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31.03.2017

Und außerdem…

 “Martin Luther & Thomas Münzer oder Die Einführung der Buchhaltung” heißt das aktuelle Schauspiel von Dieter Forte, das als Koproduktion der Schauspielbühnen in Stuttgart mit dem Euro-Studio Landgraf im Theater der Stadt Schweinfurt am Montag, 03. und Dienstag, 04. April zum Jubiläum 500 Jahre Reformation auf die Bühne kommt. Es geht um die Verflechtungen von Kirchengeschichte, Politik und Wirtschaftsgeschichte zur Zeit der Reformation und um vier junge Leute: Luther, Münzer, Karlstadt und Melanchthon und die erste große Revolution. Das Thema des Stückes – Expansion der Macht um jeden Preis – zeigt Konstellationen auf, die sich modellhaft wiederholen. „Protestantisches Leben in Würzburg während des 16. Jahrhunderts. Eine Annäherung“ beschäftigt sich mi...


31.03.2017

Hexenkult und Medienreform

 Für eine Zeitreise in die religiös wie kulturell wirkmächtigen Dekaden der Reformation bedarf es in Rothenburg ob der Tauber keiner aufwendigen Inszenierungen. Hier ist die Stadt selbst schon die beste Bühne, um die bahnbrechenden Ideen, die Kriegswirren und wirtschaftliche Blütezeit des 15. und 16. Jahrhunderts auferstehen zu lassen. Zur Lutherdekade widmen sich zwei Sonderausstellungen der Reformation und ihrer Auswirkungen rund um die Person Martin Luthers. „Mit dem Schwert oder festem Glauben – Luther und die Hexen“ im Mittelalterlichen Kriminalmuseum nimmt den Besucher vom 1. Mai 2016 bis 31. Dezember 2018 mit auf eine Reise durch mehrere tausend Jahre Zauber- und Aberglauben. Wie dachte der große Reformator über Zauberer oder Hexen? Aus wertvollsten Schriften bedeutender Kleriker lässt sich e...


31.03.2017

Luther & die Frauen der Reformation

 Auch in Bamberg versucht man, Luther auf die Spur zu kommen. Im Diözesanmuseum geschieht dies vom 24. Mai bis 30. September auf künstlerischem Wege. Die Ausstellung „LUTHER REICHT NICHT“ zeigt Werke von Künstlerinnen und Künstlern aus Franken, die vielfältige Assoziationen, Stimmungen und Erinnerungen ansprechen. Was hat die Reformation bewirkt? Was hat sie – vielleicht zu Unrecht – übergangen? Wie lebt sie noch heute weiter? Die Vernissage zur Ausstellung findet am 24. Mai, 17.00 Uhr statt. Vom 26. Juni bis 9. Juli stehen in der Bamberger Auferstehungskirche die Frauen der Reformation im Fokus der gleichnamigen Ausstellung. Denn die Reformation war keineswegs reine Männersache. Herrscherinnen, Ehefrauen und andere vom Gedanken der Reformation begeisterte Frauen setzten sich für die neue Lehre L...


31.03.2017

Windsheim 1517

Mitten im Hochsommer wird in der Kurstadt Bad Windsheim, die sich als ehemalige freie Reichsstadt schon früh der Reformation anschloss, der Höhepunkt des diesjährigen Reformationsgedenkens gefeiert. Dazu lädt nicht nur das Evang.-Luth. Dekanat, sondern auch die katholische Pfarrgemeinde ein. Das ökumenische Fest findet am 30. Juli 2017 in Kooperation mit dem Freilandmuseum, der Stadt Bad Windsheim und dem Förderverein Klosterchor & Historische Stadtbibliothek statt und bietet ein vielfältiges Programm für Jung und Alt. Ort des Geschehens ist die Bad Windsheimer Altstadt. Im Zentrum steht die Stadtkirche St. Kilian und der Dr.-Martin-Luther-Platz, Treffpunkt für besondere Aktionen, ein Schauspiel zu den 95 Thesen u.v.m.. Gleich hinter der Kirche auf dem Kirchenbuck treffen sich die Familien mit Kindern zum &bdquo...


31.03.2017

Nürnbergs Aufbruch ins humanistische Zeitalter

 Als protestantisches Zentrum Frankens und Süddeutschlands ist man in Nürnberg bestens für das Lutherjahr gewappnet. Gleich zwei große Ausstellungen im Albrecht-Dürer-Haus und Germanischen Nationalmuseum beschäftigen sich ab Ende Juni mit der Thematik Reformation. Die dreiteilige Ausstellung „Neuer Geist und neuer Glaube – Albrecht Dürer als Zeitzeuge der Reformation“ spürt vom 30. Juni bis 4. Oktober den engen, oft überraschenden Zusammenhängen zwischen Humanismus, Bildungsreform und Reformation in Nürnberg nach. Neben den wichtigsten Nürnberger Protagonisten des Humanismus, widmet sich die Präsentation im Graphischen Kabinett und im Dürer-Saal des Albrecht-Dürer-Hauses einer der bestdokumentierten Persönlichkeiten der Reformationsepoche: dem Künstler, Humanisten un...


31.03.2017

Im Schutze der Festung

 Zu den Nationalen Sonderausstellungen in Wittenberg, Eisenach und Berlin gesellt sich eine weitere sehenswerte Schau auf der Veste Coburg. Das Haus der Bayerischen Geschichte, die Coburger Landesstiftung sowie die Stadt Coburg veranstalten vom 9. Mai bis 5. November 2017 die Bayerische Landesausstellung „Ritter, Bauern, Lutheraner“ und leisten damit den zentralen bayerischen Beitrag zum Reformationsjubiläum 2017. Unterstützt werden sie dabei von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und der Kirchengemeinde St. Moritz in Coburg, die das umfangreiche Begleitprogramm koordinieren. Doch einmal von vorn. Wieso gerade Coburg? Auf der Veste Coburg, der Hauptpräsentationsort der Landesausstellung, fand Martin Luther Schutz, nachdem über ihm die Reichsacht verhängt wurde und er damit als vogelfrei galt. Die Veste Coburg ...


31.03.2017

Vom Mittelalter in die Neuzeit

 Im Sommer 2017 lohnt sich ein Blick nach Gotha, denn in der Säulenhalle des Herzoglichen Museums kann man vom 30. Juli bis 5. November 2017 den „Gothaer Tafelaltar“ bestaunen. Dieses „monumentale Bilderbuch der Reformationszeit“ gilt mit über 160 Bildtafeln als eines der bilderreichsten Werke der altdeutschen Malerei. Der Altar, der einen Bilderzyklus von der Erschaffung des Menschen bis hin zur Auferstehung Christi zeigt, wird erstmals 1658 in Gotha erwähnt und steht hier im engen Zusammenhang mit der Frömmigkeit Herzog Ernst I. von Sachsen-Gotha-Altenburg, der sich als Sachverwalter des „wahren“ Luthertums verstand. Hier kommt dem Objekt eine paradigmatische Bedeutung zu. Im direkten Vergleich mit zeitgleich entstandenen Altarwerken für katholische Auftraggeber sollen die protestantischen Beso...


31.03.2017

Luther-Rezeptionen in der Kunst

 Auch in Erfurt hält das Reformationsjubiläum Einzug. Ab 26. März 2017 präsentiert das Angermuseum bisher selten gezeigte Gemälde Lucas Cranachs d. Ä. aus Privatbesitz in einem neugestalteten Abschnitt der ständigen Ausstellung mittelalterlicher Kunst. Diese längerfristigen Leihgaben treten in Beziehung zu den seit der Neueröffnung des Museums wieder präsenten Werken des Meisters. Der mit neuen Bildfindungen sich auch in der Kunst offenbarende Diskurs der Konfessionen im 16. Jahrhundert zeigt anhand von acht zusätzlichen Cranach-Werken die stilistischen und motivischen Wandlungen im Œvre des Meisters vor und nach der Einführung der Reformation in Mitteldeutschland. Von Ende April bis Anfang September werden im Angermuseum zusätzlich zur Dauerausstellung zwei Sonderausstellungen prä...


31.03.2017

„Außer Thesen allerhand gewesen“

 Unter dem Titel „Außer Thesen allerhand gewesen“ werden in der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena aktuell zahlreiche Schätze der Reformationszeit präsentiert, u. a. die Bibliotheca Electoralis, zu deren Nutzern in Wittenberg Luther, Melanchthon und weitere Persönlichkeiten zählten, sowie seltene Drucke, darunter Schlüsselschriften Luthers, und die kontrovers diskutierte Notizen zum „Thesenanschlag“ Georg Rörers. Berühmt geworden und viel zitiert sind seine drei Zeilen im Neuen Testament von 1540 (Ms. App. 25; Original nur bis April ausgestellt). Neben einem jüngst entdeckten Kupferstich Albrecht Dürers, der erstmals öffentlich gezeigt wird, werden Einblicke in das polemische Schrifttum der Reformationszeit gewährt. Ausstellungsort ist der Zimelienraum in der T...


31.03.2017

Ein aberwitziges Unterfangen?

 Noch bis Juni ist in Rudolstadt das Theaterstück „Die Bibel“ von Niklas Radström als deutschsprachige Erstaufführung zu sehen. Die Bibel als Theaterstück? Klingt nach einem aberwitzigen Unterfangen. Allein die Besetzung: mehr als dreitausend Personen werden erwähnt, dann die Schauplätze: Berge, Meere, Walfischmägen; die Katastrophen: Fluten, Kriege, Plagen; die Wunder: diverse Engel, unerklärliche Schwangerschaften, brennende Dornbüsche. Und, gesetzt, man überwindet alle Hindernisse, so blieben heutige Empfindlichkeiten: Wird man Gläubige verprellen, wenn man sich vom Allerheiligsten ein Bild macht, kann man Nichtchristen trotz ihrer Vorurteile überzeugen, dass diese archaischen Geschichten erzählenswert sind? Ist es heikel, das Buch der Bücher aufzuschlagen, gerade jetzt, wo ...


31.03.2017

Außer der Norm

 Als Kulturstadt, die Weimar nun einmal ist, wäre es geradewegs frevelhaft, sich nicht am Reformationsjubiläum zu beteiligen. Sorge, dass das passiert, braucht man allerdings nicht zu haben, wie man es auch sonst von der Klassikerstadt gewohnt ist, sieht der Veranstaltungskanon einiges, auch außerhalb dem Norm, vor. Zu allererst sei die Ausstellung »Ausstellung der Lutherbibel von 1534« erwähnt, die ein absolutes Highlight präsentiert. An vier Tagen im Mai ist im historischen Gebäude der Herzogin Anna Amalia Bibliothek die erste Gesamtübersetzung des Alten und Neuen Testaments von Martin Luther (Wittenberg 1534) zu sehen. Das von der UNESCO ins Verzeichnis »Memory of the World« aufgenommene Weimarer Exemplar zeichnet sich vor allem durch die prachtvolle Ausmalung der 128 Holzschnitte und Bildinitia...


31.03.2017

Wo Luther wandelte

 Martin Luther hinterließ an Vielen Orten seine Spuren, aber im heutigen Sachsen-Anhalt war er zu Hause. In Eisleben ist er am 10. November 1483 geboren und auf seiner letzten Reise in die Heimat 1546 ebendort verstorben. Im Geburts- sowie Sterbehaus gedenkt man Luther seit langer Zeit. In Luthers Geburtshaus wurde bereits Ende des 17. Jahrhunderts ein öffentliches Museum für Lutherpilgerer eingerichtet, im Sterbehaus am Andreaskirchplatz geschah dies im 19. Jahrhundert. Ebenfalls für Besucher zu besichtigen ist Luthers Elternhaus in Mansfeld, in dem er bis zu seinem 13. Lebensjahr aufwuchs. Schulzeit und Kindheit, nicht zuletzt die Enge Bande zu seinen Eltern prägten sein weiteres Leben nachhaltig. Die Hauptwirkungsstätte des Reformators findet man jedoch in Wittenberg. Fast alles spielte sich in der berühmten Collegie...


31.03.2017

Luther, Bach und Bibel

 Das ist der Teufel in uns, dass niemand genug hat“, rufe ich etwas atemlos nach oben. „Im großen Wasser fängt man große Fische, im kleinen Wasser gute Fische“, schallt von dort die Stimme meines Mannes zurück. Er ist längst an der nächsten oder übernächsten Stele angekommen. Gemeinsam sind wir auf dem neuen Luthererlebnispfad in Eisenach unterwegs, der von der Altstadt zur Wartburg führt. Und die Steigung hat es dermaßen in sich, dass die Infotafeln eine willkommene Ablenkung sind. Also werfen wir uns Denksprüche des Reformators zu, betrachten die Luthergemälde aus dem 19. Jahrhundert und lesen, was im 16. Jahrhundert sonst noch geschah. So nähern wir uns ganz allmählich Luther – und der Wartburg. In Eisenach merkt man es ganz besonders: Thüringen feiert d...


31.03.2017

Eine Zeitreise ins 16. Jahrhundert

 Yadegar Asisi ist für die größten 360°-Panoramen der Welt bekannt. In Leipzig, Dresden, Berlin, Pfortzheim und Rouen (Frankreich) konnte man seine Werke bisher bewundern. Seit Oktober 2016 reiht sich nun auch Wittenberg in die Liste der Städte mit einem Asisi-Panorama ein. Anlässlich des Luther-Jubiläums entwarf der Künstler das monumentale Rundbild „LUTHER 1517 – Glaube, Wissen, Selbstbestimmung“ im Maßstab 1:1. Unglaubliche 15 x 75 Meter Fläche zeigen Wittenberg zur Zeit der Reformation. Mit einem Entree, das über Künstler und Werk informiert, wird der Besucher begrüßt. Danach bietet sich ihm ein einzigartiges Bild. Plötzlich steht man mitten im mittelalterlichen Wittenberg, kann vom Schlossplatz zum Stadttor, zur Probstei und Amtsmühle blicken und wird Tei...


31.03.2017

Kleine Stadt ganz groß

 Schon von Weitem sieht man ihn, den berühmten Turm der Wittenberger Schlosskirche mit der ebenso berühmten Inschrift „Ein feste Burg ist unser Gott“, an dessen Portal – wenn auch umstritten – Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen schlug. Bereits hinter den malerischen Elbauen erspäht man ihn, sieht, wie das Grün der neogotischen Turmhaube mit dem strahlend blauen Himmel um die Wette funkelt. Friedlich liegt es da, das beschauliche Wittenberg. So friedlich, dass man kaum glauben mag, dass dies einst eines der, wenn nicht das kulturelle und geistige Zentrum Europas war. Zwar kannte Luthers Wirken keine Grenzen, aber genau hier hatte es seinen Ursprung, hier wurde Geschichte geschrieben und darauf ist Wittenberg noch heute stolz. Wer Luther auf die Spuren kommen will, kommt an der kleinen, rund 47.000 Einw...