Son...


31.05.2016

„Ist das Syrien im Jahr 2016? Oder Deutschland im Jahr 1619?“

 Seit 1973 gibt es sie nun schon – die Calderón-Festspiele in Bamberg. Inspiriert vom spanischen Dichter Pedro Calderón de la Barca, kamen sie zu ihrem Namen und sind jedes Jahr wieder ein besonderes Highlight, weil sie unter freiem Himmel stattfinden. Nicht einfach irgendwo unter freiem Himmel, sondern in der Atmosphäre ausstrahlenden Alten Hofhaltung direkt neben dem – im wahrsten Sinne des Wortes – Bamberger Urgestein, dem Bamberger Dom. Zwar ist man hier auf dem Berg den Launen der Natur ausgesetzt und ein bisschen Glück gehört wettertechnisch wohl dazu, aber den hartgesottenen Theateraffinen dürfte das nicht weiter stören, im Gegenteil: an der frischen Luft umweht das Theater doch gleich noch mal ein ganz anderes Flair. Doch was wird in diesem Jahr an den zwei Spieltagen im Juli inhaltlich geboten? Vielleic...


31.05.2016

Kinderzech‘-Festwoche

 In den Jahren 1618 bis 1648 verwüstete der 30-jährige Krieg weite Teile Deutschlands und verursachte unendliches Leid. Dinkelsbühl aber blieb durch glückliche Fügung von Zerstörung und Plünderung verschont. Die sagenhafte Rettung vor den Schweden, die im Jahr 1632 die Reichsstadt bedrohten, bildet daher noch heute den Hintergrund für ein farbenprächtiges Fest. Die Kinderzeche ist Höhepunkt eines jeden Jahres und nimmt unter den Kinder- und Heimatfesten in Süddeutschland einen hervorragenden Rang ein. Der Überlieferung nach war es das beherzte Eingreifen der Türmers-tochter Lore, das die Stadt vor ‚allem Elend‘ bewahrte. Während der katholische Rat noch zögerte und die Stadttore verschlossen hielt, zog Lore zusammen mit allen Kindern Dinkelsbühls dem Feind entgegen und erweichte d...


20.04.2016

DIE DEUTSCHE SEELE

 Was ist eigentlich typisch deutsch? Gibt es überhaupt so etwas wie die „deutsche Seele“? Was sind spezifisch deutsche Charakteristika, Tugenden, Laster, Widersprüche, Hoffnungen und Sehnsüchte? Jenseits aller Deutschtümelei und getrieben von der Sehnsucht, durchaus heiter und verständlich „die Kultur, in der wir leben, in allen Tiefen und Untiefen zu erkunden“, haben die Philosophin Thea Dorn und der Schriftsteller Richard Wagner in ihrem aufwendigen Lesebuch ein facettenreiches Mosaik des Deutschen in vielen Kapiteln zusammengetragen: von „Abendbrot“ bis „Zerrissenheit“, von „Bierdurst“ bis „Waldeinsamkeit“, von „Bergfilm“ bis „Ordnungsliebe“. In Zusammenarbeit mit der Joseph-Keilberth-Orchesterakademie der Bamberger Symphoniker wird „Die deut...


24.03.2016

Fachleute als „Engel über den Wassern“

 Die Studiobühne Bayreuth ist aus der vielfältigen Kulturlandschaft Ostoberfrankens seit über 30 Jahren nicht mehr wegzudenken. Im Herbst 1980 begann ein Ensemble, bestehend aus professionellen Theaterleuten, angehenden Profis und ambitionierten Amateuren, mit einem regelmäßigen Theaterspielbetrieb in Bayreuth unter der Leitung des Regisseurs Werner Hildenbrand, der bis heute die Funktion eines Intendanten innehat. Das Domizil in der Röntgenstraße, ein ehemaliges Offizierskasino aus dem Jahre 1907, wurde von der Stadt mit einem Finanzaufwand von rund 1,5 Millionen Euro renoviert und nach einjähriger Umbauphase im November 1998 als Theater wiedereröffnet. Im Sommer spielt die Bühne an verschiedenen Orten, wie dem Schlosspark Fantaisie oder den Freilichtbühnen „Römisches Theater in der Eremitage“ und...


24.03.2016

Frankens Theater

 Auch im Frühling warten die fränkischen Theater mit einer Fülle von Neuproduktionen in allen wichtigen Sparten auf. Unser Zweimonats-Überblick versucht wie immer eine Orientierung, dreht aber zur Abwechslung diesmal die alphabetische Reihenfolge um. Am Mainfranken Theater Würzburg stehen Ende Mai gleich zwei Schauspiel-Premieren an. Zunächst wird das Gewinnerstück des Leonhard-Frank-Preises 2015 an den Kammerspielen uraufgeführt. Diese Auszeichnung hatte die Angst-Konjunktur unserer Zeit zum Thema. Am 11. Juni 2015 wurden drei Texte im Rahmen der „Langen Nacht der modernen Dramatik“ in szenischer Lesung vorgestellt. Die Uraufführungspremiere von Karsten Laskes Stück „Terrorkind“ ist am 25. Mai. Nur drei Tage später kommt mit Shakespeares „Romeo und Julia“ die wohl berüh...


24.03.2016

Premierenvorschau II:

 Sehr beliebt auch bei fränkischen „Grenzgängern“, weil just hinter der bayerisch-thüringischen Grenze gelegen, ist das traditionsreiche Meininger Theater, das unter dem Respekt einflößenden Namen „Südthüringisches Staatstheater“ firmiert. Respekt erheischt aber nicht nur der Name, sondern kaum weniger das imposante Haus und seine lange Geschichte, die immerhin das Wirken solcher Größen der Musikgeschichte wie Johannes Brahms und Max Reger zu ihrem künstlerischen Kapital zählen kann. Das Meininger Haus wartet im April vor allem mit großen Theaterstücken auf, beginnend am 7. April mit der Premiere von „Elektra“, der Tragödie des Sophokles um die Rache am Königsmord zu Mykene. Eine Woche später darf man mit der Uraufführung von Lisa Sommerfeldts &b...


24.03.2016

Der Schmuggler, seine Frau und der Jäger

 Freunde von schwarzen, aber dennoch erotisch prickelnden Emanzipationsgeschichten findet man am 26. Mai dieses Jahres sicher scharenweise in Baiersdorf vor den Toren Erlangens. Im städtischen Kulturzentrum Jahnhalle stellen uns Christine Kaufmann, Alexander Radszun und Daniel Buder in dem Schauspiel „Der Weibsteufel“ von Karl Schönherr eine Ménage-à-trois vor, die allerdings sinnbildlich für die wirklich großen Konflikte der Menschheit stehen. Verpackt in ein Eifersuchtsdrama aus den Tiroler Bergen versucht Schönherr „Stellvertreterkriege zu führen, benutzt die dargestellte Beziehung von Mann und Frau quasi als Synonym für ganze Gesellschaften und der darin stattfindenden Auseinandersetzungen, während dem jungen Nebenbuhler die Funktion eines Katalysators zukommt, der, wie könnte es auch an...


24.03.2016

Fränkischer Theatersommer

 „Die oberfränkische Fläche braucht Theater“. So lautet der Kernsatz des Grußwortes des oberfränkischen Bezirkstagspräsidenten Dr. Günther Denzler, das im diesjährigen Programm des Fränkischen Theatersommer – Landesbühne Oberfranken zu lesen ist. Auf insgesamt 60 (!!) Seiten stellen sich der Theaterbetrieb selbst und sein Programm allen Freunden der Bühne vor. 30 SchauspielerInnen, 3 Regisseurinnen, 6 Choreographen und -innen, Autoren, Musiker & Komponisten, 6 Ausstatter, 2 Veranstaltungstechniker und ein mit 6 Personen besetztes Künstlerisches Betriebsbüro, darunter der 1. Vorsitzende des Vereins, Dr. Bernd Matthes und der Gründer und derzeitige Intendant des Theatersommers, Jan Burdinski, bilden die Truppe, die Jahr für Jahr ein unglaublich breites und dennoch qualitativ abs...


29.02.2016

Schwarzer Humor und pinker Iro

 In Zeiten, in welchen Komiker unter Polizeischutz das Publikum zum Lachen bringen, wird es lustig. Wenn das Bundesamt für Kultur verbietet, öffentlich über Meinungsfreiheit zu reden, wird es spannend. Wenn Politiker die Satire als Sicherheitsrisiko sehen und vor humoristischer Betrachtung warnen, wird es interessant. Wie geht ein Satiriker mit dieser absurden Kombination von Terror, Angst und Humorlosigkeit um? In einer Welt von selbsternannten Rassismusexperten, Revolutionswächtern und Charlie Hebdo, in welcher Menschen wegen ihres Humors angeklagt, eingesperrt und erschossen werden, verliert man leicht die Orientierung. Was ist Humor? Der schwärzeste Schweizer Satiriker erklärt in diesem Bühnenprogramm, was überhaupt noch lustig ist und seziert einen Charakterzug des Menschen, der Kinder glücklich macht und Terroristen zu B...


15.02.2016

Was ist aus diesen Leuten geworden?

 Am Freitag, den 19.02.2016, um 19:30 Uhr nehmen Sie die Theaterscouts Sebastian Burkard und Harald Wicht in der TREFFBAR mit auf eine interaktive Einführung zum Theaterstück „Das schwarze Wasser“. Lassen Sie sich von eigenen Handlungs- und Denkweisen überraschen und geben Sie sich wie Leyla und Frank der Poesie der Nacht hin. Schärfen Sie Ihren Blick für die zahlreichen Zeitsprünge des Stücks und intensivieren Sie den Theaterbesuch mit einem gemeinsamen Austausch im Anschluss an die Vorstellung mit mindestens einem der agierenden Schauspieler. Sebastian Burkard und Harald Wicht motiviert die Tatsache, dass sie beide selbst sehr gerne Theater spielen, zuletzt haben sie in Bamberg „Der Vorname“ aufgeführt. Sie wollen mit ihrer Leidenschaft für das Theater vor allem Leute in ihrem Alter begeistern. &bd...


26.01.2016

Zukunftswerkstatt und Ort des Staunens

 Das Junge Theater Forchheim, bekannt unter dem Kürzel jtf, leistet auf ehrenamtlicher Basis das, was in größeren Städten nur in professionellen Rahmenbedingungen realisiert werden kann: in einer Kleinstadt mit circa 30 000 Einwohnern ein buntes Spektrum kultureller und gesellschaftlicher Veranstaltungen anzubieten bzw. zu initiieren. Und das, obwohl Forchheim von zwei nahe gelegenen Städten mit hohem kulturellem Anspruch, nämlich Bamberg und Erlangen, quasi „eingerahmt“ wird. Natürlich liegt ein Schwerpunkt – nomen est omen – auf der Theaterarbeit. Hier gibt es die Möglichkeit, mitspielend im Vordergrund zu stehen, im Hintergrund unterstützend tätig zu sein oder auch nur durch einfache Mitgliedschaft den Theaterverein ideell und finanziell zu unterstützen. Besonders wichtig ist der „Hi...


26.01.2016

Performance-Clubbing im Z-Bau

 Politischer Diskurs bei Disco und gedämmtem Licht? Das klingt nach Experiment eines Suchenden. Das Thema: Das Leben im Traum einer politischen Partei am Beispiel Mazedonien. Die nötigen Hintergründe werden mit dem 75-minütigen Stück mitgeliefert. Nach dem Spiel ist vor dem Clubbing. Ein Ort, eine Menschenmenge, eine aktive Anregung zur Diskussion zwischen Fiktion und Realität und eine Verklärung von Authentischem und Inszeniertem. Franz von Strolchens Methode ist aus seinen Produktionen RÄUBERZELLE, STAMMTISCH oder MYDORF bekannt. Der in Bukowina gebürtige Regisseur gründete bereits 2005 seine Theatergruppe LONELY PROJECT, jetzt FRANZ VON STROLCHEN, und steckt mit FICTIONAL STATE mitten im dritten Teil der Trilogie des Zusammenlebens, der zusammen mit Christian Winkler (Recherche/Text) und Lars Stöwe, alias DJ AN...


26.01.2016

Jede Menge Aktuelles, Neues und Überraschendes

 Das E.T.A. Hoffmann Theater Bamberg wartet im März mit einer hochbrisanten Uraufführung und einem Klassiker auf. In Petra Wüllenwebers „Auf Eis“, extra für das Bamberger Theater geschrieben, geht es um den Stoff, der heutzutage zur Partytime zu gehören scheint: Crystal Meth. Wo gefeiert und getanzt wird, wo es um Spaß ohne Ende geht, da wird diese Droge „eingeworfen“, die vielen Menschen durch die amerikanische Serie „Breaking Bad“ bekannt geworden ist. Doch wer damit anfängt, darf sich nicht wundern, wenn sich das Leben rasant ändert, denn der Rausch will finanziert werden. Innerhalb kurzer Zeit ist manches nicht mehr so, wie es vorher war, und das Aussteigen aus dem Teufelskreis von Beschaffung und rauschhaften Zuständen wird fast unmöglich. In diesem Stück werden deshalb drei ...


08.01.2016

„Wer hat Agatha Christie ermordet?“

Der smarte Dramatiker John ist verbittert. Kritiker Arthur Christie, den man auch Agatha nennt, verreißt ständig seine Stücke. Nun plant der eiskalte John einen perfiden Rachefeldzug. Er eröffnet Arthur, dass ihn sein bildschöner Freund betrüge, und zwar mit Johns Frau. Den Beweis liefert ein Aufnahmegerät. John schlägt »Agatha« vor, dem Paar mit einem Rasiermesser zu Leibe zu rücken. Doch das ist nicht der einzige Mord, den er plant... Wer spielt welche Rolle? Ist am Ende alles nur Theater? Den Gegenbeweis liefert der amüsante, einfallsreiche und schaurig-spannende Psycho-Thriller ganz am Schluss: Es liegt ein Toter in der Wohnung. Aber: Wer hat Agatha Christie ermordet? Ein grandioses Zwei-Personen-Stück, welches das Publikum von Anfang an in Atem hält. Kaum meint man zu wissen, worum es geht, gibt e...


27.11.2015

Was Theater alles kann!

 Die ganze Bandbreite der Theaterkunst wird im Dezember und Januar im ETA Hoffmann Theater auf die Bühne gebracht. Am 4. Dezember wird „Krähwinkel“ Premiere haben, eine turbulente Komödie mit Schlagermusik nach August von Kotzebue über einen Großstädter, der ein Kleinstadtwesen in Aufregung bringt. Am 22. Januar 2016 folgt eine zeitgenössische Bearbeitung des Klassikers „Die Elixiere des Teufels“ vom Namenspatron des Theaters E.T.A. Hoffmann. Und am 29. Januar 2016 wird es eine Begegnung mit dem wohl erfolgreichsten deutschen Gegenwartsdramatiker geben, mit Roland Schimmelpfennigs Stück „Das schwarze Wasser“. In diesem poetischen und berührenden Werk schildert er eine magische Sommernacht und ihre Folgen für eine Gruppe Jugendlicher mit türkischer und deutscher Herkunft. Musik ...


27.11.2015

Von Spionen und Füchsen

 Seit es kaum noch kommunale Kinos gibt, ist es schwierig bis unmöglich geworden, alte Filmklassiker noch live zu erleben. Aber es gibt dafür ja DVD‘s, die mittlerweile fast das gesamte Repertoire seit des seligen Charlie Chaplins Zeiten erschließen. Da sollte in der Sammlung eines anspruchsvollen Cinephilen keineswegs Alfred Hitchcocks Krimiklassiker „The 39 Steps“ fehlen, jener Spionagethriller, den der Großmeister des Genres noch in England drehte, also vor seinem Wechsel nach Hollywood. Obwohl es später zwei weitere Neuverfilmungen gab, gilt das Original nach dem Text John Buchans noch immer als die beste Version dieser ebenso vertrackten wie amüsanten und an Überraschungen reichen Geschichte. Aber kann man das auch auf die Bühnenbretter eines Theaters bringen? Das Theater Schloss Maßbach wird genau di...


27.11.2015

Griechische Tragödie trifft COR-TEN-Stahl-Kunst

 Immer auf der Suche nach neuen, oft auch ungewöhnlichen Spielstätten sind sie beide, Martin Neubauers Bamberger Brentano-Theater wie das Theater im Gärtnerviertel. So geht Letzteres im Januar in das Atelier von Bernd Wagenhäuser, zu finden im Rückgebäude in der Gertraudenstraße 10. Dort wird es am 14., am 15. und am 16. Januar zur Wiederaufnahme von „König Ödipus“ kommen, und zwar in einer Neudichtung von Bodo Wartke. Spielort und aufgeführtes Stück werden hier aufs Schönste zusammenfinden, denn Bernd Wagenhäusers überwiegend in COR-TEN-Stahl gefertigte Plastiken lassen an die archaischen Kräfte antiker Mythen denken. Und so passt die griechische Tragödie von Sophokles ganz wunderbar in Wagenhäusers großzügigen Ausstellungsloft. Es spielen Olga Seehafer und St...


27.11.2015

Freie Theaterszene in Franken

 Man kennt sie alle, die Dickschiffe der fränkischen Theaterlandschaft, und von ihnen ist ja oft genug die Rede. Aber es gibt daneben auch eine Vielzahl von freien Theatern, wobei frei sein meistens heißt, weitgehend frei von Subventionen zu sein. Diese sehr spezifische Theaterszene ist so reich wie unübersichtlich. Einige Namen findet man alljährlich in den Vorschauen oder gar auf den Feuilletonseiten wieder, von anderen Adressen hört man weniger, obwohl auch sie in zum Teil entlegenen Gegenden exzellente Kulturarbeit machen. Wir werden uns in den nächsten Ausgaben von art5drei auf die Suche machen und fangen diesmal gleich an mit drei innovativen Adressen aus Mittelfranken, Unterfranken und Südthüringen. Kultur im Grünen: Das Dehnberger Hof Theater Der Theaterkapellmeister und Musikwissenschaftler Wolfgang Riedelba...


12.10.2015

„Willst Du Liebe?“

 Am Freitag, 16. Oktober präsentiert Schauspielerin Ulrike Walther einen Friedhelm-Kändler-Abend um 20.00 Uhr in den Kammerspielen des Meininger Theaters. Auf dem Programm steht Spracherotik in Szenen, Vorträgen und Gedichten des Kabarettisten Friedhelm Kändler. Karten sind an der Theaterkasse unter: 03693/451-222 und 451-137 sowie www.das-meininger-theater.de erhältlich.    Wie redet man über Sex? Wie (be)schreibt man Erotisches? Ohne verklemmt, schwülstig oder gar pornographisch zu sein? Gibt es eine Sprache der Erotik? Vielleicht sogar eine Erotik der Sprache? Kändler hat Frauenfiguren erfunden, die um Antworten ringen, jede auf ihre Weise und mit unterschiedlichem Erfolg: Die um Wissensvermittlung bemühte Bibliothekarin, die durch ihren Nachbarn in ihren Grundfesten erschütterte Hausfrau, die Dame mit de...


09.10.2015

Zur Uraufführung von Konstantin Küsperts Stück „rechtes denken.“

 Mit einunddreißig Jahren ist sie noch sehr jung, hat aber doch schon etliche Erfolge auf den Theaterbühnen zwischen Oldenburg, Celle, Göttingen, Wiesbaden und dem Münchner Residenztheater verbuchen dürfen. In Bamberg inszeniert Julia Wissert zum Spielzeitauftakt Konstantin Küsperts Stück „rechtes denken.“, das im Studio des E.T.A.-Hoffmann-Theaters am 18. Oktober zur Uraufführung kommen wird. Wissert, vor Esprit sprühend und voller Schlagfertigkeit, nahm sich die Zeit zu einem Gespräch mit Ludwig Märthesheimer und Jürgen Gräßer. ART. 5|III: Zunächst einmal, liebe Frau Wissert, herzlichen Dank dafür, dass Sie zu einem Gespräch bereit waren und die Zeit dafür gefunden haben. Julia Wissert: Selbstverständich!   ART. 5|III: Nun, Sie stecken schlie&szli...


07.10.2015

Vom Zustand der deutschen Gesellschaft

 Seit dieser Spielzeit hat Sibylle Broll-Pape die Intendanz des Bamberger E.T.A.-Hoffmann-Theaters inne. Zur Eröffnung setzt sie Friedrich Hebbels „Die Nibelungen“ in Szene. Nicht nur darüber unterhielten wir uns mit ihr.     Der „Nibelungen“-Stoff scheint, werte Frau Broll-Pape, in dieser Spielzeit sehr en vogue zu sein. Was macht denn die „Nibelungen“ so aktuell, und warum haben Sie sich Hebbels Tragödie ausgesucht, um damit Ihren Einstand in Ihrem Hause zu geben? Sibylle Broll-Pape: Wir haben uns für „Die Nibelungen“ entschieden, weil wir uns in unserer ersten Spielzeit in Bamberg mit dem Deutschsein beschäftigen wollen. Was ist deutsch? Wie beschreiben wir das Deutsche? Ist das Deutsche unsere Identität? Was hat sich gewandelt und vor allem, wie definieren wir das...


07.10.2015

Theater auf Touren in Bayreuth

 Seit Ende Juni 2012 zählt der barocke Prachtbau des Markgräflichen Opernhauses zu Bayreuth zum Weltkulturerbe. Aufgrund umfangreicher Renovierungsarbeiten ist das Haus noch bis mindestens 2016 nicht bespielbar. Wenn nun dennoch für diesen Oktober und November die Reihe „Theater auf Touren“ Schauspiele sowie eine Opernaufführung ankündigt, so gilt es, auszuweichen. Mit dem Großen Haus der Stadthalle hat man eine Alternative für die Gastspiele gefunden. Und ehe wir es versäumen, wollen wir gleich noch sagen, dass den Aufführungen eine halbe Stunde vor Beginn, also um 19 Uhr, eine Einführung vorausgeht.   Am 6. Oktober steht Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“ (Musik: Hanns Eisler) an, mit welchem die Berliner Kompagnie Shakespeare und Partner in die Wagner-Stadt kommt. Brechts 1...


07.10.2015

Achterbahnfahrt der Emotionen

 Ein Minimum von vier Quadratmetern wird einjeder Legehenne zugestanden, bei der Freilandhaltung. Einem Kind, so lautete die Vorschrift in der Deutschen Demokratischen Republik, immerhin das Doppelte. „achtmeterimquadrat – so habe ich mir meine Kindheit nicht vorgestellt“ nennt sich die neuste Eigenproduktion des tanzSpeichers Würzburg. Premiere in dem Haus am Oskar-Laredo-Platz ist am 16. Oktober; weitere Vorstellungen folgen am 17. Oktober, am 24. und am 31. Oktober sowie am 7. November. Vor inzwischen elf Jahren hat der freie Choreograph Thomas K. Kopp dieses Tanztheater, das immerhin bereits in der Alten Oper zu Gast war, gegründet. Kopp nimmt in seinen Arbeiten häufig gesellschaftlich relevante Themen in den Blick, beispielsweise – in der Produktion „Ausziehen 2.0“ – den Umgang mit persönliche...


07.10.2015

Am Anfang stand die Idee!

 Das hätte auch schiefgehen können. Wie so viele kleine, privat initiierte und organisierte Kleinkunstbühnen geriet auch die Kleinkunstbühne fifty-fifty in finanzielle Turbulenzen. Dabei hatte alles so gut begonnen.   Andi Büeler, auch heute noch 1. Vorsitzender des Theaterbühne Fifty-Fifty e.V. hatte vor mehr als 25 Jahren die Idee, in Erlangen eine bis dahin nicht vorhandene Kleinkunstbühne zu schaffen. Am 2. April 1989 war es soweit, das Theater fifty-fifty wurde unter dem Motto „Einmal-Und-Nie-Wieder-Theater“ eröffnet. Von Beginn an privat organisiert gastiert hier seitdem die gesamte, deutschsprachige Kabarett-, Comedy- und Satireszene sowie Jazz-, Chanson- und A-Cappella-Interpreten. Für viele Künstler war das Theater fifty-fifty ein erster Schritt zu größerer Bekanntheit ...


07.10.2015

Tanz und Theater in der Tafelhalle

 Neben Konzerten (Mitte November etwa mit dem großartigen Christoph Prégardien, und jeden letzten Sonntag im Monat mit Sebastian Strempels Sunday Night Orchestra), neben Kabarett – Ende November beispielsweise mit Jennifer und Michael Ehnert und ihrem Programm „Zweikampfhasen“, bereits am 28. Oktober Bruno Jonas mit „So samma mia. Die Welt aus bayerischer Sicht“ – wird in der Nürnberger Tafelhalle immer wieder auch Tanz und Tanztheater von beachtlichem Niveau geboten. Hier soll ein knapper Überblick folgen über die Aufführungen, welche in den kommenden Wochen anstehen.   Die Wirkung, die von Publius Ovidius Naso, vulgo Ovid, und insbesondere von seinen „Metamorphosen“ ausgeht, scheint noch immer ungebrochen. Gut, immerhin schon über sechs Jahrzehnte liegt die Komposit...


09.09.2015

Spielzeiteröffnung in Meiningen

 Mit Friedrich Hebbels „Die Nibelungen“ wird am Freitag, den 11. September die neue Spielzeit im Meininger Theater eröffnet. Die zweite Premiere ist am Sonntag, den 13. September. Karten sind an der Theaterkasse unter: 03693/451-222 und 451-137 sowie www.das-meininger-theater.de erhältlich. Die öffentliche Premierenfeier findet im Anschluss an die Freitagspremiere im Theaterrestaurant Herzog Georgs Inn statt.   Am Hof in Worms wird ein Pakt geschlossen: Siegfried bekommt König Gunthers Schwester Kriemhild zur Braut, wenn er die unbezwingbare Brunhild stellvertretend für Gunther besiegt. Es wird Stillschweigen vereinbart – und schon bald gebrochen. Siegfried wird von Hagen hinterhältig ermordet. Die Witwe Kriemhild fordert Vergeltung – an Hagen, an Gunther, an den Nibelungen. Viele Jahre später vollzieht ...


27.07.2015

„Der Zigeunerbaron“ erstmals auf der Waldbühne

„Nach Wien!“, lautet, im Finale des zweiten Aktes einer nicht ganz unbekannten Operette, die unmissverständliche Aufforderung. „Nach Heldritt!“, ließe sich dieser Appell aktualisieren und von der Mitte des 18. Jahrhunderts – „Der Zigeunerbaron“ spielt anno 1741 im Banat und eben auch in der Donaumetropole – in das frühe 21. Jahrhundert überführen. Denn dort, auf der im Bad Rodacher Ortsteil gelegenen Waldbühne, wird in diesem August innerhalb der Coburger Sommeroperette zum ersten Male die überaus beliebte Operette von Johann Strauss (Sohn) gegeben. Premiere ist am Mittwoch, den 12. August, von 19.30 Uhr an.   Teil des Sommeroperetten-Angebotes ist darüber hinaus auch eine Matinée mit dem Musikverein Beiersdorf aus Coburg und mit Joe Wulf & the Gentlemen of Sw...


27.07.2015

Das schönste Theater der Welt?

Theater als nahezu privates Erlebnis an einem an Magie reichen Ort, auf seidenen Kissen sitzend oder auf einem der wenigen Stühle, dies lässt sich in Sommerhausen am Main erfahren, rund zehn Kilometer südöstlich von Würzburg gelegen. Man schrieb das Jahr 1950, als der im April 1901 in Triest geborene Intendant und Regisseur, Maler, Bühnenbildner und Schauspieler Luigi Malipiero im Würzburger Tor das Torturmtheater gründete, eines der kleinsten Theater hierzulande. Hier brachte Malipiero fortan den „Faust“ ebenso wie den „Sturm“ und den „Sommernachtstraum“ auf die Bühne.   Malipiero folgte 1976 der gebürtige Linzer Veit Relin nach, der auch als Maler hervorgetreten ist. Er inszenierte viele Ur- und Erstaufführungen (beispielsweise von Edward Albee) und machte das Tortu...


27.07.2015

Shakespeares sämtliche Werke

Am 2. August eröffnen die Schlossfestspiele im oberfränkischen Thurnau zum zweiten Male. Auf dem Spielplan steht der komplette Shakespeare, wenn auch leicht gekürzt. Die Idee zu der kurzweiligen Parodie auf alle 37 Stücke (Tragödien, Komödien, Historiendramen, Romanzen) des großen englischen Barden hatten die drei US-Amerikaner Adam Long, Daniel Singer und Jess Winfield, die zusammen die Reduced Shakespeare Company bilden. Die Uraufführung von „Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)“ fand 1987 beim Edinburgh Fringe Festival statt.   Da es sich in Thurnau um eine Freiluft-Veranstaltung (im unteren Schlosshof nämlich) handelt, gilt es, eventuelle Unbilden des Wetters – nicht, dass ein Unwetter aufzieht, was ja bei Shakespeare, der immerhin „The Tempest“ geschrieben hat...


19.06.2015

R. Louis Stevenson auf der Suche nach John Silver

Wenn Sie gerade dabei sind sich Ihren diesjährigen Sommerkonzertbesuchsplan zusammen zu stellen, dann darf eine Station natürlich nicht fehlen, der Musicalsommer Fulda. Vor der bekannt grandiosen Kulisse des osthessischen Barockensembles haben sich die Macher einmal mehr etwas Besonderes einfallen lassen. Neben der seit Jahren im Programm befindlichen „Päpstin“ wird es heuer eine Welturaufführung geben.   Kein Geringerer als Robert Louis Stevenson, der schon Generationen von Kindern mit seiner „Schatzinsel“ in die Welt der Piraten entführte, ist die Hauptfigur der diesjährigen, zweiten Inszenierung. Dabei wird aber nicht nur einfach der literarische Stoff auf die Bühne gebracht, vielmehr verschmelzen die Abenteuer dieses Bestsellers mit der Lebensgeschichte von Stevenson selbst, die für sich gesehen schon ...


19.06.2015

Volles Programm in 2015

Zweimal Moliere und einmal von Kleist, die Klassiker sind wir ja beim Fränkischen Theatersommer längst gewöhnt. Was sich die Truppe rund um Intendant Jan Burdinski aber für 2015 sonst noch so auf die Fahnen geschrieben hat, das ist schon aller Ehren wert. Und das meinen wir sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht. Wie in den Vorjahren werden es ca. 220 Veranstaltungen an über 70 Spielorten sein, die das 26 Darsteller umfassende Ensemble in diesem Jahr sprichwörtlich „über die Bühne bringen wird“. Bei der breit angelegten Palette an Stücken wird sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei sein, egal ob man die Komödie, das Musical, ein „feines Kammerspiel“ oder aber auch einen musikalischen Abend bevorzugt. Ja sogar kulinarisches Theater kann man beim Fränkischen Theatersommer ...


19.06.2015

"Robyn Hod" auf dem Bamberger Domberg

Sie dürften zum endgültigen Abschied Rainer Lewandowskis von den Bamberger Bühnen werden, die diesjährigen Caldéron-Spiele in der Alten Hofhaltung auf dem Domberg. Am 4. Juli um 20.30 Uhr hat „Robyn Hod“ in einer Bühnenfassung des jahrzehntelangen Intendanten des E.T.A.-Hoffmann-Theaters Premiere, die letzte Vorstellung ist für den 25. Juli angesetzt (damit kommt es zu einer Überschneidung mit der Sommer Oper Bamberg).   Thematisch jedenfalls bleibt man, wie im vergangenen Jahr, als William Shakespeares Komödie „Viel Lärm um nichts“ im Angebot war, auf der britischen Insel. Lewandowski hat die bereits seit Geoffery Chaucer bekannte Ballade um den sagenhaften Bogenschützen und Räuberhelden Robin Hood in eine Freilicht-Fassung gebracht. Es inszeniert der Wiener Georg Mittendrein, der in...


19.06.2015

Sommerspiele

 Die Adaption von Umberto Ecos „Der Name der Rose“ war im vergangenen Jahr derart erfolgreich, dass sich die studiobühne bayreuth entschlossen hat, sie bei den Sommerspielen 2015 am 11. Juli im Römischen Theater der Eremitage als Wiederaufnahme zu bringen. Regie führt Birgit Franz, wie auch in Woody Allens Farce „Gott“ von 1975, die am 13. Juni Premiere hat.   Eröffnet werden die Sommerspiele am 7. Juni mit dem Kinderstück „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ (Regie: Werner Hildenbrand). In diese Version des bekannten Märchens sind viele Volkslieder mit eingeflossen. Alix Hofmann ist in der Hauptrolle zu erleben. „Tristan oder Isolde?“ fragt Uwe Hoppe in seiner jüngsten Wagner-Bearbeitung, die am 18. Juli zur Uraufführung kommt, während Dominik Kerns „Der fliegende Arzt&...


19.06.2015

Romantische Oper & Kinderbuchklassiker

Carl Maria von Webers „Der Freischütz“ zum einen, zum anderen „Das Dschungelbuch“ (nach Rudyard Kipling) werden bei den DomStufen-Festspielen in Erfurt zur Aufführung kommen. Von Webers romantische Schaueroper erlebte im Juni 1821 am Königlichen Schauspielhaus zu Berlin ihre triumphale Uraufführung. Zahlreiche der schwungvoll-mitreißenden und allerschönst orchestrierten Melodien sind volkstümlich geworden. Man denke nur an den „Jägerchor“ aus dem dritten Akt („Was gleicht wohl auf Erden dem Jägervergnügen?“; ja, was wohl?) oder an das Agathe gewidmete Andante-Brautlied „Wir winden dir den Jungfernkranz mit veilchenblauer Seide“.   Am Pult des Philharmonischen Orchesters steht dessen 1. Kapellmeister, Samuel Bächli. Die Inszenierung stammt von Guy Montavon...


19.06.2015

125 Jahre Luisenburg-Festspiele

Zur Jubiläumsspielzeit warten die Luisenburg-Festspiele, die anno 1890 erstmals gegeben wurden, mit einem wahrlich hochkarätigen Programm auf. Auf der Felsenbühne in Wunsiedel darf „Ein Sommernachtstraum“ nicht fehlen, „Cabaret“, „Maske in Blau“ und „Ein Maskenball“ decken die musikalischen Genres ab, „Der Brandner Kaspar und das ewig‘ Leben“ vertritt den Typus des Volkstheaterstücks, Kinder und Familien dürfen sich auf den „Kleinen Wikinger“ freuen. Das Publikum sei es gewohnt, schreibt Intendant Michael Lerchenberg, „bei uns hochwertiges Theater zu erleben“. In der Jubiläumsspielzeit 2015 aber „wollen wir uns selbst übertreffen“ und gemeinsam mit den Zuschauern und „unserer unvergleichlichen Luisenburg-Bühne ein großes Fes...


19.06.2015

Mademoiselle Marie

Auf der Hohenzollernburg in Cadolzburg finden seit einigen Jahren Open Air Musical-Uraufführungen statt, die für großes Aufsehen in der Metropolregion Nürnberg sorgen und jährlich von annähernd 13.000 Menschen besucht werden.   Nach der letzten Produktion „Aeronauticus“ im Jahr 2013 (unter anderem besonders bemerkenswert da dem Protagonist dieser Aufführung, dem deutsch-amerikanischen Flugpionier Gustav Weißkopf, im Jahr 2013 der tatsächlich erste bemannte Flug zugeschrieben wurde), hat sich der Verein für die diesjährige Spielzeit „Mademoiselle Marie“ ausgesucht. Mit diesem neuen und vierten Musical erzählt Autor Fritz Stiegler wieder eine Geschichte mit ganz aktuellem Bezug, denn die Uraufführung findet 70 Jahre nach Kriegsende statt. „Mademoiselle Marie&ldq...


04.05.2015

Fragen über Fragen in der Spielzeit 2015/2016

 Wenige Tage, ehe Rainer Lewandowski mit dem Beginn der 33. Bayerischen Theatertage in Bamberg so etwas wie den Auftakt in seinen Ruhestand feiert, bat dessen designierte Nachfolgerin, Sibylle Broll-Pape, die zukünftige Intendantin am E.T.A.-Hoffmann-Theater, zur Vorstellung ihrer ersten Spielzeit an der Regnitz in den Theater-Treff. Vieles ist neu, vieles wird anders, weniges bleibt so, wie es war. Von dem bisherigen Ensemble beispielsweise hat die aus der freien Theaterszene Kommende gerade einmal Iris Hochberger übernommen, außerdem noch Eckhart Neuberg, Volker Ringe und Florian Walter. Das hat ihr nicht wenig Kritik eingebracht. Broll-Pape hat ein Ensemble von überwiegend sehr, sehr jungen Leuten um sich geschart, die freilich allesamt von Schauspielschulen kommen, „die etwas zu sagen haben“.   Die Spielzeit 2015/2016 verspri...


25.04.2015

Reifeprüfung für Tamino

 Im Großen Haus des DNT Weimar hebt sich am Sonntag, 26. April, 18 Uhr der Vorhang für die Premiere einer neuen Inszenierung der „Zauberflöte“. Wolfgang Amadeus Mozarts Oper ist der unumstrittene Spitzenreiter auf deutschen Bühnen. Kein Werk wird so häufig inszeniert, aufgeführt und lockt mehr Besucher an. Auch in Weimar erfreut sich das Sing­spiel seit seiner Erstaufführung durch Johann Wolfgang Goethe vor 220 Jahren ungebro­chener Begeisterung beim Publikum. Allein die letzte Produktion lief hier insgesamt zwölf Spielzeiten lang.   Nach zweijähriger Pause kehrt die beliebte Oper nun auf die Bühne des DNT zurück. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Generalmusikdirektor Stefan Solyom und Kapellmeister Martin Hoff. Regie führte Nina Gühlstorff. Aus der Perspekt...


09.04.2015

„Emotionen“ beim Ballett Coburg

 Es sei, singen Papagena und Papageno à deux gegen Ende des zweiten Aufzugs von Mozarts „Zauberflöte“, das „höchste der Gefühle / wenn viele, viele, viele, viele / […] der Eltern Segen werden sein.“ (Gemeint, mit den Vielen, sind „liebe kleine Kinderlein“.) Anderen mag, beispielsweise, der Besuch der Monet-Ausstellung im Städel das höchste der Gefühle sein, die Lektüre der Sonette Shakespeares, eine Scheibe guten Brotes oder ein Ballettbesuch. Zu Letzterem besteht an diesem Wochenende in der Coburger Reithalle mehrfach Gelegenheit.   Am Samstag, den 11. April, von 20 Uhr an, anderntags bereits um 18 Uhr, offerieren Mitglieder des Coburger Balletts einen experimentellen Tanztheaterabend und greifen somit die Idee der „TanzZeit“ vom vergangenen Jahr erneut auf. „...


26.03.2015

Die vom Wege Abgekommene

 Fünf Gründe führte die English National Opera auf ihrer Website an, um Zuschauer in Giuseppe Verdis „La traviata“, in Szene gesetzt von Peter Konwitschny, zu locken. Zum einen könne man eine der meistgeliebten Opern überhaupt erleben. Verdis „herzzerreißende Tragödie“ sei die meistgespielte Oper des gesamten Repertoires. Heute wird das Melodram in Heidelberg und Hamburg (und in Nürnberg, denn darum geht es hier) gemacht, am morgigen Freitag in Neustrelitz und Wiesbaden, am Sonnabend, letztmals in dieser Spielzeit, an der Staatsoper Hannover, in der Karwoche kommen Essen, Lindau am Bodensee, Leipzig und Passau hinzu. Und damit hätten wir das Teatro La Fenice in Venedig und andere Häuser außer Landes, die ebenfalls „La traviata“ aufführen, noch gar nicht erwähnt. &nbs...


24.03.2015

Das Mainfranken Theater im Porträt

 Ein Blick zurück: An Franz Hauser, Regisseur am Leipziger Theater, der es abgelehnt hatte, seinen Erstling „Die Feen“ zur Uraufführung zu bringen, schrieb Richard Wagner im März 1834, er habe es, wenn auch „aus Gefälligkeit“ (wohl seinem Bruder Albert gegenüber), übernommen, „im Würzburger Theater die Chöre einzustudiren“. Dabei habe er „oft mit auf das Studiren der ganzen Oper gewirkt“, etwa auf Heinrich Marschners „Hans Heiling“ und Giacomo Meyerbeers „Robert le diable“. Gegründet worden war das damals Würzburger Stadttheater geheißene Haus ein Jahrzehnt zuvor, von dem mit E. T. A. Hoffmann befreundeten Julius von Soden, einem gebürtigen Ansbacher.   Der Name Wagner blieb dem Mainfranken Theater verbunden. Die Urenkelin K...


24.03.2015

„Wär es auch nichts als ein Augenblick“

 Wie es der Zufall so will, erschien zeitgleich mit unserem Rundblick über die Operettenpflege an fränkischen Opernhäusern ein brandneues Buch über eben diese Gattung. Geschrieben hat es ein Bamberger Hochschullehrer, und in einer Schriftenreihe der Universität Bamberg ist es auch herausgekommen. Albert Gier, Professor für Romanische Philologie an der Universität Bamberg, hat zahlreiche Publikationen zum Text im Musiktheater (Opern- und Operettenlibretti) und zu den Beziehungen zwischen Literatur und Musik vorgelegt. Sein Buch über die Gattung des Librettos ist zum Standardwerk geworden (Das Libretto. Theorie und Geschichte einer musikoliterarischen Gattung, Darmstadt: Wissenschaftl. Buchgesellschaft 1998). Nun erschien eine umfangreiche Publikation unter dem Titel „Wär‘ es auch nichts als ein Augenblick...


24.03.2015

Es grünt so grün

 „Singin’ in the rain“, das Musical über den epochalen Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm, hat in Nürnberg (Staatstheater) das neue Musicaljahr eingeläutet und einen überwältigenden Erfolg errungen. Ähnlich euphorisch berichteten die Medien über die am Landestheater in Coburg laufenden Musicals. Zu „Hair“ und „My fair Lady“ hat sich seit dem 14. März das Krimi-Musical „Thrill me“ hinzugesellt.   Musicals sind aber auch an den anderen fränkischen Opernhäusern en vogue, und selbst Einspartenhäuser wagen sich an diese Gattung. So hat sich das Stadttheater Bamberg kürzlich von den Monty Pythons zum Musical „Spamalot“ inspirieren lassen, das auf dem Kultfilm „Die Ritter der Kokosnuss“ beruht und mit britisch-schwarzem H...


09.03.2015

Es jrient so jrien

 Fraglos zählt „My Fair Lady“ zu den geläufigsten und beliebtesten Musicals überhaupt. Die Uraufführung Mitte März 1956 – mit Julie Andrews und Rex Harrison – wurde begeistert aufgenommen. Diese Produktion lief sechseinhalb Jahre lang; ähnlich erfolgreich war die Inszenierung am Drury Lane Theatre im Londoner West End, das bis heute eine Hochburg des Musicals ist. Die Verfilmung von 1964, mit Audrey Hepburn als Eliza Doolittle und Rex Harrison in der Rolle des Henry Higgins, wurde mit acht Oscars bedacht.   Jetzt brachte das Landestheater Coburg „My Fair Lady“ an zwei Abenden auf die Bühne des gut besuchten Großen Hauses im Bamberger E.T.A.-Hoffmann-Theater. Die Geschichte – nach George Bernard Shaws „Pygmalion“ – ist hinlänglich bekannt. Der Phonetikprofess...


09.02.2015

„Gift. Eine Ehegeschichte“ von Lot Vekemans

 Am Donnerstag, den 12. Februar feiert Lot Vekemans Schauspiel „Gift. Eine Ehegeschichte“ Premiere in den Kammerspielen. Die Premierenvorstellung ist so gut wie ausverkauft, mit ein bisschen Glück bekommt man an der Abendkasse noch eine Karte. Die nächsten Vorstellungen sind am 21. und 27. Februar.   ER hat SIE am 31. Dezember vor neun Jahren verlassen. ER ist einfach gegangen, ließ nie wieder von sich hören und versuchte ein neues Leben zu beginnen. SIE blieb zurück und war die ganze Zeit bemüht, nichts zu vergessen – aber ihr Leben erstarrte zur leeren Hülle, zum Maskenspiel. Nun treffen die beiden sich wieder. Auf einem Friedhof. Im Regen. Der Anlass ist ein offizieller Brief, in dem von Gift und verseuchter Erde die Rede ist und davon, dass ihr vor zehn Jahren verstorbenes Kind umgebettet werden soll. Bei...


03.02.2015

Über Grenzen sprechen

 Der größte und wichtigste osteuropäische Literatur- und Dramenwettbewerb „Talking about Borders – Über Grenzen sprechen“ fand seit 2004 Jahr um Jahr in einem anderen Land statt, etwa in Albanien, in Mazedonien, in der Ukraine. Von der Spielzeit 2014/2015 an wird der Wettbewerb auf Dauer an das Staatstheater Nürnberg als Ausrichter und Uraufführungstheater gebunden sein. Damit löst das Staatstheater das österreichische Außenministerium und den österreichische P.E.N.-Club als Projektträger ab. Die Leitung liegt in den Händen von Christian Papke, der in Wien als freier Regisseur und Dramaturg lebt und auf ARD-Alpha mit „Bühne Europa“ seine eigene Fernsehsendung hat. Papke war es auch, der vor einer Dekade den Wettbewerb initiierte. „Talking about Borders“ ...


03.02.2015

Operette, Hommage an Queen und Benefizkonzert

 Im Orchestergraben des Rosenthal-Theaters Selb ist Platz für etwas mehr als dreieinhalb Dutzend Musiker. Und so werden in der Hohenberger Straße eben nicht nur Komödien, Volkstheater und Schauspiel geboten, sondern immer wieder und gern auch Musikalisches. Am 7. Februar beispielsweise können sich Kinder von fünf Jahren an und die ganze Familie auf „Aschenputtel oder Rossini kocht eine Oper“ freuen. Das musikalische Märchen macht sich zunutze, dass Gioacchino Rossini nicht nur ein recht begnadeter Komponist sondern auch ein Koch und Gourmet gewesen ist. Zu Gast in Selb ist die Musikbühne Mannheim. Unter der Leitung von Kapellmeister Roland Vieweg bringt das Theater Hof am 12. Februar „Pariser Leben“ auf die Selber Bühne. Die 1866 uraufgeführte Operette zählt bis heute zu Jacques Offenba...


03.02.2015

Großstadtträume und Großstadtgefühle

 Ende November war Premiere in der Tafelhalle, jetzt gibt es im Februar und März jeweils einmal die Chance, an einer Fortsetzung der faszinierenden Abende mit Atina Tabé unter dem Titel „Asphalt“ teilzuhaben. Die umtriebige Berlinerin, die schon als Schauspielerin für ihre Rollen in „Trust“, „Maria Magdalena“ und „Medea“ von der Kritik in den Himmel gelobt worden war, entdeckt mehr und mehr ihr großes Gesangstalent und findet zunehmend Freude daran. Was den Gesang angeht, ist Atina Tabé Autodidaktin. Eigentlich ist die in Teheran geborene Schauspielerin im Sprechtheater zu Hause, spielte in Berlin am Deutschen Theater und war in zahlreichen Fernseh- und Theaterproduktionen zu sehen. Dieter Hallervorden engagierte sie noch vor ihrem Abschluss (Schauspieldiplom 2010) an seinem neu er&ou...


29.01.2015

Schuld und Schein

Am 14. Februar um 20 Uhr feiert Ulf Schmidts "Schuld und Schein" in einer Inszenierung von Rainer Lewandowski Premiere im Studio des E.T.A.-Hoffmann-Theaters. Was eigentlich genau ist passiert im Jahr 2007, als Banker der Wallstreet mit Umzugskartons unterm Arm eilig in Taxis sprangen? Als „For Sale“-Schilder im US-Bundesstaat Ohio jedes zweite neu gebaute Einfamilienhaus feilboten? Als die deutsche Kanzlerin und ihr Finanzminister sich gezwungen sahen, vor die Kameras zu treten, um die Sicherheit der Spareinlagen zu beschwören?   Der Dramatiker Ulf Schmidt hat ein „Geldstück“ geschrieben, das nichts weniger als eine Schöpfungsgeschichte des modernen Finanzmarkt-Kapitalismus und seiner Krisen ist. Ausgehend von der Erfindung von Geld und Bankenwesen, erklärt er in anschaulichen Szenen und pointierten Dialogen die Me...


08.01.2015

Ausdrucksstarke Doppelballettpremiere in Meiningen

 Am Freitag, den 9. und Sonntag den 11. Januar feiert der Ballettdoppelabend „En Saga / Feuervogel“ Premiere im Großen Haus des Südthüringischen Staatstheaters. Der Eisenacher Ballettdirektor Andris Plucis choreografiert zwei stark expressionistisch wirkende Werke der Musikliteratur: die Sinfonische Dichtung „En Saga“ des finnischen Komponisten Jean Sibelius und das Handlungsballett „Der Feuervogel“ von Igor Strawinsky. Die Meininger Hofkapelle unter Leitung des ersten Kapellmeisters Leo McFall begleitet den Ballettabend.   Die ursprüngliche Kraft der Natur bestimmt die choreographischen Bilder bei „En Saga“. Das finnische Aroma dieser Tondichtung resultiert aus einer alles umfassenden künstlerischen Einstellung und aus dem organischen Wachstum, mit dem Sibelius seine Themen in atmosphä...


09.12.2014

Peer und Prinzessin Gynt

 "Du lügst!" Hat Peer einfach nur zu viel Fantasie? Niemand will ihm glauben, dass es Trolle wirklich gibt. Peer aber ist fest davon überzeugt. Er begibt sich auf die Suche und gelangt tatsächlich in die Welt der Trolle. Dort trifft er Gynt, die Tochter des Trollkönigs, und staunt über die Sitten und Gebräuche: Was bei den Menschen höflich und richtig ist, gilt unter Trollen als ungehörig und falsch - und umgekehrt! Um zu beweisen, dass es die Welt der Trolle wirklich gibt, nimmt Peer die Prinzessin Gynt mit zu den Menschen …   Verschiedene Volkssagen und Märchen haben die faszinierende Welt der Trolle zum Gegenstand. Im spielerischen Umgang mit den verschiedenen Vorlagen werfen die Autoren Paul Maar und Christian Schidlowsky große Fragen auf: Was bedeutet Wirklichkeit, oder gibt es mehrere Wirk...


09.12.2014

Kästner-Roman als Schauspiel am Landestheater Coburg

 Berlin zu Beginn der 30er Jahre: Jakob Fabian, Titelheld des Romans, erlebt eine turbulente Odyssee in der Hauptstadt, die von Widersprüchen aller Art geprägt ist. Eine seltsame Atmosphäre herrscht in jenen Jahren in der Spreemetropole. „Berlin trug damals noch den Stempel des verlorenen Krieges. Die Menschen waren nervös und schlecht gelaunt, die Straßen schmutzig und von verkrüppelten Bettlern bevölkert …   Der Ton war bewusst zynisch, kaltschnäuzig, salopp, womit eine permanente Unsicherheit kess zugedeckt wurde. Diese Stadt fraß Talent und menschliche Energie mit beispiellosem Heißhunger, um sie ebenso rasch zu verdauen, kleinzumahlen und wieder auszuspucken.“ So beschrieb Kästners Zeitgenosse Carl Zuckmayer die Stimmung in diesem Schmelztiegel, in dem ökonomische Krisen,...


03.12.2014

Viel Lärm und nichts um die Nachfolge am E.T.A.-Hoffmann-Theater?

Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Und munden dürfte, was von der Spielzeit 2015/2016 an den Besuchern des E.T.A.-Hoffmann-Theaters Bamberg geboten werden wird, zumindest insofern, als es ja heißt, dass Abwechslung Freude mache. Dem Haus wird dann nämlich Sibylle Broll-Pape vorstehen (oder, um im Bild zu bleiben, am Schillerplatz am Herd). Die Nachricht, dass die Gründerin und Leiterin des Bochumer Prinz-Regent-Theaters von der Ruhr an die Regnitz geht, schlug allerdings manch einem auf den Magen. Auch Mitgliedern des Ensembles. Denn von den von Rainer Lewandowski verpflichteten Schauspielern darf weniger als eine Handvoll bei Broll-Pape bleiben. Dabei ist dergleichen – neuer Intendant, fast komplett neues Ensemble, neue Mitarbeiter auch in der Technik, in der Schneiderei und in anderen Abteilungen – in der T...


26.11.2014

Weit mehr als (Winds-)Bach in Ansbach

Man glaubt es kaum, wie vielfältig, wie großartig das Angebot des Theaters Ansbach ist, zumal in Sachen Musik. Innerhalb der Konzertreihe im Onoldiasaal gastiert am 12. Dezember das Quatuor Ébène. Die vier Franzosen haben sich längst in die absolute Weltspitze gespielt und fallen durch ungewöhnliche Encores (gern Jazz) und Zusammenarbeiten (etwa mit der fabelhaften Stacey Kent) auf. In die mittelfränkische Bach-Stadt kommen sie mit Mozarts chromatisch ungemein kühn eröffnenden Es-Dur-Streichquartett KV 428, dem zweiten der beiden Quartette op. 51 von Brahms, welches „sehr viel schönes in knapper Form“ enthält, wie der Wiener Chirurg und Widmungsträger Theodor Billroth bemerkte, und technisch arg anspruchsvoll ist. Im Zentrum steht Ravels singuläres Streichquartett F-Dur op. 35, mit d...


26.11.2014

Nürnberger (Tanz-)Schule

Sie sieht ja ach so leicht aus, die Kunst des Balletts, und macht doch viel Arbeit, Tag für Tag. Ballett erfordert, neben Begabung, vor allem eines: Leidenschaft, Passion, das Brennen für die Sache. Der Madrilene Montero spricht gern von „pasión“. Denn Goyo Montero, Jahrgang 1975, ist so einer, der für seine Sache brennt, für das Ballett, für den Tanz auf Spitze. Montero ist seit September 2008 Ballettdirektor und Chefchoreograph am Staatstheater Nürnberg. Mit seiner Compagnie, die inzwischen auch im Ausland gern gesehener Gast ist – in Biarritz etwa, in Lausanne, und im Juli folgt mit „Cinderella“ das Internationale Tschechow-Theaterfestival Moskau –, gelingt es ihm ein ums andere Mal, Spitzentanzkunst auf die Bühne zu bringen.   Frucht dieser Arbeit ist ein hoher Publikumszuspru...


29.09.2014

Franken ist einfach zu klein!

68 Jahre alt ist es in diesem Jahr geworden, das Fränkische Theater Schloss Massbach. 1946 von Lena Hutter und Oskar Ballhaus in Coburg gegründet, fand man 1948 in Schloss Wetzhausen bei Schweinfurt ein erstes festes Domizil. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen um ein Theater aufzubauen, das aus dem „Geist der Gemeinschaft“ heraus existieren konnte, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Gerade in der schweren Nachkriegszeit teilten die Mitglieder des Theaters das Wenige miteinander, das sie mit ihren Aufführungen verdienten.   Offensichtlich litt die künstlerische Ausstrahlung unter der Mangelsituation nicht, denn schon bald hatte man sich in die Herzen der Zuschauer gespielt. 1950 flossen dann erstmals staatliche Zuschüsse wodurch die Aktivitäten regional ausgedehnt werden konnten, das heißt es kamen mehr Spielorte, damit mehr Aufführungen und letztlich auch mehr P...


29.09.2014

Theater auf Touren in Bayreuth

Im Oktober und November heißt es in Bayreuth wieder „Theater auf Touren“. Dem Kulturamt der Stadt ist es erneut gelungen, ein unterhaltsames und ansprechendes Programm zusammenzustellen. Drei Klassiker, dazu ein mit Auszeichnungen und Preisen bedachtes zeitgenössisches Schauspiel und ein Opernabend, an welchem eine populäre einer höchst selten aufgeführten Oper gegenübergestellt wird: Darauf darf sich das Publikum in der Stadthalle (Vorstellungsbeginn ist jeweils um 19.30 Uhr) freuen.   Am 9. Oktober eröffnet der Theaterreigen mit dem Gastspiel des Eurostudio Landgraf aus Titisee-Neustadt. „Verrücktes Blut“ bringt das brisante Thema der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund auf die Bühne. In dem Stück von Nurkan Erpulat und Jens Hillje prallen im Klassenzimmer türkische, arabis...


29.09.2014

Spitzentanz auf Spitze

Ballettfreunde in Franken können sich glücklich schätzen, denn das in der Region zu findende Angebot an Tanz auf hohem Niveau macht staunen. Da ist, beispielsweise, die famose Compagnie am Staatstheater Nürnberg und deren Ballettdirektor Goyo Montero, der in der neuen Spielzeit als Uraufführung „Cyrano“ (mit Musik von Rameau, Charles Ives und Owen Belton) auf die Bühne bringt. Da ist aber auch, und um diesen Schatz soll es hier gehen, das Tanztheaterprogramm des Stadttheaters Fürth.   Dort hält man sich zwar keine hauseigene Compagnie, lädt aber immer wieder Spitzenensembles aus Nord- und Südamerika und aus Europa zu Gastspielen in die Kleeblattstadt ein. Die Nachfrage ist derart groß, dass man sich in dem von Intendant Wolfgang Müller geführten Haus in der Königstraße von der Sais...


29.09.2014

Thüringer Trouvaillen

Nach der Vorschau auf das, was die Spielzeit 2014/15 in fränkischen Theatern und im frankennahen Meiningen zu bieten hat (Art5/III August/September 2014), lohnt ergänzend der Blick auf die kulturgeographischen „Ränder“ in Thüringen. Dort warten, gut erreichbar, mit dem hauptstädtischen Theater Erfurt und dem traditionsbefrachteten Deutschen Nationaltheater Weimar zwei Schlachtrosse deutscher Bühnenkultur auch auf neugierige Besucher aus Franken. Im Mekka der deutschen Klassik hat die Saison schon früh begonnen, nämlich mit einem Theaterfest am 30. August. Das Kunstfest Weimar schloss sich an, die erste Opernpremiere fand mit Giacomo Puccinis ‚La Bohème‘ am 9. September statt.   Das Weimarer Schauspiel setzt diesmal schwerpunktmäßig auf den weiland Lokalmatador Goethe und – in sinnig...


04.08.2014

Die Menge macht’s

Seit nunmehr fünf Jahren machen sie in Bamberg „richtig Theater“, seither haben sie „so einiges gemacht, drinnen, draußen und im Untergrund“. Gemeint ist das freie Ensemble des WildWuchs-Theaters, eine Gruppe von noch jungen Leuten, die sich mit Haut und Haar der Schauspielkunst verschrieben haben. Auf dem Spielplan standen bislang beispielsweise moderne Klassiker wie Samuel Becketts „Warten auf Godot“, Arthur Schnitzlers „Reigen“, oder „Die Gerechten“ von Albert Camus. In diesem Sommer machte man Stefan Zweigs späte, im brasilianischen Exil entstandene „Schachnovelle“.   Gastierte das WildWuchs-Theater bis vor wenigen Wochen im Jazzclub (Stichwort Untergrund), in der Buchhandlung Collibri, im Hain oder auf dem Gelände der Gärtnerei Böhmer, so gibt es nun wahrlich fro...


04.08.2014

Ein Stadtteil wird zur Bühne

Seit Jahren wohnen sie beide – Nina Lorenz und Stephan Bach – im Bamberger Gärtnerviertel zwischen Memmelsdorfer Straße und Theuerstadt. Der Schauspieler und Sprecher hat oft schon mit der (nach wie vor lebendigen) Theaterwerkstatt Haßfurt zusammengearbeitet, die Lorenz gründete und noch immer leitet. Doch Lorenz, die Regisseurin, hatte auch Lust auf Neues und so kam ihr die Idee, das Theater in ihr Wohnviertel zu holen und den Stadtteil zur Bühne werden zu lassen. Das freie Theater im Gärtnerviertel (kurz: TiG), das auch in die Stadt und das Umland hinausstrahlen soll, war geboren.   „Unsere Gegend ist kulturell ambitioniert, und so fühlten wir uns als Theaterschaffende doch bemüßigt, hier etwas zu machen“, erzählt Bach. „Unsere Nische“, ergänzt Lorenz, „ist die, dass w...


04.08.2014

Zwischen „nacktem Wahnsinn“ und „magischen Momenten“

Ach ja, das Theater: es „läuft vor sich davon und treibt sich dort herum, wo es nicht hingehört“. So lautete kürzlich der Befund eines FAZ-Kritikerpapstes, garniert noch mit der Prognose, das Theater schaffe sich dergestalt ab. Die Exempel der Umschau des Kollegen reichten von Oldenburg bis Graz und unterzogen diverse Spielplanankündigungen einer rigorosen Anamnese des Zeitgeistes. Fazit: das Theater betrügt die Zuschauer um die Fernreisen ins Unbekannte, Erhabene und Poetische, bewirft es statt dessen mit „Alltagsdurchgeknalltheiten“.   Ob es wohl Ähnliches festzustellen gilt, wenn wir uns in einem vorauseilenden Rundblick bescheiden auf fränkische Gefilde beschränken? Mal sehen. Eine Umschau zwischen Selb und Würzburg, zwischen Coburg und Nürnberg sei also gewagt – und nicht davor gescheu...


24.06.2014

Shakespeare auf dem Domberg

 In diesem Jahr kommt man um William Shakespeare, der vor 450 Jahren in Stratford-upon-Avon geboren wurde, wirklich nicht herum. Auch die Caldéron-Spiele 2014 nehmen sich des großen Barden an. Shakespeares Komödie „Viel Lärm um nichts“ hat am 6. Juli um 20.30 Uhr in der Alten Hofhaltung auf dem Bamberger Domberg Premiere. Es inszeniert, wie bereits 2012 („Im Himmel hinterlegt“), der gebürtige Meininger Gerhard Fehn. Für die Ausstattung sorgt Jens Hübner, der bereits bei den Bayreuther Festspielen assistierte und seit der Spielzeit 2012/2013 als Ausstattungsleiter fest am E.T.A.-Hoffmann-Theater engagiert ist.   „Viel Lärm um nichts“, 1599 geschrieben, ist eine typische Shakespeare-Komödie, reich an Irrungen und Wirrungen um und in der Liebe, reich auch an perfiden I...


24.06.2014

Leonard Bernsteins „West Side Story“

 Es war in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als der große Dirigent, Musikvermittler und Komponist Leonard Bernstein (1918 bis 1990) die Idee hatte, William Shakespeares Tragödie um das junge Liebespaar „Romeo und Julia“ vom italienischen Verona in die New Yorker Bronx zu transponieren. Die Uraufführung seiner „West Side Story“ im September 1957 am Broadway war ein durchschlagender Erfolg, ein Erfolg, der bis heute nicht nachgelassen hat. Und die Verfilmung ist mit nicht weniger als zehn Oscars ausgezeichnet worden.   Die Mutter des US-amerikanischen Musicals verbindet Gesangsnummer, Schauspiel und Tanzeinlagen auf einzigartige Weise. Die Liebesgeschichte zwischen Tony und Maria spielt sich vor dem Hintergrund eines Bandenkrieges zwischen den Jets, die für New York stehen, und den Shark...