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30.03.2017

Fuck You Wagner!

 Vielzitiert ist Richard Wagners berühmter Spruch „Kinder, schafft Neues!“. Ob er auch immer ernst genommen wird, ist eine andere Frage. Die diesjährige Ausgabe des alljährlichen Festivals Musica Bayreuth, seit über einem halben Jahrhundert eine wohlklingende Konstante im Bayreuther und im gesamten nordbayerischen Musikleben, scheint Wagners Devise jedoch zu beherzigen. Man schaue nur auf das wohl am provokantesten klingende Highlight dieses Musikfrühlings, die Crossover-Show „Fuck You Wagner!“, die Richard Wagners Opernmusik mit Breakdance zusammenbringt. Ein Opernregisseur und zwei Breakdance-Weltmeister wagen die Fusion von Sub- und Hochkultur und präsentieren originale und beatbearbeitete Musik von Wagner, zeigen moderne Choreographien und Powermoves zu den Leitmotiven aus dessen Opern und verwandeln a...


30.03.2017

Kammermusik, Jazz und moderne Klänge

 Musik zu Ostern in Bayreuth – hier darf das Bayreuther Osterfestival nicht fehlen! Bereits zum 23. Mal veranstaltet die Kultur- und Sozialstiftung Internationale Junge Orchesterakademie das jährliche Festival über zwei Wochenenden zu Ostern. Das abwechslungsreiche Programm erstreckt sich von klassischer über Kammer- und Orgelmusik bis hin zu Jazz und modernen Klängen. Das Festival wird traditionell am Karfreitag, den 14.04. um 17 Uhr in der Bayreuther Stadtkirche eröffnet. Die Bayreuther Stadtkantorei gestaltet gemeinsam mit La Banda und talentierten Solisten unter der Leitung von Michael Dorn das Eröffnungskonzert 2017. Zwei außergewöhnlich talentierte Nachwuchspianistinnen können die Besucher im Rokokosaal von Steingraeber & Söhne am historischen Liszt-Flügel erleben. Am Karsamstag wird S...


30.03.2017

Erschwingliche Kultur dank Ehrenamt

 Seit nunmehr 67 Jahren gibt es in Bayreuth einen Verein, der sich die Förderung des kulturellen Lebens auf die Fahnen geschrieben hat, des musikalischen vor allen Dingen: die ‚Gesellschaft der Kulturfreunde Bayreuth’. In deren Anfangszeiten war das Programm von Operngastspielen, Dichterlesungen, wissenschaftlichen Vorträgen, Kunstausstellungen oder auch Rezitationsabenden bestimmt. Heute fungieren die Kulturfreunde in erster Linie als Konzertveranstalter, denn Bayreuth verfügt außerhalb der Festspielzeiten über kein ortsfestes Symphonieorchester, dessen Mitglieder darüber hinaus für die Pflege der Kammermusik zur Verfügung stehen könnten. Die Gesellschaft hat sich zum Ziel gesetzt, das musikalisch-kulturelle Profil der Stadt durch die Verpflichtung von Künstlern und Ensembles höchster Qualit...


30.03.2017

Vom Flamenco über die großen Quintette bis hin zu Bavaria Brass

 Das Festival „Frühling in Schloss Seehof“ in der barocken Orangerie bietet von 1. bis 5 Juni wieder sechs Konzerte in einer traumhaft schönen Atmosphäre. Die ehemalige Sommerresidenz der Bamberger Fürstbischöfe, Schloss Seehof, gehört zu den Juwelen Frankens. Das Festival gilt als Geheimtipp unter Klassikfans, verbinden sich dort barockes Ambiente und Musik vom Feinsten. Renommierte Künstler wie zum Beispiel das Barockorchester LA FOLIA, das Damensalonorchester BELLA DONNA oder auch das Bamberger Streichquartett gestalten die diesjährige Konzertreihe. Man ist geneigt, die Welt zu vergessen, wenn das Abendlicht sanft durch die hohen Fenster der barocken Orangerie von Schloss Seehof flutet und die ersten Töne erklingen. In der Gemeinde Memmelsdorf, unweit von Bamberg, ist das Pfingstfestival mittlerwei...


30.03.2017

Künstler ohne Grenzen

  Der Grammy-Award-Preisträger Augustin Hadelich, als Sohn deutscher Eltern in Italien geboren, hat sich als einer der großen Geiger seiner Generation etabliert. Der ‚New Yorker’ feierte ihn bereits mit den Worten „Das ist ein junger Künstler, für den es offenbar keine Grenzen gibt“. Am 8. Mai wird er auf Einladung des Musikvereins Bamberg im Keilberthsaal der Bamberger Konzerthalle gastieren. Vor kurzem gab er ein umjubeltes Konzert im Münchner Gasteig, das die Süddeutsche Zeitung mit den Worten kommentierte: „Hadelich spielte Edouard Lalos Symphonie espagnole mit einer solchen klanglich ausgereiften Präsenz, Noblesse im Rhythmischen und überlegener Grandezza im Gestalten der fünf Sätze im Einzelnen wie des Werks im Ganzen. Dieser wunderbar kraftvoll spielende, doch nie dick a...


30.03.2017

Musikalischer Treffpunkt: Sakraler Raum

 Die kleine aber feine Konzertreihe „Musik in fränkischen Kirchen“ des Kulturforums Bamberger Land e.V. wartet heuer mit besonderen Leckerbissen für die Freunde klassischer Musik auf. Während am Ostermontag vom Bamberger Streichquartett mit Raúl Teo Arias, Andreas Lucke, Branko Kabadaic und Karlheinz Busch sowie den beiden Hornisten Matthias Nothelfer und Lars Mechelke in der Litzendorfer Pfarrkirche unter dem Motto „Mozart mit Hörnerschall – Eine kleine und große Nachtmusik“ Werke von W. A. Mozart präsentiert werden, ist die Pfarrkirche St. Bartholomäus in Priesendorf zwei Wochen später der Schauplatz für eine „Venezianische Nacht“. Das Konzert gestaltet erneut das renommierte Bamberger Streichquartett. Natalia Solotych, Cembalo, wirkt sowohl als Solistin mit, sorgt aber auch ...


30.03.2017

Klänge aus einer anderen Welt

 Wenn man an die Musik denkt, die England hervorgebracht hat, so fällt einem natürlich zuerst die Barockzeit mit den beiden Großmeistern Henry Purcell und Georg Friedrich Händel ein. Dass es auch danach, vor allem im 19. Jahrhundert mit Arthur Sullivan und im 20. Jahrhundert mit Benjamin Britten große englische Komponisten gegeben hat, gerät dabei leicht aus dem Blickfeld. Zwischen diesen beiden ist noch Edward Elgar zu positionieren, der spätromantische Nachzügler, dessen Oratorium „The Dream of Gerontius“ längst alle Konzertsäle erobert hat. Auf ihm und auf Sullivan liegt der Schwerpunkt der dritten Ausgabe des kleinen, aber höchst originellen Festivals „Britannia in Bamberg“, das vom 4. – 9. April abermals in Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren stattfindet. Der Ver...


30.03.2017

Ein Komponist mit vielen Rollen

 Franz Liszt hat in seinem Leben so manch unterschiedliche Rollen gespielt – und meisterhaft ausgefüllt. „Zur einen Häfte Zigeuner, zur anderen Franziskaner“, so beschrieb er 1856 seine elementare Zerrissenheit. Diese so unterschiedlichen Befindlichkeiten des großen Komponisten und Virtuosen haben die Macher der II. Liszt-Biennale Thüringen dazu bewogen, ihr Programm für 2017, das am 31. Mai beginnt, mit dem Motto „Rollenspiele“ zu unterfüttern. Weimar war neben Rom und Budapest eine bevorzugte Wahlheimat Franz Liszts in seiner zweiten Lebenshälfte geworden. Mehrere Orte Thüringens sind eng mit seinem Namen verbunden, z.B. Sondershausen, Eisenach und Meiningen. Die zweite Liszt-Biennale breitet sich deshalb auch flächendeckend über das Bundesland aus, beginnend mit einem Erö...


30.03.2017

Musikalische Schicksalsträume

 Seit 2013 leitet der Dirigent Till Weser, im Hauptberuf Trompeter der Bayerischen Staatsphilharmonie, das Jugendsymphonieorchester Oberfranken. Dieser Klangkörper, der talentierten Nachwuchskräften die Möglichkeit gibt, musikalische Ensembleerfahrungen zu sammeln und sich zu profilieren, wurde bereits 1984 vom langjährigen künstlerischen Leiter des Hauses Marteau, Prof. Dr. Günther Weiß, gegründet. Heuer wird es in der Woche vor Ostern nach Weißenstadt kommen, um unter professionellen Bedingungen und unter Anleitung von verschiedenen Orchesterdozenten ein anspruchsvolles Konzertprogramm zu erarbeiten. Die zu studierenden Werke sind auf das Können der Teilnehmerschaft abgestimmt, um die jungen Musiker weder zu über- noch zu unterfordern. Nach der Probenwoche bieten die Abschlusskonzerte in Naila, Frohnl...


30.03.2017

Mit einer Exkursion nach Chicago und New York

 Am 8. April ist Startschuss für das größte Musikfestival Thüringens, und das ist – wie könnte es anders sein – untrennbar mit dem Namen des in seinen jungen Jahren dort beheimateten Musikers verbunden, also dem großen Johann Sebastian Bach. Die schiere Anzahl der authentischen Bachstätten Thüringens ist ein einzigartiges historisches Potenzial und damit auch ein wesentlicher Anziehungspunkt dieser hochkarätigen Veranstaltungsreihe, die sich naheliegenderweise auf die Barockmusik spezialisiert hat, vor allem natürlich auf das Werk des späteren Thomaskantors. Mit Bachhaus und Taufkirche in Eisenach, der Traukirche in Dornheim, den frühen Wirkungsstätten in Mühlhausen, Arnstadt und Weimar sowie den Häusern der Vorfahren in Erfurt und Wechmar verfügt Thüringen &uum...


30.03.2017

Franken mischt symphonisch vorne mit

 Die Bayerische Staatsphilharmonie nimmt sich, zurückgekehrt von ihrer erfolgreichen USA-Reise, unter der Leitung von Christoph Eschenbach am 7./8. April Edward Elgars imposantes Tongemälde „The Dream of Gerontius“ vor. Chefdirigent Jakub Hrusa leitet am 27. April ein Studentenkonzert, anschließend zwei Abokonzerte mit Werken von J.S. Bach, Thierry Escaich und Johannes Brahms. Am 13. Mai gastieren der sehr beliebte Dirigent Manfed Honeck und der Stargeiger Frank Peter Zimmermann mit Werken von Eliott Carter und Ludwig van Beethoven. Als Pianist und Dirigent zugleich tritt vom 19. bis 21. Mai András Schiff in drei Abokonzerten auf. Das Philharmonische Orchester Coburg ist am 8. Mai bereits bei seinem 6. Sinfoniekonzert angekommen und stellt es aus aktuellen Gründen, nämlich wegen des Reformationsjubiläums, unt...


01.03.2017

Von der Frauenentführung zum Happy End

 Als Erich Wolfgang Korngolds Kammeroperette „Die stumme Serenade“ 1954 in Dortmund uraufgeführt wurde, fiel sie glatt durch, zumindest bei den gestrengen Kritikern, die offensichtlich „Seriöseres“ von dem aus dem amerikanischen Exil Zurückgekehrten erwartet hatten. Spätromantik war nicht mehr angesagt in einer Donaumetropole, die längst die „Zweite Wiener Schule“ verdaut hatte. Vielleicht aber lag es seinerzeit auch an der Inszenierung, denn das in Neapel spielende Stück ist schlichtweg entzückend – zumindest wenn man es so originell auf die Bühne bringt, wie es das Coburger Landestheater jetzt geschafft hat. Die Story dieser Komödie ist verworren genug, doch am Ende mausert sie sich zu einer reinen Liebesgeschichte, einer fast schon kitschigen, wenn da die chronische Prise Ironie ...


01.02.2017

Ein „Festival der Stimmen“

 Der Sängerkreis Bamberg kann in diesem Jahr auf 95 Jahre erfolgreiche Arbeit mit Fortbildungen und außergewöhnlichen Konzerten wie z.B. die „Nacht der Chöre“, „Bamberg ganz chor“ oder Gospelkonzerte zurückblicken. Aus diesem Anlass lädt der Sängerkreis am 12. Februar 2017, 17 Uhr, sechs Chöre und ein Blechbläserensemble zu einem „Festival der Stimmen“ in die Konzerthalle Bamberg ein. Insgesamt betreut der Sängerkreis Bamberg nahezu 120 Chöre aus der Stadt und dem Landkreis Bamberg. Bekannte Chöre wie der Kaiser-Heinrich-Chor Bamberg, der Bamberger Kammerchor, der musica-viva-chor bamberg, die Musica Canterey Bamberg, der Kreisjugendchor Bamberg, der gemischte Chor Chorissima aus Gundelsheim und das Ensemble „BLECH G’HABT!“ führen die Zuhörer an d...


01.02.2017

Divertimento und sonniger Süden

 Nach der verheißungsvollen Saison 2016 liegen nun auch die Termine und Programme für die Konzertsaison 2017 von Kammermusik im Aufseßhöflein vor. Von Februar bis Oktober reicht die Zeitspanne für stimmungsvolle Abende oder Matineen im zauberhaften Schlösschen in der Bamberger Gärtnerflur. Ein Konzertprogramm wird jeweils an zwei aufeinanderfolgenden Tagen geboten. Den Anfang macht am 24./25. Februar eine „musikalische Reise durch Europa“ mit glanzvollen und tiefsinnigen Stücken für Violine, Violoncello und Cembalo unter dem Titel „Die Blütezeit des Barock“. Es folgt am 6./7. Mai unter dem Motto „Sonniger Süden“ Musik rund um das Mittelmeer in unterschiedlichen Besetzungen, wobei zu den Streichern auch die Gitarre tritt. „Musikalische Poesie“ ist im Hochsommer angesag...


01.02.2017

Beethoven pur und Schumanns Schatten

 Coburgs traditionsreicher Musikverein mit dem Fokus auf Klassik bietet verschiedene Konzertformate an, die sich zeitlich über die ganze Saison, also von September bis Juli, erstrecken. Es gibt die „Meisterkonzerte im Kongresshaus Rosengarten“, das „Podium Junger Künstler“, das „Piano Spezial in der HUK“, die „Sonderkonzerte in schönem Ambiente“ und die Konzerte des Hausensembles „Collegium Musicum Coburg“. Letzteres existiert seit 1953, als es anlässlich eines runden Geburtstages des Vereinsbegründers Carl Fichtner die Rolle eines Ad-hoc-Orchesters spielte, zusammen gewürfelt aus Mitgliedern des Klangkörpers des Landestheaters sowie aus Schülern und Lehrern des Gymnasiums Albertinum. Seither wurde es zur Tradition, dass dieses semiprofessionelle Ensemble auch „richt...


01.02.2017

Sechs Stimmen zwischen Himmel und Erde

 Die Konzertreihe des Musikvereins Bamberg wird auch im Februar und März fortgesetzt. Gemäß der Philosophie dieses traditionsreichen Konzertabonnements werden möglichst alle wichtigen Gattungen bzw. Formationen der Kammermusik berücksichtigt. Dazu gehören Gesangsensembles ebenso wie Klaviertrios oder Klavierquartette. Letztgenannte Gattung werden die Mitglieder und Gäste des Musikvereins am 10. Februar im Keilberthsaal der Bamberger Konzerthalle hören können, und das in höchster Perfektion. Dann nämlich tritt das Notos Quartett auf, das erst jüngst wieder durch den Gewinn des renommierten Kammermusikwettbewerbs „Who’s next?“ auf sich aufmerksam machte. Mit ihrem Spiel haben die in Berlin beheimateten Musiker dieses Klavierquartetts sowohl die Fachpresse als auch ihr Publikum begeistert. Von &...


01.02.2017

Musikalisches Reformationsjubiläum dort, wo Luther vorbeischaute

 Das romantische Städtchen Königsberg, Perle der Haßberge, bietet ab Mitte Februar eine Konzertreihe an, die sich bis in den kommenden Herbst hinein erstreckt. Die erste Veranstaltung dieser anspruchsvollen Serie von Konzerten unter dem Titel Klang-Kontakte konfrontiert gleich mit einem der größten Denkmale der Musikgeschichte: Bachs Messe in h-moll. Da der Veranstalter, Königsbergs ev.-luth. Kirchengemeinde und der Handwerkerhof, ihr Projekt mit dem Zusatz „Im Lutherjahr 2017“ versehen haben, ist die Wahl dieses Werkes besonders sinnvoll, dokumentiert es doch die ökumenisch anmutende „Versöhnung“ von katholischem Messordinarium mit der Tonsprache des bedeutendsten protestantischen Komponisten und ist insofern eine ideale Eröffnung im Jubeljahr der Reformation. Vokalsolisten, ein Orchester und der Ora...


01.02.2017

Eruptives, Altbekanntes und ein Hauch von Frühling

 Das Philharmonische Orchester Coburg, also das Orchester des Landestheaters, wartet am 6. März mit dem fünften Symphoniekonzert seiner Abonnement-reihe auf, das ausnahmsweise im Kongresshaus Rosengarten stattfindet. Zwei Haydn-Sinfonien stehen auf dem Programm, die beiden Suiten für kleines Orchester Igor Strawinskys sowie das besonders reizvolle Klavierkonzert G-Dur von Maurice Ravel. Die musikalische Leitung hat wie stets GMD Roland Kluttig. In Erlangen ruft der gve am 16. März zum symphonischen Stelldichein der Bayerischen Staatsphilharmonie, die unter der Leitung von Bertrand de Billy ein französisch geprägtes Programm (mit Werken u.a. von Ernest Chausson und Maurice Ravel) interpretieren wird. Auch wenn es sich vermutlich weniger symphonisch ausnehmen wird, wollen wir noch auf ein anderes Konzert des Gemeinn&u...


01.02.2017

Meisterlicher Klaviernachwuchs, Gralsglocken und Zeit für Neues

 Ein einwöchiges Jubiläumsprogramm wird die Bayreuther Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne aus Anlass des 30-jährigen Bestehens des Festivals „Zeit für Neue Musik“ im März anbieten. Vom 9. bis 19. des Monats werden die evangelische Stadtkirche, das Kunstmuseum Bayreuth, das Haus Wahnfried und natürlich der firmeneigene Kammermusiksaal im Steingraeber-Haus bespielt. Das Eröffnungskonzert bestreiten Michael Dorn und Thomas Rothert in der Stadtkirche, wo sie als Duett an der großen Orgel spielen werden. Neue Werke zum Lutherjahr sowie Highlights aus dem Repertoire des 20. und 21. Jahrhunderts sind zu erwarten. Am 12. März begibt man sich ins Haus Wahnfried, um unter dem Schlagwort „Spektakulär“ das Saxophonquartett Berlin (mit der Begleitung Wolfram Grafs am Klavier) Werke von Richard Wag...


28.11.2016

Viel Wut, viel Religion, viele Intrigen und Machtspiele

Schauspiel/Sprechtheater Am Theater Ansbach geht es im Januar gleich zweimal um Goethe. Ein Doppelabend kümmert sich zunächst um „Die Leiden des jungen Werther“ (in einer Bearbeitung von Paul Sonderegger), anschließend inszeniert die Hausherrin Susanne Schulz das Schauspiel „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“ von Peter Hacks. Premiere ist am 21. Januar. Das ETA-Hoffmann-Theater Bamberg, von Intendantin Sibylle Broll-Pape eher auf ernst gebürstet, richtet im Zeitraum Dezember/Januar den Blick ganz auf Frankreich und seine aktuellen gesellschaftlichen Probleme. Zunächst aber wartet es am 2. Dezember mit einem Komödienklassiker auf: Eugène Labiches „Das Sparschwein“. In diesem durchaus hintergründigen Vaudeville schildert der Autor mit viel Witz und Verwi...


28.11.2016

Die Regensburger Domspatzen

 Über tausend Jahre alt – und doch jung und frisch geblieben: Das sind die Regensburger Domspatzen. Als ältester Knabenchor der Welt heißt ihr Erfolgsrezept seit 975 bis heute: Allgemeinbildung und Musik. Die jungen und jugendlichen Sänger im Alter von 10-18 Jahren faszinieren mit ihrer Klangsprache und Interpretation die Zuhörer. Seien es vierstimmige oder sogar achtstimmige Advents- und Weihnachtsmotetten von der Renaissance bis in die Moderne oder schlichte Weihnachtslieder in kunstvollen Sätzen und Sololieder. Unter den ehemaligen Regensburger Domspatzen befinden sich viele bedeutende Namen, unter anderem Georg Ratzinger, der Bruder des emeritierten Papstes Benedikt XVI. Mit Georg Ratzinger unternahm der älteste Knabenchor der Welt lange Tourneen durch Deutschland und auch im Ausland. Unter anderem waren die Domspatzen ber...


28.11.2016

Von der Psalmensinfonie bis zum Stummfilm-Thriller

 Auch die Nürnberger Impulsgeber in Sachen Musik (und Kultur im weiteren Sinne), die sich seit nunmehr 25 Jahren der Aufgabe verschrieben haben, abseits des ‚mainstreams’ nach ungewöhnlichen Formaten und nach alternativen Konzertorten zu suchen, kommen an jahreszeitlichen Festen und Stimmungen nicht vorbei, so traditionsgebunden sich das anhören mag. Weihnachten, Jahreswechsel, Winterzeit, das müssen Themen sein dürfen. Und das sind sie auch, schaut man beim ensemble KONTRASTE auf das Programm der Monate Dezember und Januar. In der Vorweihnachtszeit wird diesmal nicht jenes Werk präsentiert, das eigentlich dem gängigen Erwartungshorizont entspricht, nämlich Bachs Weihnachtsoratorium, sondern Igor Strawinskys ‚Psalmen-sinfonie’ aus dem Jahre 1930. Darin geht es um den Weg aus der Tiefe in die Höhen des L...


28.11.2016

Jauchzet, frohlocket…

 Das Bamberger Weihnachtskonzert lässt in diesem Jahr mit Bachs Weihnachtsoratorium das Opus magnum klassischer Weihnachtsmusik erklingen. Dieses singuläre Meisterwerk steht für eine ganze Gattung barocker Festmusiken und lotet mit seinem initialen Jubelchor, seinen Rezitativen und Chorälen „Wie soll ich Dich empfangen“, „Ich steh an Deiner Krippen hier“, seiner orchestralen Virtuosität sowie mit den vielfältig timbrierten Arien die ganze emotionale Bandbreite des weihnachtlichen Geschehens aus. Die Sinfonietta Bamberg wird hierbei unter Leitung von Harald Strauss-Orlovsky gemeinsam mit Solisten des Chors der Bamberger Symphoniker, dem Kammerchor Nürnberg und Kindersolisten des Bamberger Domchors musizieren. Zuvor wird, bedeutend profaner, Max Bruchs Adagio aus seinem Violinkonzert mit Strauss-Orlovsky als Sol...


28.11.2016

„Festliches Silvesterkonzert“ 2016

 Ein mitreißendes Programm und ein brillanter Solist – das Silvesterkonzert mit dem Bamberger Streichquartett (Raúl Teo Arias, Andreas Lucke, Branko Kabadaic und Karlheinz Busch) und dem Solotrompeter der Bamberger Symphoniker, Markus Mester, besitzt beste Voraussetzungen, die Zuhörer in eine festliche Stimmung zu versetzen. Das bekannte Ensemble musiziert in diesem Jahr in der als Konzertraum vielfach bewährten gotischen Kirche das „Vogelquartett“ op. 33 Nr.3 von J. Haydn und das Quartett G-Dur op. 18 Nr.2 von Ludwig van Beethoven. Für Glanz und Virtuosität sorgt anschließend Markus Mester als Solist im Konzert D-Dur für Trompete und Streicher von Georg Friedrich Händel. Karl-Heinz Böhm, der weit über die Grenzen Bambergs hinaus bekannte Organist und Cembalist, eröffnet an der Orgel das Ko...


28.11.2016

„Über Musik können wir uns verständigen“

 Wie ließe sich das neue Jahr besser begrüßen als mit einem abwechslungsreichen, schwungvollen, musikalischen Auftakt und beliebten Melodien aus Oper und Operette. Seit 1998, damals besuchte ein Orchester aus Tokio zur Jahreswende Bamberg und begeisterte mit Musikern der Bamberger Symphoniker und jungen Nachwuchstalenten des damaligen Jugendorchesters das Publikum, geleitet das große und festliche Neujahrskonzert das Auditorium in der Bamberger Konzerthalle glanzvoll in das neue Jahr. „Über die Musik können wir uns verständigen“ Das Neujahrskonzert, das in diesem Jahr unter dem Motto AUFBRUCH steht, sieht sich bis heute im Zeichen der Völkerverständigung und der Förderung junger talentierter Musiker, was den Veranstaltern Dirks Reisen sowie der Deutsch-Japanischen Gesellschaft ein großes Anliege...


28.11.2016

Dientzenhofers Gemäuer mit Musik erfüllt

 Nachdem die Bamberger Musikschule vor zwei Jahren ihren neuen Sitz in der von Justus Heinrich Dientzenhofer erbauten ehemaligen Benediktinerprobstei bezogen hat und dort wesentlich attraktivere, weil größere und repräsentativere Räumlichkeiten nutzen kann, lag es nahe, diese historisch bedeutsamen Orte auch durch Konzerte aufzuwerten. Das geschieht mittlerweile so regelmäßig, dass von einer durchorganisierten Konzertreihe gesprochen werden kann. Grob gesagt lautet die Devise: ein Konzert pro Monat. Die Planung für das kommende Jahr ist jetzt so weit fortgeschritten, dass sie vorgestellt werden kann. Elf Konzerte stehen bereits fest, und die Vermutung liegt nahe, dass am Ende ein Dutzend daraus werden könnte, von spontanen sommerlichen Extras ganz abgesehen, zu denen der schöne Gartenpavillon geradezu einlädt. Alle Konz...


28.11.2016

Wiener Melange mit Schlagobers

 Wem bei „Wiener Melange mit Schlagobers“ die klassischen Caféhäuser der österreichischen Bundeshauptstadt denkt oder gar an den weltberühmten „Wiener Schmäh“, diesen besonderen Charme der Bewohner der immerhin siebengrößten Stadt der Europäischen Union, der liegt gar nicht so falsch. Mit Mozart einen kleinen Braunen im „Demel“ oder mit Grieg eine heiße Schokolade im „Café Mozart“? Mit Strauß junior „An der blauen Donau“ beim Heurigen plaudern? Und dazu noch als Sahnehäubchen auf dem Apfelstrudel Hits aus der Zeit von Petticoat und Elvis-Tolle… Einen schwungvollen Auftakt ins neue Jahr 2017 servieren im Pegnitzer Schloss die Solisten der Schlesischen Kammerphilharmonie Kattowitz mit Christoph Soldan am Klavier, der in gekonnter Manier a...


28.11.2016

Kissinger Winterzauber 2016/17

 Der „Kissinger Winterzauber“ lockt Ende des Jahres wieder mit Klassischem, ‚crossover’ und natürlich auch mit Weihnachtlichem in die Bäderstadt. Wer den „Kissinger Winterzauber“ über die Jahre hinweg verfolgt hat, wird feststellen, dass dieses Schwesterfestival des „Kissinger Sommers“ sich längst emanzipiert und ein sehr eigenständiges Profil entwickelt hat. Wirkte es früher wie ein winterliches Anhängsel der großen sommerlichen Schwester, so setzt es jetzt mehr denn je unverwechselbare Akzente, ist innovativer und experimentierfreudiger geworden. So sind ‚crossover’ und Ausflüge weit ab der ausschließlich klassischen Welt angesagt. Der „Kissinger Winterzauber“ wird heuer am 16. Dezember starten und sich über drei Wochen lang bis zum 7. Jan...


28.11.2016

Interessanter Fünferpack

 Sich in der Musikstadt Würzburg mit einer kleinen, aber ambitionierten Konzertreihe zu behaupten, ist gar nicht so leicht, denn neben dem musikalischen Flaggschiff der Stadt, der Opernsparte im Mainfranken Theater, gibt es ja auch eine reiche Kirchenmusikszene und die Hochschule für Musik. Den Nachwuchs der letzteren zu fördern hat sich seit nunmehr 50 Jahren die Musikalische Akademie Würzburg e.V. zum Anliegen gemacht, darüber hinaus die Veranstaltung von Konzerten und Vorträgen, die Unterstützung von Wettbewerben sowie die Förderung der Tage der Alten Musik und der Tage der Neuen Musik. Die Reihe von fünf Meisterkonzerten der Saison 2016/17, die ausnahmslos im großen Saal der Hochschule für Musik stattfinden, hat bereits mit einem spektakulären Konzert des Ausnahmeorganisten Cameron Carpenter begonnen. Da...


28.11.2016

Pomp und Ungarisches im Neuen Jahr

 Für die Bamberger Symphoniker beginnt der Dezember dicht gedrängt mit diversen Konzertformaten. Ein Familienkonzert am 3. Dezember unter dem Titel „Nachts im Museum“ und mit Mussorgskys „Bildern einer Ausstellung“ sieht einen Preisträger des Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerbs als Stabführer und Juri Tetzlaff als Moderator vor. Ab 7. Oktober gibt es Auftritte in Bamberg, Erlangen und Schweinfurt mit dem Geiger Nikolaj Znaider, der hier allerdings sein Debüt als Dirigent abliefert. Am 17./18. Dezember geht es mit Ravel und Debussy und den Interpreten Louis Langrée (Dirigent) und Claire-Marie Le Guay (Klavier) ziemlich französisch zu, und zum Schluss entführt auch noch George Gershwin einen Amerikaner nach Paris. Zum Jahreswechsel zündet die Bayerische Staatsphilharmonie ein musikalisches Feuerwerk ...


13.10.2016

Körperstaub und Harfenwald mit Eisblumenblau

 Wer von einer Veranstaltungsreihe unter dem Motto „Poesie zwischen Himmel und Erde“ liest, mag wohl eher an ein Literaturfestival denken als an Kirchenmusiktage. Um letztere handelt es sich aber, wenn in Fürth unter besagter Leitidee das längst zur Tradition gewordene Fest sakraler Musik zum 53. Male stattfindet. Der Untertitel des diesjährigen Programms gibt einen weiteren Hinweis auf den inhaltlichen Fokus der Veranstaltungsreihe, die vom 11. bis 27. November in fünf Innenstadtkirchen sowie an verschiedenen anderen Orten stattfindet. Die künstlerischen Leiterinnen, Ingeborg Schilffarth und Sirka Schwartz-Uppendieck, haben sich nicht nur am Themenjahr „Luther und die Eine Welt“ orientiert, sondern ebenso an der aus aktuellen Gründen wieder ins Bewusstsein getretenen Berührung mit der orientalischen Welt. Insofe...


23.09.2016

Bischberger Schlosskonzerte

 Wenn sich Freunde der Kammermusik auf die Suche nach etwas Besonderem machen, dann landen sie früher oder später bei den Bischberger Schlosskonzerten. Im Festsaal des Unteren Schlosses veranstaltet die Pianistin Susanne Strauss mit Ihrem Mann Harald Strauss-Orlovsky einen musischen Sonntagssalon, der seine Zuhörer am schöpferischen Prozess des Musizierens teilhaben lassen will. Die unmittelbare Nähe zwischen Künstler und Publikum ist es, die dieses Erlebnis möglich werden lässt. Unterstützt wird das Künstler(ehe)paar dabei von ausgewählten Musikern der Bamberger Symphoniker, von Theaterschauspielern, aber auch von begabten Kindern. Die „Undinen“ machen am 2. Oktober den Anfang der diesjährigen Konzertreihe. Friedrich-Baur-Preisträger Reinhardt Knodt liest, begleitet am Klavier von Susanne St...


23.09.2016

Traditioneller Einstieg in die Adventszeit

 Unter der bewährten Leitung von Kirchenmusikdirektorin Ingrid Kasper veranstaltet die Kantorei St. Stephan mit Orchester das diesjährige Weihnachtskonzert, mit dem traditionell die Adventszeit eingeläutet wird. Nachdem man im letzten Jahr einen musikalischen Bogen über drei Jahrhunderte spannte, haben sich die Veranstalter heuer für zwei Komponisten entschieden, die nicht nur ihr musikalisches Genie, sondern auch das gemeinsame Geburtsjahr (1685) teilen. Die „Feuerwerksmusik“ und das „Utrechter Te Deum“ sowie „Tochter Zion“ aus dem Oratorium „Judas Maccabäus“ steuert sozusagen Georg Friedrich Händel dem Konzert bei, während sich Johann Sebastian Bach mit dem gregorianischen „Te Deum“ beteiligt, welches von Martin Luther in die deutsche Sprache übersetzt wurde und in ...


23.09.2016

Klavierolymp 2016

 Der 14. „Kissinger Klavierolymp“ lädt zur Nachwuchsschau junger Pianisten. Der KlavierOlymp muss jedes Jahr neu erobert werden, jedenfalls in Bad Kissingen. Man könnte das Motto, unter das Kari Kahl-Wolfsjäger, die nunmehr ausgeschiedene Intendantin des „Kissinger Sommers“, seinerzeit das von ihr 2003 aus der Taufe gehobene Kräftemessen junger Tastenzauberer stellte, für zu ambitiös halten. Doch wenn man sich die Bilanz nach einem guten Dutzend Jahren ansieht, muss man neidlos anerkennen, dass hier keine Berge kreißten, um Mäuse zu gebären, sondern dass dieser Olymp große Klaviertalente zu Tage förderte. Erwähnen wir nur, dass z.B. ein Kit Armstrong dem Kissinger Sonderfestival seine Entdeckung und erste Förderung verdankt – ein Orpheus der Tasten! Dieser Wettbewerb ist e...


23.09.2016

Im Zeichen von Bach und Luther

 In Würzburg beginnt im November eine neue Ära, denn der Spiritus Rector der dortigen Bachtage, Christian Kabitz, hat seine langjährige „Regentschaft“ beendet und den Stab an Matthias Querbach weitergereicht, unter dessen Ägide das ebenso so renommierte wie traditionsreiche Festival in seine 48. Edition gehen wird. Der Neue ist auch Nachfolger als Johannisorganist und Leiter des Bachchores. Er wartet mit zwei der unbekannteren Oratorien des Thomaskantors auf, dem Oster- sowie dem Himmelfahrts- oratorium. Diese leider selten aufgeführten Werke brauchen sich keineswegs hinter dem populären Weihnachtsoratorium zu verstecken. Sie werden, ergänzt durch die Passionskantate BWV 127 „Herr Jesu Christ, wahr’ Mensch und Gott“, am 19. November unter dem Motto „solus christus: passion – ostern- himmelfa...


23.09.2016

Mozart meets Telemann meets Bach meets Reger meets….

 Wenn das Licht mehr scheint, als es ist, wenn es nach Kerzenwachs riecht und wenn klassische Musik auf hohem Niveau zu hören ist, dann ist man einmal mehr bei den Litzendorfer Kerzenlichtkonzerten, die nunmehr seit 42 Jahren alljährlich im Herbst in der Pfarrkirche St. Wenzeslaus im Bamberger Vorort Litzendorf veranstaltet werden. Auch in diesem Jahr sorgen Karlheinz Busch mit dem Bamberger Streichquartett und illustre Gäste für musikalischen Hochgenuss. Bereits zur Eröffnung am 7. Oktober wird es die ganz große Besetzung geben. Das Bamberger Streichquartett begleitet zusammen mit Orcun Mumcuoglu am Kontrabass und Karl-Heinz Böhm an der Orgel den von Christoph Dartsch geleiteten Bamberger Oratorienchor, der, neben Mozarts Ave verum, auch die Messe in G-Dur 167 von Franz Schubert präsentieren wird. Einen Tag später steh...


23.09.2016

Klassik, Tango und Klezmer

 Bei den Bamberger Symphonikern steht der wichtigste Saisonauftakt seit 16 Jahren an, denn der neue Chefdirigent Jakub Hrusa beginnt seine mit großen Hoffnungen verbundene Tätigkeit in Bamberg. Und die drei Abonnementkonzerte ab 30. September beginnen auch gleich mit einer Neuerung, denn das traditionelle Konzertritual erfährt eine Veränderung. Das originelle Stück „Tuning Up“ von Edgar Varése parodiert den Klang eines Orchesters beim Einstimmen und lässt andere Werke aufblitzen. Anschließend steht ein relativ unbekanntes Werk auf dem Programm, über das sich allerdings kein Geringerer als Ludwig van Beethoven anerkennend äußerte: die Symphonie D-Dur op.24 von Jan Václav Vorisek. Auch die anschließenden Konzerte versprechen große Namen der klassischen Musikszene. So wird Ehrendirige...


23.09.2016

Zwischen Weltmusik und Klassik

 Es gibt in Franken eine ganze Reihe von Konzertreihen, die von privaten oder öffentlich-rechtlichen Trägern angeboten werden und unterschiedlichste Tendenzen aufweisen. Werfen wir einen Blick auf die eher klassisch-traditionell ausgerichtete Nürnberger Konzertreihe der Agentur Hörtnagel und auf die BR-Klassik-Reihe „Passagen“ im Kulturforum Fürth, die jetzt in ihr zweites Jahrzehnt aufbricht. Passagen bietet im kommenden Zweimonatszeitraum zwei ganz besondere Konzerte an: Am 21. Oktober heißt es „Troubadessa des Maghreb“, wenn Houria Aichi mit dem Ensemble „L’Huaz’car“ eine musikalische Reise in den Orient anbieten wird. Die algerische Sängerin gibt Einblicke in geheimnisvolle und sagenumwobene Orte sowie in die Geschichten aus 1001 Nacht. Das begleitende Ensemble spielt mit seinem Na...


28.07.2016

Exquisite Kammermusikerlebnisse

 In seinem jetzt erschienenen Kammermusikprogramm für die kommende Saison präsentiert der Musikverein Bamberg neben international herausragenden Künstlerformationen wie den King’s Singers oder dem Modigliani Quartett auch eine ausgezeichnete Neuentdeckung, nämlich ein Klavierduo aus der Bundesauswahl KonzerteJungerKünstler des Deutschen Musikrates. Ebenso von Renommée internationalen Zuschnitts sind Künstler wie Augustin Hadelich und Charles Owen oder die Violoncellistin Harriet Krijgh, die von Magda Amara begleitet wird. Proben ihrer großen Kunst haben das Notos Quartett und die Klarinettistin Sherley Brill (im Duo mit Jonathan Aner) beim Musikverein schon in der Vergangenheit abgelegt. Das Cicerone Ensemble wird in einem Sonderkonzert zu hören sein. Die beiden Zwillingsschwestern Karolin und Friederike Stegmann s...


28.07.2016

Franken ist symphonisch bestens „versorgt“

 Wie es die Jubiläumsarithmetik so will, werden manche kulturellen Einrichtungen Frankens heuer 70 Jahre alt, denn 1946 war bekanntlich für viele Institutionen nach dem Krieg das Jahr des Wiederbeginns. Darunter befindet sich auch das eine und andere Orchester, so beispielsweise die Symphoniker aus Bamberg, Hof und Nürnberg. Letztere hießen allerdings damals noch Fränkisches Landesorchester. Franken ist – von Aschaffenburg über Würzburg bis Hof und von Nürnberg bis Coburg – in symphonischer Hinsicht gut versorgt, auch wenn es mit den Bamberger Symphonikern nur ein Orchester der Topkategorie gibt. Es sind vor allem die Opernorchester, die neben ihrem Hauptaufgabengebiet im Musiktheater auch Konzertreihen anbieten und damit in fast allen über ein Theater verfügenden Städten musikalisch präsent sind. A...


28.07.2016

Kultur im Schloss

 Wer kulturell interessiert ist und mit Pegnitz, der „Quellstadt“ des gleichnamigen Flusses, bislang Veranstaltungen wie die „Pegnitzer Sommerkonzerte“, „Umsonst und Draußen“ oder auch die Starkbierzeit „Flinderer“ verbunden hat, der sollte unbedingt wissen, dass das städtische Kulturamt unter dem Motto „Kultur Pur“ über das Jahr verteilt ein Veranstaltungsprogramm anbietet, das Besucher aus der ganzen Region schon seit Jahren erfolgreich in den oberfränkischen Landkreis Bayreuth lockt. Neben den „Pegnitzer WortSpielen“ und Gastauftritten des „Fränkischen Theatersommers“ sowie der Kleinkunst im Altenstädter Schloss, stellt das Herbstangebot „Kultur im Schloss“ einen Höhepunkt des jährlichen Veranstaltungsreigens dar. Der Schwerpunkt ...


28.07.2016

Alle Gewässer durchkreuzt

 Sehr odysseisch geht es heuer im September beim Internationalen Kammermusikfestival in Nürnberg zu, und deshalb ist es nur passend, wenn Schillers Verse über die Irrfahrt des Odysseus quasi als Motto über dem Programm stehen. Sich thematisch zu orten und zu orientieren ist von Anfang an ein Ziel dieses ambitionierten Festivals gewesen, das seit 2002 das kulturelle Leben in Nürnberg und in der Metropolregion bereichert. Seitdem prägen die außergewöhnlichen Spielorte in historischen Gemäuern und der offene Kontakt zwischen Künstlern und Besuchern die spezielle und daher sehr beliebte Atmosphäre dieses Ereignisses. Dessen Programm wird nicht ausschließlich von der namengebenden Gattung dominiert, sondern darüber hinaus charakterisiert von einer Mischung aus Kammermusik, Lied, Weltmusik und bisweilen sogar Musikt...


28.07.2016

Öfters der Jüngste

 Wenn man sich mit Jirí Rajniš zu einem Gespräch im Coburger Theatergarten verabredet hat, so trifft man auf einen jungen Mann, der gerne über sich, seine Herkunft, seinen Werdegang und seine Pläne redet. Zwar muss er öfters noch ins Englische ausweichen, aber seiner geradezu überbordenden Kommunikationsbereitschaft tut das keinen Abbruch. Unterhält man sich mit diesem tschechischen Nachwuchssänger, so fällt oft das Wort ‚jung‘, meist sogar im Superlativ ‚jüngster‘. Das hat seinen Grund, denn Jirí Rajniš ist in der Tat in mancherlei Hinsicht sehr früh dran gewesen. 2013 avancierte er zum jüngsten tschechischen Opernsänger, der jemals ein festes Engagement an einer ausländischen Bühne bekam (dem Landestheater Coburg). Der Superlativ trifft auch auf den...


28.07.2016

Immer in Neumarkt

 In unseren Bericht über die Internationale Meistersinger Akademie (IMA) in art5drei Nr. 20 ist durch eine missverständliche Formulierung der Eindruck entstanden, die IMA fände nur dieses Jahr in Neumarkt statt, würde also sozusagen von Jahr zu Jahr den Ort wechseln. Davon kann jedoch keine Rede sein, denn dieser hochkarätige Gesangswettbewerb ist seit Jahren fest in der oberpfälzischen Stadt verankert. Die IMA ist nämlich ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Neumarkt, der Hochschule für Musik Nürnberg und der Juillard School New York. Jungen Sängern und Sängerinnen wird dabei eine herausragende Studienmöglichkeit in den Bereichen Oper, Oratorium und Lied/Melodie geboten. Eine junge, aber bereits profilierte Sängerelite aus vielen Ländern, die sich in einem Auswahlverfahren für die Teilnahme bewerbe...


28.07.2016

Kammerkonzerte auf Kloster Banz

 „Wien“, so lautet das Motto der Saison 2016/17 der Kammerkonzerte auf Kloster Banz. Diese Stadt hat wie kaum eine andere mit Ihren Künstlern, Literaten und Komponisten das kulturelle Leben weit über Europa hinaus beeinflusst. Grund genug, um dem Publikum der Kammerkonzerte im Kaisersaal von Kloster Banz in der kommenden Saison in einem Streiflicht einen kleinen Querschnitt dieses Schaffens zu präsentieren. Im ersten Konzert am 2. Oktober 2016 um 11.00 Uhr erwarten sie mit Franz Schuberts Streichtrio B-Dur, D 471, W. A. Mozarts Hornquintett Es-Dur, KV 407 und Ludwig van Beethovens Septett Es-Dur, op. 20 die Werke dreier Wiener Komponisten, die zu Recht als tragende Säulen der klassischen und romantischen Kammermusik gelten! Mit Mayra Budagjan (Violine), Branko Kabadaic, Christof Kuen (Viola), Katja Kuen (Violoncello), Máty&aac...


28.07.2016

Gemeinnützige Kultur seit 140 Jahren

 Es gibt in Deutschland Städte mit kaum 50 000 Einwohnern, die über ein Dreispartentheater und ein Symphonieorchester verfügen. Es gibt aber auch weit größere Städte, sogar solche mit über 100 000 Einwohnern, die nichts dergleichen besitzen und trotzdem über ein reges Kulturleben verfügen. Oft genug gehört dann zu dessen Hauptakteuren einer der traditionsreichen Kulturvereine, die meist schon im 19. Jahrhundert gegründet wurden und zum Teil bis heute ehrenamtlich arbeiten. Der Gemeinnützige Theater- und Konzertverein Erlangen wurde 1876 von Bürgern der Stadt und Mitgliedern des universitären Lehrkörpers gegründet und garantiert bis zum heutigen Tag der musisch geneigten Bürgerschaft ein anspruchsvolles Programm aus den Bereichen Musik und Theater. Seit Anbeginn arbeitet der Verein eng m...


09.06.2016

Umbesetzung: Neuer Konzertmeister der Wiener Philharmoniker als Solist beim Mozartfest Würzburg

 Das Mozartfest Würzburg präsentiert am Sonntag, 12. Juni, das WDR Sinfonieorchester Köln mit einem anspruchsvollen Klassik-Programm im Kaisersaal der Residenz. Die Musiker spielen unter der Leitung des bekannten italienischen Dirigenten Andrea Marcon. Den solistischen Part bei zwei Violinkonzerten Mozarts übernimmt der 30jährige Geiger José Maria Blumenschein, der ab September Konzertmeister der Wiener Philharmoniker sein wird. Die ursprünglich als Solistin engagierte Geigerin Nicola Benedetti musste krankheitsbedingt absagen.   Blumenschein wurde 1985 in Freiburg im Breisgau als Sohn einer aus Brasilien stammenden Familie geboren. Seine Studien absolvierte er in Mannheim und am Curtis Institute of Music in Philadelphia. Als Kammermusiker hat er unter anderem das Vertigo String Quartet gegründet, das mit mehreren Preisen ...


31.05.2016

Ein Kontinent als Klangraum

 Europa als „klingender Erfahrungsraum“ – eine originelle Formulierung! Wer hätte vor zweieinhalb Jahrhunderten diesen Erfahrungsraum gründlicher erforscht bzw. erschlossen als Wolfgang Amadeus Mozart? Zehn Jahre lang war er – freiwillig oder von seinem ehrgeizigen Vater getrieben – auf Reisen, und das Publikum von zehn Ländern hat er in diesem Zeitraum mit seinem wunderhaften Können in Staunen versetzt. Das am 3. Juni beginnende Mozartfest Würzburg hat deshalb heuer als naheliegendes Motto „Mozarts Europa“ gewählt und fragt mit seinen Programmen sowohl nach der kulturellen Vielfalt wie nach den einheitsstiftenden Elementen. Mit über 60 Konzerten und weiteren Veranstaltungen lädt das diesjährige Mozartfest dazu ein, klassische Musik in hochkarätigen Besetzungen für die Bereic...


31.05.2016

Gluck-Festspiele 2016

 ART. 5|III: In den Vorinformationen zum Programm der 6. Internationalen Gluck Opernfestspiele sprechen Sie von „Stars, Streit und Entdeckungen“. Für „Stars“ ist mit den heuer engagierten herausragenden Opernstimmen sicherlich gesorgt, denn Elina Garanca und Valer Sabadus beispielsweise darf man getrost zu den Weltstars zählen. Das Stichwort „Streit“ passt stets zu Gluck, denn sein Name ist untrennbar verbunden mit den Ende des 18. Jahrhunderts in Paris ausgetragenen Auseinandersetzungen um die zukünftige Gestalt des Musiktheaters. Was aber hat es mit den „Entdeckungen“ auf sich, die Sie auf die Vertonungen des Iphigenie-Stoffes beziehen? Wird es da erhellende Vergleiche geben mit Christoph Willibald Glucks gleichnamiger Oper? Baier: Ein Werbeslogan aus den Achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts lautet: &...


31.05.2016

Klassik am See

 Erlangens Musikevents „Klassik am See“ und „Jazz am See“ werden Ende Juli wieder für Begeisterung sorgen. Wer die Entwicklung des erstaunlichen Musikprojektes „Klassik am See“ über die 13 Jahre seines Bestehens und Wachsens hinweg verfolgte, kann bestätigen, dass sich diese Veranstaltung vor der idyllischen Kulisse des Dechsendorfer Weihers zu einem der erfolgreichsten Musikevents der Region gemausert hat. Es ist längst zum Sommer-Highlight der Region geworden, das man tunlichst nicht verpassen sollte. Stets wurden die Bedingungen dieses „Konzertsaales in freier Natur“ verbessert, und auch 2016 stehen einschneidende Neuerungen an, die man sicherlich schon im Voraus als Optimierungen werten darf. Die größte Weiterentwicklung seit Bestehen der See-Konzerte wird für ein unvergessliches K...


31.05.2016

Reputierte Künstler als Lehrer

 Zwölf bis fünfzehn jungen Sängern und Sängerinnen eine exquisite Studienmöglichkeit in den Bereichen Oper und Lied/Melodie zu geben, das ist die Aufgabe der Internationalen Meistersinger Akademie (IMA), die in diesem Jahr im oberpfälzischen Neumarkt stattfindet. Die Grundbedingung dafür hört sich jedoch sehr streng an und belegt, wie ernst es den Organisatoren mit dem professionellen Anspruch ist: die Aspiranten müssen ausnahmslos „herausragende“ Künstler sein. Das Höchstalter ist auf 30 Jahre beschränkt. Um in den Kreis der Auserwählten zu kommen, musste schon Ende 2015 an solch renommierten Orten wie dem New Yorker National Opera Center, in Cincinnati und in der Londoner Guildhall School of Music and Drama vorgesungen werden. Die Teilnehmer der sechswöchigen Arbeitsphase (vom 9. Juli ...


31.05.2016

Weltstars geben sich die Klinke in die Hand

 Wer von Anfang an dabei war, wundert sich schon längst über nichts mehr, aber reibt sich doch immer wieder die Augen, wenn das Programmheft für den jeweils bevorstehenden „Kissinger Sommer“ im Briefkasten liegt. Da blättert man und möchte spontan fast an jedem Konzert ein Kreuzchen machen, denn allein die aufgeführten Namen sind so vielversprechend, bürgen so verlässlich für Weltniveau, dass man versucht ist, gleich wochenlang sein Sommerlager an der Saale aufzuschlagen. Der „Kissinger Sommer“ ist längst zu Süddeutschlands renommiertestem Musikfestival geworden, und Kari Kahl-Wolfsjäger, der dieser Erfolg ganz wesentlich zuzuschreiben ist, ließ es sich natürlich nicht nehmen, es zum Abschluss ihrer Intendanz nach 30 Jahren noch einmal so richtig krachen zu lassen. All die G...


31.05.2016

Futuristisches als Festivalmotto

 Das richtige Zeitfenster für die Internationale Orgelwoche Nürnberg (ION) scheint in der ersten Junihälfte zu liegen, und dabei wird es wohl aus guten Gründen auch bleiben. Das jetzt erschienene Vorprogramm kündigt eine Veranstaltungsserie unter dem vagen Begriff „Zukunft“ an, doch schon das Vorwort deutet an, dass damit auch die eigene Festival-Zukunft gemeint ist. Die ION, so heißt es, sei auf dem Weg in die Zukunft: „Mit den Künstlern von morgen, mit experimentellen Formaten. Auf der Suche nach Momenten des Innehaltens und des tiefen Erlebens von Musik. Nach Resonanzräumen für das, was uns bewegt.“ Nürnbergs Kirchen sind trotz aller Paradigmenwechsel diese Resonanzräume geblieben, und in ihnen wird sich das Wesentliche der 65. ION ereignen.  Zum Auftakt am 3. Juni wird einmal mehr...


31.05.2016

Summertime mit Paradiesvogel

 Es ist nur eine Vermutung, dass in Nürnberg der Picknick-Koffer in überdurchschnittlich vielen Haushalten zum Inventar gehört. Möglich wäre es, schließlich treffen sich in keiner anderen Stadt zweimal im Sommer so viele Menschen zur gemeinsamen Mahlzeit unter freiem Himmel. Angelockt werden sie von den Klassik Open Air-Konzerten der beiden großen Nürnberger Orchester, die beim Picknick im Park Hörgenuss garantieren. Frühstück, Brunch oder Mittagessen? Egal. Essen wird zur Nebensache, wenn am 24. Juli die Staatsphilharmonie Nürnberg beim Familienkonzert mit Kult-Moderator Malte Arkona um 11 Uhr zeigt, wie sich schon – oder gerade – die Jüngsten für klassische Musik begeistern lassen. Ein großes Feuerwerk als Extra würde ihnen bestimmt auch gefallen. Noch bleibt dies aber den...


31.05.2016

KunstKlang Feuchtwangen

 Die im Juli 2014 gestartete Konzertreihe „KunstKlang“, die von der renommierten und mehrfach ausgezeichnete Sopranistin Christiane Karg konzipiert wurde, startet heuer bereits zum dritten Mal. Unter dem Motto „Märchen, Legenden, Sagen & Mythen” verantwortet die Echo Klassik Preisträgerin Karg diesmal vier Konzerte, die so zum großen Teil wohl nur in Feuchtwangen zu erleben sind. Die Saison eröffnet Christiane Karg am 26. Juni selbst. Gemeinsam mit der Klarinettistin Sabine Meyer und der Klavierspielerin Liese Klahn präsentiert sie Werke von Spohr, Brahms, Schuhmann und Lackner. Am 6. August heißt es im idyllischen Garten des Fränkischen Museums „Nachtgedanken – Nymphenreigen” mit Flötistin Clara Andrada de la Calle und Erzähler Jens Wawrczeck. Die Flötistin trägt St...


31.05.2016

Sommerserenaden und Sommermittenkonzerte

 Einmal mehr bildet das prächtige Schloss Seehof, ein Formenspiel des fränkischen Barock, die Kulisse für die feine Konzertreihe „Sommerserenaden“ und die sich daran anschließenden „Sommermittekonzerte.“ Innerhalb von drei Wochen können die Besucher ein mehr als abwechslungsreiches Programm erleben, das von Musikern der Bamberger Symphoniker, des Bamberger Streichquartetts und bekannten Solisten präsentiert wird. Neben Mozart, Händel, Haydn, Bach, Telemann, Vivaldi und vielen weiteren bekannten Komponisten, dürfte der Auftritt des Vocal Ensembles „SINGER PUR“ zu einem besonderen Highlight der Sommerserenaden werden. In einem mehrjährigen Projekt machte es sich die Gruppe zur Aufgabe, das deutsche Volkslied zu „retten“. Für das Ergebnis dieser Arbeit, die CD „SOS &ndas...


31.05.2016

Klassik auf der Burg

 Mit einem umfangreichen Programm aus den Bereichen Pop, Rock, Comedy und Klassik findet auch 2016 wieder das Plassenburg Open-Air in Kulmbach statt – zum ersten Mal an gleich sechs aufeinanderfolgenden Tagen. Vom 12. bis 17. Juli sind so unterschiedliche Künstler wie Martina Schwarzmann, voXXclub oder die EAV im Schönen Hof der Burg live zu erleben. Den krönenden Abschluss der Plassenburg-Open-Airs bildet allerdings auch 2016 wieder „Klassik auf der Burg“ am Sonntagabend. Dabei gibt es am 17. Juli ein Wiedersehen mit Dirigentin Ljubka Biagioni zu Guttenberg, die bereits 2013 und 2014 zu Gast auf der Plassenburg war. Unter dem Motto „Canti d’Amore – Lieder an die Liebe“ präsentiert die international erfolgreiche Dirigentin mit italienisch-bulgarischer Abstammung Werke von Giacomo Puccini, Johann Strauss, Fr...


31.05.2016

Grundausstattung für Symphoniker-Enthusiasten

 Es ist nur eine untypische Jubiläumszahl, die jetzt die Bamberger Symphoniker auf ihre klangliche Vergangenheit zurückblicken, pardon: -hören lässt. 70 Jahre und 18 CD‘s – da fragt man sich, was sie wohl zum 75. Geburtstag auf Lager haben werden. Für‘s erste haben wir jedenfalls genügend Hörstoff, um die Entwicklungen und Wandlungen des Orchesters nachvollziehen zu können - und wie nebenbei eine beeindruckende Phalanx berühmter Dirigenten präsentiert zu bekommen. Allerdings muss man schon zu den älteren Semestern gehören, um sich noch live an Stabführer wie Ferdinand Leitner, Fritz Lehmann, Rudolf Kempe, Antal Doráti, István Kertész oder Witold Rowicki erinnern zu können. Von Jascha Horenstein, Clemens Krauss oder dem viel zu vergessenen Otmar Suitner ganz zu sch...


31.05.2016

Wenn Schlösser sprechen könnten...

 Könnten Schlösser sprechen, hätten sie ganz sicher eine Menge Geschichten zu erzählen und sie könnten Lieder singen. Das ist ganz wörtlich zu nehmen, denn musiziert wurde „bei Hofe“ immer reichlich. Und wird es noch, denn um diese Tradition fortzuführen, rief der Verein „Freundeskreis festlicher Musik in Franken“ schon vor vielen Jahren die Konzertreihe „Musik in fränkischen Schlössern“ ins Leben. Und das mit einschlägigem Erfolg. Auch in diesem Jahr haben sich die Veranstalter zusammen mit den Schlosseigentümern, denn die Schlösser befinden sich in Privatbesitz, wieder ins Zeug gelegt und fünf sehr feine Kammermusik-Ensembles in die Hassberge eingeladen, die von Juni bis Oktober in vier fränkischen Schlössern gastieren. Den Anfang macht das Dresdner Trom...


31.05.2016

Firlefanz wird weggelassen

 Unter dem Motto „Piano Time“ ruft die Bayreuther Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne alljährlich zu einem Veranstaltungsreigen, der von April bis September reicht, natürlich auch die Bayreuther Festspiele zeitlich abdeckt und mit einem ergänzenden Angebot bereichert. Im Zentrum steht das Bayreuther Klavierfestival, doch schon vorher gibt es hochkarätige Konzerte zu hören. So gastiert Juliane Banse am 14. April mit einem Liederabend im Kammermusiksaal, und junge Meisterpianisten aus der Musikhochschule Karlsruhe stellen ihr Können am 2. Mai an selbigem Ort unter Beweis. Eine Woche später gastieren junge Künstler aus der Bundesauswahl des Deutschen Musikrates, einen Monat darauf wird die litauische Pianistin Muza Rubackyte mit ihren fulminanten Liszt-Interpretationen zu beeindrucken wissen. Zur Eröffn...


31.05.2016

Collegium Musicum 2016

 Wer sich sommers nach Pommersfelden aufmacht, um im Schloss Weißenstein die Früchte der Arbeit des Collegium Musicum – alias Sommerakademie – zu genießen, kann schon an den Kennzeichen der herbeigeeilten Autos erkennen, dass der Einzugsbereich dieses feinen Festivals recht groß ist. Nicht nur für die nahe beheimateten Bamberger, auch für die Mittelfranken aus Erlangen oder Nürnberg ist der Besuch der hochkarätigen Konzerte im prachtvollen Schönborn-Schloss zu einem sommerlichen Muss geworden. Die Sommerakademie ist jedoch nicht nur eine Konzertstätte, sondern auch ein pädagogisches Institut, bei der begabte junge Menschen einige der vielleicht wichtigsten Schritte ihres Musikerlebens machen. Durch die intensiven Erfahrungen an exponierter Stelle auf dem Podium lernen sie nicht zuletzt, was Professi...


31.05.2016

Schritt zur Internationalisierung

Symphonieorchester renommieren neuerdings verstärkt mit Dirigentenwettbewerben. Ein Pendant dazu ist für ein Opernhaus naturgemäß der Wettbewerb der Stimmen. Auch das Staatstheater Nürnberg, respektive dessen Musiktheaterabteilung, fand nun, dass es Zeit sei, seine kontinuierlich ausgebaute internationale Vernetzung mit der Etablierung eines ebenfalls international orientierten Gesangswettbewerbs zu krönen. Der neue Concours unter dem ortsaffinen Namen „Meistersinger von Nürnberg“ (wobei man fragen könnte, warum er nicht die Variante „Meistersänger“ nutzt...) ist als Biennale geplant und wird durch zahlreiche Mäzene, Sponsoren und weitere Unterstützer finanziell getragen. Er soll als profilierter Wettbewerb gerade für das Deutsche Fach eine Lücke in der breiten Wettbewerbslandschaft schl...


21.04.2016

Junge Stars von morgen, heute schon gehört

 Bereits zum fünften Mal veranstaltet der Musikverein Bamberg e.V. in Zusammenarbeit mit dem Landesausschuss Bayern „Jugend musiziert“ und dem Regionalausschuss Bamberg/Forchheim am Freitag, 29. April 2016 um 19:00 Uhr im Spiegelsaal der Harmonie in Bamberg ein Konzert mit ersten Preisträgerinnen und Preisträgern aus dem nordbayerischen Raum, die sich beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ 2016 für das Finale, den Bundeswettbewerb Mitte Mai in Kassel qualifiziert haben. Die jungen Musizierenden sind solistisch auf Kontrabass, Marimba, Akkordeon und mit Pop-Gesang sowie in Gitarren-Ensembles und Duos Klavier und ein Holzblasinstrument (Flöte, Oboe, Fagott) zu hören. Die jungen Künstlerinnen und Künstler reisen für das Konzert unter anderem aus Nürnberg, Hof, Karlstadt, Schweinfurt und Würzbu...


24.03.2016

Luther ante portas

 Dass Luther vor den Toren steht, kann man wahrlich behaupten, denn schon im kommenden Jahr wird das runde Jubiläum jenes Ereignisses gefeiert, das den Anlass zu einer der umwälzendsten kulturgeschichtlichen Entwicklungen im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus auch in ganz Europa gab: Am 31. Oktober jährt sich Martin Luthers Thesenanschlag an der Schlosskirche zu Wittenberg zum 500. Male. Den Startschuss zur Reformation mitsamt ihrer einschneidenden Folgen feiert man heuer allenthalben, auch konfessionsübergreifend, was sich in Bayern beispielsweise darin ausdrückt, dass der 31. Oktober 2016 landesweit zum Feiertag ausgerufen wurde. Martin Luthers bekannte Affinität zur Musik hat die Macher der alle zwei Jahre in Bamberg stattfindenden „Tage Alter Musik“ dazu bewogen, das Verhältnis des Reformators zum Thema de...


24.03.2016

Auf der Suche nach den künftigen Maestri

 Dirigierwettbewerbe sind eine besondere Zierde für ein Symphonieorchester, denn sie implizieren, dass sich ein Klangkörper der Spitzenklasse – andere kommen dafür nicht in Frage – als Medium für die Kür des hochtalentierten Dirigiernachwuchses zur Verfügung stellt und so auch Künstlerförderung betreibt. Der 2004 zum ersten Male ausgetragene Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerb der Bamberger Symphoniker hat in kürzester Zeit Maßstäbe gesetzt und avancierte mittlerweile zu den weltweit wichtigsten Wettbewerben dieser Art. Er ist insofern eine Besonderheit, als er gleich in seiner ersten Edition eine stabführende Musikerpersönlichkeit „gebar“, deren Ruf bald um die ganze Welt ging und deren Glanz bis heute nicht verblasst ist: Gustavo Dudamel. Der damals blutjunge Venezolaner, schon ...


24.03.2016

Musica Bayreuth 2016

 Am 23. April startet es wieder, das in der Region „wichtigste Musikereignis außerhalb der Bayreuther Festspiele“. Es ist ein Klassik-Festival, innerhalb dessen sich gleichwohl die Grenzen zwischen so genannter E- und U-Musik in Auflösung befinden. Hier gibt es Unglaubliches zu entdecken: Spannendes, Interessantes, Neues. So auch in der kommenden Saison, wenn es wieder heißt: Klassik belebt! Dieses Motto wird diesmal seinen besonderen Hintersinn haben, denn belebend dürfte sich schon der Umstand auswirken, dass aufgrund der Schließung der Stadthalle aus der Not eine Tugend gemacht werden muss, also neue Räume zur Nutzung anstehen. Ein solcher mit besonderem Charme ist das alte Reichshof-Kino in der Maxstraße. Auf die Panzerhalle gar dürfen sich die Bamberger Symphoniker freuen und sie werden dort am geradezu idealen...


24.03.2016

Passagen

 Das Konzept, mit dem vor genau einer Dekade das Team um das BR-Studio Franken, das Kulturforum Fürth und das Stadttheater Fürth starteten, sollte zu musikalischen Expeditionen ins Unerhörte und Unbekannte führen und es sollte Klänge generieren, die Grenzen und Zeiten überwinden. Das war die programmatische Absicht, aber die Initiatoren konnten wohl kaum ahnen, dass sich ihr wachsendes Publikum bald mit Begeisterung von den Passagen mitreißen lassen und wie sehr es aufgeschlossen und neugierig auch auf entlegene Pfade folgen würde. Der entscheidende Grund liegt natürlich in der hohen künstlerischen Qualität, für die in den letzten Jahren so berühmte Namen wie Gidon Kremer oder Andreas Scholl und Ensembles wie das schon legendäre Kronos Quartet oder „L‘Arpeggiata“ standen. Am 7. Ma...


24.03.2016

Klangvoll durch den Sommer

Auch in diesem Jahr findet ab dem 29. Mai wieder der Musiksommer Obermain statt. Den festlichen Rahmen bieten dafür vor allem das geschichtsträchtige und altehrwürdige Kloster Banz und die Basilika Vierzehnheiligen in Bad Staffelstein. Die Konzerte, die in schöner Regelmäßigkeit stattfinden, bis in den Spätherbst hineinreichen und ihren Abschluss erst Ende November zum ersten Advent finden, ziehen jedes Jahr zahlreiche Besucher an – so sicher auch in diesem. Programmatisch ist musikalischer Fassettenreichtum angesagt, vom Chorgesang bis zur Harfenmusik ist alles vertreten. Eröffnet wird der Musiksommer in der Evang. Johanniskirche in Michelau (i. Ofr.) mit Darbietungen des „Trios Saphiro“. Als besonderes Instrument kommt hier die Harfe (Bettina Linck) zum Einsatz. In Kombination mit Oboe (Christine Leipold) und Sop...


24.03.2016

Britannia in Bamberg

 Es schien zweifelsohne ein Wagnis zu sein, als 2015 die Musikstadt Bamberg zum ersten Mal im Zeichen britischer Musik stand. Der Erfolg dieses sehr speziellen Festivals hat die Macher – allen voran Meinhard Saremba – dazu bewogen, gleich im darauf folgenden Jahr weiter zu machen, quasi als „Wiederholungstäter“. In der Weltkulturerbestadt stehen deshalb vom 19. bis zum 24. April bei „Britannia in Bamberg – Tage der britischen Musik“ zum zweiten Male Werke britischer Komponisten im Mittelpunkt. Neben Stücken von „alten Bekannten“ wie Henry Purcell, Arthur Sullivan, Edward Elgar und Ralph Vaughan Williams spielen diesmal auch der 200. Geburtstag von William Sterndale Bennett und der 100. Todestag von George Butterworth eine Rolle. Sterndale Bennett war Mitte des 19. Jahrhunderts einer der profiliertesten engli...


24.03.2016

Das Kammermusikfestival in Schloss Seehof 2016

 Die beliebte Konzertreihe vor den Toren Bambergs, die längst zu den herausragenden Ereignissen der Region zählt, muss heuer einmal ohne die Beteiligung von Mitgliedern der Bamberger Symphoniker auskommen, befindet sich das Ensemble doch zeitgleich auf einer Auslandsreise. Trotzdem ist es den Veranstaltern gelungen, auch 2016 ein erlesendes Programm in der Orangerie von Schloss Seehof zusammenzustellen um das Publikum Ende Mai musikalisch zu verwöhnen. Matthias Kirschnereit, preisgekrönter Ausnahmepianist (u.a. Echo 2009) gibt sozusagen mit Werken von Mozart, Beethoven und Schubert am 25. Mai den Startschuss für eine rasante Festivalwoche. Nachdem nur einen Tag später „Die schöne Müllerin“ zu hören sein wird, kann man am 27. Mai bei dem Konzert des Barockorchesters „La Folia“ einen weiteren Höhe...


24.03.2016

Klavierabend Helmchen

 Es gibt beim Verlauf von Solokarrieren große Kontraste: Manche Künstler werden schnell hochkatapultiert, verglühen aber früh, andere erklimmen die Stufenleitern des Erfolgs nur gemächlich, können sich dann jedoch nachhaltig auf dem Parnass verwurzeln. Martin Helmchen, der Auswahlkünstler des Musikvereins für den Monat April, gehört eindeutig zu letztgenannter Kategorie. Der Berliner hat sich mittlerweile als einer der Top-Pianisten der jüngeren Generation etabliert und ist weltweit gefragt. Neben seiner diesjährigen Konzentration auf internationale Orchesterkonzerte – u.a. in Boston, Helsinki, Stockholm, Chicago und Paris – gilt seine besondere Aufmerksamkeit der Kammermusik, die ihn regelmäßig mit den Größen der Musikwelt wie z.B. Sharon Kam oder Julia Fischer zusammenbringt. Dar&...


24.03.2016

Musik in fränkischen Kirchen 2016

 Die Musikreihe „Musik in fränkischen Kirchen“ des Kulturforums Bamberger Land e.V., kann auch heuer mit einem Programm der Extraklasse aufwarten. Während das erste Konzert der diesjährigen Reihe bereits Ende März in der Litzendorfer Pfarrkirche unter dem Motto „Hell aufklingende Osterfreude“ vor ausverkauftem Haus als Höhepunkt das 5. Brandenburgische Konzert von J.S. Bach präsentierte, stehen am 8. Mai in der Pfarrkirche Memmelsdorf Geistliche Kantate, Arien und Instrumentalwerke aus drei Jahrhunderten im Mittelpunkt. Dabei kann der Anfangstext der Händel-Arie „Flammende Rose, Zierde der Erden“, die unter anderen gesungen wird, als Motto des Konzertes mit der Sopranistin Hyun Jee Doh-Németh und dem Duo violinorgano aus Bamberg (Birgit Hablitzel, Violine und Karl-Heinz Böhm, Orgel) stehe...


24.03.2016

Klassik in historischen Mauern

 Wer im Mai Lust auf ein außergewöhnliches Ensemble verspürt, der sollte sich den 14. in seinem Kalender rot anstreichen. Denn an diesem Abend gastieren in der Weltkulturerbestadt mit I Sedici 16 Ausnahmemusiker aus den verschiedensten Nationen, die ihr einzigartiges Klangbild durch zahlreiche Aufführungen im In- und Ausland kultiviert und genau damit ihre Zuhörer, aber auch die Medien, in ihren Bann gezogen haben. Unter der Leitung des italienischen Konzertmeisters und Geigers Petru Lupan musiziert ein junges internationales Kollektiv, enthusiastisch, frech und punktgenau und lädt auf eine Reise ein, auf der es viel Neues und Unerwartetes über die Musik zu entdecken gibt. Ein Musikerlebnis und Hörgenuss der besonderen Art – aus dem Blickwinkel einer Generation junger Künstler. An diesem Abend werden die Zuhörer mi...


24.03.2016

Das Haus Marteau ist flügge geworden

 Die Internationale Begegnungsstätte des Bezirks Oberfranken bietet Musikbegegnung nicht nur am Stammhaus an, sondern geht auch in der Region auf Reisen. Idyllisch gelegen im nördlichen Ostoberfranken, ist das Haus Marteau seit Jahrzehnten eine exquisite Adresse für die Begegnung mit der Musik. Aber man muss zu dieser etwas versteckten Perle in Lichtenberg hinwollen, um von dem dortigen reichhaltigen Angebot in Sachen Musikvermittlung zu profitieren. Damit auch diejenigen Weiterbildungsaspiranten, die das aus irgendwelchen Gründen nicht können, von der Kompetenz des Hauses Marteau etwas abbekommen, gibt es seit 2010 ein Programm, das die Veranstaltungen der Internationalen Begegnungsstätte Oberfrankens punktuell im ganzen Bezirk anbietet. Ob in Coburg oder Pegnitz, in Forchheim oder Marktredwitz – das Haus Marteau ist präsent, ...


21.03.2016

Dein Lied

 Nach dem großen Erfolg des 1. Internationalen Festival des Liedes in Rothenburg ob der Tauber „Dein Lied“ im Jahr 2014 findet in diesem Jahr das 2. Internationale Festival des Liedes in den Konzertsälen des Rothenburger Wildbads statt und präsentiert neben deutschen Künstlern auch Sänger und Sängerinnen aus den diesjährigen Gastländern Frankreich und Russland.   Das Festival ist ein öffentliches Forum internationaler Begegnungen in  Workshops und Konzerten von professionellen SängerInnen, angehenden SängerInnen und interessierter Laien sein, um die Liedkultur im Bereich Sologesang, wie auch des chorischen Singens von Kunst- und Volksliedern der verschiedenen Länder kennenzulernen. Durch diesen Austausch, die Tradierung, die Pflege und die lebendige Weiterentwicklung des Liedes wird nic...


03.03.2016

Jazzmusik vom Feinsten

 Das Jazzforum Bayreuth präsentiert im April 2016 drei ganz besondere Konzert-Highlights: Samstag, 9. April 2016, um 20.30 Uhr im Becher Bräu Gilad Atzmon & The Orient House Ensemble Gilad Atzmon, Brite israelischer Herkunft, ist ein Mann mit vielen Talenten, von denen zwei besonders öffentlichkeitswirksam sind. Auf der einen Seite ist da der intelligente, streitbare Autor, der sich mit seiner provokanten Meinung zur israelischen Identität keineswegs nur Freunde macht. Auf der anderen Seite ist da der stets humorvolle Multiinstrumentalist, der seinem Publikum eine faszinierende Mischung aus Bebop und orientalischen Elementen anbietet. Ob man nun mit einem politisch sensiblen Ohr hinhört oder nicht – für Jazzfans bieten Gilad Atzmon und das Orient House Ensemble ganz objektiv Weltjazz vom Feinsten. Freitag, 15. April 2016, u...


16.02.2016

Die zweiten Tage der britischen Musik in Bamberg

In der UNESCO-Weltkulturerbestadt Bamberg stehen vom 19. bis zum 24. April 2016 bei „BRITANNIA in BAMBERG – Tage der britischen Musik“ zum zweiten Mal Werke britischer Komponisten im Mittelpunkt. Neben Stücken von „alten Bekannten“ wie Henry Purcell, Arthur Sullivan, Edward Elgar und Ralph Vaughan Williams spielen diesmal auch der  200. Geburtstag von William Sterndale Bennett und der 100. Todestag von George Butterworth eine Rolle. Sterndale Bennett war Mitte des 19. Jahrhunderts einer der profiliertesten englischen Musiker, Butterworth eines der größten Komponistentalente, das durch den Ersten Weltkrieg zu früh ums Leben gekommen ist. Auch Aspekte, die das Leben auf der Insel nachhaltig prägen, werden vorgestellt: Die Bedeutung von Wasser und Meer sowie das Leben in ländlichen Gegenden, das unter anderem in d...


26.01.2016

Lang Lang in Bamberg

 Als im Dezember 2002 ein ebenso blutjunger wie gänzlich unbekannter Pianist sein Debütkonzert mit den Bamberger Symphonikern gab, schloss die begeisterte Rezension des Kritikers der ortsansässigen Tageszeitung mit dem fast seherischen Wortspiel: „wir werden von ihm hören – über kurz oder lang“. So ist es dann auch gekommen, und aus dem schon früh als „Wunderkind“ gefeierten Nachwuchskünstler aus dem Reich der Mitte ist ein Megastar der Klassikszene geworden. Keiner füllt die Säle weltweit so garantiert wie er, niemand ist präsenter in den Medien. Neuerdings scheint dem Tausendsassa sogar bei der Zeitungslektüre irgendwelche Musik einzufallen, jedenfalls hat er sich die Frankfurter Allgemeine Zeitung – getreu dem Motto „Dahinter steckt immer ein kluger Kopf“ - als kreat...


26.01.2016

70 Jahre Bamberger Symphoniker

 Herr Axt, Jubiläumsanlässe sind stets auch eine Gelegenheit, in die eigene Vergangenheit zurückzuschauen. Die Genese der Bamberger Symphoniker gilt als relativ bekannt, zumal nach der Veröffentlichung einer opulenten Keilberth-Biographie durch Thomas Keilberth, den noch lebenden und in Bamberg oft präsenten Sohn des Dirigenten. Trotzdem haben Sie sich nochmals mit der Geschichte des Orchesters beschäftigt. Gibt es Neues, muss irgendetwas umgeschrieben werden?   MRA: Nein, umschreiben müssen wir nichts, aber manches bezüglich unserer böhmischen Herkunft...     ...die ja schon einmal von schlecht informierter Seite als „Lebenslüge“ der Bamberger Symphoniker diskreditiert wurde...   MRA: ...lässt sich jetzt präzisieren. Dass 1945 ca. 30 Musiker auf ihrer Flucht aus Prag gen W...


26.01.2016

Symphonische Gründerjahre

 1946 war ein Gründerjahr par excellence, und daher ist es kein Wunder, dass heuer so manche Kultureinrichtung einen halbwegs runden Geburtstag feiern kann. Halbwegs deshalb, weil die hergebrachte Jubiläumsarithmetik eigentlich in 25-er-Schritten einhermarschiert. Aber lassen wir die 70 rund sein und schauen, warum 2016 gleich drei wichtigen Symphonieorchestern Frankens zum Feiern zumute sein darf. Auch wenn sofort nach dem Krieg – und noch vor der Gründung der Bundesrepublik – auf allen möglichen Gebieten der Wiederaufbau begann, so fiel der kulturellen Wiederbesinnung nach den Jahren der Barbarei doch eine besonders bedeutende Rolle zu. Die Hofer Symphoniker wurden vor 70 Jahren vom damaligen Kapellmeister Karl F. Keller gegründet. Er legte damit den Grundstein für eine erfolgreiche Entwicklung, die zu einer fruchtbaren Dive...


26.01.2016

Bach im Rollkragen

 Zu den größten Standortvorteilen Thüringens zählt der glückliche Umstand, dass die Mehrzahl der authentischen Orte, die mit dem Leben und Wirken Johann Sebastian Bachs verbunden sind, sich in diesem Bundesland befindet. Deshalb dient auch das einzigartige historische Potenzial der Region als Ausgangspunkt und Basis für das größte Musikfestival im Freistaat Thüringen: die Thüringer Bachwochen. Ob das Bachhaus und die Taufkirche in Eisenach, die Traukirche in Dornheim, die frühen Wirkungsstätten in Mühlhausen, Arnstadt und Weimar oder die Häuser der Vorfahren in Erfurt und Wechmar – diese eindrucksvollen Schauplätze bieten die besten Voraussetzungen dafür, das Podium bzw. den Rahmen für anspruchsvolle Konzertveranstaltungen abzugeben. Die Thüringer Bachwochen wurden erstma...


26.01.2016

Schöne Klänge, Atmosphäre und Champagner

 Die richtige Raumgebung für die so wichtige Pflege der Kammermusik zu finden ist in Bamberg gar nicht so einfach. Das Kleinod des Kaisersaals fällt mangels Heizung quasi ganzjährig aus. Der ursprünglich auf Wunsch des Musikvereins Bamberg extra für die Kammermusik hinzugefügte kleine Saal der Konzerthalle, also der Hegelsaal, wurde vor einigen Jahren in einer Nacht-und-Nebel-Aktion akustisch hingerichtet. Seitdem müssen sich die beiden arrivierten kammermusikalischen Konzertreihen (des Musikvereins und der Symphoniker) im eigentlich viel zu großen Keilberthsaal einrichten. Sie tun dies auf unterschiedliche Weise…. Um so begrüßenswerter ist es, dass sich mittlerweile ein ganzes Biotop kleiner und kleinster Aufführungsorte an historischen Orten entwickelt hat. Als besonders charmanter Neuzugang darf das ba...


26.01.2016

„O Welt, sieh hier dein Leben“

 Stellen sie sich vor, einer der größten deutschen Komponisten hat Geburtstag und keiner bemerkt es so richtig. Zumindest könnte man den Eindruck gewinnen, wenn es um Johann Sebastian Bach geht. Der am 31. März 1685 in Eisenach geborene Komponist war zu seinen Lebzeiten wohl eher als Orgel- und Klaviervirtuose bekannt, seine eigentliche Leidenschaft, das Komponieren, war seinerzeit nur wenigen Kennern der Musikszene geläufig. Deshalb war es auch nicht verwunderlich, dass diese Kompositionen nach seinem Tod im Jahr 1750 zunächst Jahrzehnte in Vergessenheit gerieten, bevor mit der Wiederaufführung der Matthäus-Passion im Jahre 1829 eine Bach-Renaissance einsetzte, die bis heute anhält. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts sind die Werke Johann Sebastian Bachs aus dem weltweiten Repertoire der klassischen Musik einfach nicht mehr...


02.12.2015

Musik in lauschiger Atmosphäre

 „Klassik am See“ 2016 steht unter dem Motto „Wiener Klassik“ und verspricht den Konzertbesuchern in diesem Sinne berühmte Werke in höchster Qualität darzubieten. Den Auftakt stellt Mozarts Ouvertüre zu Cosi fan tutte dar, gefolgt von Haydns Oboenkonzert in C-Dur. Nach der Pause geht es weiter mit einem Klavierkonzert von Mozart und Beethovens 5., der wohlbekannten „Schicksalssymphonie“. Für das Programm von „Klassik am See“ konnte der Klassikkultur Verein den herausragenden Star-Oboisten der Berliner Philharmoniker Albrecht Mayer gewinnen, der sowohl als neuer künstlerischer Leiter des Open-Air-Konzerts auftritt als auch selber auf der Bühne stehen wird. Gleich dreimal wurde Mayer mit dem begehrten ECHO Klassik ausgezeichnet, im Dezember 2006 erhielt er den E. T. A.-Hoffmann-Kulturpreis s...


27.11.2015

Genremix in der Vierten Jahreszeit

 Zum 17. Male findet Ende des Jahres ein Festival statt, das einst als Ergänzung zum renommierten „Kissinger Sommer“ erfunden wurde. Es ist aber nicht allein nach der vierten Jahreszeit benannt, sondern schmückt sich in leicht poetischer Überhöhung mit dem Titel „Kissinger Winterzauber“. Erfunden hatte es seinerzeit die jetzt scheidende Intendantin Kari Kahl-Wolfsjäger, und das Konzept war von Anfang nicht darauf ausgelegt, den „Kissinger Sommer“ einfach in den Winter hinein zu verlängern, sondern einen spezifischen Genre-Mix aus Klassik, Jazz, Pop und Crossover anzubieten. Auch für dieses Festival gilt jedoch, dass „die Mischung aus genreübergreifender Musik, hohem künstlerischem Anspruch und der besonderen Atmosphäre unserer historischen Räumlichkeiten“ – so der...


27.11.2015

Weihnachtliches Klangspiel

Was gibt es an Weihnachten Schöneres, als sich mit lieblichen Klängen zu umgeben und dabei die Seele baumeln zu lassen. Sich einfach der Musik hingeben, das kann man bereits einen Tag vor Heiligabend, am 23.12.2015, 20 Uhr bei einem Besuch des Weihnachtskonzertes der Sinfonietta Bamberg. Dirigent Harald Strauss-Orlovsky und sein Kammerorchester sind dafür bekannt, ihrem Publikum jedes Jahr auf Neue ein hervorragendes und ergreifendes Konzert zu bescheren. In freudiger Erwartung ist auch in diesem Jahr mit einem gut gemischten Jubelprogramm zu rechnen. Aufgeführt werden die berühmte Schauspielmusik „Rosamunde“ von Franz Schubert, Antonio Vivaldis „Gloria in excelsis Deo“ und Bachs imposantes Orgelwerk „Toccata & Fuge“ sowie weihnachtliche Chöre u. a. von Johann Schelle und Mateo Flecha. Weitere Programmpu...


27.11.2015

Il Flauto Magico

 Irgendwie passt es zur kalten Jahreszeit, wenn der Bamberger Musikverein seine Konzertreihe im Januar mit dem Boreas-Quartett aus Bremen fortsetzt. Boreas ist nämlich in der nordischen Mythenwelt der Gott des Nordwindes. Dass es am 15. Januar in der Konzerthalle kühl zugehen wird, ist allerdings kaum zu befürchten, denn der warme Klang von Blockflöten wird zu hören sein. Ein Blockflötenquartett in einer hochrangigen Kammermusikreihe, ist das nicht deplatziert? Nein, beileibe nicht, denn die professionelle Blockflötenkunst führt die tradierten Vorurteile vom Schülerinstrument, das Erwachsene tunlichst nicht mehr anrühren, ad absurdum. Übrigens beweist auch die Beliebtheit dieser Besetzung beim Publikum Bände: als vor einigen Jahren bereits das berühmte Loeki Stardust Quartett beim Musikverein in...


25.11.2015

Zum 260. Geburtstag eines Genies

 Gemessen an der Vielzahl von Menschen, die diesen Planeten bevölkern, gab es seit Anbeginn nur wenige, die schon in jungen Jahren als absolute Ausnahmetalente, um nicht zu sagen Genies in die Geschichte der Menschheit eingingen. In die Riege dieser Wunderkinder reiht sich zweifelsohne auch der Salzburger Komponist Wolfgang Amadeus Mozart ein, der schon im zarten Alter von vier Jahren musikalische Früherziehung in Klavier, Violine und Komposition erhielt. Nur wenig später galt er als absoluter Virtuose an den beiden Instrumenten und komponierte eigenständig hochanspruchsvolle Werke. Im kommenden Jahr nun, im Januar, feiert die Musikwelt den 260. Geburtstag Mozarts, der mit nur 35 Jahren viel zu früh verstarb. Anlässlich dessen widmet sich auch das Bamberger Trio Aureum Mozarts Erbe und lädt am 29.01.2016, 19 Uhr zur gleichnamigen mus...


25.11.2015

Mit Tradition ins neue Jahr

 Feierlich das Neue Jahr begrüßen – das ist um Mitternacht des 01.01. eines jeden Jahres absolute Pflicht. Wer sich in der Silvesternacht jedoch nicht allzu sehr verausgaben will, dem wird an Neujahr ein ganz besonderer Termin wärmstens ans Herz gelegt: Das Neujahrskonzert des Bamberger Kammerorchesters in der Konzerthalle, das inzwischen schon als eine Art Institution in Bamberg gilt. Bereits seit 1998 bietet die Veranstaltung, die immer um 17 Uhr stattfindet, einen würdigen Rahmen, um das neue Jahr in Vorfreude auf das, was da kommen mag, willkommen zu heißen. Seit nunmehr 17 Jahren steht der Abend vor allem im Zeichen der Völkerverständigung, denn damals wie heute stehen vor allem junge deutsche und japanische Musiker im Mittelpunkt des Abends. Als ein Orchester aus Tokio zur Jahreswende 1997/98 zum ersten Mal Bamberg besu...


25.11.2015

„So sie’s nicht singen, glauben sie es nicht.“ Martin Luther (1483-1546)

 Das 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017 wirft auch bei den Tagen Alter Musik Bamberg seine Schatten voraus, denn vom 26. bis zum 29. Mai 2016 widmet sich die Musica Canterey Bamberg ganz dem Werk Luthers und seinem Nachwirken. Luther schätzte die Tonkunst sehr, stand mit einigen Musikschaffenden in direktem Kontakt und erneuerte auch selbst die Kirchenmusik seiner Zeit. Die viertägige Veranstaltungsreihe der Musica Canterey Bamberg vermittelt ein breites Spektrum der Musik des frühen 16. Jahrhunderts und erschließt die musikalischen Auswirkungen bis in das 19. Jahrhundert hinein. Es erklingen sowohl eigene Liedschöpfungen und Choräle Martin Luthers als auch Vertonungen von Zeitgenossen wie Ludwig Senf und Johann Walther; darüber hinaus gilt es auch das Nachwirken seiner Sprache in faszinierenden Chorwerken und Instrumentalbea...


25.11.2015

Abseits des Mainstreams

 Man wird sich dran gewöhnen müssen: das ensemble Kontraste (eK) sammelt regelmäßig Auszeichnungen ein, die seine Rolle als wichtiger Impulsgeber innerhalb der Nürnberger Kulturlandschaft bestätigen. Schon 1999 erhielt das Ensemble den Wolfram-von-Eschenbach-Förderpreis, 2004 schloss sich der Kultur-Förderpreis der Stadt Nürnberg an, 2007 der Friedrich-Baur-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und 2010 der Kulturpreis der E.ON Bayern AG. Im Jubiläumsjahr hat man nun abermals allen Grund zur Freude, ist dem Ensemble doch im Oktober der mit 15 000 Euro ausgestattete „große“ Wolfram-von-Eschenbach-Preis des Bezirks Mittelfranken verliehen worden, womit das „bedeutsame kulturelle Schaffen“ der knapp zwei Dutzend Musikerinnen und Musiker gewürdigt wurde. Das Ensembl...


25.11.2015

Vom Himmel hoch...

 Der gebürtige Würzburger Florian Meierott ist bekannt für seine virtuosen Geigenkünste und das weit über die Grenzen Frankens hinaus. Vielfach ausgezeichnet und geehrt, spielte er Konzerte auf fast allen Kontinenten, von Asien über Südafrika bis nach Amerika. Obwohl er überall gefragt ist, hat sich der namhafte Violinist in Kitzingen niedergelassen und in der Villa Paganini eine Geigenschule für Kinder eingerichtet. Hier gibt er seine Liebe zur Musik, die ihn schon seit frühester Kindheit begleitet, mit Begeisterung an seine Schüler weiter. Bei regelmäßig stattfindenden Auftritten und Konzerten dürfen die Kinder ihr Können unter Beweis stellen.   So auch im Rahmen des Kitzinger Weihnachtsmarktes „Kitzingen leuchtet“ am Sonntag, den 12.12.2015, um 17.30 Uhr auf dem ...


25.11.2015

Mit Tschaikowski in die Weihnachtszeit

 Pjotr Iljitsch Tschaikowskis, bekannter unter dem Namen Peter Tschaikowski, ist einer der wohl bedeutendsten Komponisten seiner Zeit und darüber hinaus. Die Begeisterung für seine Werke ist auch heute noch ungebrochen. Internationale Bekanntheit erlangte er vor allem mit seinen Ballettkompositionen „Schwanensee“ und „Nussknacker“. Peter Tschaikowski und das Bild von der Primaballerina – das geht so unweigerlich miteinander einher, dass die märchenhaften Geschichten rund um die tanzenden Schwäne und den verzauberten Nussknacker jedes Jahr in der Weihnachtszeit wieder lebendig und von den namenhaften Ballettensembles dieser Welt auf die Bühne gebracht werden. Vor allem das klassische russische Ballett genießt dabei über die Grenzen Russlands hinaus großes Ansehen. Auch in diesem Jahr geht ...


25.11.2015

Feierliche Klänge auf dem Kaulberg

 Den Silvesterabend einläuten und sich auf das neue Jahr vorbereiten, kann man auch in diesem Jahr am besten beim Silvesterkonzert in der Oberen Pfarre am Kaulberg. Mit Vorfreude auf Mitternacht, erklingen in den altehrwürdigen Gemäuern der barocken Pfarrkirche ruhige, aber gleichermaßen festliche Melodien von Mozart und Vivaldi, die der Solo-Oboist der Bamberger Symphoniker und vielfache Preisträger Ivan Podyomov zum Besten gibt. Aber auch das Bamberger Streichquartett, das heuer sein 40-jähriges Bestehen feiert, gibt sich erneut die Ehre und ergänzt das Konzert mit dem Concerto Polon von Telemann, einem Streichquartett von Haydn und der Sentimental Sarabande aus der „Simple Symphony“ von Britten. Eröffnet wird der Abend von Organist Karl-Heinz Böhm mit Präludium, Trio und Fuge in C von Johann Sebastian Bach...


09.11.2015

Swingin' Nutcracker

Tschaikowskys Nussknacker-Suite ist bekannt – aber wie steht es mit der Big-Band-Version von Duke Ellington? Im Dezember 2015 wagt sich das BlueTrainOrchestra – die Big-Band der Städtischen Musikschule Bamberg – unter der Leitung von Sebastian Strempel an dieses großartige, aber selten gespielte Werk und wird dabei unterstützt von dem Schauspieler, Autor und E.T.A. Hoffmann-Kenner Andreas Ulich. Brachte Duke Ellington Peter Tschaikowskys Nussknacker-Ohrwürmern den Swing bei, so hat sich nun Andreas Ulich den Urtext von E.T.A. Hoffmann vorgenommen, um auch dort die eine oder andere Blue-Note-Nuss hineinzureimen. Nach den großen Erfolgen, die das BlueTrainOrchestra 2014 und 2015 mit Duke Ellingtons "Sacred Concert" mit fast 100 Mitwirkenden feiern konnte, jetzt also die „Nutcracker-Suite“ im Arrangement...


15.10.2015

Jubiläumskonzert 325 Jahre Meininger Hofkapelle

 Im Jubiläumskonzert zum 325-jährigen Bestehen der Meininger Hofkapelle am Samstag, den 24. Oktober dreht sich alles um Johannes Brahms, den mit der Hofkapelle eine fruchtbare Zusammenarbeit verband, die in der gemeinsamen Uraufführung der 4. Sinfonie gipfelte. Diese und auf Brahms Bezug nehmende Werke von Richard Strauss, Detlev Glanert und Thomas Adès stehen im 2. Sinfoniekonzert unter dem Dirigat von GMD Philippe Bach auf dem Programm. Neben Opernsolist Dae-Hee Shin ist mit Astrid Weber eine renommierte Strauss- und Wagner-Interpretin zu Gast. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr im Großen Haus. Um 18.30 Uhr findet eine Konzerteinführung im Foyer statt. Karten sind an der Theaterkasse unter: 03693/451-222 und 451-137 sowie www.das-meininger-theater.de erhältlich.   Wenige Werke sind so eng mit der Geschichte der Meininger Hof...


15.10.2015

Bis Mitte November anmelden

 Tausende von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen nehmen Jahr um Jahr bei „Jugend musiziert“ teil. Seit bald dreiundfünfzig Jahren setzt der vom Deutschen Musikrat initiierte Nachwuchswettbewerb wichtige Akzente im Musikleben hierzulande. Sabine Meyer zählt zu den früheren Bundespreisträgerinnen (übrigens zunächst auf der Geige, erst zwei Jahre hernach an der Klarinette), Anne-Sophie Mutter natürlich, auch Tabea Zimmermann, Olga Scheps, der Schlagzeuger Johannes Fischer, Christoph Eß (der Solohornist der Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie war gleich sechsfacher Bundespreisträger), der Organist Christian Schmitt und die Oboistin Viola Wilmsen, Simon Rössler, Olaf Ott und Alexander von Puttkamer. Die drei Letztgenannten gehören heute dem Berliner Philharmonischen Orchester...


13.10.2015

Kirill Petrenko bleibt bis Sommer 2021

 Die deutschsprachige Orchesterlandschaft ist in Bewegung. So ist beispielsweise seit der Spielzeit 2014/2015 Lionel Bringuier Chefdirigent und Musikalischer Leiter der Zürcher Tonhalle, Christian Thielemann seit wenigen Monaten (und noch bis, mindestens, 2020) Chef auf dem Grünen Hügel. Unterdessen hat bei den Münchner Philharmonikern, von denen sich Thielemann im Streit davonmachte, seit der aktuellen Saison Valery Gergiev das Chefpult übernommen, politisch im Übrigen eine keinesfalls unumstrittene Person, da überaus putinnah.   Beim hr-Sinfonieorchester in Frankfurt ist Andrés Orozco-Estrada seit etwas über einem Jahr Chefdirigent, seit dem 1. September ist François-Xavier Roth Generalmusikdirektor der Stadt Köln, wo er sich in seiner damit einhergehenden Funktion als Gürzenich-Kapellmeister mit ...


12.10.2015

„Der Tag ging regenschwer und sturmbewegt“

 Deutschland besitzt einen unglaublich großen kulturellen Schatz. Gerade an der Musiktradition dieses Landes wird das immer wieder deutlich. Komponisten wie Ludwig van Beethoven, Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann, Richard Wagner, um nur einige zu nennen, prägten nachhaltig das musikalische Verständnis ganzer Generationen und stehen heute für eine gesamteuropäische Wertekultur.   Über 40 Musikermuseen befinden sich in Deutschland, die in historischen Wohn- und Wirkungsstätten der Komponisten deren Leben und Schaffen in den Kontext der jeweiligen Zeit stellen. Den eigenen Musikreihen der Häuser kommt dabei eine tragende Rolle bei der lebendigen Vermittlung dieser Tradition zu.   Die Arbeitsgemeinschaft Musikermuseen in Deutschland setzt sich seit ihrer Gründung im Jahre 2005 bewusst für eine enge...


08.10.2015

Literaturnobelpreis für Swetlana Alexijewitsch

 Eine überraschende Entscheidung ist dies nun nicht. Die von dem in London beheimateten Wettbüro Ladbrokes, mithin dem größten Buchmacher der Welt, geführte Liste der möglichen Literaturnobelpreiskandidaten sah in diesem Jahr Swetlana Alexijewitsch ganz vorn, und auch unter Experten wurde die Weißrussin arg hoch gehandelt: nämlich an erster Stelle. Außerdem wird sie, wie so viele ihrer Vorgängerinnen und Vorgänger, bei Hanser verlegt. Hinzu kam noch, dass sich die schwedische Literaturwissenschaftlerin Sara Danius, die seit dem vergangenen Jahr dem Auswahlgremium angehört und seit wenigen Monaten dessen Vorsitz innehat, explizit eine Frau als Ausgezeichnete wünschte. Die Schwedische Akademie würdigte mit ihrer Bekanntgabe am frühen Donnerstagnachmittag in Stockholm die inzwischen siebenundsechz...


08.10.2015

Gesangswettbewerb 2016 in Nürnberg

 Das Staatstheater Nürnberg richtet 2016 einen neuen Gesangswettbewerb mit dem Titel „Die Meistersinger von Nürnberg“ aus, dessen Schirmherr Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly ist. In einer Pressekonferenz am 6. Oktober 2015 stellte Staatsintendant Peter Theiler den neuen Wettbewerb vor, im Beisein von Nürnbergs Kulturreferentin Prof. Dr. Julia Lehner, des Jury-Präsidenten des Wettbewerbs Prof. Siegfried Jerusalem und des Generalmusikdirektors Marcus Bosch. Den Hauptsponsor des Wettbewerbs, die Commerzbank AG, vertrat Michael Krauß, Niederlassungsleiter der Commerzbank AG Nürnberg/Fürth.   Der Gesangswettbewerb wird in zwei Fächern mit jeweils 3 Preisen ausgetragen, in einem allgemeinen Fach und im deutschen Fach. Die Preise sind hoch dotiert und können auch kumuliert werden: Mit einem ...


07.10.2015

Lobgesang und Goldberg-Variationen

 Dem Komponisten selbst galt die „Passio Domini nostri Jesu Christi secundum Evangelistam Matthaeum“, also die Matthäus-Passion für Solisten, Knabensoprane sowie zwei Vokal- und Instrumentalchöre, als sein wichtigstes Werk. Die 47. Würzburger Bachtage eröffnen am Samstag, den 21. November, in St. Johannis mit der großen (und großartigen), vermutlich am Karfreitag 1727 in der Leipziger Thomaskirche erstmals gegebenen, nach Bachs Tod vergessenen und erst 1829 von Felix Mendelssohn wiederaufgeführten Passion BWV 244. Es musizieren die Würzburger Domsingknaben, der Bachchor und das Bachorchester Würzburg sowie fünf Solisten (darunter der Tenor Tilman Lichdi, der die Partie des Evangelisten übernimmt). Die Gesamtleitung liegt letztmalig in den Händen von Christian Kabitz, der seit 1979 ...


07.10.2015

Auftakt mit Thomas Hampson und Mahler

 Nie noch hat Thomas Hampson – mithin einer der allergrößten Mahler-Sänger unserer Zeit – mit den Bamberger Symphonikern zusammen musiziert. Das wird sich im Oktober, wenn die Bayerische Staatsphilharmonie in die neue Saison startet, ändern. Denn in Kooperation mit dem zweijährlichen oberfränkischen Festival „Lied & Lyrik“, das von der Friedrich-Baur-Stiftung und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste getragen wird, ist es nun gelungen, den US-amerikanischen Bariton an die Regnitz zu locken. Am 10. Oktober, sowie anderntags, wird Hampson im Joseph-Keilberth-Saal Gustav Mahlers Lieder aus „Des Knaben Wunderhorn“ singen. Der vor sechs Jahrzehnten in Indiana geborene Bariton ist keineswegs die einzige Koryphäe des Liedgesangs, die in diesem Oktober den Weg nach Oberfranken...


07.10.2015

Aufschlussreich und innovativ

 Wer sich in Fürth entlang der Gustavstraße in das idyllische Altstadtzentrum begibt, steht irgendwann – genauer gesagt: am Kirchenplatz – vor der evangelischen Michaelskirche und könnte meinen, hier sei die Zeit stehen geblieben. Die Kirche steht im Mittelpunkt des Gemeinwesens, sie ist also sprichwörtlich noch „im Dorf“. An solch einem Platz die Kantorenstelle einnehmen zu dürfen, das dürfte für viele Kirchenmusiker/innen der Traum schlechthin sein, auch wenn das demographische Umfeld in Fürth wie in anderen Stadtzentren längst nicht mehr als Garant für drangvollen Kirchenbesuch stehen kann. Um so wichtiger scheint es, dass die Kirchenmusik kulturelle Attraktion ausübt. Das tut sie an der Michaelskirche ebenso wie an anderen Kirchen der Stadt mit nachhaltiger Wirkung, besonders ...


07.10.2015

40 Jahre Litzendorfer Kerzenlichtkonzerte

 Von 9. bis 11. Oktober finden in Litzendorf, im Landkreis Bamberg in der barocken Pfarrkirche St. Wenzeslaus, die von Kunst- und Klassikfreunden als eine der schönsten Dorfkirchen Frankens geschätzt wird, wieder die beliebten Kerzenlichtkonzerte statt. Mitglieder der Bamberger Symphoniker, das Bamberger Streichquartett und prominente Gäste spielen Werke aus Barock, Klassik, Romantik und Moderne.   Vor 40 Jahren gründete der damalige Cellist der Bamberger Symphoniker, Karlheinz Busch, das Bamberger Streichquartett und schuf im gleichen Jahr die Tradition der Litzendorfer Kerzenlichtkonzerte. Seitdem gibt es jährlich diese illustre Reihe, die bereits seit Beginn zu einem wichtigen Kulturbaustein der Region zählt. „Quartet in residence“ war von Anfang an das mittlerweile international tätige Bamberger Stre...


07.10.2015

Die 21. Bamberger Gitarrentage

 Mit recht großen Namen und einem spannenden Programm können einmal mehr die Bamberger Gitarrentage aufwarten, deren 21. Auflage im November in der Johanniskapelle auf dem Oberen Stephansberg über die Bühne gehen wird. Den Auftakt machen am 7. November der Gitarrist Gernot Hammrich – so etwas wie ein Gitarrentage-Urgestein – und die Harfenistin Susanne Schumm. Mithin werden mehr als ein halbes Hundert Saiten erklingen (mindestens deren sechs hat die Konzertgitarre, die Harfe 47). Die gebürtige Hamburgerin, die seit 2001 an der Städtischen Musikschule Bamberg lehrt, und der aus Forchheim stammende Gitarrist haben gemeinsam ein kammermusikalisches Repertoire erarbeitet, das von den alten Meistern („Glückselige Musik / von Amseln und alten Meistern“ heißt es einmal bei Ulla Hahn) wie Gabrieli und ...


07.10.2015

Liszt lockt zum Spielvergleich

 Im Reigen der großen traditionellen Klavierwettbewerbe einen Platz mit Renommée zu ergattern ist nicht einfach. Dem vor 20 Jahren aus der Taufe gehobenen und nach Franz Liszt benannten Concours in Bayreuth und Weimar (wo die Hochschule der Musik zu den Initiatoren gehört) ist dies längst gelungen, denn er steht mittlerweile gleichberechtigt neben den beiden anderen bedeutenden Wettbewerben, die dezidiert das Werk Franz Liszts in den Leistungsvergleich stellen (Budapest und Utrecht). Weimars nach dem Komponisten benannte Hochschule und die Stadt Bayreuth laden vom 20. Oktober an zur mittlerweile achten Ausgabe des Wettbewerbs ein, dessen erste Runde in der Wagnerstadt, die weiteren Runden in der Goethestadt zu absolvieren sind.   Knapp 100 Teilnehmer aus 24 Ländern haben sich für diesen pianistischen Wettstreit angemeld...


07.10.2015

Auf den Spuren von Orpheus

 Welcher Name, welcher Anspruch: höher als olympisch geht‘s nun wirklich nicht! Man könnte das Motto, unter das Kari Kahl-Wolfsjäger, die jetzt scheidende Intendantin des „Kissinger Sommers“, seinerzeit das von ihr 2003 aus der Taufe gehobene Kräftemessen junger Tastenzauberer stellte, für zu ambitiös halten. Doch wenn man sich die Bilanz nach 13 Jahren ansieht, muss man neidlos anerkennen, dass hier keine Berge kreissten, um Mäuse zu gebären, sondern dass dieser Olymp große Klaviertalente zu Tage förderte. Erwähnen wir nur, dass z.B. ein Kit Armstrong dem Kissinger Sonderfestival seine Entdeckung und erste Förderung verdankt – ein Orpheus der Tasten!   Wirft man einen Blick auf das Programm des diesjährigen Klavierolymps, der vom 8. - 11. Oktober im wundersch&oum...


07.10.2015

Italienische Oper ganz groß

 Ungemein stark vertreten ist in der im späten September anlaufenden Spielzeit 2015/2016 der Metropolitan Opera New York und des Bamberger Kinos CineStar, das von Oktober an wieder ausgesuchte Vorstellungen als exklusive Direktmitschnitte zeigt, die italienische Oper. Zweimal macht Giuseppe Verdi die Runde, gleich dreimal Giacomo Puccini. Hinzu kommt, Mitte April, Gaetano Donizettis Belcanto-Oper „Roberto Devereux“, hinzu kommen, außerhalb des italienischen Repertoires, Wagner und Berg, Bizet und Richard Strauss.   Das Opernkino steht im Oktober nahezu ganz im Zeichen Verdis. Zunächst lockt am 3. Oktober „Il Trovatore“ in ausgesuchte Lichtspielhäuser. Dieses tragische „dramma lirico“ in vier Akten entführt die Zuschauer in das Aragonien und in die Biscaya des frühen 15. Jahrhunderts. En...


07.10.2015

800 Jahre im musikalischen Zeitraffer

 „Sankt Michael – Erzengel und Patron“ lautet das Motto eines Festkonzertes, das am 4. Oktober in der Bamberger St. Otto-Kirche stattfinden wird, also jener prächtigen Jugendstilkirche am Rande des Gärtnerlandes, deren Patrozinium auf den Namen des bedeutenden Bamberger Bischofs hört. Dass der heilige Otto sein – zurzeit freilich unzugängliches – Grab in der Michaelskirche gefunden hat, ist bekannt und verdoppelt die Bezüge dieses ambitionierten Konzertes zum tausendjährigen Jubiläum. Die Grundidee dieses von der Musica Canterey Bamberg ausgedachten Programms ist es, Musik aus acht Jahrhunderten mit expliziten oder denkbaren Bezügen zum heiligen Michael zu präsentieren. Das beginnt naturgemäß mit einem Hymnus zum Fest des Erzengels, das wenige Tage zuvor, nämlich am 29. ...


07.10.2015

„Brich an, du schönes Morgenlicht“

 Beim diesjährigen Weihnachtskonzert, das am 1. Advent (heuer übrigens zum 32. Mal) in der Bamberger Stephanskirche stattfindet, können die Besucher Musik aus drei Jahrhunderten genießen. In der einzigen jetzt evangelischen Kirche, die von einem Papst geweiht wurde, werden in diesem Jahr Werke der Komponisten Gjeilo, Britten und Bach aufgeführt.   Unter der Leitung von Ingrid Kasper präsentieren der musica-viva-chor Bamberg, das Streichorchester und Laurence Forstner-Beaufils mit der Harfe unter anderen die „Sunrise Mass“ des norwegischen Komponisten Ola Gjeilo, die 2008 uraufgeführt wurde. Gjeilo, der bereits im zarten Alter von fünf (!) Jahren erstmalig, ohne zum damaligen Zeitpunkt überhaupt Noten lesen zu können, komponierte, studierte später Komposition unter anderen an der reno...


07.10.2015

Konzertreihe im Bischberger Schloss

 Von Ende November bis in den März hinein warten die Bischberger Schlosskonzerte, die von Harald Strauss-Orlovsky und dessen Gattin Susanne kuratiert werden, mit drei Veranstaltungen auf. Zum heißblütig-melancholischen Auftakt am 29. November wird Tango Argentino mit dem Duo Cosae Mandinga – das sind Mauro Mauceri am Bandoneon und der Gitarrist Leandro Díaz Keller – aus Buenos Aires geboten. Zum Neujahrskonzert werden dann des in Venedig geborenen, in Wien (das im 18. Jahrhundert gewissermaßen die größte Stadt Italiens war) verstorbenen Antonio Vivaldi „Vier Jahreszeiten“ versprochen, mithin ein Ohrwurm, den Vivaldi 1725 als Teil seiner zwölf Violinkonzerte op. 8 vorgelegt hat. Außerdem wird am Neujahrstag in Bischberg noch weitere Musik aus der Zeit des Barock erklingen.   Am 6...


06.10.2015

Marimba, Chinabecken, Bongos und mehr

 Überwiegend, wenn auch nicht nur, Kompositionen für Marimba, genauer: für Marimbaphon – also für das dem Xylophon ähnliche „Holzplattenspiel afrikanischen Ursprungs, im 18. Jahrhundert nach Mittelamerika, im 20. Jahrhundert in geänderter Form nach Europa gelangt; […] eingesetzt in der Tanz- und Unterhaltungsmusik, im Jazz und im Schlagzeugapparat der Neuen Musik“, wie sich Heinrich Lindlars 1989 bei Suhrkamp herausgekommenem „Wörterbuch der Musik“ erhellend entnehmen lässt – Werke für Marimba also stehen am 16. Oktober von 19 Uhr an im Bamberger Spiegelsaal der Harmonie bei freiem Eintritt im Mittelpunkt eines Konzertabends.   Dann nämlich wird sich Felix Uttenreuther vorstellen, dem in diesem Jahr das Stipendium des Richard-Wagner-Verbandes Bamberg zuerkannt worden ist...


01.10.2015

Festwochen in Meiningen

 Den Auftakt der Festwochen zum 325-jährigen Jubiläum der Meininger Hofkapelle gestaltet der Jubilar am Freitag, den 2. Oktober, von 19.30 Uhr an im Großen Haus des Südthüringischen Staatstheaters mit dem Festkonzert zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit. Geboten wird Ludwig van Beethovens letzte Symphonie, die Neunte in d-Moll op. 125, in deren Finale der Chor und die vier Solisten bekanntlich Friedrich Schillers „Ode an die Freude“ intonieren.   Schillers Worte, unterlegt von Beethovens Musik, sind ja längst – und nahezu auf der ganzen Welt – zur Hymne für Frieden und Völkerverständigung geworden. Beim Meininger Festkonzert werden der Chor des Theaters, die Meininger Kantorei und die Evangelische Kantorei Bad Neustadt zu hören sein. Den Sopranpart übernimmt die aus Kaiserslautern...


29.09.2015

Bruckners Neunte und Mozarts Klarinettenkonzert

 Soviel Bruckner, ist man zu sagen geneigt, war nie, zumindest aber: selten. Das Philharmonische Orchester Würzburg startet mit Anton Bruckners Symphonischem Präludium (das bisweilen auch Gustav Mahler zugeschrieben wird oder Hans Rott) in die neue Spielzeit, die Staatskapelle Weimar ist am 8. Oktober im Großen Haus der Stadthalle Bayreuth mit der Neunten (und dem Violinkonzert von Brahms) zu Gast, die Bamberger Symphoniker machen Ende Oktober und anfangs November die Fünfte, die Jenaer Philharmonie die monumentale Achte (am 6. November), während die Münchner Philharmoniker im September unter ihrem neuen Chefdirigenten Valery Gergiev die Vierte gaben, also die Romantische (ebenfalls gepaart mit dem op. 77 von Brahms; Solistin war Janine Jansen).   Bruckners dem lieben Gott geweihte (das ist mündlich überliefert), finale, ...


28.09.2015

Würzburg sehnt sich alliterierend nach Wien

 Nun ist sie vorbei, die, sieht man von Festspielen und Freiluftkonzerten ab, doch recht stille Zeit des Sommers. So auch in Würzburg. Am kommenden Donnerstag, den 1. Oktober, sowie tags drauf, eröffnet das Philharmonische Orchester im Großen Haus des Mainfrankentheaters unter dem Motto „SEHNsucht“ seine Sinfoniekonzert-Aboreihe. Am Pult steht, wie sich das zu einem solchen Anlass schickt, Generalmusikdirektor Enrico Calesso, Solist des Abends ist Dimiter Ivanov, und die Komponisten – allesamt mit Wien (für den ein oder anderen von uns durchaus ein Sehnsuchtsort) verbunden – hören auf die Namen Bruckner, Korngold und Brahms.   Sagenumwoben ist das Auftaktwerk, sagenumwoben insofern, als die exakte Autorschaft, die genaue Provenienz von (womöglich) Anton Bruckners Symphonischem Präludium nicht wirklich g...


24.09.2015

Jean Paul in Bad Berneck

 Das „Wandern“ ist es, das sich als roter Faden durch das Programm der zweiten JEAN PAUL TAGE BERNECK zieht, zu welchen deren künstlerischer Leiter Hans-Jürgen Schatz in die seit Ludwig Tiecks Visite 1793 so geheißene Stadt der Romantik bittet. Und zwar vom 9. Oktober bis zum 11. Oktober. Zum Auftakt wird Schatz das „Leben des vergnügten Schulmeisterlein Maria Wutz in Auenthal“ lesen, Diese „Art Idylle“ entstammt Jean Pauls Erstlingsroman „Die unsichtbare Loge“, erschienen 1793. Am Samstag, den 10. Oktober – im Übrigen kann man dann dem Berliner Hans-Jürgen Schatz, der sich als Schauspieler und Rezitator einen Namen gemacht hat, zum Geburtstag gratulieren – wird zunächst Günter Dippold um 17 Uhr einen mit Projektionen untermalten Vortrag zum Thema „Wandern und Reis...


07.09.2015

Und der Gewinner hört auf den Namen – Jakub Hruša

 Nun hat man sich mit der Bekanntgabe des Nachfolgers von Jonathan Nott doch nicht solange Zeit gelassen, wie noch bei der Vorstellung der Spielzeit 2015/2016 angekündigt. Seit dem heutigen Montagvormittag weiß man: Jakub Hruša wird vom Herbst des kommenden Jahres an an der Spitze der Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie stehen. Ja, ja, es gab noch ein, zwei, vor wenigen Wochen wohl noch drei andere Namen, die im Gespräch waren – Intendant Marcus Rudolf Axt sagte, auf der Langliste hätten zunächst zehn bis zwanzig Kandidaten gestanden – überraschend aber kommt diese feine Wahl keineswegs.   Zwei Jahre, so Axt, habe man sich für diesen „langen und gründlichen Auswahlprozess“ Zeit genommen, bis man in enger Absprache mit dem Orchester zu der jetzt im oberen Foyer de...


30.08.2015

64. Internationaler Musikwettbewerb der ARD

 Zum 64. Mal treffen sich vom 31. August bis zum 18. September 2015 Nachwuchskünstler aus allen Teilen der Welt in München. In diesem Jahr wird der Internationale Musikwettbewerb der ARD in den Fächern Posaune, Flöte, Gesang und Klavierduo ausgetragen. Insgesamt gab es 625 Bewerbungen aus 56 Ländern und fünf Kontinenten, davon wurden nach der anonymen Wertung eingesandter Tonträger durch eine Vorjury 232 Kandidaten nach München eingeladen.   Den Auftakt macht am Montag, 31. August im BR-Funkhaus die Kategorie Posaune. Die Posaunistinnen und Posaunisten nehmen erst zum sechsten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs teil. Insbesondere für Bläser bedeutet der ARD-Musikwettbewerb die seltene Möglichkeit, sich einmal solistisch zu präsentieren. Im beliebten Fach Gesang hingegen werden in diesem Jahr bereits ...


20.08.2015

„Das sanfte Wandeln Deines Tages“

  Nach einer kleinen Sommerpause lädt das Brentano-Theater noch einmal zu einem besonderen literarischen Spaziergang über das Gelände von Sankt Michael ein. Am Freitag, 28. August (mithin Goethes Geburtstag) um 19 Uhr und am Samstag, 29. August um 16 Uhr beschwören Victoria Heinz und Martin Neubauer wieder poetische Engel und Mönche. Flötenklänge ergänzen Wort und Spiel.   Das Programm wurde den Örtlichkeiten abgelauscht: „Das sanfte Wandeln Deines Tags“ – das Motto entstammt dem Ruhmgesang der Erzengel aus Goethes „Faust“. Der Romantiker Karl Heinrich Wackenroder beschreibt die Klosteranlagen, Andreas Gryphius belebt die kleine Ruine mit Vergänglichkeitsversen, Erasmus von Rotterdam lässt eine kluge Frau mit einem etwas einfältigen Abt streiten, Hans Christian Andersen sch...


28.07.2015

„Manon Lescaut“ zum Ausklang der Opernfestspiele

Eine ganz wunderbare Idee ist das: Oper für alle, also auch für jene, die sich sonst eher nicht oder keinesfalls eine (oder gar zwei, man geht ja so ungern allein hinein) Karte für eine Vorstellung in der Bayerischen Staatsoper leisten können, Oper für alle also heißt das Motto am kommenden Freitag, den 31. Juli. Mit Giacomo Puccinis „Manon Lescaut“ gehen die diesjährigen Münchner Opernfestspiele zu Ende. Die Vorstellung im Hause selbst ist längst ausverkauft, aber just diese Aufführung wird – bei freiem Eintritt – auf die Großleinwand am Max-Joseph-Platz vor der Staatsoper übertragen. Und wer nicht in der bayerischen Kapitale weilen kann, der hat die Möglichkeit, die Produktion von Hans Neuenfels, der sich erstmals an Puccini wagt, auf STAATSOPER.TV im gleichfalls kostenfreien Livestre...


27.07.2015

Symphonische Landschaften

Wer von Frankens Orchesterkultur spricht, kann zugleich von einer wahren symphonischen Landschaft sprechen, denn die Versorgung der drei fränkischen Bezirke mit symphonischen Konzerten ist wahrlich flächendeckend. Das liegt beileibe nicht nur an der Existenz einer „Bayerischen Staatsphilharmonie“ alias Bamberger Symphoniker, dem unbestrittenen Platzhirsch, dessen Aufgabe es unter anderem ist, in anderen fränkischen Städten wie Bayreuth, Erlangen, Fürth oder Schweinfurt zu gastieren.   Es ist ebenso dem glücklichen Umstand geschuldet, dass es nicht weniger als vier Dreispartenhäuser gibt, deren Opernabteilungen natürlich jeweils über leistungsfähige Orchester verfügen. Diese sind zwar aufgrund ihrer Aufgaben bei Opern- und Ballettaufführungen durchaus gut beschäftigt, doch die Kapaz...


27.07.2015

Die Junge Deutsche Philharmonie kommt nach Bamberg

Auch ein lediglich kursorischer Blick auf die Liste der ehemaligen Mitglieder der Jungen Deutschen Philharmonie und auf deren weitere Stationen macht schnell klar, dass es sich hier um einen Spitzenklangkörper mit allerhöchsten künstlerischen Ansprüchen handelt. Kein Wunder, denn sie versammelt die besten Studierenden an deutschsprachigen Musikhochschulen. Zu den Ehemaligen zählen beispielsweise Stefan Dohr, Solo-Hornist der Berliner Philharmoniker und dessen Kollege am Kontrabass, der aus dem mittelfränkischen Georgensgmünd gebürtige Peter Riegelbauer, oder der Fagottist Volker Tessmann, der seit einem Jahrzehnt an der Musikhochschule Hanns Eisler lehrt und dessen Schülerin Sophie Dartigalongue im Mai das Probespiel um die Solostelle bei den Wiener Philharmonikern gewonnen hat.   Auch in den Reihen der Bamberger...


27.07.2015

Peter von Winters „Calypso“ im Landwasser-Bad

Für überraschende Entdeckungen weit außerhalb des abgedroschenen Standardrepertoires ist immer wieder die in Nürnberg beheimatete Pocket Opera Company gut. Am 11. September und am 15. September, jeweils von 20.30 Uhr an, bringt die Kompagnie im Alten Langwasser-Bad die exotische Oper „La grotta di Calypso“ von Peter von Winter auf die Bühne, uraufgeführt Ende Mai 1803 im Londoner Haymarket Theatre. Ihren Librettisten, den als Emanuele Conegliano geborenen Lorenzo Da Ponte nämlich, kennt man gut, aber den Komponisten selbst?   Peter von Winter, zwei Jahre vor Mozart in Mannheim geboren, drei Jahre vor Franz Schubert in München, wo er seit 1798 als Hofkapellmeister wirkte, verstorben, war in seiner Geburtsstadt Schüler des Abbé Vogler (der wiederum, nebenbei sei’s gesagt, in Bamberg Theolo...


27.07.2015

Musik in fränkischen Schlössern

Schon seit Jahren, wenn nicht gar seit Jahrzehnten, darf man Emma Kirkby ganz ohne Frage als Grande Dame der Alten Musik bezeichnen. Die 1949 geborene Sopranistin begegnete bereits zu ihrer Schulzeit in Dorset der Vokalpolyphonie der Renaissance. Als sie am Somerville College klassische Philologie studierte, sang sie in der Schola Cantorum Oxford – zunächst ganz ohne Absicht, sich auf eine professionelle Karriere als Sängerin zu verlegen – wo sie der Laute, dem Cembalo und anderen von Komponisten der Renaissance und des Barock verwendeten Instrumenten begegnete, von deren Klang und durchaus menschlicher Seite sie sich unmittelbar angezogen fühlte.   1973 gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern des Tavener Choir und begann darüber hinaus ihre langjährige Zusammenarbeit mit dem Consort of Musicke. Auch mit dem O...


27.07.2015

Sauber herausgeputzt…

Über Monika Kober und ihr Engagement für die kulturellen Belange der Region, haben wir ja bereits in früheren Ausgaben berichtet, insbesondere ihr Einsatz für dieses schöne bauliche Ensemble in der Nähe der oberfränkischen Gemeinde Thurnau, das sie in langen Jahren mühevoller Arbeit vor dem Verfall gerettet und nunmehr einem kulturellen Zweck zugeführt hat.   Für die zweite Saisonhälfte 2015 hat Monika Kober wieder ein buntes Programm zusammengestellt. Den Anfang macht am 2. August das Sandra Hollstein Duo. Mit ihrer wunderbaren Stimme fasziniert Sandra Hollstein auf eine sanfte unverwechselbare Weise. Jazzige Klänge, die durch die Erfahrung mit vielen verschiedenen Genres bereichert wurden, nehmen ihren einzigartigen Weg in die Seele der Zuhörer. In ihrem Duo präsentiert sie ihre eigenen...


27.07.2015

Jubiläum bei der Meininger Hofkapelle

Durch die Wahl Kirill Petrenkos zum designierten neuen Chefdirigenten – in der Nachfolge Sir Simon Rattles – des Orchesters und Künstlerischen Leiters der Stiftung Berliner Philharmoniker im Juni ist auch die Meininger Hofkapelle wieder in den Blick der Feuilletons geraten. Denn es war an der Südthüringischen Staatsoper, dass Petrenko zum ersten Male, anno 2001, internationale Aufmerksamkeit zuteil wurde, mit einer längst legendären Ausleuchtung von Richard Wagners Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“. Doch nicht erst seit Petrenkos Generalmusikdirektorenzeit ist das Orchester der ehemaligen Haupt- und Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Meiningen in nahezu aller Munde. Die Gründung der Hofkapelle datiert vom späten 17. Jahrhundert; mithin darf das 325-jährige Bestehen gefeiert werden.   Im sp...


27.07.2015

Kammermusik allererster Güte

Es ist natürlich so, dass sich (auch) innerhalb der Kammermusikreihe der Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie Konzerte von allerhöchstem Rang erleben lassen. Ansonsten aber ist für die vielleicht intimste Art des Musizierens an der Regnitz zuvorderst der Musikverein Bamberg zuständig, dessen Konzertreihe es außerdem möglich macht, im Joseph-Keilberth-Saal auch einmal andere Musiker als solche aus den Reihen der heimischen Symphoniker hören zu können. Dem Musikverein, dessen Wurzeln bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreichen und der ehedem auch Orchesterkonzerte – beispielsweise mit den Berliner Philharmonikern unter Wilhelm Furtwängler – veranstaltete, gelingt es mittels guter Kontakte seiner ersten Vorsitzenden, Andrea Paletta, sowie über finanzielle Zuwendungen un...


26.07.2015

Christian Gerhaher ist Bayerischer Kammersänger

 Selbstverständlich ist Christian Gerhaher auch bei den Bamberger Symphonikern bereits zu Gast gewesen. Unter Robin Ticciati machte der niederbayerische Bariton im Dezember 2012 im Joseph-Keilberth-Saal Gustav Mahlers „Kindertotenlieder“, und schon im April 2004 konnte man ihn und Chefdirigent Jonathan Nott in der Alten Oper mit den „Gesellenliedern“ bewundern. In die Dutzende gehen inzwischen die Auszeichnungen, die Gerhaher erhalten hat, darunter mehrfach den Echo Klassik (etwa 2009 als Sänger des Jahres), mehrfach auch den Preis der Deutschen Schallplattenkritik, sodann den Rheingau Musikpreis und vor einer halben Dekade den MIDEM Classical Award. Seit dem zurückliegenden Donnerstagabend darf sich Gerhaher nun Bayerischer Kammersänger nennen.   Diesen Titel sprach ihm während des finalen Beifalls der Opernfestspi...


11.07.2015

Alice Sara Ott und Francesco Tristano

 Nichts weniger als den „panischen Schrecken der Natur vor der ewigen Schönheit“ hieß es (vonseiten des Komponisten selbst), hat Igor Strawinsky – über den, das sei am Rande hier festgehalten, Jonathan Cross im September bei Reaktion Books in London eine neue Biographie herausbringen wird – in seinem für die Compagnie von Sergej Diaghilev geschriebenen „Le Sacre du Printemps“ (Claude Debussy machte daraus „Massacre du Printemps“) darstellen wollen. Die Uraufführung Ende Mai 1913 im Théâtre des Champs-Élysées, am Pult stand Pierre Monteux, der schon die Premiere von „Petruschka“ geleitet hatte, geriet zu einem Skandalon sondergleichen.   Am heutigen Samstag kann man das „Sacre“ im Fürst-von-Metternich-Saal auf Schloss Johannisberg in e...


07.07.2015

Das schöne Mädchen von Seite Drei

 Die große Verliererin heißt zweifelsohne Teresa Präauer, Nora Gomringer die große Gewinnerin. Präauer, aus Linz gebürtig, in Wien zuhause und in Göttingen (bei Wallstein, besser geht es kaum, so meinen wir, bei aller Bescheidenheit) verlegt, kam beim Klagenfurter Literaturwettstreit um den Ingeborg-Bachmann-Preis dreimal in die Stichwahl und ging am Ende – fast sträuben sich die Finger, es niederzuschreiben – ganz und gar leer aus.   Doch beginnen wir mit dem von der BKS-Bank gestifteten, mit 7000 Euro dotierten Publikumspreis. Dieser ging mir recht klarer Mehrheit an Valerie Fritsch für ihren Amputationstext „Das Bein“. Die Grazer Schriftstellerin und Photokünstlerin durfte sich am vergangenen Sonntag zudem über den mit 10 000 Euro ausgestatteten Kelag-Preis freuen, auch wenn sie...


30.06.2015

Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen.

Sie naht mit unaufhaltsamen Schritten, die Sommeroper Bamberg 2015. Gestern fand im Großen Saal des ETA Hoffmann Theaters der öffentliche Meisterkurs Gesang statt, bei dem die Anwesenden (und nicht wenige Bamberger nutzen diese Gelegenheit) sich einen ersten Eindruck von den Charakteren des beliebten Singspiels von W. A. Mozart machen konnten. Unter der Leitung der international führenden Kammersängerin Angelika Kirchschlager konnten die Protagonisten sich und  ihre Interpretation der Rollen einem interessierten Publikum vorstellen und gleichzeitig wertvolle Ratschläge der Grammy- und mehrfachen Echeo-Klassik-Preisträgerin mitnehmen.   Zunächste durfte die in Athen geborene Griechin Danae Kontora, die die Königin der Nacht singen wird, ihr Können unter Beweis stellen. Die nicht ganz unerfahrene Sopranisitin, die heuer...


25.06.2015

Ausklang mit Sommerfest und Jupiternacht

 Am heutigen Donnerstag sind die Bamberger Symphoniker beim Mozartfest Würzburg zu Gast und spielen unter Leitung ihres Chefdirigenten Jonathan Nott neben Ligeti und einer Bachbearbeitung Bruckners unvollendet gebliebene Neunte im Dom. Für die Konzerte von Frank Peter Zimmermann (Violine) und Antoine Tamestit (Viola) mit dem Kammerorchester des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, bei denen u. a. Mozarts meisterliche Sinfonia concertante für Violine und Bratsche auf dem Programm steht, gibt es nur noch Restkarten an der Abendkasse (26. und 27.06.). Zur „Sommermusik“ mit Picknick laden das Mozartfest Würzburg und die Hochschule für Musik Würzburg am Samstag in den Rosenbachpark ein (27.06.). Von 14 Uhr bis 19 Uhr erwartet den Besucher auf der Bühne im Park und in einzelnen Räumen der angrenzenden Musikhochsc...


23.06.2015

„Poème Symphonique für 100 Metronome“

 Zur Halbzeit der ION – Internationale Orgelwoche Nürnberg wird am Mittwoch, 24. Juni, in der Frankenmetropole ein weiterer hochrangiger Gast erwartet: Die international bekannten und von Publikum wie Presse äußerst geschätzten Bamberger Symphoniker geben sich in ihrer Heimat Bayern die Ehre. Mit dem Chefdirigenten Jonathan Nott am Pult spielen die Musiker ein hochanspruchsvolles und eigens für die ION zusammengestelltes Programm in St. Sebald.   Für Folkert Uhde ist es eine besondere Freude, dass die Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie nach vielen Jahren wieder bei der ION zu Gast sind. Das Konzert am 24. Juni bildet einen Höhepunkt des Festivals, bei dem das Publikum zu einer musikalischen Reise vom 18. bis in 21. Jahrhundert eingeladen wird: Auf dem Programm stehen György Ligetis „Po...


22.06.2015

„Ich umarme das ganze Orchester“

 Am gestrigen Sonntag sind die Berliner Philharmoniker nochmals zusammengekommen – am 11. Mai, als Namen wie der Andris Nelsons‘, Christian Thielemanns und Kirill Petrenkos gehandelt wurden, hatte man sich auf keinen Kandidaten einigen können – und sind sich nach zwei Diskussionsrunden, die von 9 Uhr bis gegen zwölf, halb eins andauerten, einig geworden: Kirill Petrenko, der noch bis 2018 an die Bayerische Staatsoper gebunden ist, wird Nachfolger von Sir Simon Rattle. Der Vertrag des seit 2002 als Chefdirigent am Pult des womöglich weltbesten Orchesters (es gibt allerdings noch den Concertgebouw, es gibt noch die Wiener) stehenden Rattle wird im August 2018 auslaufen, und schon im September 2017 wechselt der im Januar sechzig Jahre alt gewordene Nachfolger von Claudio Abbado an die Themse, um das London Symphony Orchestra – es gasti...


22.06.2015

Meisterkurs mit Angelika Kirchschlager

 Sie hat – am Mozarteum – Schlagzeug und Klavier studiert. Gefeiert aber wird Angelika Kirchschlager, 1965 in Salzburg geboren, weltweit für ihre Gesangskunst. Die Mezzosopranistin studierte unter anderem bei dem Bassbariton Walter Berry und machte noch zu Studienzeiten bei ersten Engagements an der Kammeroper Wien und an der Grazer Oper auf sich aufmerksam. 1993 wurde sie Mitglied der Wiener Staatsoper und feierte ihr Debüt als lyrischer Mezzosopran in der Rolle des Cherubino („Le nozze di Figaro“). Bei den Salzburger Festspielen wusste sie unter anderem im „Rosenkavalier“ (als Octavian) zu überzeugen.   Neben Mozart, Strauss und Debussy sowie, als Liedsängerin, Mahler und Erich Wolfgang Korngold macht sie sich aber immer wieder auch für die zeitgenössische Musik stark. So hat Kirchschlager beisp...


19.06.2015

Zwischen Spitze und Breakdance

Jahrelang musste man deutschlandweit befürchten, dass, wenn es wieder einmal um Sparmaßnahmen an Dreispartentheatern ging, zuerst wohl die Ballettabteilung gerupft würde. Das ist gottlob vorbei und sicherlich auch einer erstaunlichen Weiterentwicklung dieser Sparte geschuldet. Während sich das Regietheater vor allem an vorhandenen Repertoirestücken abarbeitet, betreten die Choreographen ständig Neuland, erfinden eigene Geschichten und pflegen regen Austausch. Natürlich werden „Dornröschen“, „Schneewittchen“ und „Schwanensee“ nicht in die Requisitenkammer verbannt – Spitze muss sein –, aber der Schwerpunkt liegt bei Zeitgenössischem, ja Avantgardistischem. Und das wird auf eine Art und Weise realisiert, die das Publikum auf faszinierende Reisen mitnimmt.   Nirgends ...


19.06.2015

Rosengarten-Serenaden auch in Johanniskapelle

Ihrem Namen alle Ehre machen werden die Rosengarten-Serenaden noch nicht gleich zu Beginn. Denn der Auftakt zur diesjährigen, vom frühen Juni bis in den mehr als mittleren September hinein reichenden (Kammer-)Konzertreihe findet in der in neuem Glanz erstrahlenden Kapelle St. Johannis unter den Linden am Oberen Stephansberg statt. In dem erstmals 1343 urkundlich erwähnten gotischen Kleinod, das sich für Konzerte mit kleinerer Besetzung vorzüglich eignet, wird am 6. Juni von 20 Uhr an (Einlass ist bereits um 19.30 Uhr) das Vokalensemble Mittelrhein weltliche Chormusik aus drei Jahrhunderten zu Gehör bringen. Der in Boppard beheimatete gemischte Chor wurde anno 2000 von Winfried Kahl gegründet, der das Ensemble noch immer dirigiert. Im Repertoire finden sich Namen wie der von Josef Rheinberger, einem gebürtigen Liechtensteine...


19.06.2015

"Un Viaggio in Italia" am Dechsendorfer Weiher

Bei seiner dreizehnten Auflage lädt „Klassik am See“ zu einer sommerlichen Reise gen Italien ein. Hoch-emotional, wie man es eben vom Sehnsuchtsland der Deutschen her kennt, und abwechslungsreich soll das Programm des beliebten, zumeist ausverkauften Freiluft-Klassikers am Dechsendorfer Weiher werden. „Als Orchester können wir wieder auf die bewährte Qualität der ‚Sofia Sinfonics‘ zurückgreifen, die Leitung übernimmt wie in den letzten Jahren Ljubka Biagioni“, ließ Jan Dinger, der geschäftsführende Vorstand des veranstaltenden Vereins „Klassikkultur“, verlautbaren.   Das Motto der Veranstaltung am 29. Juli ist inspiriert von dem Titel eines Werkes, das an deren Abschluss zur Uraufführung kommt: „Un viaggio in Italia“. Geschrieben hat es – f&uu...


19.06.2015

Klassik in historischen Mauern

Auch in diesem Jahr haben die 16 Ausnahmemusiker, die übrigens aus den verschiedensten Nationen stammen und damit ein gutes Beispiel für ein gedeihliches Miteinander fremder Kulturen liefern, den Weg nach Bamberg gefunden. Mittlerweile zu einer geschätzten Tradition geworden, gehört das jährliche Konzert des Ensembles „I Sedici“ zu den musikalischen Leuchttürmen der Bamberger Sommerkonzertsaison. Die Spielkultur, der Enthusiasmus und die Perfektion der Darbietung werden höchsten Ansprüchen gerecht. Das junge Kollektiv, das unter der Leitung des italienischen Konzertmeisters und Geigers Petru Lupan steht, lädt die Besucher „auf eine Reise ein, auf der es viel Neues und Unerwartetes über die Musik zu entdecken gibt.“ Zu hören sind an diesem Abend Werke von Vivaldi (Concerto in g-Moll RV 5...


19.06.2015

Musikalische Sommerabende vor barocker Kulisse

Wer in diesem Sommer bei lauen Abendtemperaturen und in einer atemberaubenden Umgebung den ein oder anderen musikalischen Leckerbissen genießen will, der kommt auch in diesem Jahr nicht an den Sommerserenaden in Schloß Seehof vorbei.   Die musikalische Reise beginnt am 22. Juli mit dem „Sommerzauber mit Flöte und Harfe“ den Abschluß bildet am 16. August das Trio Cvaravans, das seinem Publikum nicht nur Klezmermusik, sondern auch Gipsy-Jazz und ungarische Zigeunermusik präsentieren wird. Dazwischen liegt selbstverständlich ein pickepacke volles Programm, das Karlheinz Busch, der als Bestandteil des Bamberger Streichquartetts ebenfalls mehrfach zu hören sein wird, erneut mit seinem hohen musikalischen Sachverstand perfekt zusammengestellt hat. Neben Klassikern wie Bach, Mozart, Vivaldi und Mendelssohn wird es ...


19.06.2015

Freude schöner Götterfunken

  12.00 Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen, man sei bei Rock im Park oder in Wacken gelandet. Eine riesige Bühne und davor Menschen so weit das Auge reicht. Jedoch gibt es zwei wesentliche Faktoren die einen relativ schnell merken lassen, dass man sich nicht auf einem der üblichen HardRock Open Air Konzerte befindet. Zum einen ist es natürlich die Musik, die so gar nicht nach Metallica oder Motörhead klingt und zum anderen die Menschen die sich vor der Bühne befinden. Klar, natürlich sieht man hier auch den einen oder anderen der sehr gut in die Metal Szene passen würde, aber die vielen Menschen auf ihren Gartenstühlen, die jungen Familien mit Kindern und die älteren Herrschaften zeugen doch von einer anderen musikalischen Leidenschaft. Für all diese Menschen besitzt das Klassik Open Ai...


19.06.2015

Neu erkennen, neu entbrennen

Immerhin zwei der vier Dirigenten, die heuer am Pult des Bayreuther Festspielorchesters stehen, wurden als heiße Kandidaten auf die Nachfolge Sir Simon Rattles bei den Berliner Philharmonikern gehandelt: Auf der einen Seite der urdeutsche Christian Thielemann, auf der anderen der bescheiden-verschwiegen-selbstzweiflerische Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper, Kirill Petrenko. Letzterer debütierte 2013 mit dem „Ring“ auf dem Grünen Hügel, machte Richard Wagners Tetralogie auch im Folgejahr und wird am 27. Juli abermals mit „Das Rheingold“ den Auftakt zu dem Nibelungen-Zyklus geben.   Eröffnet werden die Bayreuther Festspiele am 25. Juli mit „Tristan und Isolde“ unter der Leitung des Chefdirigenten der Sächsischen Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann. Regie in dieser Neuprod...


19.06.2015

Schöne Stimmer und unterhaltende Musik

Vierzehn heitere Abendständchen – denn nichts anderes bedeutet ja das Wort Serenade – verspricht der Serenadensommer der Nürnberger Symphoniker. Die unterhaltsame Seite der (durchaus auch klassischen) Musik steht dabei im Zentrum, und das ist ja ihre schlechteste nun wahrlich nicht. „Let Me Entertain You“ sind, nach Robbie Williams‘ Erfolg von 1997, die beiden ersten Konzerte überschrieben, die am 10. Juni und am 11. Juni symphonische Popmusik versprechen. Arrangiert hat sie David Arnold, der auch am Pult stehen wird. Arnold, den man von früheren Serenadenhofabenden her kennt, hat vor allem für den Film komponiert, etwa zu James-Bond-Streifen und zu Roland Emmerichs „Independence Day“. Auch mit Annie Lennox und Tina Turner, mit Rod Stewart und Randy Newman hat der Engländer zusammengearbeitet....


19.06.2015

Jubiläum bei der Sommer Oper Bamberg

Man glaubt es kaum, aber die Sommer Oper Bamberg wird tatsächlich schon eine erste Dekade alt. Dabei war es ja 2005 ein durchaus gewagtes Unterfangen, dergleichen überhaupt in der Domstadt ins Leben rufen zu wollen. Allen Unkenrufen zum Trotz aber ist das kurz SOB genannte Kind des Initiators und künstlerischen Leiters, Till Fabian Weser, längst erwachsen geworden und jedes zweite Jahr aus dem sommerlichen Festivalkalender nicht mehr wegzudenken. Den stupenden Erfolg der Sommer Oper Bamberg hat man auch in den Amtsstuben am Maxplatz vernommen und sie im November 2013 mit dem Kultur-Förderpreis der Stadt Bamberg ausgezeichnet.   Nach der „Hochzeit des Figaro“ von 2011 und nach „Don Giovanni“ 2013, der dem jungen tschechischen Bariton Jirí Rajniš (er glänzte in der Titelrolle) prompt...


19.06.2015

Ob Kanon oder Wettbewerb: Bach und Pachelbel für alle!

Musica Sacra adé? Wer den Wandel der Internationalen Orgelwoche Nürnberg in den letzten Jahren verfolgt hat, könnte diesen Eindruck gewinnen oder gar bestätigen, zumal seit der Berliner Konzeptkünstler Folkert Uhde die Intendanz übernommen hat. Gleichwohl steht die Musica Sacra noch im Untertitel des Programmheftes und besetzt auch nach wie vor die Schwerpunkte des Festivals. Aber dessen Verkopfung schreitet unaufhörlich voran: ‚Freiheit’ lautet diesmal die zu Grunde liegende Leitidee, und sie wird ziemlich konsequent durchkonjugiert. Das Eröffnungskonzert beispielsweise wäre früher mit dem Titel „Johannespassion“ ausreichend bezeichnet gewesen, denn alle Melomanen wissen, worauf sie sich da einlassen. Unter Uhde wird daraus ein Projekt mit der Überschrift „Unsere Freiheit &ndas...


18.06.2015

64. ION startet mit Bachs Johannes-Passion

  Am morgigen Freitag, 19. Juni, beginnt die ION – Internationale Orgelwoche Nürnberg mit einem besonderen Ereignis für Ohren und Augen. Zu erleben ist die Johannes-Passion von J.S. Bach mit dem „Orchestra in Residence“ Concerto Köln und dem Chor des Bayerischen Rundfunks, mit einer Darbietung, die weit über ein reines Hörerlebnis hinausgeht. Am Samstag, 20. Juni, erklingen Anton Bruckners 9. Sinfonie und sein Te Deum. Am Pult der Staatsphilharmonie Nürnberg und des Tschechischen Philharmonischen Chors Brünn steht Marcus Bosch. Weitere Höhepunkte des Festivals sind die Veranstaltungen „Über Wunden“ mit Concerto Köln (25. Juni), „sounds & clouds“ (26. Juni) sowie das Abschlusskonzert mit dem Dresdner Kammerchor un...


17.06.2015

Drei Jahrzehnte Kissinger Sommer

Vor 30 Jahren wurde der „Kissinger Sommer“ aus der Taufe gehoben, und ebenso lange hat ein und dieselbe Impresaria diesem erfolgreichen Festival ihren Stempel aufgedrückt: Dr. Kari Kahl-Wolfsjäger.   Als im Frühling 1985 das ambitionierte Programm eines neuen Musikfestivals in Bad Kissingen angekündigt wurde, musste jedem melomanischen Musikjournalisten angesichts der dort aufgebotenen hochrangigen Interpreten sofort klar werden: da müssen wir hin, das müssen wir uns anhören, darüber müssen wir berichten! Wir, das war eine fränkische Zeitung, deren Feuilletonchef diesem Vorschlag gegenüber zunächst reserviert reagierte, und das aus verständlichen Gründen. Soll man den ohnehin knappen Platz für die Kulturberichterstattung dem Festivalprojekt einer Kleinstadt opfern, mag si...


16.06.2015

Was vom diesjährigen Mozartfest Würzburg noch bleibt

 Noch ist es nicht so, dass Enrico Calesso und sein Philharmonisches Orchester in so lichtem wie jubilierenden C-Dur den Schlussakkord der (aller Wahrscheinlichkeit nach nicht vom Komponisten selbst so geheißenen) Jupitersinfonie spielen und somit – im Vogel Convention Center – sofern man von einer „After-Show-Party mit Band“ abzusehen geneigt ist, zu welcher alle Konzertbesucher herzlich eingeladen sind, den Schlusspunkt des diesjährigen Mozartfestes setzen dürfen. Neben der Köchelverzeichnisnummer 551 werden an der finalen „Jupiternacht“ noch Sibelius‘ gern gemachtes und gehörtes Violinkonzert mit der Solistin Maria Elisabeth Lott sowie, nota bene, Chansons von Jacques Brel (es singt, und moderiert, Dominique Horwitz) zu hören sein.   Dem gebürtigen Schaerbeeker, dem wir beispielswei...


09.06.2015

„Literarische Verführung!“ (und Verlangen nach mehr)

 Von einem kulturellen Ganzfrühsommerloch kann in der Weltkulturerbe- und Domstadt Bamberg keine Rede gehen. Das zeigt, beispielsweise, der Blick auf diverse Veranstaltungen am kommenden Samstag, den 13. Juni. Beginnen wir zu einer humanen Uhrzeit, mithin um 11 Uhr. Man finde sich am Bussteig H des ZOB ein und steige in den SOB-Bus ein. Darunter zu verstehen ist das von Seiten der Stadtwerke gestellte musikalische Vehikel der Sommer Oper Bamberg, der Opernbus. Geboten wird eine kleine Vorschau auf die Jubiläumsausgabe des Europäischen Orchester- und Opernworkhops, der im Juli auf eine Dekade erfolgreiches Wirken zurückblicken kann.   Dies tut er mit dem bekannt-beliebten Singspiel „Die Zauberflöte“, und so steht zu erwarten, dass neben bereits angekündigten Operettenmelodien die Sopranistin Florentine Schumacher – ...


08.06.2015

Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerb

 Im Jahr des 70jährigen Bestehens der Bamberger Symphoniker findet unser Dirigentenwettbewerb, der mittlerweile in der Branche kurz als „The Mahler Competition“ bezeichnet wird, vom 6. Mai bis zum 13. Mai zum fünften Mal statt. Gegründet 2004 mit einem fulminanten Ersten Gewinner Gustavo Dudamel und seitdem „the place to go“ für junge Dirigentinnen und Dirigenten weltweit, ist der Anspruch an die Kandidaten hier höher, und die Arbeitsbedingungen ermöglichen ein konzentrierteres Musizieren als dies andernorts der Fall ist.   Die außergewöhnliche Professionalität garantiert auch diesmal eine Jury, die aus hochrangigen Dirigenten, Komponisten, Interpreten und Musikmanagern besteht. Höchster Anspruch unter idealen Wettbewerbsbedingungen – darauf haben wir stets größten Wert g...


07.06.2015

Dvoráks Stabat Mater und Musik von Mendelssohn

 Am Samstag, den 13.06.2015 um 19.00 Uhr ist das Bayerische Ärzteorchester gemeinsam mit dem Deutschen Ärztechor zu Gast in der Sinfonie an der Regnitz in Bamberg. Nach einer beglückenden ersten Zusammenarbeit beider Ensembles 2011 mit dem Verdi-Requiem stehen heuer Oratorienwerke von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Antonín Dvorák auf dem Programm des Benefizkonzertes zugunsten des Haiti-Projekts des Bamberger Klinikums.   Mendelssohn komponierte das „Lauda Sion Salvatorem“, den Fronleichnams-Hymnus des Thomas von Aquin, im Auftrag einer Lütticher Gemeinde. Die Bindung an dieses Hochfest hat die Aufführungshäufigkeit zu Unrecht sehr in Grenzen gehalten. Es ist ein zwischen Dramatik und inniger Kontemplation wunderbar aufgespanntes Werk höchster Gesangs- und Orchesterkultur.   Das „Stabat ...


12.05.2015

Siebzig Jahre Bamberger Symphoniker

 Gleich in dreierlei Hinsicht wird die Saison 2015/2016, die unter dem Motto „Künstler-Leben“ steht, für die Bamberger Symphoniker –Bayerische Staatsphilharmonie eine ganz besondere werden. Da ist zum einen das siebzigjährige Bestehen des oberfränkischen Hochglanzklangkörpers, das im März gefeiert werden wird. Zwei Monate später steht der Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerb an, nunmehr, warum auch immer, „The Mahler Competition“ geheißen (vielleicht muss das ja in einer „extraordinary city“ mit einem „extraordinary orchestra“ so sein, n’est-ce pas?). Nun gut, der besseren und leichteren internationalen Wahrnehmung halber lässt sich dieser Anglizismus vertreten. Schließlich wird nach über anderthalb Dekaden eines überaus fruchtbaren Wirkens Jonathan Not...


05.05.2015

Britannia in Bamberg, Teil drei

 „CHECKMATE!“ Das Tanzprojekt  - ACHTUNG TERMINVERSCHIEBUNG – bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit!   „Checkmate!“ (Schachmatt) handelt vom Kampf zwischen der „Liebe“ und dem „Tod“, den sie mit einer Partie Schach austragen. Plötzlich erwachen die Schachfiguren zum Leben und zeigen menschliche Gefühle. Eine Schlacht auf Leben und Tod entbrennt. Kann der rote Ritter die schwarze Königin für sich gewinnen?   Bamberger Jugendliche zeigen mit Elementen aus Hiphop, Ballett, Breakdance und Akrobatik ein einzigartiges Tanzerlebnis zur klassischen Musik von Arthur Bliss. Ein Tanzprojekt nicht nur für Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren, Schachspieler und Freunde der klassischen Musik.   Folgende Termine entfallen: Do. 7. Mai 2015 | 19.30 Uhr bis ca. 2...


29.04.2015

Schönheit und Schmerz, schluchzen und scherzen

 Mit dem vielfach ausgezeichneten Schweizer Lukas Bärfuss übernimmt in diesem Mai (und Juni) einer der meistgespielten Dramatiker deutscher Zunge die 28. Poetikprofessur an der Otto-Friedrich-Universität. Bärfuss ist in Bamberg kein Unbekannter. In der Spielzeit 2008/2009 inszenierte Georg Mittendrein „Die Probe“ am E.T.A.-Hoffmann-Theater. Bärfuss‘ Stücke sind in zahlreiche Sprachen übersetzt und auf renommierten Bühnen, darunter das Thalia Theater und die Schauspielhäuser in Bochum und in Zürich, zur Uraufführung gekommen. Dazu zählen beispielsweise der Monolog „74 Sekunden“, das Singspiel „Vier Frauen“, „Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“, „Malaga“, „Parzival“ (nach Wolfram von Eschenbach), und zuletzt, 2013, „Die schwarze...


26.04.2015

Leo McFall gewinnt den Deutschen Dirigentenpreis

 Leo McFall, der 1. Kapellmeister des Südthüringischen Staatstheaters Meiningen, hat den mit 15.000 Euro dotierten Deutschen Dirigentenpreis 2015 gewonnen, der vom Deutschen Musikrat in Zusammenarbeit mit dem Konzerthaus Berlin vergeben wird. Im Finalkonzert am vergangenen Freitag, 24. April im Konzerthaus Berlin setzte sich McFall mit der Interpretation seines Wettbewerbsstücks „Sinfonische Metamorphosen nach Themen von Carl Maria von Weber“ von Paul Hindemith gegen die Mitbewerber Ciarán McAuley und Justus Thorau durch.   Der 33-jährige Brite ist seit 2013 1. Kapellmeister des Südthüringischen Staatstheaters, wo er für die musikalische Leitung von „I Puritani“ und „Gianni Schicci / Der Bajazzo“ verantwortlich war und Vorstellungen von „Tannhäuser“, „Tristan und...


20.04.2015

BallettFestwoche an der Bayerischen Staatsoper

 Seit einem Vierteljahrhundert existiert das Bayerische Staatsballett, denn seit der Spielzeit 1989/1990 ist das Tanztheater in München von der Staatsregierung der Oper und dem Schauspiel gleichgestellt und als eigenständige Kompagnie von Konstanze Vernon als Gründungsdirektorin eine (erste) Dekade lang geleitet worden. Dieses Jubiläum ist nun wahrlich Grund genug für eine hochkarätige BallettFestwoche, die neben eigenen Produktionen auch ein Gastspiel des Ballett am Rhein in den Mittelpunkt stellt.   Die im Herbst 2001 konzipierte Reihe „Ballett extra“ feiert am heutigen Montagabend (im Ballett-Probenhaus, Platz 7) 25 Jahre Staatsballett, ist allerdings bereits ausverkauft, sodass sich Tanzaficionados höchstens Hoffnung auf zurückgegebene Karten machen können. Trösten kann man sich mit weiteren, mit ...


13.04.2015

Zum Tode von Günter Grass

 Zum Tode von Günter Grass Butt, Rättin und Zitronenfalter   Zu den uns liebsten Gedichten deutscher Zunge zählen zweifelsohne zwei, drei von Günter Grass. So sehr wir ihn als Romancier nicht kennen, nicht mögen, verkennen, so sehr schätzen wir den an diesem Montag in Lübeck verstorbenen Literaturnobelpreisträger von 1999 als Bildhauer, Maler, Graphiker und eben als Lyriker. Kostprobe gefällig? Voilà –   Tour de France     Als die Spitzengruppe von einem Zitronenfalter überholt wurde, gaben viele Radfahrer das Rennen auf.   Kurz und knapp und mit einer Prise Humor bringt Grass hier auf den Punkt, dass die Natur dem Menschen (und sei er noch so vollgestopft mit Doping) doch weit überlegen ist. Denn der Zitronenfalter steht ja hier für nichts anderes als ein zw...


08.04.2015

Edward Elgar entdecken!

 Dass der April der grausamste Monat sei, damit hebt bekanntlich T. S. Eliots hier auf Geoffrey Chaucer anspielendes Jahrhundertpoem „The Waste Land“ (1922) an. Nicht so für Freunde englischer Musik. Im Ostermonat wird Edward Elgar im Zentrum der Konzertreihe „Britannia in Bamberg“ stehen. Bereits seit dem 23. März und noch bis zum 18. April macht eine begleitende Ausstellung in der Stätischen Volkshochschule (Tränkgasse) auf „Elgars Enigmas“ aufmerksam. Elgar zählt zweifelsohne zu den großen Komponisten von den britischen Inseln. Auch bei uns ist er mit seinen Werken in den Konzertsälen immer wieder zu hören, etwa mit dem e-Moll-Cellokonzert, mit der „Cockaigne“-Ouvertüre, die ein in Töne gesetztes Porträt Londons darstellt, mit den Enigma-Variationen op. 36.  ...


03.04.2015

Wir setzen uns mit Tränen nieder

 An Einspielungen der bachschen Matthäus-Passion fehlt es nicht; vollständige liegen über 250 vor. Eine der allerersten (Gesamt-)Aufnahmen ist um 1930 in der Kirche St. Bartholomew mit deren Chor in New York City entstanden. Der gebürtige Waliser David McKinley Williams dirigierte. Eine der bislang letzten Einspielungen stammt vom 80. Bach-Festival des Baldwin-Wallace College in Berea, Ohio. Die Gesamtleitung lang in den Händen von Dwight Oltman, der bei Pierre Monteux Dirigier- und bei Nadia Boulanger Kompositionsunterricht hatte.   Der Bach- und Musikfreund sieht sich also der Qual der Wahl ausgesetzt. Da sind Aufnahmen auf modernen Instrumenten – etwa eine frühe, von 1939, mit dem Mahler-Vertrauten Willem Mengelberg am Pult des Koninklijk Concertgebouworkest, sodann die anno 1962 von Otto Klemperer mit dem Philharmonia Orch...


01.04.2015

„Was heißt hier Klassik?“

 In der Debatte um den Münchner Konzertsaal hat der Musikkritiker der Süddeutschen Zeitung, Reinhard J. Brembeck, geäußert, dass der „Bedeutungsverlust von klassischer Musik“ unaufhörlich voranschreite, und dies, obgleich „immer mehr Menschen Klassik hören“. Klassik gelte „oft als das Privatvergnügen einer gehobenen Gesellschaftsschicht, die sich ihr Hobby von der Allgemeinheit bezahlen“ lasse. Gegen diesen Eindruck tue die Szene viel zu wenig. Neben dem Vorwurf des Elitären wird bei den Klagen um den Status der klassischen Musik immer wieder auch vorgebracht, dass deren Publikum poco à poco aussterbe und den Jungen nicht ausreichend Geschmack auf Monteverdi, Mozart, Massenet, Mahler & Co. gemacht werde.   Dabei leisten in Sachen „Education“-Arbeit, wie das heutzu...


31.03.2015

„Eroica“ versus „Sinfonia espansiva“ – 261 : 2

 Auch in ihrer bald siebzigjährigen Geschichte finden die Bamberger Symphoniker immer einmal wieder Noten auf ihren Pulten vor, die sie nie zuvor noch haben Klang werden lassen. In diesem März gehörten dazu beispielsweise des Polen Karol Szymanowski Vierte Symphonie, sodann das vor vierzehn Tagen erstmals im Keilberth-Saal gegebene Concerto for Double String Orchestra, das Michel Tippett 1938/1939 geschrieben hatte und zu den beliebtesten Werken des mit W. H. Auden und T. S. Eliot, den er als seinen „geistigen Vater“ erachtete, befreundeten Komponisten zählt, zumindest in seiner britischen Heimat.   Auch die Symphonie Nr. 5 D-Dur von Ralph Vaughan Williams hatte die Bayerische Staatsphilharmonie nie noch gemacht, ehe Roger Norrington unlägst an die Regnitz kam, um ein rein englisches Programm zu dirigieren. Deren keinesfalls ...


24.03.2015

„Balkan-Klassik“ und „Touring-Organ“

 So viel Kontinuität kennt man selten: 1961 begründete der Orgelvirtuose Viktor Lukas die „Orgel- und Musikwoche Bayreuth“. Über ein halbes Jahrhundert später wird der immer noch kregle Künstler und Musikimpresario, der ja auch das Viktor-Lukas-Consort gründete und leitete, als Solist das Orgelkonzert g-moll von Francis Poulenc interpretieren. Ihn begleitet niemand Geringeres als die Bayerische Staatsphilharmonie alias Bamberger Symphoniker. Im Zentrum der diesjährigen „Musica Bayreuth“ steht als Veranstaltungsort die wieder eröffnete Stadtkirche Bayreuth. Dort begann 1961 das Herz dieser Konzertreihe zu schlagen, natürlich fokussiert auf die große Steinmeyer-Orgel. Nach Jahren der Schließung wegen gravierender statischer Mängel, die sie sogar nahe an die Einsturzgefahr bracht...


24.03.2015

Henry Purcell – Music for a While

 Als einer der größten englischen Komponisten überhaupt gilt Henry Purcell. Bereits zu Lebzeiten – 1659 bis 1695 – durfte er sich des Ehrentitels „Orpheus britannicus“ erfreuen. Mit ihrem Ensemble L’Arpeggiata kommt Christina Pluhar am Samstag, den 18. April, zu den Kulturpassagen Fürth, mit einem Programm, das sich auf ungewöhnliche und ungewöhnlich spannende Weise mit Purcells Musik auseinandersetzt. Purcell sei zeitlos, sagt Pluhar: „Die Pop-, Rock-, Jazz- und Filmkultur unserer Zeit holt sich unentwegt Inspiration aus seinen musikalischen Erfindungen!“   In der Tat hat der britische Orpheus in der Musik etwa Michael Nymans Spuren hinterlassen und auch in der von Britten, Tippett, Peter Maxwell Davies. Darüber hinaus hat zum Beispiel Sting Purcell adaptiert, und einige ...


24.03.2015

Franz Liszt in Thüringen

 Heinz Erhardt, der am Leipziger Konservatorium Klavier und Komposition studierte, schloss sein Gedicht „Ein Pianist spielt Liszt“ mit den Versen: „O eminenter Tastenhengst, / der du der Töne Schlachten lenkst / und sie mit jeder Hand für sich / zum Siege führst, dich preise ich! / Und jeder Hörer merkt alsbald: / du siegst mit Liszt, nicht mit Gewalt!“ Einige große Pianisten, die sich den exorbitant schwierigen Klavierwerken von Liszt widmen, werden bei der Liszt Biennale Thüringen zu Gast sein, die vom 20. Mai bis zum 25. Mai erstmals veranstaltet wird.   Dieses neue Festival steht in der Nachfolge der „pèlerinages“, die Nike Wagner von 2004 bis zum vorvergangenen Jahr geleitet hat. Das so geheißene Kulturfest Weimar hat die Ur-Enkelin von Richard Wagner und Ur-Urenkelin vo...


24.03.2015

Plugged!!!!

 Von der klassischen Streichquartettbesetzung bis hin zum Einbeziehen von Elektronik reicht das Spektrum dessen, was sich bei den 15. Tagen der Neuen Musik Bamberg – sie finden vom 7. bis zum 10. Mai statt – hören lässt. Markus Elsner, der seit 2011 für das Festival verantwortlich zeichnet (und aufgrund seiner guten Kontakte als ehemaliger Stipendiat des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia auch von seiner Münchner Heimatstadt aus vorzügliches zu leisten vermag), ist es abermals gelungen, ein spannendes und an Abwechslung reiches Programm auf die Beine zu stellen.   Apropos variatio delectat: im zweijährlichen Rhythmus alternieren die Tage der Neuen mit den Tagen Alter Musik. Bereits im Vorfeld wird Elsner im Großen Saal des Alten E-Werks, bei der Städtischen Volkshochschule in der Bambe...


24.03.2015

Flamenco, Walzer & Posaunenklänge

 Alle Jahre wieder beschwört Karlheinz Busch, als Organisator des musikalischen Pfingstfestivals „Frühling in Schloss Seehof“, das Ende der kalten Jahreszeit.   Vom 21. bis zum 25. Mai bieten sechs Konzerte in der traumhaften Kulisse von Schloß Seehof Musikgenuß vom Allerfeinsten. Während sich Busch als Mitglied des Bamberger Streichquartett Werken von Haydn und Mozart widmet und die Zuhörer auf eine musikalische Reise von der Wiener Klassik bis zum Wiener Walzer einlädt, reicht der Bogen der anderen fünf Konzerte vom preisgekrönten Pianisten Matthias Kirchnereit über eine Trompeten-/Orgelkombination von Bavarian Brass bis hin zum Damensalonorchester „Bella Donna“, das am Abschlußtag zu einer Matinee „Im Rausch der 20‘er“ empfängt. Alles in allem ein ...


24.03.2015

Lange Nacht der Alten Musik

 Geschlagene sechsunddreißig Monate, oder, kurz, drei Jahre, hatten sich Liebhaber der „Langen Nacht der Alten Musik“ in Geduld zu üben. Nun steht, am 25. April von 18 Uhr an, eine Neuauflage an. Zum Abschluss der Musica-Antiqua-Spielzeit lautet der Tenor „Mythos“. Die mythische Tour durch das Germanische Nationalmuseum wird direkt auf BR-Klassik übertragen. Bespielt werden in insgesamt zehn Konzerten der Aufseßsaal, der Saal des 20. Jahrhunderts und die Kartäuserkirche.   Mythos, das ist ein schillernder Begriff, der sich aus dem altgriechischen Wort, so will es der Duden, für „Sage u. Dichtung von Göttern, Helden u. Geistern; legendäre, glorifizierte Person o. Sache“ herleitet und unter welchem man ursprünglich eine Mär, eine Erzählung – der Grimm spricht ...


24.03.2015

Konzerte im Dientzenhofer-Saal

 Der Umzug der Städtischen Musikschule Bamberg von der Luitpoldstraße hinauf nach St. Getreu hat etliche Veränderungen mit sich gebracht. Dazu zählt auch eine neue Konzertreihe im Dientzenhofer-Saal. Lehrkräfte, Musikstudenten, aber auch derzeitige und ehemalige Schüler sowie Gäste aus nah und fern gestalten die Konzerte im Gewölbesaal, der sich im Erdgeschoss der ehemaligen Propstei befindet, über eine ausgezeichnete Akustik verfügt und neunzig Besuchern Platz bietet. Seinen Namen trägt er in Erinnerung an den Architekten der Propstei, Justus Heinrich Dientzenhofer (1702 in Fulda geboren, verstorben in Bamberg 1744).   Eröffnet wurde die Reihe im Januar von dem Holzbläserquintett der Bamberger Symphoniker. Es folgten Schuberts „Schöne Müllerin“ und Jazz mit einem jun...


24.03.2015

Abhanden gekommen dieser Welt

 Nichts wohl ist für eine Mutter, einen Vater, für junge und auch ältere Eltern schlimmer als diese Katastrophe: Ihr Kind stirbt, vor ihnen, es ist nicht mehr, es ist gegangen. Die Bewältigung eines solchen Verlustes, so sie denn überhaupt möglich sein sollte, braucht weit mehr als Zeit. Bei schöpferischen Menschen fruchtet sie bisweilen in einem neuen Werk. Eric Clapton beispielsweise schrieb, gemeinsam mit Will Jennings, die „moderately slow“ gehaltene Viereinhalb-Minuten-A-Dur-Ballade „Tears in Heaven“ wenige Monate, nachdem sein viereinhalb Jahre alter Sohn Connor – aus einer Verbindung mit der Schauspielerin Lori Del Santo – im März 1991 in New York aus einem Apartmentfenster im 53. Stockwerk gefallen war.   Michael Köhlmeier, dessen Roman „Abendland“ von 2007 man n...


17.03.2015

Herzgewächse, schwungvoll, mit großem Ton

 Es habe, hat der, um den es hier gehen soll – Hans Wollschläger (äußerer Anlass ist sein Achtzigster, innerer eine tiefe Achtung vor dem Menschen und dem Werk, das er uns geschenkt hat) – auf einem nachgelassenen, nicht näher datierten Zettel festgehalten, ihm niemand die „Größe des Menschlichen“ so „vor Augen (ja!) gebracht wie Bach, die Menschlichkeit des Menschlichen niemand so wie Mahler“.   Wie schön, sollte man meinen, dass Wollschläger sich seinen Todestag mit Mahler (und mit dem großen Mahler-Sänger Dietrich Fischer-Dieskau) teilt. Sofern man in Betracht zieht, dass es 1911, anders als 2007, noch keine Sommerzeit gab. Neben Mahler, dessen fragmentarische Zehnte er in den Fünfzigern zu komplettieren gedachte und von der er, der Komposition bei Wolfgang Fortner u...


15.03.2015

Britannia in Bamberg

Britannia in Bamberg Roger Norrington am Pult der Bamberger Symphoniker   Das fünfte Konzert innerhalb der Abonnementreihe B der Bamberger Symphoniker am Sonnabendabend im keinesfalls ausverkauften Joseph-Keilberth-Saal wies einige Besonderheiten auf. So waren ausschließlich Werke aus dem 20. Jahrhundert zu hören, ausschließlich Werke von der britischen Insel. Und dass der Dirigent sitzend (dabei aber überaus wach und munter und mit ausladender Gestik vor allem der Linken) agierte, war dessen recht hohem Alter und den damit verbundenen Malaisen geschuldet. Immerhin darf man am morgigen Montag Sir Roger Norrington, dem Gründer der London Classical Players, dem ehemaligen Chefdirigenten des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart (von 1998 bis 2011; mit den Stuttgartern hat Norrington einen vielbeachteten Mahler-Zyklus und einen der Brahms-Sym...


14.03.2015

Händels „Messias“ im Konzert und auf CD

 An diesem Sonntag macht die Kantorei St. Stephan in ihrer Bamberger Stammkirche um 17 Uhr Händels Oratorium „Der Messias“ (was sehr schön auch zum morgen endenden März-Teil der Tage der britischen Musik, „Britannia in Bamberg“, passt, denn George Frideric Handel verbrachte ja den Großteil seiner Laufbahn, von 1712 an, in London und nahm 1727 die britische Staatsbürgerschaft an). Neben der Kantorei und einem Orchester sind in den solistischen Partien die Sopranistin Martina Schilling, Kerstin Rosenfeldt, Alt, Andrew Lepri Meyer, Tenor (wie Rosenfeldt auch Mitglied im Chor des Bayerischen Rundfunks), sowie der Bassist Stephan Loges zu hören, der mit Paul McCreesh ebenso zusammengearbeitet hat wie mit dem Gewandhausorchester, und der in wenigen Wochen an der Seite von Mark Padmore mit dem Orchestra of the Age of Enligh...


08.03.2015

Britannia in Bamberg

 Es ist keinesfalls so, dass allein Namen wie Henry Purcell, John Dunstable, John Dowland, Michael Nyman, die Beatles, Led Zeppelin und Andrew Lloyd Webber für die Musik Englands stehen. Davon kann man sich nun bei „Britannia in Bamberg“, den Tagen der britischen Musik, einen Eindruck verschaffen. Unter der Schirmherrschaft des britischen Botschafters, Sir Simon McDonald, eröffnet die Veranstaltungsreihe der Deutschen Sullivan-Gesellschaft ihr Märzprogramm am kommenden Donnerstag.   Meinhard Saremba, der künstlerische Leiter von „Britannia in Bamberg“, wird am 12. März um 20 Uhr im Großen Saal des Alten E-Werks, in einem Impulsreferat in die Musik britischer Komponisten einführen. Ein Podiumsgespräch schließt sich an, zu dessen Teilnehmern unter anderen Sir Roger Norrington und Norbert Abels,...


02.03.2015

„Ich liebe diese Kirche“

 Professor Markus Lüpertz wird Entwürfe für die Fenster der Kirche St. Elisabeth im Sand gestalten. Der berühmte Maler, Grafiker und Bildhauer rechnet damit, dass die bis zu fünf Meter hohen und 1,50 Meter breiten Entwürfe in etwa drei Monaten fertig sein werden. Am Montag (23.Februar 2015) hat er sich mit Dompfarrer Gerhard Förch, Professor Bernd Goldmann und Kulturreferent und Bürgermeister Dr. Christian Lange sowie Vertretern der Erzdiözese, Geistlichen, Kunstinteressierten und Unterstützern getroffen, um gemeinsam über die Themenfindung für die künstlerischen Glasfenster zu diskutieren.   Ein Ornament habe er bereits entwickelt, schilderte der Künstler begeistert den Auftakt seiner Arbeit. „Wie weit sollen und können die Fenster inhaltlich lesbar sein? Oder können sie frei ...


26.02.2015

„Remembrances“ mit Barber, Bolcom et alia

 Rebecca Martin studierte Klavier und Gesang in Indiana/USA und wirkt seit 2004 als Dozentin an der Hochschule für Musik Nürnberg. Zum 7. Konzert der Reihe "American Recital Series" kehrt sie zu ihrer Muttersprache und ihren amerikanischen Wurzeln zurück. Musikalisch widmet sie sich Liedern und Arien von Samuel Barber, John Duke, Gian Carlo Menotti und William Bolcom. Der Titel des Abends lautet „Remembrances“, was so viel wie Erinnerungen bedeutet, aber auch Grüße oder Geschenke, als Andenken oder Ausdruck einer Freundschaft. Ihr Partner am Klavier ist an diesem Abend Marcelo Amaral, studierter Pianist aus Brasilien, vielfacher Preisträger und seit 2008 ebenfalls als Dozent an der Nürnberger Hochschule für Musik tätig.   Lassen Sie sich an diesem Abend von Rebecca Martin musikalisch besch...


22.02.2015

„Dies Bildnis ist bezaubernd schön“

 Es war im Sommer 2005, als sich ein junges Ensemble an Sängerinnen und Sängern und angehenden Orchestermusikerinnen und Orchestermusikern im Bamberger E.T.A.-Hoffmann-Theater zusammenfand, um in dieser Art erstmals im Großen Haus eine Opernproduktion auf die Bühne zu bringen. Es gab nicht wenige, die Till Fabian Weser, den Initiator, den künstlerischen Leiter, den guten Geist, damals als einigermaßen verrückt erachteten. Und doch lässt sich konstatieren, dass nach einer Dekade – die sechste Auflage steht vom 22. Juni bis zum 28. Juli an – der europäische Orchester- und Opernworkshop aus dem Kulturleben nicht nur Oberfrankens längst nicht mehr wegzudenken ist. Die Sommer Oper Bamberg erweist sich ein ums andere Mals als ein Sprungbrett für talentierte Stimmen.   Ehemalige sind etwa ans Staatsth...


16.02.2015

Mozartfest-Kartenbüro öffnet am Rosenmontag

 Am heutigen Rosenmontag, den 16. Februar, öffnet um 10 Uhr das Kartenbüro des Mozartfestes im Würzburger Rathaus. Dann ist es möglich, sich vor Ort oder telefonisch beraten zu lassen und Karten direkt zu erwerben.   „Mozart – Was heißt hier Klassik?“ fragt das Mozartfest 2015. Vom 22. Mai bis zum 28. Juni treten internationale Klassikstars wie die Sopranistin Diana Damrau oder der Geiger Renaud Capuçon (als diesjähriger „Artiste étoile“) in insgesamt mehr als 60 Veranstaltungen auf. Viele Konzerte finden traditionsgemäß im Kaisersaal der Residenz statt, aber die Palette der Spielorte ist breit. So wird der Hofgarten für die beiden Nachtmusiken am 14. und 21. Juni ebenso in einen Konzertsaal verwandelt wie bei anderer Gelegenheit der Würzburger Golfplatz. Eine Bi...


12.02.2015

Konzert, Oper und Schauspiel

 Wer sich in den kommenden Tagen nicht dem Faschingstreiben, dem Karneval und der Fastnacht aussetzen möchte, noch der Verfilmung von „Fifty Shades of Grey“, findet in den Theatern und Konzertsälen der Region reiche Alternativen. Beispielsweise laden die Bamberger Symphoniker am kommenden Sonntag, den 15. Februar, zu einem Sonderkonzert ein. Von 17 Uhr an geben sie im Joseph-Keilberth-Saal der Bamberger Konzerthalle Giuseppe Verdis „Falstaff“. Damit setzt das Orchester die Reihe seiner hochgelobten konzertanten Opernaufführungen – erinnert sei nur an „Der Ring des Nibelungen“, mit dem die Bamberger vor zwei Jahren beim Festival in Luzern aufhorchen ließen – fort. Bei der komischen Oper in drei Akten, gesungen in italienischer Sprache, wird Jonathan Nott am Pult stehen. Es singen Mitglieder des Staatsope...


05.02.2015

Den Cranach-Restauratoren über die Schulter geschaut

 „Kunst im Museum“ ist normalerweise gleichbedeutend mit Objekten hinter Glas, Gemälden an der Wand mit Sicherheitsabstand zum Besucher, zusätzlicher Alarmsicherung… Ein direkter Blick auf Unter- oder Hinterseiten wertvoller Stücke dagegen bleibt meist Fachleuten vorbehalten. Zur Wiedereröffnung im Cranach-Jahr macht die Fränkische Galerie eine Ausnahme von dieser Regel. Restaurator Stefan Schuster und Dr. Matthias Weniger, Referent für Malerei und Skulptur um 1500, beide vom für das Zweigmuseum zuständigen Bayerischen Nationalmuseum München, geben Interessierten die Möglichkeit, die Werke Cranachs, seiner Zeitgenossen und Vorgänger einmal aus der Nähe und aus ungewohnter Perspektive zu betrachten und dabei zu sein, wenn Tafelbilder aus Spätgotik und Renaissance mit modernen Untersuchungs...


05.02.2015

Landschaft mit Vögeln und Bruckners Fünfte

 Wenn man wissen wolle, wie ein Adagio von Franz Schubert klingt, so solle man, wird von Anton Bruckner, nach dem im Wien südlich vorgelagerten Perchtoldsdorf eine Gasse benannt ist, kolportiert, zum Heurigen nach Perchtoldsdorf gehen: „Trinkt’s in Perchtoldsdorf ein Viertel Gerebelten [also einen Wein aus einzeln vom Stock abgezupften Trauben], schaut’s auf die Glühwürmchen, horcht’s auf die Grillen – nachher wisst’s, was ein Schubert-Adagio ist.“ Um zu wissen, was ein Bruckner-Adagio ist und wie phantastisch ein solches zu klingen vermag, genügt hingegen ein Gang in den Joseph-Keilberth-Saal der Konzerthalle Bamberg.   Dort stand am letzten Januarsonnabend John Storgårds am Pult der Bamberger Symphoniker-Bayerische Staatsphilharmonie und dirigierte nach der Pause, also nach Nielsen und Vasks (...


03.02.2015

Männerquintett plus Frau und die „Musica Nova“

 Im März werden sie wieder mal im Fränkischen sein, genauer gesagt im bezaubernden Ambiente des Wassersaales der Erlanger Orangerie. „Singer Pur“, das experimentierfreudige Ensemble mit seiner starken Verwurzelung bei den Regensburger Domspatzen, wird dort quasi die Frucht seiner letztjährigen CD-Bemühungen um das Madrigalschaffen Adrian Willaerts vorstellen, ergänzt von Motetten aus der Sammlung „Musica Nova“. Diesem Komponisten und seinem Umfeld hatte das Sextett bis 2013 ein viel beachtetes und groß angelegtes Aufnahme-Projekt gewidmet, das nun auf einer Doppel- sowie einer Tripel-CD vorliegt und weitgehend Erstaufnahmen darstellt. So speziell oder sogar hochspezialisiert das klingen mag, so sehr täuscht man sich, wenn man diese zu den besten Gesangsensembles Deutschlands zählende Formation auf...


03.02.2015

Konzerte an historischen Orten

 Innerhalb von drei Wochen, die vom 27. März bis 19. April reichen, wartet ein halbes Hundert Konzerte an historischen Lebensorten und Wirkstätten Johann Sebastian Bachs auf die Freunde seiner Musik. Traditionell eröffnet werden die Thüringer Bachwochen mit der Langen Nacht der Hausmusik. Ein detailliertes Programm dieser dezidierten Einladung zum Mitmachen, Mitmusizieren, Mitspielen ist erst anfangs März erhältlich. Jedenfalls soll quer durch den Freistaat Bach von Kindern wie Erwachsenen, von Liebhabern wie Berufsmusikern dort gefeiert werden, wo er bis heute lebendig geblieben ist: zu Hause. Die Aufführung der Matthäus-Passion in Arnstadt am Folgetag ist eine Zusammenarbeit mit dem dortigen Bach-Festival. Christoph Prégardien leitet den Freiburger Balthasar-Neumann-Chor und Le Concert Lorrain. Auch in der Eise...


03.02.2015

„Rule Britannia“ – Bamberg im musikalischen England-Fieber

 Auch in der Musikstadt Bamberg, die von den Bamberger Symphonikern/Bayerische Staatsphilharmonie geprägt wird, aber darüber hinaus über eine reiche Musikszene verfügt, gibt es noch weiße Flecken auf der Landkarte des musikalischen Repertoires. Englische Musik – oder sagen wir lieber korrekter: Britische Musik – kommt eher selten vor, obwohl doch mit Jonathan Nott ein Engländer am Dirigentenpult der Bamberger Symphoniker steht und mit James Loughran ein weiterer Landsmann zu den Vorgängern gehörte. Zwar kümmerte sich auf dem Gebiet der Alten Musik das in Bamberg beheimatete Spezialensemble der „Musica Canterey“ schon oft um die Werke Henry Purcells und steht mit Domkapellmeister Werner Pees ein Musiker an der Spitze der Dommusik, der regen Austausch mit der englischen Musikszene pflegt und d...


03.02.2015

Römischer Karneval und familiäre Affaire

 Längst ausverkauft ist in der Nürnberger Reihe „Symphoniker plus“ die Revue mit dem Komödianten Volker Heißmann, dem Frontmann der fränkischen Fastnacht, und der Pavel Sandorf Big Band am 5. und am 6. März. Heißmann, der Dean Martin und Frank Sinatra zu seinen Vorbildern rechnet, verfügt über einen geschmeidigen Bariton und versteht sich bestens auch auf das Singen. Wie gut, dass in den bevorstehenden Wochen noch etliche weitere Konzerte von Format mit den Nürnberger Symphonikern anstehen, zu denen noch Karten zu haben sind. Da ist beispielsweise das Sonntagskonzert „Die fünfte Jahreszeit“ am 8. Februar in der Meistersingerhalle. Und wie es sich um diese verrückten Tage herum schickt, liegt prompt auch Karnevalistisches auf dem Notenpult – die Ouvertüre „Der ...


03.02.2015

Zwischen Bossa und Matthäus-Passion

 Abend im März. Glückselige Musik / von Amseln und alten Meistern.” So hebt ein Gedicht an – „Fast“ heißt es, von Ulla Hahn – dessen praktische Umsetzung man von Frühlingsanfang bis Palmsonntag in Arnstadt erleben kann. Mit keiner Region ist die Musikerfamilie Bach, deren Wurzeln in Wechmar bei Gotha liegen, so eng verbunden wie mit Thüringen, und so nimmt es nicht wunder, dass man Johann Sebastian nebst Wilhelm Friedemann und Carl Philip Emanuel im Freistaat immer wieder Konzerte, wenn nicht gar ganze Festwochen widmet. Wie eben das vor einer Dekade den Arnstädter Bachtagen entsprungene Bach-Festival Arnstadt, wo Johann Sebastian im August 1703 seine erste Organistenstelle bekam. Nirgendwo sonst gibt es noch derart viele Originalschauplätze, an denen die Bachs gelebt, komponiert, musiziert h...


03.02.2015

Martin Stadtfeld – das „bescheidene Riesentalent“

 Martin Stadtfeld hat sich nach seinem kometenhaften Aufstieg vor über einem Dezennium in jüngerer Zeit eher rar gemacht. Aber es waren wohl Jahre der Reife, denn die Zustimmung zu seiner spezifischen Interpretationsweise hat nicht nachgelassen, mithin auch nicht der verdiente Erfolg auf den Podien. Auf einem fränkischen Podium wird er demnächst zu hören sein: am 25. Februar im wunderschönen Ambiente des Fürther Stadttheaters. Es sind vor allem die Werke J. S. Bachs, an und mit denen sich Martin Stadtfeld in den zurückliegenden zehn Jahren profiliert hat. Auf diesem Terrain Lorbeeren zu ernten, ist verhältnismäßig schwierig, weil man sich zwangsläufig dem Vergleich mit solch großen Pianisten wie Glenn Gould, Andras Schiff oder Murray Perrahia stellen muss. Gleichwohl ist genau dies dem zur&uum...


02.02.2015

Entscheidung um Münchner Konzertsaal gefallen

 Nicht nur in Nürnberg, nicht nur an der Elbe, auch an der Isar wird lange schon, und heftig, um einen neuen Konzertsaal gestritten. München hat immerhin mit den Philharmonikern, mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und mit dem Bayerischen Staatsorchester drei Spitzenklangkörper, von denen einer, nämlich die BR-Symphoniker mit ihrem lettischen Chefdirigenten Mariss Jansons, zu den vier oder fünf besten auf dieser Erde zählt (je nachdem, was gerade auf dem Pult liegt).   Wie an diesem Montag aus der bayerischen Kapitale zu erfahren war, ist die Entscheidung nun gefallen. Der Münchner Gasteig wird, wie auch der Herkulessaal in der Residenz, saniert werden. Dies teilten Ministerpräsident Horst Seehofer und Oberbürgermeister Dieter Reiter bei einer Pressekonferenz mit. Seehofer „will einen Konzertsaa...


28.01.2015

Veränderung bei den Bamberger Symphonikern

Zur Saison 2016/2017 wird Jonathan Nott Chefdirigent und Musikdirektor des Orchestre de la Suisse Romande in Genf. Jonathan Nott, dessen Vertrag als Chefdirigent der Bamberger Symphoniker im Sommer 2016 endet, wurde mit überwältigender Mehrheit zum Nachfolger von Neeme Järvi gewählt. „Es erfüllt mich mit großer Freude, das Amt des Chefdirigenten und Musikdirektors des hervorragenden Orchestre de la Suisse Romande zu übernehmen“, so Jonathan Nott. „Ich beginne diese Aufgabe in dem Wissen, dass ich die volle Unterstützung des Orchesters habe, um intensiv zu arbeiten, bekanntes und neues Repertoire zu entdecken, und seinen Ruf als eines der besten Orchester zu pflegen.“ Jonathan Nott ist seit dem Jahr 2000 Chefdirigent der Bamberger Symphoniker, hatte parallel dazu von 2000 bis 2003 die Leitung des von Pierre...


28.01.2015

Grosse Oper - Junge Künstler

Am Montag, 26. Januar 2015, ist in der Berliner Botschaft von Spanien ein junges europäisches Opernprojekt vorgestellt worden, das im Sommer 2005 zum ersten Mal am Bamberger Theater umgesetzt wurde. Als Biennale konzipiert, feiert es in diesem Jahr sein 10- jähriges Bestehen.   Direkt am Tag nach den Orchester-Probespielen an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, hat S.E. Pablo Garcia-Berdoy, Botschafter von Spanien in Deutschland, den Leiter und Dirigent der Sommer Oper Bamberg, Till Fabian Weser, in der Spanischen Botschaft in Berlin begrüßt. Gemeinsam mit der österreichischen Kammersängerin Angelika Kirchschlager (Mezzosopran), die auch für ihr Engagement im Nachwuchsbereich 2013 mit dem europäischen Kulturpreis ausgezeichnet wurde, präsentierte Weser das nun zum 6. Mal in Bamberg durchgeführte Workshop...


04.01.2015

Aufforderung zum Tanz, à la française

 Wenn es auch kaum eine tiefere Bedeutung hatte, so hatte es durchaus Sinn: Als Encore wählte die bezaubernde und bezaubernd spielende Alina Ibragimova, die am Silvesterabend ihr Debüt mit den Bamberger Symphonikern gab, die „Méditation“, also das symphonische Intermezzo aus Jules Massenets Oper „Thaïs“. Am Pult stand Robin Ticciati, der bis 2013 Erster Gastdirigent der Bayerischen Staatsphilharmonie war. Wenn der einunddreißigjährige Londoner im späten Februar an die Regnitz zurückkehren wird, wird er sein einundfünfzigstes Dirigat der Bamberger Symphoniker mit einer Mediation eröffnen, jener aus der Feder von Toshio Hosokawa, dessen Schaffen im Übrigen mehrfach beim diesjährigen Mozartfest in Würzburg im Mittelpunkt stehen wird.   Die „Méditation“ Mas...


23.12.2014

Weihnachts- und Silvesterkonzert mit Ivan Podyomov

 Es seien hier noch nachgereicht, zu unserer Besprechung des Konzertes der Bamberger Symphoniker vom vergangenen Wochenende (siehe ART.5/III unter http://www.art5drei.de/artikel.neo?aid=683), zwei Photos. Das von Ivan Podyomov, neben Barbara Bode Solo-Oboist der Bamberger Symphoniker (und als solcher ganz erheblich an der wahrlich unerhört fabelhaften Aufführung des D-Dur-Konzertes von Brahms – im Adagio zumal – wie auch der Sechsten von Beethoven, beteiligt), hat Alexei Zoubov gemacht, das von Daniele Gatti Charis Akriviadis. Gatti ist hier zu sehen am Pult des Concertgebouw. Das Amsterdamer Orchester gilt vielen als das weltbeste. Ehe Gatti dessen Chefdirigent werden wird, wird der derzeitige Chef, Mariss Jansons, ein letztes Mal am 19. März sowie tags drauf „als chef-dirigent van het Koninklijk Concertgebouworkest“ am Pult seines...


22.12.2014

Doppeldebüt: Zukerman und Gatti in Bamberg

 „Pictures of Fidelman“ nennt sich die dritte, 1969 herausgekommene Kurzgeschichtensammlung aus der Feder von Bernard Malamud. „Bilder einer Ausstellung“ ist die deutsche Übertragung durch Anja Hegemann, sechs Jahre nach dem Original in Köln bei Kiepenheuer und Witsch erschienen, betitelt. Zwar standen weder Modest Mussorgsky noch Maurice Ravel, weder Walter Goehr noch Leonard Slatkin, die wie Ravel Mussorgskys Klavierzyklus für Orchester bearbeiteten, am Samstagabend bei den Bamberger Symphonikern auf dem Programm, ein Bild von einem „fiedelnden“ Manne aber konnte man sich durchaus machen. Und was für eines!   Nur, dass er nicht fiedelte, denn dieses Wort ist ja negativ konnotiert, („[ohne große Kunstfertigkeit, schlecht] auf der Geige spielen“, erläutert der Duden), sondern zauberte...


21.12.2014

Johanniskapelle: Jetzt aber zügig, à huit!

 Man möge doch, lässt Goethe ziemlich zu Beginn des ersten Kapitels des fünften Buches von „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ (1878f.) den Theaterdirektor Serlo, Förderer und Freund des Titelhelden, sagen, „alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören“. Dieses Vergnügen hatten, gleich mehrfach, am vierten Adventssonntag in der Bamberger Johanniskapelle, die sich seit Juni frisch saniert von ihren schönsten Seiten als Raum für Kunst und Kultur zeigt, geschätzte viereinhalb Dutzend Zuhörer. Die Trombone Unit Hannover – und mit ihr der gastgebende Verein Neues Palais Bamberg – hatte zur Matinee geladen.   Nur drei Absätze vor dem Zitat geht in den „Lehrjahren“ die Rede davon, dass das (wie Gustav Mahler) herzkranke Feinsliebchen Mignon mit ihren auswendig vorgetragenen L...


15.12.2014

Hochglanzposaune mal acht am 4. Advent

 Im Jazzkeller trifft man sie häufig an, aber noch immer ist es leider so, dass man im Konzertsaal der Posaune selten begegnet. Sie macht sich rar, die klassische Posaune, und ist dabei doch alles andere als eitel. Mozart beispielsweise, Mozart père, also der aus Augsburg gebürtige Leopold, hat ein himmlisches Konzert für Altposaune und Orchester komponiert (und Michael Mulcahy, der Solo-Posaunist beim WDR in Köln war, ehe ihn Sir George Solti ins Chicago Symphony Orchestra berief, hat es mit seinem Orchester unter Daniel Barenboim für den Fernsehsender PBS eingespielt, eine der besten Aufnahmen des Werkes). Auch Johann Georg Albrechtsberger, zu dessen Schülern Carl Czerny, Johann Nepomuk Hummel und Beethoven zählten, hat ein Konzert für Altposaune geschrieben, und gleich drei für Maultrommel.   Als Einstieg in...


15.12.2014

Orgel-Interpretationswettbewerb um den Johann-Pachelbel-Preis

 Der Internationale Orgel-Interpretationswettbewerb um den Johann-Pachelbel-Preis der Tucher‘schen Kulturstiftung ist ein zentraler Bestandteil der ION – Musica Sacra zur Förderung junger, hochtalentierter Nachwuchsorganisten. Er findet in einem Zwei-Jahres-Turnus statt – das nächste Mal vom 18. bis 27. Juni 2015. Am Mittwoch, 10. Dezember 2014, wird die Ausschreibung veröffentlicht. Teilnehmen können Organisten jeder Nationalität, die am oder nach dem 27. Juni 1985 geboren sind. Die Anmeldung muss auf dem dafür vorgesehenen Formular auf www.ion-musica-sacra.de/wettbewerb bis zum 22. Februar 2015 erfolgt sein.   Der traditionsreiche Orgelwettbewerb der ION verfolgt den seit 2011 eingeschlagenen Weg eines möglichst umfassenden Blickes auf die Orgel konsequent weiter. In drei öffentlichen Runden an Orgeln i...


09.12.2014

Dasdemed Sampil beim Kunstverein Bamberg

 Der aus der Mongolei stammende Dasdemed Sampil mutet dem Betrachter Einiges zu mit seinen außergewöhnlichen, intensiven und eindringlichen Gemälden, die eher gegen den aktuellen malerischen Trend  bestehen. Unbequem sind diese Kreaturen, konstatiert Peter Angermann, sein Professor an der Nürnberger Akademie der Bildenden Kunst; maskenhafte Gesichter, außerirdisch anmutende fremde Wesen treten in Erscheinung in ihrer Verletztlichkeit, in einer verstörenden Mischung aus Dünnhäutigkeit und Grobheit. Die Bilder haben etwas Tosendes, so Natalie de Ligt. Dasdemed Sampil, geb. 1971, lebt und arbeitet in Ulan Bator (Mongolei) und Nürnberg.   Bei der Vernissage im Foyer des E.T.A.-Hoffmann-Theaters Bamberg am Donnerstag, den 22. Januar, 18 Uhr, spricht die Kuratorin und Autorin Natalie de Ligt, der Künstler ist an...


09.12.2014

Mäzenatin stiftet Städel bedeutendes Gemälde von Ribera

 Dagmar Westberg feierte am gestrigen Montag, den 8. Dezember, ihren 100. Geburtstag im Städel Museum. Aus diesem Anlass hat die langjährige Förderin des Städel und Gründerin der Dagmar-Westberg-Stiftung dem Frankfurter Museum ein äußerst kostbares und kunsthistorisch bedeutsames Werk für seine Altmeister-Sammlung gestiftet: das um 1615/16 entstandene Gemälde „Der Heilige Jakobus der Ältere“ von Jusepe de Ribera (1591–1652). Ribera zählt zu den wichtigsten Malern des 17. Jahrhunderts und vereint die künstlerischen Errungenschaften zweier europäischer Schulen in einer Person. In der Provinz Valencia geboren, kann er als der bedeutendste spanische Maler neben Diego Velázquez (1599–1660) gelten, doch verbrachte er sein ganzes Künstlerleben in Italien – zunächst i...


08.12.2014

Klassik? Klassik!

 Anderswo wird – andere Länder, andere Sitten – nicht oder jedenfalls nicht so stark wie bei uns differenziert zwischen sogenannter ernster und der so genannten populären Musik. Dass E-Musik so ernst bisweilen gar nicht sein muss, dass sie – so oder so – auf jeden Fall aber beliebt sein kann, dass sie ankommt beim Publikum: Dies kann man Jahr um Jahr beim Mozartfest Würzburg erleben. Und mehr noch als sonst, wenn der Schein nicht trügt, seit Evelyn Meining das Heft bei diesem so traditionsreichen wie renommierten Musikfestival in der Hand hat. Meining wechselte vom Rheingau Musik Festival, das sie bis 2013 wesentlich mitgestaltete, an den Main und drückte im vergangenen Sommer dem Mozartfest ihren Stempel auf.   Als thematischer Leitfaden zieht sich Frage „Was heißt hier Klassik?“ durch die Veran...


26.11.2014

Daß‘s Christkind bloß Arme g‘sehg‘n hamm

Die „Heilige Nacht“ gilt als eines der großen Werke Ludwig Thomas. Stilecht vorgetragen wird die Legende von dem beliebten und durch viele Film- und Fernsehrollen bekannten Münchner Theater- und Volksschauspieler Gerd Anthoff.   1967 begann seine Theaterkarriere mit Engagements am Bayerischen Staatsschauspiel, an den Münchner Kammerspielen und am Münchner Volkstheater, bevor er 1970 festes Ensemblemitglied am Bayerischen Staatsschauspiel wurde und dort u. a. 27 Jahre lang in etwa 950 Vorstellungen des Theaterstücks „Der Brandner Kaspar und das ewig‘ Leben“ von Kurt Wilhelm den Nantwein gab. Seither wirkte er u. a. in den beliebten BR-Serien „Löwengrube“ als Kriminalkommissar Deinlein, „Die Hausmeisterin“ und „Café Meineid“ mit.   Deutschlandweit b...


26.11.2014

Im Glanz der Sterne

Mit einem Novum kann das Weihnachtskonzert der Sinfonietta Bamberg am Vorabend des Heiligen Abend im Keilberth-Saal der Konzerthalle aufwarten: Der von Sabine Hickmann geleitete Kammerchor Nürnberg ist zu Gast und wird den klangmächtigen Eingangschor aus Johann Sebastian Bachs Weihnachtskantate „Ich freue mich in dir“ zu Gehör bringen. Zur finalen Weihnachtssinfonie, einem Potpourri aus populären Liedern, darf dann das Publikum wie gewohnt in den gemeinsamen Gesang aller Beteiligten – angeführt vom Kammerchor und den Knabensolisten des Bamberger Domchors – einfallen.   Den Abend werden Werke Georg Philip Telemanns einleiten. Solist in dessen d-moll-Oboenkonzert ist Ivan Poyodomov, ARD-Preisträger und neuer Solo-Oboist der Bamberger Symphoniker, aus deren Mitgliedern sich die Sinfonietta Bamberg zusammen...


26.11.2014

Festliches Sylvesterkonzert in der „Oberen Pfarre“

Eigentlich heißt es ja „Zu Unserer Lieben Frau“, das umfassend sanierte Gotteshaus, das die Bamberger besser als „Obere Pfarre“ kennen. In der einzigen rein gotischen Kirche Bambergs (mit einem barocken Innenraum) können Freunde der klassischen Musik das Jahr 2014 mit einem musikalischen Leckerbissen ausklingen lassen. Nach der Konzerteröffnung durch den Organisten Karl-Heinz Böhm mit Präludium und Fuge von Bach, spielt das Bamberger Streichquartett mit Raúl Teo Arias, Andreas Lucke, Branko Kabadaic und Karlheinz Busch. Als Solist wirkt Ivan Podyomov mit. Der Solo-Oboist der Bamberger Symphoniker präsentiert das Konzert d-Moll von T. Albinoni und, zusammen mit Raúl Teo Arias, Violine, das Doppelkonzert von J.S. Bach. Musik von A. Corelli und W.A. Mozart ergänzt das Programm. Das Konzert beg...


26.11.2014

Winterzaubermusik in Bad Kissingen

Mit großen Namen und einem sich in die Grenzbereiche zwischen Klassik, Jazz und Popularmusik wagenden Programm kann einmal mehr der Kissinger Winterzauber aufwarten. Die sechzehnte Auflage des Festivals zur vierten Jahreszeit in dem unterfränkischen Staatsbad lockt vom 19. Dezember bis zum 10. Januar mit über zwei Dutzend Veranstaltungen. Den Auftakt im Max-Littmann-Saal gestaltet am Freitag vor dem vierten Advent das Jugendmusikkorps der Stadt Bad Kissingen unter der Leitung von Bernd Hammer. Das Orchester blickt zurück auf das Jubeljahr zu seinem fünfzigjährigen Bestehen und macht einen genreübergreifenden Streifzug von Offenbach bis Beck.   Dem Philharmonischen Orchester des Landestheaters Coburg unter seinem gefeierten Chefdirigenten Roland Kluttig gebührt anderntags die Ehre, den Winterzauber offiziell zu er&ou...


26.11.2014

Dichter, und immer dichter, am Klavier

 Man muss es gehört haben, dieses im doppelten Sinne Pianospiel. Wenn Piotr Anderszewski am Klavier sitzt, dann sind es gerade die leisen Töne, die stillen, mit denen der polnische Meister an 88 Tasten, 1969 in Warschau geboren, zu (be-)zaubern weiß. Am Nikolaustag lässt sich das im Keilberth-Saal der Bamberger Konzerthalle nachprüfen. Anderszewski ist in der aktuellen Spielzeit Portraitkünstler der Bayerischen Staatsphilharmonie und so kommt es, nicht zum ersten Male, zur Zusammenarbeit der Symphoniker mit dem Musikverein, in dessen Kammermusikreihe sich Anderszewski mit einem Solorezital am Steinway vorstellt.   Am Beginn des Abends steht Bachs Englische Suite Nr. 3 g-moll, die auch Anderszewskis aktuelle CD eröffnet. Gerade in der reich verzierten Wiederholung, in den „Agréments“ der Sarabande,...


26.11.2014

Ein Romantiker des Cellospiels auf Tournee

Die Annehmlichkeiten, die Kalifornien – der im Westen an den Pazifik grenzende „Golden State“ – selbst dann zu bieten hat, wenn der Himmel grau, die Blätter braun gehalten sind, haben 1965 The Mamas & the Papas besungen. Sogar an einem Wintertag, heißt es in „California Dreamin‘“, fühlt man sich in Los Angeles „safe and warm“, behütet und wohlig. Von Kalifornien zu träumen ist mithin legitim, und verbreitet. Mitte des vorvergangenen Jahrhunderts taten das beispielsweise die „Forty-niners“, auf der Suche nach Gold und schnellem Reichtum.   Auch Mischa Maisky, der Meister des romantischen Cellospiels, träumte einst von Kalifornien. Knapp eine Dekade nach der Erstveröffentlichung des psychedelischen Ohrwurms der Mamas & Papas ließ der Cellist den ...


26.11.2014

Anne-Sophie Mutter macht Jean Sibelius

Jahrestage und Jubiläen bieten Gelegenheit, bislang womöglich eher Vernachlässigtem zu gebührender Aufmerksamkeit zu verhelfen. Jean Sibelius, im Dezember 1865 im südfinnischen Hämeenlinna geboren, hat es bei uns, anders als etwa in England, durchaus nötig. Allerdings nicht sein Violinkonzert, das oft gespielt wird und zu den ganz Großen der Gattung gehört. Anders aber als die anderen drei häufigen Probespielpflichtproben, also op. 61 (Beethoven), op. 77 (Brahms), op. 35 (Tschaikowsky) und anders auch als die bisweilen geforderte Köchelverzeichnisnummer 218 steht das Violinkonzert von Sibelius (op. 47) nicht in D-Dur, sondern in d-moll. Vor einer Dekade spielte Mutter den dunkel eingefärbten, schwerblütig melancholischen Ohrwurm mit der Staatskapelle Dresden unter André Pervin für d...


26.11.2014

Naturmensch, Kraftstrotz, Urbayer, Musikgenie

Wer in seiner musikalischen Ausbildung frühzeitig mit den Werken Max Regers konfrontiert wird, hat es später einmal leichter. Das hat einen einfachen Grund: Die nicht unkomplizierte Welt der Harmonien liegt einem danach quasi zu Füßen, denn die äußersten tonalen Möglichkeiten seiner Zeit hat dieser Komponist nicht nur in seinem umfangreichen Oeuvre erschlossen, sondern sie auch lehrhaft dargestellt. Gerne würde man dasselbe auch von der Kontrapunktik sagen, gäbe es da keinen J.S. Bach, den übergroßen Vorläufer. Wer im Klavierunterricht mit Regers wunderbaren Sonatinen groß wurde, im Chor die genialen Motetten op. 110 oder den 100. Psalm mitsingen durfte und später seine Orgelwerke studierte, ist musikalisch fit für’s Leben. So erging es jedenfalls mir, aber das hatte eine besonder...


14.11.2014

Wohltemperiert und exklusiv

Der Musiksommer 2015 wird „wohltemperiert“. Zumindest in Ansbach, wo unter diesem Leitmotiv von 31. Juli bis 9. August 2015 die Bachwoche stattfindet. Johann Sebastian Bachs „Wohltemperiertes Klavier“ wird dabei von renommierten Künstlern wie Evgeni Koroliov, Nicolas Altstaedt, Ragna Schirmer, Lorenzo Ghielmi oder Jörg Halubek aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.   Exklusivität ist 2015 wiederum bei der Programmgestaltung angesagt. Zwei Drittel aller Konzertprogramme werden ausschließlich bei der Bachwoche zu hören sein. Die Auftritte des Ausnahme-Cellisten Nicolas Altstaedt werden ihre Premiere ebenso in Ansbach erleben wie das szenische Kantaten-Projekt „Erfreue dich, Seele!“. Spezielle Bachwochen-Programme präsentieren zudem die Geiger Giuliano Carmignola mit Concerto Köln und Arabella Ste...


10.10.2014

Jugend musiziert geht in die 52. Runde

12.00 "Jugend musiziert" lädt Kinder und Jugendliche ein, mit ihrem Instrument oder ihrer Stimme die Konzertbühne zu betreten, sich dem Vergleich mit anderen zu stellen und sich einer Fachjury zu präsentieren. Sie beurteilt die musikalischen Leistungen, vergibt Punkte und Preise und bietet im Anschluss an das Wertungsspiel Beratungsgespräche an.   Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE MicrosoftInternetExplorer4 /* Style Definitions */ table.MsoNormalTable {mso-styl...


09.10.2014

Patrick Modiano? Patrick Modiano!

 Auch wenn sein Name in den letzten Wochen doch immer wieder einmal gefallen ist, hatten ihn wohl die Wenigsten wirklich auf der Liste. Die Schwedische Akademie in Stockholm hat an diesem Donnerstag den Literaturnobelpreis 2014 Patrick Modiano zugesprochen. Gehandelt wurden, neben Dauerkandidaten wie dem japanischen Romancier Haruki Murakami, auch der albanische Autor Ismail Kadare, der norwegische Dramatiker Jon Fosse, sodann Ali Ahmad Said, also der unter dem Alias Adonis veröffentlichende Lyriker syrischer Abstammung, der auf Arabisch und Französisch publiziert (Peter Handke, gleichfalls Anwärter auf den arg noblen Preis, hat Adonis für Jung und Jung in Salzburg ins Deutsche gebracht).   Mit der Algerierin Assia Djebar (Unionsverlag, Zürich) war auch eine Frau im Gespräch als Nachfolgerin von Alice Munro (Dörlemann, gleichfa...


29.09.2014

Jauchzet, Frohlocket, Auf, Preiset die Tage

Jahr um Jahr zählt das Weihnachtskonzert der VR-Bank Bamberg zu den beliebtesten in der Domstadt. Und das völlig zu Recht, denn Dekanatskantorin Ingrid Kasper – sie hat bei Hedwig Bilgram Orgel, bei Michael Gläser Chorleitung studiert – versteht sich aufs Beste darauf, die unter ihrem Dirigat Musizierenden zu motivieren und selbst Laien zu Höchstleistungen zu bringen. Am 1. Advent wird die Kantorei St. Stephan, begleitet von einem Orchester, das sich unter anderem aus Mitgliedern der Bamberger Symphoniker zusammensetzt, Johann Sebastian Bachs Magnificat zur Aufführung bringen. Das Solistenquartett wird angeführt von der Münchnerin Eva Bernard, Sopran, von der Oper Leipzig. Außerdem singen Stefanie Iranyi, Alt, der Tenor Christian Zenker sowie Martin Berner, Bass. Auch der erste Teil des Weihnachtsoratoriums steht auf dem Pr...


29.09.2014

Bach vs. Bach

Die von dem bekannten Baumeister Johann Dientzenhofer in den Jahren 1715 bis 1718 erbaute Litzendorfer Pfarrkirche St. Wenzeslaus gilt nicht nur als Juwel des Barocks, sondern Kunst- und Kulturkenner schätzen sie auch als Hort für besonders gelungene, klassische Konzerte. Vom 3. bis 5. Oktober gibt es wieder drei gute Gründe sich auf den Weg nach Litzendorf zu machen und in der Pfarrkirche einzufinden.   Mitglieder der Bamberger Symphoniker, das Bamberger Streichquartett und prominente Gäste spielen im Rahmen der Litzendorfer Kerzenlichtkonzerte Werke aus Barock, Klassik, Romantik und Moderne. Während am Freitag, dem 3. Oktober um 20.00 Uhr mit der Begegnung vom „Alten Bach“ und seinem Sohn Carl Philipp Emanuel, dem „Popstar“ der Vorklassik, dessen 300. Geburtstag gewürdigt wird, musizieren unter dem Motto „Kl...


29.09.2014

Das Blut der Rose

Mit einer deutschen Erstaufführung kann die im Opernstudio in der Nürnberger Rollnerstraße 110a beheimatete Pocket Opera Company aufwarten. Premiere von „La Púrpura de la Rosa“ (Das Blut der Rose) ist am 2. Oktober, weitere Aufführungen folgen am 4. und am 5. Oktober sowie am 10. und 11. Oktober. „La Púrpura de la Rosa“ ist die erste in der Neuen Welt komponierte Oper überhaupt. Geschrieben hat sie Tomás de Torrejón y Velasco. Dieser wurde 1644 im spanischen Villarobledo geboren und folgte seinem Dienstherren nach Peru nach und wirkte als Kapellmeister und Komponist an der Kathedrale von Lima.   Den Auftrag zur Komposition von „La Púrpura de la Rosa“ hatte Torrejón von dem Vizekönig von Peru erhalten, Don Melchor Portocarrero Lasso de la Vega. In dessen Palast f...


29.09.2014

Kinosaal mutiert zum Opernhaus

„On Stage“ nennt sich, in vorbildlichem Deutsch, die Reihe von Opernaufführungen, welche im Cinestar Bamberg zu erleben ist. Übertragen wird direkt aus der Metropolitan Opera in New York, zweifelsfrei einem der großen Opernhäuser dieser Welt. Ein Besuch des im Atrium an der Ludwigstraße gelegenen Kinos erspart dem Musikfreund mithin den Flug nach New York oder die Fahrt nach München, nach Frankfurt, die Reise nach Stuttgart oder Wien, auf deren Bühnen gleichfalls Musikdramen auf staunenswertem Niveau geboten werden. Und auch das nach der Bayerischen Staatsoper größte Haus dieser Art im Freistaat, das Staatstheater in Nürnberg mit seiner Philharmonie, soll hier nicht unerwähnt bleiben.   Für etwas weniger als drei Zehner kommt man am 11. Oktober in den Genuss, entspannt im weichen Plüschsess...


29.09.2014

Kissinger Klavierolymp macht das Dutzend voll

Völlig zu Recht genießt Bad Kissingen in Sachen Musik einen vorzüglichen Ruf. Das fängt schon beim Kurorchester an. Es ist das größte seiner Art, also in Festanstellung, in Deutschland. Das Dutzend Männer, angeführt von Konzertmeisterin Elena Iossifova, hat sage und schreibe über siebenhundert Auftritte im Jahr zu absolvieren, was ihm einen Eintrag bei Guinness als „meistspielendes Ensemble der Welt“ einbrachte, und kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Vorgängerensembles der Münchner Philharmoniker und der Wiener Symphoniker sorgten in den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts in Bad Kissingen für eine Blüte auch des symphonischen Repertoires, Größen wie Erna Berger und Yehudi Menuhin konnten zu Konzerten verpflichtet werden.   Apropos Berühmtheiten: Natürlich...


29.09.2014

Festwoche in Schloss Wernsdorf

Schon drei Dekaden lang schreibt die Capella Antiqua Bambergensis an ihrer fortlaufenden Erfolgsgeschichte. Inzwischen zählt das Ensemble rund um die Bamberger Musikerfamilie Spindler, das seit 1999 in Schloss Wernsdorf ein überaus schmuckes, in 45 000 Stunden Eigenleistung renoviertes Zuhause gefunden hat, hierzulande zu den renommiertesten seiner Art. Dieses, wenn man so will, Doppeljubiläum ist Anlass genug für eine Festwoche, zu der ganz große Namen der Alten Musik im Fränkischen erwartet werden.   Die Feierlichkeiten beginnen am Sonntag, 19. Oktober, mit einem musikalischen Märchen der ganz besonderen Art, das Jung wie Alt einzunehmen vermag. Bart Spanhove, Blockflötist im weltberühmten Flanders Recorder Quartett und der Schauspieler und Pantomime Johan Luyckx erzählen die unglaubliche Geschichte von einem Stü...


29.09.2014

Konzerte im Bischberger Schloss

Die vierteilige Reihe der Bischberger Schlosskonzerte startet am 12. Oktober mit einem Sonntagssalon, der dem Chanson gilt. Cordula Wirkner, in Hagen geboren, in Würzburg ausgebildet, in Nürnberg zu Hause, bringt Chansons von Juliette Gréco („Sous le ciel de Paris“), von Georg Kreisler, Friedrich Hollaender und anderen zu Gehör. Am Flügel wird sie begleitet von Susanne Strauss, der guten Seele des Hauses oder, genauer: Schlosses. Zum Bischberger Advent lädt man am 7. Dezember. Der staden Zeit soll bei sanften Streicherklängen, bei einer besinnlichen Lesung und bei einer Pastorale für Blockflöten des Münchner Hofmusikus Johann Christoph Pez angemessen gedacht werden. Das Konzert an Neujahr steht unter dem Motto „Wien bleibt Wien von Schubert bis Strauß“. Es erklingt eine Mischung aus so beliebten...


29.09.2014

Eine Einladung, Johann Sebastian Bach zu hören

Lieben Sie Bach? Vielleicht sogar noch ein bisschen mehr als Brahms? Und darüber hinaus schätzen Sie auch Felix Mendelssohn Bartholdy? Dann sind Sie in der letzten Novemberwoche bei den Würzburger Bachtagen ganz wunderbar aufgehoben, die die Johann-Sebastian-Bach-Gesellschaft Würzburg e.V. zum 46. Mal veranstaltet. Den Werken des Thomaskantors werden vom 21. November bis zum 30. November solche von Mendelssohn Bartholdy gegenübergestellt. Das hat durchaus Sinn, wie Christian Kabitz, der künstlerische Leiter, ausführt: „Mendelssohn war ja die zentrale Gestalt der deutschen Frühromantik, verband die Leichtigkeit Mozarts mit den neuen Klangfarben des Orchesters, die sich schon bei Schubert ankündigen. Aber mindestens genauso wichtig: Er ist der Wiederentdecker der bachschen Musik! Mit ihm und der Wiederentdeckung der Matth&...


29.09.2014

25 Jahre Kammermusik Kloster Banz

Bereits seit einem Vierteljahrhundert finden die Kammerkonzerte auf Kloster Banz bei Publikum wie Presse großen Anklang. Diese Konzertreihe wird gestaltet von und mit Ensembles der Bamberger Symphoniker sowie deren Freunden. Sie zeichnet sich durch die Qualität ebenso aus wie durch die breite Palette, welche von Tschaikowsky bis zum Tango reicht. Matthias Krug, der Initiator und, von Anbeginn an, künstlerische Leiter, nutzt das Jubiläum, um das Heft an Achim Melzer weiterzureichen. Melzer, Cellist der Bayerischen Staatsphilharmonie, wird fortan für die Geschicke der Banzer Kammerkonzertreihe verantwortlich zeichnen.   Am Sonntag, 19. Oktober, wird die Spielzeit mit einer Jubiläumsgala eröffnet. Schirmherr ist der musikbegeisterte Thomas Goppel, der in seiner Funktion als Präsident des Bayerischen Musikrats die Festansprache halt...


29.09.2014

Musik erleben in der Metropolregion

Den Menschen in Nürnberg und seiner Metropolregion einen kulturellen Mehrwert zu bieten und das Leben der Menschen durch auf höchstem Niveau dargebotene Musik zu bereichern: Das haben sich die Nürnberger Symphoniker auf die Fahnen geschrieben. Das Orchester sieht sich als musikalischer Botschafter der Stadt, und zwar weit über die Grenzen Nürnbergs und der Region hinaus. Unter dem Briten Alexander Shelley, der seit 2009 Chefdirigent ist, haben sich die Nürnberger Symphoniker innerhalb kurzer Zeit durch eine Folge mitreißender Konzerte die Herzen nicht nur des heimischen Publikums erobert. In seiner ersten Saison reiste Shelley mit dem Orchester nach Tokio, Osaka und Hiroshima, 2010 folgten Konzerte in Mailand, in Prag sowie im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins, vor zwei Jahren ging es erneut nach Asien, unter anderem nach Peking un...


25.09.2014

Premiere der Jean Paul Tage Bad Berneck

 Allenthalben und allerorts gefeiert wurde Jean Paul im vergangenen Jahr aus Anlass seines 250. Geburtstages. Doch um den zu Frühlingsbeginn 1763 in Wunsiedel geborenen Johann Paul Friedrich Richter, wie er eigentliche hieß, zu feiern, bedarf es keines Jubiläums. Schließlich ist er ein Schriftsteller von exorbitantem Rang, auch wenn seine Romane keinesfalls so häufig gelesen werden, wie er es verdiente und wie man es ihm wünschte. Freunde des Autors, und solche, die es werden wollen, dürfen sich auf die ersten Jean Paul Tage Bad Berneck freuen. Vom 10. bis zum 12. Oktober nähert man sich dem Autoren des „Siebenkäs“ und von „Der Komet“, zwei Romanen, in welchen er die idyllische, an Wäldern, an Felsen, Felsen und Burgruinen noch heute reiche Landschaft um Berneck unverrückbar auf die literari...


11.09.2014

Ein Fest von Farbe, Form und Beschaffenheit

 Bukowski, Charles Bukowski, Mitte August 1920 in Andernach – dem rheinland-pfälzischen Städtchen, dem auch der richtungsweisende Kunsthistoriker und Medientheoretiker Hans Belting (der sich wiederum, aber das führt hier zu weit, den Geburtstag mit Gustav Mahler teilt; oder auch nicht, denn Bukowski liebte klassische Musik, vor allem auch die Mahlers, wovon seine Gedichte zeugen) und der Romancier Jan Wagner entstammen – als Heinrich Karl Bukowski geboren, ist derzeit in aller Munde. Allenthalben erinnert man an sein Ableben vor zwei Dekaden in Los Angeles, beispielsweise im Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg, das noch bis in den Januar hinein die von der Bamberger Bukowski-Koryphäe Roni kuratierte Ausstellung „All about Hank“ in seinen Räumen beherbergt, aber auch im ARTroom Fürth.   Dort, in der in unmittel...


01.09.2014

ARD-Wettbewerb mit Rekordbeteiligung

 Bereits ehe überhaupt der erste Ton beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD erklingt, bei dessen 63. Ausgabe heuer die Kategorien Klavier, Violoncello, Schlagzeug und Bläserquintett ausgeschrieben sind, kommt aus der bayerischen Kapitale Kunde von einer ersten Bestleistung: Nie noch zuvor hatten sich derart viele Musikerinnen und Musiker sowie Ensembles zu der arg renommierten Konkurrenz angemeldet. Aus den 519 Bewerbungen (insgesamt, bedingt durch das Fach Bläserquintett, stolze 675 Personen aus einem halben Hundert Ländern und fünf Kontinenten) ließ eine Vorjury 312 Instrumentalistinnen und Instrumentalisten zu, die nach München zur Teilnahme eingeladen sind.   Den Auftakt machen am heutigen Montag, den 1. September, in der Münchner Musikhochschule die Schlagzeuger, für die der ARD-Musikwettbewerb der weltwei...


04.08.2014

Das Festival Güldener Herbst in Thüringen

Es sind „Norddeutsche Impulse“, die vom 26. September an bis zum 12. Oktober beim Güldenen Herbst im Mittelpunkt stehen. Einen Namen gemacht hat sich das seit 1999 veranstaltete Festival für Alte Musik von Anbeginn an vor allem mit Wiederentdeckungen und Ausgrabungen, auf die Musikwissenschaftler in thüringischen Archiven gestoßen sind. Diese Preziosen – darunter beispielsweise Opern aus Meiningens Anton-Urich-Notensammlung und Kirchenkantaten von Philip Heinrich Erlebach sowie Georg Gebel dem Jüngeren, die beide in Rudolstadt verstorben sind, Erlebach 1714, Gebel, von dem auch ein Weihnachtsoratorium existiert, 1753, also drei Jahre nach Bach. Zeitlich reichen die beim Güldenen Herbst gebotenen Aufführungen von der Renaissance über das Barock bis hinein in die Klassik.   Die Interpreten der historischen Auff&u...


04.08.2014

Leise schwebt das Glück vorüber

Operette und Coburg, wie geht das zusammen? Nun, sehr gut. Denn bekanntlich war der Walzer- und Operettenkönig Johann Strauß, Sohn (1825 bis 1899) auch zeitweiliger Bewohner der Stadt mit dem Mohren auf dem Wappen. In Wien, dem er so wunderbare Konzertwalzer auf den Leib geschrieben hat wie „Wiener Blut“, wie „Geschichten aus dem Wienerwald“ und „An der schönen blauen Donau“, war Strauß zuhause, aber eben auch – die finalen dreizehn Jahre – in Coburg.   Und das kam so: Schon wenige Wochen nachdem die erste Ehefrau von Strauß, die Sängerin Jetty Treffz gestorben war, heiratete der Komponist 1878 die Schauspielerin Angelika Dittrich. Doch dieser Bund fürs Leben hielt nicht allzu lange. Nach vier Jahren kam es zur offiziellen „Trennung von Tisch und Bett“. Das konservativ-kat...


04.08.2014

Zwischen Klavierabend und Streichoktett

Zum Finale seiner Kammerkonzert-reihe lockt der Musikverein Bamberg in der Spielzeit 2014/2015 abermals (mögliche) Stars von morgen – also Preisträger des Bayerischen Landeswettbewerbs „Jugend musiziert“ – in den Spiegelsaal der Harmonie. Als siebenteiliges Präludium aber bietet der von Andrea Paletta geführte Verein ebenso selbstverständlich längst etablierten Künstlern, oft von Weltruf, eine Bühne im Joseph-Keilberth-Saal der Bamberger Konzert- und Kongresshalle. Das Spektrum reicht vom Klavierrezital über den Liederabend bis hin zum Streichoktett gleich zum Auftakt am 11. Oktober. Im 2006 gegründeten Berliner Solistenoktett haben acht noch junge und doch schon international gefragte Instrumentalisten zusammengefunden, deren Tenor lautet: die gemeinsame Liebe zur Kammermusik. Sie bringen Streichoktett...


04.08.2014

Von Rembrandt bis Gerhard Richter

Mit wahrhaft großen Namen kann in diesem Sommer noch bis Ende September der Kulturspeicher Würzburg aufwarten. Möglich machen dies Leihgaben aus der Grafischen Sammlung des Niedersächsischen Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in Oldenburg. Es werden Meisterwerke von Rembrandt van Rijn über Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, der mit Goethe in Italien weilte, und Karl Schmidt-Rottluff bis hin zu Georg Baselitz und Gerhard Richter gezeigt. Insgesamt reisen mehr als eine Hundertschaft Druckgrafiken, Zeichnungen und Aquarelle von der Waterkant an den unterfränkischen Main. Diese Schätze werden nur selten ausgestellt. Vielmehr verbringen sie aufgrund des lichtempfindlichen Papieres ihr Dasein von den Augen der Öffentlichkeit verborgen im Dunkel der Museumsmagazine.   Die Basis des Oldenburger Bestandes, der im dortigen ...


04.08.2014

Uraufführungen, eine Rocksymphonie und viel Jean Sibelius

Gleich zwei der großen skandinavischen Komponisten zählen im kommenden Jahr zu den Jubilaren. Der Finne Jean Sibelius und der Däne Carl Nielsen sind beide 1865 geboren. Ihr Hundertfünfzigster wird in der Spielzeit 2014/2015 entsprechend gewürdigt, zumal bei den Bamberger Symphonikern – Bayerische Staatsphilharmonie. Die im Joseph-Keilberth-Saal gebotenen „Symphonischen Landschaften“ (unter dieses Motto hat man in Bamberg das neue Programm gestellt) werden häufig skandinavische sein. Intendant Marcus Rudolf Axt versteht das Schaffen von Nielsen und Sibelius „quasi als Chiffre zur Weite der nordischen Landschaft“.   Bei der Vorstellung der neuen Saison im Foyer der Konzerthalle präsentierten die Bamberger Symphoniker zugleich auch das Spielzeitheft in neuer Gestalt sowie ihren frischen, übersichtliche...


09.07.2014

Landshuter Künstler auf der Burg II

12.00 Vom 2. August bis zum 14. September 2014 zeigt die Initiative „Begegnung als Therapie e.V.“, ein Förderverein zur Unterstützung brustkrebserkrankter Frauen, auf der Giechburg in Scheßlitz bei Bamberg, die Ausstellung „Landshuterkünstler auf der Burg II“ mit Gemälden von Angela Peters, Lucia Scheid-Nam, Georg Forster und Karl Schönberger, Fotografie von Alexey Testor  sowie mit  plastischen Arbeiten der Bildhauerinnen Mignon Dobler und Jutta Wimmer.   Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE MicrosoftInternetExplorer4 ...


23.06.2014

Serenaden im barocken Rosengarten

Bereits zu Zeiten des Fürstbischofs Friedrich Carl von Schönborns fanden im barocken Rosengarten der Bamberger Residenz musikalische Darbietungen statt. Diese Tradition nahm der zu früh und überraschend verstorbene Geiger und Konditor Ingo Graupner 1962 wieder auf, als er einer von den Wittelsbachern gepflanzten Rotbuche, die hatte gefällt werden müssen, ein Ständchen widmete. Unter dem Bratscher Gerhard Olesch als treibende Kraft haben sich die Rosengarten-Serenaden längst im sommerlichen Kulturkalender der Domstadt etabliert. Am 28. Juni startet man zwischen zwitschernden Amseln und einem Rosenblütenmeer mit dem Signum Saxophonquartett in die neue Spielzeit. Das Kölner Quartett ist vom Deutschen Musikrat in die Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler aufgenommen worden, hat diverse Preise gewinnen können...


23.06.2014

Klassikstars beim 29. Kissinger Sommer

Sommer für Sommer kommen seit 1986 von Mitte Juni bis Mitte Juli Dirigenten, Solistinnen, Kammermusikensembles und Klangkörper von Weltrang an der Fränkischen Saale in Bad Kissingen zusammen. Eröffnet wird der Kissinger Sommer in seiner 29. Auflage am 13. Juni im Max-Littmann-Saal des Regentenbaus von der Nationalphilharmonie Warschau unter der Leitung von Jacek Kaspszyk mit Beethovens Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 c-Moll. Als Solist ist Igor Levit zu erleben. Der 1987 im russischen Gorki Geborene soll bereits im Alter von vier Jahren mit dem Orchester seiner Heimatstadt aufgetreten sein. Er stammt aus Karl-Heinz Kämmerlings Hannoveraner Wunderpianistenschmiede und wird von führenden Kritikern schon jetzt als einer der großen Pianisten dieses Jahrhunderts gehandelt.   Levit, der vor vier Jahren in Bad Kiss...


23.06.2014

Musik in fränkischen Schlössern

Zum fünfzehnten Male lockt von Ende Juni bis in den November hinein eine kleine, aber exquisite Konzertreihe in den Naturpark Haßberge. Dabei kommt es zu einem reizvollen Dreiklang zwischen Musik, Naturschönheiten und architektonischen Preziosen. Nur selten oder überhaupt nicht öffnen die Schlösser Burgpreppach, Rentweinsdorf, Eyrichshof, Friesenhausen, Kirchlauter, Obertheres und das nahebei im Landkreis Bad Kissingen gelegene Schloss Waizenbach der Öffentlichkeit ihre Pforten, da sie sich sämtlich in Privatbesitz befinden.   Abseits der häufig etwas kalt-unpersönlichen Großkonzerthallen dürfen sich Besucher der „Musik in fränkischen Schlössern“ auf ein so schmuckes wie intimes Ambiente bei gräflichen oder freiherrlichen Familien freuen, die die Tradition des musikalis...


23.06.2014

Giuseppe Verdi bei „Klassik am See“

Wie schon im zurückliegenden Jahr ist es auch in diesem Sommer wieder die bulgarischstämmige Italienerin Ljubka Biagioni, die die Oper an den See (vulgo: Dechsendorfer Weiher) bringen wird. Und wie in dessen Jubiläumsjahr 2013 steht, nach „La Traviata“, auch jetzt wieder Giuseppe Verdi auf der musikalischen Speisekarte. Am 30. Juli wird Biagioni – in einer halbszenischen Aufführung – „Rigoletto“ dirigieren.   Und quasi synonym einher mit Biagioni gehen die von ihr gegründeten „Sofia Symphonics“. Nach intensiver Orchesterarbeit über viele Jahre hinweg, unter anderem mit Klangkörpern in Dänemark, Griechenland, Italien, mit den Hofer Sinfonikern und mit dem renommierten Wiener Kammerorchester, wuchs in der Gattin Enoch zu Guttenbergs (selbst ein Dirigent von Rang) der Wunsch...


23.06.2014

Quo vadis Coviello?

Aller Hindernisse und Unwägbarkeiten zum Trotz, der Fränkische Theatersommer, seit 2007 übrigens in den Rang einer „Landesbühne Oberfranken“ erhoben, startet heuer in seine 21. Spielzeit. Mit einem zahlenmäßig nahezu unveränderten Ensemble von 25 – 30 Schauspielern hat Intendant Jan Burdinski, so wie in allen Spielzeiten zuvor, wieder ein Programm auf die Beine stellen können, das seine Besucher sicherlich nicht enttäuschen wird.   Rund um das Auorenduo Goethe (Faust I) und Kleist (Der zerbrochene Krug), denen ja eine schwierige Beziehung zueinander unterstellt wird, gibt es wieder eine würzige Mischung aus Schauspiel und Komödie, feinem Kammerspiel bis hin zu Literatur und Musik. Im Programm des Fränkischen Theatersommer wird einfach jeder fündig. Neu im Programm für 2...


23.06.2014

Open Air auf der Plassenburg

Im Schönen Hof, einem Arkadenhof mit dichtem Reliefdekor, der zu den bedeutsamsten Schöpfungen der deutschen Renaissance zählt, finden vom 16. Juli bis zum 20. Juli wieder die Open-Air-Nächte statt.   Das fünftägige Festival klingt aus mit einem klassischen Opernabend, den die bulgarisch-italienisch-deutsche Dirigentin Ljubka Biagioni zu Guttenberg mit dem von ihr gegründeten Orchester Sofia Symphonics und Chor gestaltet. Auf dem Programm stehen Schmankerl wie Tschaikowskys bezauberndes, von italienischer Volksmusik geprägtes „Capriccio Italien“, bei dem sich der gebürtige Sonneberger Freddy Breck einst für sein „Bianca“ bediente. Hinlänglich bekannte Arien aus „Tosca“ und „Madame Butterfly“, aus Verdis „Macbeth“, Bizets „Carmen“ und...


23.06.2014

Malerisches Naturtheater

Seit genau einem Jahrhundert wird vor der beeindruckenden Felsenkulisse gearbeitet. 2014 feiern die Luisenburg-Festspiele mit einem packenden Programm, das vom Klassiker bis zum Kindertheater reicht und so der ganzen Familie etwas bietet, ihr großes Jubiläum. Das zauberhafte Naturtheater im fränkischen Fichtelgebirge gilt als Deutschlands traditionsreichste Freilichtbühne. Sie wird heuer vom 27. Mai bis zum 24. August bespielt.   1914 wurden die Luisenburg-Festspiele mit „Iphigenie auf Tauris“ eröffnet. In der Jubiläumsspielzeit kommt „Goethes dramatisches Meisterwerk“ (so Marcel Reich-Ranicki“ über das Schauspiel, das auf Euripides zurückgeht) in einer Neuinszenierung zur Aufführung. Premiere ist am 18. Juli um 20.30 Uhr. Goethes Geschichte spielt im verfluchten Geschlecht der Tant...


23.06.2014

Eine Päpstin, ein Gesellenvater und der Alte Fritz

Wenn Sie jetzt an das Phantom der Oper, Cats oder gar Starlight Express denken, dann sind sie hier völlig falsch. Auch der König der Löwen brüllt hier nicht und nette Songs von Buddy Holly bekommen Sie hier auch nicht zu hören.   Was Sie allerdings beim Musicalsommer Fulda 2014 erleben können, ist die perfekte Symbiose von geschichtsträchtiger Kulisse und Musicals mit historischem Hintergrund. Welche Stadt mit Dom, Schloss, Adelspalais und Parks wäre geeigneter als dieses osthessische Oberzentrum, mit dem heute Begriffe wie Bischofssitz, Barock- und Universitätsstadt in Verbindung gebracht werden.   In diesem Sommer wird es im Schlosstheater Fulda drei Inszenierungen geben, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Und diese Unterschiede beziehen sich nicht alleine auf die verschiedenen Zeitepoch...


23.06.2014

Es grünt so grün, wenn Deutschland Weltmeister wird

Bereits seit über einem Vierteljahrhundert gestalten die Nürnberger Symphoniker Sommer für Sommer im Serenadenhof bei der Kongresshalle am Dutzendteich Freilichtkonzerte mit einem bunt gemischten Programm für beschwingte und unterhaltsame Sommerabende. An dichter Atmosphäre ist das Ambiente kaum zu übertreffen. Der stimmungsvolle Serenadenhof ist teilweise überdacht, und sollte der Wettergott ganz und gar nicht mitspielen wollen, so bleibt immer die Ausweichmöglichkeit in den Musiksaal der nur wenige Schritte entfernten Kongresshalle.   Zum Auftakt am 5. Juni heißt es von 20 Uhr an „Es grünt so grün“. Unter der Leitung von Hans Walter Florin geht es mit dem Konzert-Orchester der Metropolregion, als welches sich die Nürnberger Symphoniker verstehen, an den Broadway. „Hello Dolly&ld...


23.06.2014

Sommerserenaden Schloss Seehof

Einmal mehr bildet die ehemalige Sommerresidenz der Bamberger Fürstbischöfe vor den Toren der Stadt, das prächtige Schloss Seehof, die Kulisse für ein Kammermusikfestival der Extraklasse. Der Initiator dieser beliebten Klassik-Festreihe, Karlheinz Busch, hat auch für 2014 ein Programm zusammen gestellt, das keine Wünsche offen lässt und Künstler gewinnen können, die für allerhöchste Qualität und Spielfreude in ihrem Metier stehen.   Aktuelle und ehemalige Mitglieder der Bamberger Symphoniker-Bayerische Staatsphilharmonie finden mit Werken von Teleman, Bach, Händel, Mozart oder auch Beethoven genau so ihr Publikum wie die Akkordeon- und Klarinettenmeister Enrique Ugarte und Raúl Alvarellos, die es verstehen, die Zuhörer mit Tango, Klezmer und Jazz in ihren Bann zu ziehen. Wenn die B...


23.06.2014

Tage alter Musik in Bamberg

In zweijährlichem Rhythmus alternieren in Bamberg die Tage der Neuen Musik mit den Tagen Alter Musik. In diesem Juni steht das von der Musica Canterey verantwortete Festival unter dem Motto „Musik für gekrönte Häupter“. Die Ensembles und Spezialisten für historische Aufführungspraxis, die sich vom 19. Juni an in der Domstadt versammeln werden, sind auch bei der Auflage 2014 wieder von gewohnt hohem Rang. Den Auftakt macht die Weser-Renaissance Bremen im Spiegelsaal der Harmonie mit „Musik für Kaiser Maximilian“.   Das Ensemble hat sich die lebendige und zugleich musikologisch einwandfreie Wiedergabe von Werken aus der Renaissance und dem Barock zum Ziel gesetzt. Kaiser Maximilian I. von Habsburg (1459 bis 1519), den man den „letzten Ritter“ nannte, war ein großer Frauenheld –...


23.06.2014

Jubiläum Collegium Musicum

Dass er sich auch auf Brahms und Beethoven, beispielsweise auf die späten Klaviersonaten op. 109 und op. 111, versteht, versteht sich. Beim Jubiläumskonzert am 27. Juni im Kaisersaal der Neuen Residenz zu Bamberg wird Wolf Dieter Neupert aber abermals Bach spielen, das d-Moll-Klavierkonzert. Damit begann vor sechs Dekaden auch die ungebrochen lebendige Geschichte des Collegium Musicum, und der Solist hieß schon am 21. November 1954 Wolf Dieter Neupert. Die Kritik in der Lokalzeitung nannte den Siebzehnjährigen „hochbegabt“ und sprach ihm „überraschende Sicherheit und starkes Stilgefühl“ zu. Neuperts Bach sei der „Mittelpunkt des Abends“ gewesen.   Ergänzt wird das Jubiläumsprogramm, dirigiert von Gunther Pohl, der seit 2012 die musikalische Leitung innehat, um Schuberts Fünfte...


23.06.2014

Uraufführung auf den Domstufen

Die Domstufenfestpiele in Erfurt können in diesem Jahr mit einer Welturaufführung aufwarten. Am 10. Juli um 20.30 Uhr hat „Jedermann“ Premiere, und zwar in einer gewagten Version als Rockoper. Es ist ein Auftragswerk des Theaters Erfurt. Der Text, nach Hugo von Hofmannsthal, stammt aus der Feder von Peter Lund, die Musik von Wolfgang Böhmer.   „Von der Kunst, das rechte Sterben zu lernen“ lautet der Untertitel, den der mittelalterliche, ursprünglich aus England stammende Theaterstoff „Everyman“ erhalten hat, lange bevor er es in der Fassung von Hugo von Hofmannsthal zu literarischen Weltruhm brachte.   Dieses Motto steht auch über der musikalischen Neuinterpretation von Böhmer und Lund. Basierend auf den Aufführungen vor dem Salzburger Dom und nicht zuletzt inspiriert durch die In...


23.06.2014

Vom oberpfälzischen Förstersohn zum europäischen Visionär

Zu den ganz großen Söhnen der Europäischen Metropolregion Nürnberg zählt zweifelsohne Christoph Willibald Gluck. So wie Albrecht Dürer und Lucas Cranach (der Ältere) ihr ein malerisches, Jean Paul, Friedrich Rückert und E. T. A. Hoffmann, der dem Komponisten in der Erzählung „Ritter Gluck“ ein Denkmal gesetzt hat, ihr ein literarisches Gesicht geben, gibt Gluck (neben Johann Pachelbel, Max Reger und Hugo Distler) ihr ein musikalisches. Vom 14. bis zum 27. Juli werden die Internationalen Gluck-Opern-Festspiele den Komponisten unter dem Titel „ReFORM und ReVISION“ würdigen. Am 2. Juli steht Glucks 300. Geburtstag an. Im oberpfälzischen Erasbach bei Berching als erstes von neun Kindern geboren, hat es der Förstersohn zu einem der namhaftesten und fruchtbarsten Opernkomponisten ü...


17.06.2014

Leben Hand in Hand mit Scardanelli

 Er habe, schreibt der Berliner Harald Hartung, der sich – wie kein zweiter hierzulande – ganz der Lyrik und deren Kritik verschrieben hat, in seinen soeben bei Wallstein in Göttingen erschienenen „Launen der Poesie“, bei Celan nicht nachgezählt. Hartung, 1932 in Herne geboren, bezieht sich auf die kommentierte Gesamtausgabe der Gedichte in einem Band. Bei der „nun achtzigjährigen Friederike Mayröcker“ (Hartungs Sammelrezension erschien erstmals im Juni 2005 im „Merkur“; Mayröcker darf in diesem Dezember ihren Neunzigsten feiern), bei Mayröcker also, über Jahrzehnte hinweg Ernst Jandls Lebenspartnerin, und den „855 Seiten des Bandes ‚Gesammelte Gedichte‘ sind es rund 1000 Gedichte aus 65 Jahren“.   Mayröckers späte Lyrik insgesamt, heißt es ...


16.06.2014

Kein Tag wie jeder andere

(Gewidmet einer dem Schreiber dieser Zeilen nicht wenig lieben Frau, die sich mit dem großartigen „Ulysses“-Übersetzer Hans Wollschläger den Geburtstag teilt.)   Man vergleiche nur einmal den Anfang, man achte nur einmal auf den Einstieg, lausche dem Introitus nach: Stattlich und feist erschien Buck Mulligan am Treppenaustritt, ein Seifenbecken in Händen, auf dem gekreuzt ein Spiegel und ein Rasiermesser lagen. Ein gelber Schlafrock mit offenem Gürtel bauschte sich leicht hinter ihm in der milden Morgenluft. Er hielt das Becken in die Höhe und intonierte: – Introibo ad altare Dei. So beginnt, in den an Klang und Rhythmus geschulten Worten Hans Wollschlägers (Suhrkamp, 1975), der Roman des 20. Jahrhunderts schlechthin. 1927, fünf Jahre nach Erscheinen des Originals, klingt das in der Übersetzung des...


05.06.2014

Heinrich Zille im Land der (Tauber-)Franken

 Eine Empfehlung für einen feinen Ausflug über Pfingsten: Man mache sich auf ins schöne Wertheim und flaniere durch die historische Altstadt. Von dort aus erreicht man in nur zehn Gehminuten das am Ortseingang von Wertheim gelegene Museum „Schlösschen im Hofgarten“. Das anno 1777 errichtete, von einem englischen Landschaftsgarten umgebene Schlösschen war die Sommerresidenz des Grafen Friedrich Ludwig zu Löwenstein-Wertheim-Virneburg. Seit acht Jahren ist das sanierte Gebäude Sitz eines Museums, welches Wechselausstellungen sowie private Kunstsammlungen mit Werken beispielsweise von Max Slevogt, von dem großartigen Lovis Corinth und von Max Liebermann präsentiert.   Derzeit (und noch bis zum 3. August) können Kunstfreunde zwei Sonderausstellungen in Augenschein nehmen. Die eine gilt Heinrich Zill...


28.05.2014

Ascensio Dominio - Konzert in der Pfarrkirche Frensdorf

Für Kurzentschlossene oder für diejenigen, die den morgigen "Vatertag" nicht in einer trüben Suppe aus Wolken und Regen abschließen möchten, haben wir hier noch einen ganz besonderen Konzerttipp.   Unter dem Motto "Ascensio Domini", also Himmelfahrt des Herrn, spielt das Belchbläserquintett der Bamberger Symphoniker u.a. Werke von Bach, Dvorak, Tschaikowsky und Orff. Wie wir aus den Vorjahren wissen, ein Genuß der Extraklasse. Und wer eine halbe Stunde vorher kommt, der kann auch noch Wissenswertes aus berufenem Munde zu der Historie von St. Johannes in Frensdorf erfahren.   Wo: Katholische Pfarrkirche St. Johannes, Frensdorf Wann: 29. Mai 2014, 19.30 Uhr (Kunsthistorische Einführung ab 19.00 Uhr) Karten: An der Abendkasse (Vorbestellung unter 0170 - 5846520 möglich)


22.05.2014

Junge Stars von morgen, heute schon gehört

Wer das Besondere sucht und morgen abend auch noch Zeit hat, für den haben wir hier noch einen Tipp.   12.00 Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE MicrosoftInternetExplorer4 /* Style Definitions */ table.MsoNormalTable {mso-style-name:"Normale Tabelle"; mso-tstyle-rowband-size:0; mso-tstyle-colband-size:0; mso-style-noshow:yes; mso-style-priority:99; mso-style-qformat:yes; mso-style-parent:""; mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; mso-para-margin:0cm; mso-para-margin-bottom:.0001pt; ...


22.05.2014

Männerchor und Symphonieorchester

12.00 1024x768 Unter dem Motto "Männerchor meets Symphonieorchester" startet der  Fränkische Sängerbund am  1. Juni ein bisher einmaliges, interessantes Chorprojekt. Eingeladen hierzu sind Männer jeglichen Alters mit leistungsstarken, möglichst chorerfahrenen Stimmen, die sich gerne chormusikalischen Herausforderungen stellen und markante Werke der Männerchorliteratur kennenlernen wollen. Die Idee ist einfach und bestechend: Ausgewählte Chorwerke  wie Anton Bruckners "Trösterin Musik", Edvard Griegs "Landerkennung op. 31" oder die "Altrhapsodie op. 53" für Chor, Solisten und Orchester von Johannes Brahms werden in Projektphasen aufführungsreif erarbeitet und dann in qualitätsvollen Konzerten aufgeführt. Eines der weiterführenden Ziele ist es, a...


13.05.2014

„Streich auf Streich“ – 150 Jahre Max und Moritz

Seit 150 Jahren erobern Max und Moritz die Welt und haben ihren Erfinder Wilhelm Busch zu einem Mitbegründer der modernen Comics gemacht. Im Rahmen des 16. Internationalen Comic-Salons Erlangen zeigt das Stadtmuseum Erlangen deshalb eine Ausstellung, die – von Busch ausgehend – die deutsche Comic-Geschichte bis in unsere Gegenwart an vielen Originalzeichnungen, Faksimiles und Erstdrucken dokumentiert und reflektiert. Urheber und Leihgeber der Jubiläumsausstellung ist das Museum Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur & Zeichenkunst in Hannover.   Die Gesamtschau bietet ausgehend von Wilhelm Buschs Bildergeschichten einen Rundgang durch eineinhalb Jahrhunderte der deutschen Comic-Geschichte. Unter den 266 Originalzeichnungen und über 60 Erstdrucken sind alle großen Comic-Reihen ver...


24.04.2014

Shakespeare und kein Ende

Seit bald anderthalb Dekaden erscheint im ars vivendi Verlag im mittelfränkischen Cadolzburg eine auf neununddreißig Bände angelegte Shakespeare-Gesamtausgabe. Das Besondere daran: Für die Übersetzung zeichnet ein einziger Mann verantwortlich – der 1947 in Freiburg geborene und auf dem Land im Badischen lebende Frank Günther, der als ehemaliger Regieassistent in Wiesbaden, Bochum und London sowie durch seine Kontakte zum britischen off-off-Theater im Dunstkreis von Peter Brook reiche Bühnenerfahrung hat sammeln können. In Mainz und in Bochum hat er Germanistik, Anglistik (unter anderem bei Ulrich Suerbaum) und Theaterwissenschaft studiert.   Günther legt mit seiner Übertragung die mittlerweile im deutschen Sprachraum meistgespielte Textvorlage vor. Groß ist die Runde derer, die Shakespeare ins Deutsche gebr...


22.04.2014

Shakespeare und kein Ende

Große Literatur, solche von Weltrang, wird fortgeschrieben, über Generationen und über ganze Kontinente hinweg. Von keinem literarischen Korpus gilt das wohl mehr als von den über drei Dutzend Dramen, den epischen Ver(s)dichtungen und den einhundertvierundfünfzig Sonetten, welche der am 26. April vor 450 Jahren in Stratford-upon-Avon getaufte, also vermutlich am 23. April 1564 geborene Sohn eines Handschuhmachers hinterlassen hat, über den Goethe schon im Sommer 1813 in einem Beitrag zum „Morgenblatt für gebildete Stände“ stöhnte: „Shakespeare und kein Ende!“   Beispiele für diese Anrufungen und Beschwörungen, für das, wie Lyrikerinnen und Dichter – auch heute noch – Zwiesprache mit dem Schwan vom Avon halten, finden sich in der von Tobias Döring edierten und mit ein...


08.04.2014

PFINGSTFESTIVAL LÄDT ZU EINEM FRÜHLING IN WIEN

Die Welt scheint vergessen, wenn das Licht sanft durch die hohen Fenster der barocken Orangerie von Schloss Seehof strömt und die ersten Töne erklingen. In der unweit von Bamberg gelegenen Gemeinde Memmelsdorf hat sich der „Frühling in Schloss Seehof“ längst als feste Größe im Kulturkalender etabliert.   Seit Jahren kommen Musikfreunde zu diesem von Glamour und Schickimicki erfrischend freien Festival, um Musik pur zu erleben und mit Ohren und Augen, mit gleichsam allen Sinnen, zu genießen. Ein Blickfang bei dieser sechsteiligen Konzertreihe in traumhaft schönem Ambiente ist die Orangerie, die einst von Balthasar Neumann erdacht und 1729 von Heinrich Dientzenhofer erbaut worden war. Für die Konzerte konnten Mitglieder der Bamberger Symphoniker-Bayerische Staatsphilharmonie und das Bamberger Streichquartett gewo...


08.04.2014

Klassik in historischen Mauern

Bereits seit 10 Jahren gehört das international bekannte Streichorchester I Sedici fest zur Bamberger Kulturlandschaft. Unter Führung des Star-Dirigenten Maestro Luigi Sagestrano gelang es dem Orchester bislang immer, die durchaus verwöhnte oberfränkische Klientel zu Begeisterungsstürmen hinzureißen.   Da sich der Maestro aus Altersgründen vom Dirigentenpult zurück zieht, machte das Ensemble aus der Not eine Tugend und besann sich auf alte Traditionen. Denn bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts war es durchaus üblich, dass das gesamte Orchester von seinem Konzertmeister geleitet wurde. Erst später übernahmen Dirigenten die Führung.   Und genau so wird es nun vom Orchester I Sedici praktiziert. Dem polnischen Konzertmeister und Geiger Wawrzyniec Peiker obliegt es nun, das 16-köpfige Orchester, welche...


08.04.2014

MOZART – TRAZOM: MUSIK IM SPIEGEL BEIM MOZARTFEST WÜRZBURG

Das von Hermann Zilcher, dem Direktor des Konservatoriums, 1922 erstmals in der Residenz veranstaltete Mozartfest Würzburg ist das älteste Mozartfestival Deutschlands. Die Ausgabe vom 23. Mai bis zum 29. Juni ist die erste unter der Leitung der neuen Intendantin Evelyn Meining. Mit Meining hat man eine der profiliertesten Kulturmanagerinnen auf dem Gebiet der klassischen Musikfestivals gewinnen können. Die aus Rostock stammende Meining, Jahrgang 1966, hat an der Dresdner Carl-Maria-von-Weber-Musikhochschule Gesang studiert. Daran schloss sie ein Kulturmanagementstudium an der Hamburger Musikhochschule an. Ihre Laufbahn begann Meining vor zwei Dekaden als Orchester- und Konzertmanagerin am Staatstheater Darmstadt, wo sie die Kammermusikreihe betreute. 1999 ging sie als Programmchefin und Prokuristin zum Rheingau Musik Festival, etablierte dort thematische Leitf&...


08.04.2014

Von der Liebe bei Shakespeare und bei Webber & Rice

Andrew Lloyd Webber und Tim Rice sind so etwas wie das Traumpaar des Musicals. Für den erfolgreichsten Komponisten der Gegenwart schrieb Rice etliche Texte, darunter das Libretto zu „Evita“ und, ein frühes Beispiel dieser beispiellosen Zusammenarbeit, das zu der, wie sie sie nannten, Rockoper „Jesus Christ Superstar“ (1970). Dieser erste gemeinsame Welterfolg aus der Feder von Webber & Rice ist Mitte Mai im Rosenthal-Theater Selb zu erleben.   Für die Inszenierung des auch in der Verfilmung durch Norman Jewison aus dem Jahre 1973 längst zum Klassiker gewordenen Musicals, das die letzten sieben Tage im Leben Jesu zum Thema hat, zeichnet Roland Hüve verantwortlich. Die Produktion kommt nach Selb als Gastspiel des Theaters Hof. Die Titelrolle wird Christian Venzke geben, der sowohl als Musical-Darsteller als auch als T&...


08.04.2014

bachwochen und bachfest

Maurice Steger, Amarcord, Daniel Hope, Martin Stadtfeld, Pieter Wispelwey, Helmuth Rilling – das sind allesamt große, ja eminent wichtige Namen, wenn es um die Pflege von Johann Sebastian Bachs Schaffen geht. Neben etlichen anderen Musikern und Ensembles von ähnlichem Format sind sie bei den Thüringer Bachwochen vom 11. April bis zum 4. Mai zu hören, die dieses Jahr unter dem Motto „300 Jahre Vater & Sohn. Johann Sebastian & Carl Philip Emanuel Bach“ stehen.   Mit rund siebzig Konzerten sind die Thüringer Bachwochen das größte Musikfestival des Bundeslandes und machen einem überregionalen Publikum bewusst, wie eng der Name Bach mit Thüringen verbunden ist. Selbstverständlich kommen auch Werke von Komponisten außerhalb der Bach-Familie zur Aufführung. Der phänomenale Schweizer ...


08.04.2014

marimba festiva wettbewerb und kongress in bamberg

In ihrer modernen Gestalt ist die Marimba erst ein gutes Jahrhundert alt. Sie entstand um 1910 nach dem Vorbild lateinamerikanischer Instrumente (in Guatemala ist sie Nationalgut) in den Vereinigten Staaten. Aufgrund der Tonerzeugung durch Anschlag mit den Schlägeln auf die Klangplatten gehört die Marimba zu den Schlaginstrumenten. Auf ihr können in einem Umfang zwischen vier und fünfeinhalb Oktaven sowohl Melodien als auch Harmonien gespielt werden. Längst hat sich eine vielfältige Originalliteratur entwickelt, für die neben anderen Komponisten wie der Minimalist Steve Reich, Charles Wuorinen, Bruno Mantovani (der bereits für die Bamberger Symphoniker geschrieben hat), Tilo Medek und Hans Werner Henze verantwortlich zeichnen. Ursprünglich aber bestand das Repertoire ausschließlich aus Transkriptionen und Bearbeitungen, beisp...


08.04.2014

musik in fränkischen kirchen

Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr hat sich das Kulturforum Bamberg Land e. V. auch für 2014 dazu entschieden, die diesjährigen Konzerte im zeitlichen Kontext zu Ostern und Pfingsten stattfinden zu lassen. Und auch in diesem Jahr ist es die Mischung aus Besinnlichkeit und jubelnder Freude, die den besonderen Reiz dieser kleinen aber feinen Konzertreihe ausmacht. Und für die herausragende Qualität bürgen Namen wie Pater Anselm Grün, Laetitia Cropp, das Bamberger Streichquartett und die Blechbläser der Bamberger Symphoniker.   Zu Beginn der Karwoche, am Palmsonntag (13. April 2014), lädt das Kulturforum zu einem Passionskonzert in die Pfarrkirche St. Vitus in Hirschaid ein. Das Bamberger Streichquartett spielt „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“ op. 51 Nr. 1-7 von Joseph Haydn. Sozusagen...


08.04.2014

feierlich, misterioso: dem lieben gott

Der Karfreitag ist, zumal in der evangelischen Kirche, mit der Matthäus-Passion verbunden, und mit dieser wiederum der Name Bach. Zumeist wird sie heute in der Version Johann Sebastians aufgeführt, doch hat  auch dessen Sohn Carl Philip Emanuel die Leidensgeschichte Jesu Christi vertont. Carl Philip Emanuel Bachs Jubiläumsjahr – er ist am 8. März 1714 in Weimar geboren – nimmt das Osterfestival Bayreuth zum Anlass, beim Auftakt am 18. April in der Christuskirche von 17 Uhr an dessen Matthäus-Passion zu geben. In den Chorälen noch vom Vater geprägt („In der Composition und im Clavierspielen habe ich nie einen anderen Lehrmeister gehabt als meinen Vater“, so Carl Philip Emanuel), geht der Sohn vor allem in den Arien neue, in die Zukunft weisende Wege.   Solisten sind die Münchnerin Monika Lichtenegger (...


08.04.2014

wo bleibt die kunst, oder: der kunst eine villa

Nach einer aufwändigen Umbauphase, die seit September 2011, als schweres Baugerät anrückte, andauerte, zeigt sich die denkmalgeschützte Villa in der Nürnberger Blumenstraße 17 in neuem Gewand. Auf 600 Quadratmetern werden dort künftig Ausstellungen zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts gezeigt, wobei das Dachgeschoss Sonderausstellungen vorbehalten bleiben soll. Zum Eröffnungswochenende am 24. und 25. Mai präsentiert das historische Schmuckstück eine Auswahl an Werken aus der umfangreichen Sammlung, die mit dem Fin de Siècle einsetzt und bis in die Moderne reicht. Als ganz aktuelle Ergänzungen dazu werden sich künstlerische Interventionen von Studierenden der Nürnberger Akademie der Bildenden Künste einmischen, die das Sammlungsprofil und die Geschichte des Hauses zum Thema haben und einen neuen Bl...


08.04.2014

Der Komponist Adolph von Henselt

Adolph von Henselt? Wer den am 9. Mai 1814 im mittelfränkischen Schwabach geborenen Komponisten und Klaviervirtuosen nicht kennt, hat im Jubeljahr reichlich Gelegenheit, sich mit Henselt und seinem Schaffen vertraut zu machen. Vom 8. bis zum 11. Mai findet in seiner Geburtstadt  ein Henselt-Festival statt. Schülerinnen und Schüler der Adolph-von-Henselt Musikschule Schwabach werden zum Auftakt Werke des Komponisten sowie von romantischen Zeitgenossen aufführen. Der für das bewusste Ignorieren von Stilgrenzen bekannte Jazz-Pianist und Komponist Peter Fulda – gebürtiger Schwabacher des Jahrgangs 1958 – wird am 9. Mai gemeinsam mit Musikern des Labels MetropolMusik im Stadtmuseum Brücken schlagen zwischen Henselt und der Musik von heute.   Am 10. Mai steht ein Konzertabend an, den Schwabacher Chöre eröffnen. De...


24.03.2014

Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk verlängert

Am ersten Mai steht beim Bayerischen Rundfunk eine wichtige personelle Veränderung an. Martin Wagner wird dann Hörfunkdirektor des Münchner ARD-Senders und löst den scheidenden Johannes Grotzky ab. Eine Konstante aber wird bleiben: Wie in der vergangenen Woche bekannt wurde, werden der Bayerische Rundfunk und die Bamberger Symphoniker auch in Zukunft Kooperationspartner bei Rundfunk- und CD-Aufnahmen bleiben.   Der Vertrag, den Marcus Rudolf Axt, der Intendant der Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie, und Grotzky unterzeichneten, sieht vor, dass der Bayerische Rundfunk wie bislang je Saison sechs Konzerte der Bamberger Symphoniker in der Konzerthalle Bamberg aufzeichnet und im Hörfunkprogramm BR Klassik sendet. Darüber hinaus vereinbarten beide Seiten ein Volumen von fünfundzwanzig Tagen bis vier Wochen pro Sp...


27.02.2014

MOZART BEGEGNET IM KEILBERTH-SAAL E. T. A. HOFFMANN

Es mutet ein wenig seltsam an, aber tatsächlich ist es so, dass die Bamberger Symphoniker in ihrer bald sieben Dekaden währenden Geschichte nie noch E. T. A. Hoffmanns Misere aufgeführt haben. Jedenfalls nicht vor dem vergangenen Wochenende, als sie dies unter Rolf Beck gemeinsam mit dem hauseigenen Chor und einem fünfköpfigen Solistenensemble im so gut wie ausverkauften Joseph-Keilberth-Saal der Bamberger Konzerthalle nachholten. Mit beiden Aufführungen erinnerten die Symphoniker im Übrigen an Witold Rowicki, dessen hundertster Geburtstag am 26. Februar angestanden hätte. Von 1983 an war der sechs Jahre später in Warschau verstorbene Dirigent „Künstlerischer Berater“ der Bamberger Symphoniker und bestimmte maßgeblich die Geschicke des Orchesters, bis man 1985 in Horst Stein einen neuen Chefdirigenten gefunde...


17.02.2014

KONZERT ZUR KAISERKRÖNUNG HEINRICHS II. 1014

Die Kaiserkrönung Heinrichs II. und Kunigundes durch Papst Benedikt VIII. in St. Peter zu Rom anno 1014 nahm die Capella Antiqua Bambergensis zum Anlass für ein Konzert, das den Abschluss eines vom Erzbistum Bamberg veranstalteten Kolloquiums bildete, bei dem namhafte Referenten die Krönung, das Kaisertum, die Repräsentation und die spätere Verehrung von Heinrich II. und Kunigunde, den Bamberger Bistumspatronen, unter verschiedenen Blickwinkeln unter die Lupe genommen hatten. Die Capella Antiqua (verstärkt um die Katalanin Arianna Savall, Harfe, Lyra, Gesang sowie um den Norweger Petter Udland Johansen, Gesang, Hardingfele, Cister) stellte „1000 Jahre Kaiserkrönung in Musik und Geschichten“ vor, wobei für die Geschichten Bernd Schneidmüller verantwortlich zeichnete.   Schneidmüller, vor just sechs Dekaden in...


13.02.2014

EINWARMES INSTRUMENT MIT UNGLAUBLICHEM TIEFGANG

Wieder und wieder gelingt es dem Musikverein Bamberg, großartige Solisten an die Regnitz zu holen. Und erfreulich oft sind diese noch erstaunlich jung: Am kommenden Montag wird Harriet Krijgh, Jahrgang 1991, gemeinsam mit Sophiko Simsive am Flügel im Joseph-Keilberth-Saal der Konzerthalle gastieren. Auf dem Programm stehen Cellosonaten von Strauss, von Debussy und Brahms sowie die Polonaise brillante C-Dur von Frédéric Chopin. Mit ihren zweiundzwanzig Lenzen zählt die Niederländerin fraglos zu den derzeit aufregendsten jungen Cellistinnen. Es ist ihr kantables und hochexpressives Spiel, welches ihre Zuhörer in Verzückung geraten lässt. Für Krijgh ist das Cello, das sie seit ihrem fünften Lebensjahr begleitet, ein „warmes Instrument mit unglaublichem Tiefgang, das nahe an der menschlichen Stimme liegt“. ...


10.02.2014

WALLY MÜCK, CHARLIE RIVEL, PAUL MAAR

Er hat mit Henri-Cartier Bresson, mit Robert Capa und –1989 in Coburg – gemeinsam mit Gunter Sachs ausgestellt, er hat Größen wie Louis Armstrong, Charlie Rivel und die Beatles photographiert sowie naturgemäß etliche Bamberger Originale, zu denen er selbst (wie auch, selbstverständlich, zu den Großen) zählt: Werner Kohn. Ihm und seinem sich über sechs Dekaden hinweg erstreckenden Œuvre gilt nun eine Ausstellung, zu deren Besuch dringend geraten sei. Möglich ist dies bei freiem Eintritt noch bis zum 28. März im in der Unteren Sandstraße zu Bamberg gelegenen Stadtarchiv.   Die „Blickpunkte“ erlauben es, sich mit sechs Dekaden Photographie des gebürtigen Bambergers (Werner Kohn ist Jahrgang 1940) auseinanderzusetzen. Sechzig Aufnahmen aus sechzig Jahren sind hier versammelt, die ...


23.01.2014

WERNER ASSENMACHER IM KUNSTHAUS REHAU

 TAO² hat Werner Assenmacher seine Ausstellung doppeldeutig genannt, die noch bis zum 23. Februar im von Stefan Gomringer kuratierten Kunsthaus Rehau zu sehen ist. Assenmacher, Jahrgang 1947, ist aus dem nordhessischen Bad Hersfeld gebürtig. In Würzburg hat er Germanistik und Theologie studiert und ist seit 1990 freischaffender Künstler. Er lebt in Bamberg, wo seine Frau die Galerie Kunst im Gang unterhält.   Assenmacher versteht seine Arbeit als künstlerische Grundlagenforschung auf den Gebieten Kunst als Denkform, Kunst als Kommunikationsform und Kunst als Prozess ohne Abschluss.  Assenmachers künstlerisch-malerisches Mittel ist die farbige Schnur. Dass Assenmacher auch ein fundierter Denker ist, geht aus seinen eigenen Worten hervor, in welchen er auch auf die eigens für die Räume in Rehau geschaffene Insta...


20.01.2014

CLAUDIO ABBADO (1933 bis 2014)

 Er war einer der ganz Großen, er wird – zweifelsohne – bleiben. Die Nachricht, dass Claudio Abbado nun im Alter von achtzig Jahren in Bologna gestorben sei, stimmt traurig. Ich hatte das unverschämte Glück, Abbado einmal in Luzern erleben zu dürfen, mit einem Orchester und auf einem Festival, denen beiden er längst seinen prägenden Stempel aufgedrückt hatte. Im August 2007 war das. Schon die Generalprobe geriet zu einem Ereignis (die Karte verdankte ich dem Pauker Raymond Curfs), und dann erst die erste von zwei Konzertaufführungen, für die ich eine der beiden zurückgegebenen Karten ergattern konnte, obgleich mir Abaddos Manager zuvor wenig Hoffnung darauf gemacht hatte.   Im Orchester saßen damals, unter anderen, Sabine Mayer (Solo-Klarinette), der Bamberger Kai Frömbgen (Solo-Oboe); Hanne...


15.01.2014

Von der Ruhr an die Regnitz

 Die Leiterin des Bochumer prinz-regent-Theaters, Sibylle Broll-Pape, geht von der Spielzeit 2015/2016 an nach Bamberg. Sie wird Intendantin des E.T.A.-Hoffmann-Theaters und löst Rainer Lewandowski ab, der aus Altersgründen ausscheidet.     Nicht wenige dürften sich über die seit Mitte Dezember bekannte Nachricht, dass die Ära (sofern das Wort hier überhaupt trifft) Lewandowski am Bamberger E.T.A.-Hoffmann-Theater im Spätsommer 2015 ein Ende haben wird, gefreut und sie als vorzeitiges Weihnachtsgeschenk wahrgenommen haben. Der gebürtige Hannoveraner wird aus Altersgründen nach dann über einem Vierteljahrhundert in der Rolle des Intendanten das am Schillerplatz gelegene Haus verlassen.   Sibylle Broll-Pape ist es, die eine eigens eingerichtete Findungskommission sowie die Sprecher des Kultursenats und d...


09.01.2014

11. BAMBERGER KLEZMERTAGE

 Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Auch wenn sie zusammenfallen und uns die Qual der Wahl wiederfährt. Denn Der Abschluss in Fürth findet zeitgleich mit den Bamberger Klezmertagen statt, die auch für 2014 wieder ein viel versprechendes Programm zusammengestellt haben. Und auch hier ist weit über die Musik hinaus gedacht und geplant worden. Etwas familiärer kommt das auf reine Privatinitiative von Albert Herrnleben geborene und durchgeführte Festival daher. Und so hat auch die Bamberger Variante der Klezmertage sein eigenes Konzept und seinen eigenen Charme. Diese erreichten ihren Höhepunkt  in 2013 zum 10ten Jubiläum der Bamberger Klezmertage mit der Aufnahme der großen Live-Session der Klezmertage, die als Live-CD mit dem Titel 10 YORN FREYLEKHE LIDELE mit den German Klezmer All-Stars: Andrea Pancur,...


08.01.2014

Russen gehen, Spanier kommen

Dass sich im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia ungemein produktiv arbeiten lässt, beweisen Jahr um Jahr dessen Stipendiaten. Noch bis März sind zwölf Künstler aus den Sparten Literatur, Musik und Bildende Kunst im barocken Baudenkmal am Regnitzufer beziehungsweise im am Fuße des Kaulbergs gelegenen Neuen Ebracher Hof zu Gast, darunter Nikita Alexeev. Kaum dass der vor fünf Dutzend Jahren in Moskau, wohin er auch während seines Stipendiums immer wieder pilgert, geborene Alexeev in seine Stipendiatenwohnung eingezogen war, packte ihn an diesem ungestört-stillen Rückzugsort der kreative Furor derart, dass er innerhalb weniger Wochen einige Zeichnungen schuf und diese dann in den Gassen der Domstadt aufhängte. Der Clou: Zusätzlich zu seiner Unterschrift trugen die Originale auch seine Emailanschrift. Das sorg...


08.01.2014

Was macht eigentlich ein Intendant?

So lange ist er noch gar nicht im Geschäft, zumindest nicht als Intendant. Und doch ist Marcus Axt – seit August vergangenen Jahres Intendant der Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie – bereits bestens vertraut mit der Stadt, mit den Politikern, den Verantwortlichen, dem Spitzenorchester, dessen Findungskommission ihn aus einer Handvoll von Bewerbern, die in die engere Auswahl gekommen waren, in seine jetzige Position berief. Das rührt daher, dass Axt schon von 2005 an als Orchestermanager des oberfränkischen Hochglanzklangkörpers gearbeitet hatte, ehe er drei Jahre später als Leiter der Konzertplanung zu den Berliner Philharmonikern geholt wurde.   Die Rückkehr von der Spree und der Havel an die Regnitz – Axt ging also den umgekehrten Weg wie beispielsweise die ehemaligen Bamberger Symphoniker Albre...


08.01.2014

Räume - Innen/Aussen

Räume - Innen /Außen, so das Leitmotiv der Ausstellung des Kunstvereins Bamberg, die ab 22. März im Foyer des E.T.A.-Hoffmann-Theaters zu sehen sein wird. Für Kunstkenner in Bamberg klingt der Titel fast ein wenig ironisch. Denn seit Monaten ringt der Kunstverein zusammen mit dem Berufsverband Bildender Künstler und dem Architektur Treff Bamberg um einen „Kunstraum“, der jetzt und damit endlich mit entsprechender Planbarkeit und Verlässlichkeit für Ausstellungen zur Verfügung stehen sollte. Pustekuchen. „Back to Business“ wird der Traditionsverein geschickt. Er darf nun wieder lediglich im Foyer des E.T.A.-Hoffmann-Theaters hängen. Und als wäre das nicht genug, liest sich die Beschreibung zu Hilde Bauers Œuvre wie eine kleine schelmische Analogie zum aktuellen Bamberger Kunstgeschehen. &nbs...


08.01.2014

Große Oper, Großes Kino, Großes Popcorn

Zu den berühmtesten Opernhäusern überhaupt zählt die New Yorker Metropolitan Opera, kurz und liebevoll Met genannt. Dem im Oktober 1883 eröffneten Haus war sofortiger Erfolg beschieden. Bedeutende Dirigenten, die in den frühen Jahren dort wirkten, waren unter anderen Gustav Mahler, Arturo Toscanini und Bruno Walter. Seit 1976 ist James Levine Generalmusikdirektor der Met. Zu den herausragenden Sängerinnen und Sängern, die in dem wichtigsten Opernhaus der USA zu hören waren, zählen Enrico Caruso, Leo Slezak, Maria Callas und – noch heute – Plácido Domingo, Anna Netrebko und Jonas Kaufmann.   Dem Engagement des CineStar im Bamberger Atrium ist es zu verdanken, dass Musikfreunde seit der Spielzeit 2010/2011 nicht an den Hudson River reisen müssen, um Vorstellungen der Metropolitan Opera beizuwohnen....


08.01.2014

Im Reich der Königinnen

Das Klischee will es so: Die Orgel gehört in den Sakralraum und widmet sich deshalb der Kirchenmusik. Die Folge ist, dass Kirchenferne häufig auch Orgelferne bedingt, denn wer nicht durch kirchliche Bindungen mit ihr aufwächst, dem kann sie kaum vertraut werden. Freilich ist sie zuvörderst musikalische Messdienerin, aber sie gibt sich bisweilen auch sehr emanzipiert, ja sogar bewusst profan. Damit knüpft sie an ihre Ursprünge an, denn die lagen in der Antike eher bei der Ausschmückung von Festen oder Wettkämpfen.   In Bamberg kommen längst alle Melomanen, ob Kirchgänger oder nicht, in den Genuss anspruchsvoller Orgelkonzerte, die neben dem angestammten Repertoire auch rein weltliche Werke oder symphonische Transskriptionen anbieten, von den stets mit Spannung erwarteten Improvisationen ganz zu schweigen. Die Instrumente...


08.01.2014

Die verbindende Kraft des Singens

Mancher Fußballverein wäre glücklich, wenn er so viele aktive Mitglieder hätte: Über 400 Sängerinnen und Sänger engagieren sich in den Chören am Bamberger Dom. Zugegeben, viele von ihnen sind noch dabei, ihre Stimme zu finden und das Singen von der Pieke auf zu lernen. Doch immerhin sind circa 180 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene regelmäßig in der Kathedrale zu hören, wenn auch in unterschiedlichen Gruppierungen. Reine Männersache bis 1995 Gesungen wurde im Dom wohl vom ersten Tag an. Auch wenn die Existenz eines Chores erst seit dem Jahr 1192 belegt ist, darf man davon ausgehen, dass bereits bei der Weihe des ersten Doms, am 6. Mai 1012, eine ausgebildete Sängerschar den Gottesdienst begleitete. Es war die Aufgabe der „Chorherren“, täglich bei den Stundengebeten und Messen zu s...


08.01.2014

Kammermusik auf höchstem Niveau

Diese Auszeichnung war wirklich verdient: Im November 2012 ist dem Musikverein Bamberg der mit 6000 Euro dotierte E.T.A-Hoffmann-Preis der Stadt Bamberg zuerkannt worden. Die Anfänge des Vereins reichen bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück. Um 1820 herum hatten sich Bürger zusammengetan, um das wenige Jahre zuvor noch von E.T.A. Hoffmann geleitete Theaterorchester zu unterstützen. Anno 1872 wurde schließlich der „Musikalische Verein vorzugsweise zur Pflege klassischer Musik“ ins Leben gerufen.   Im lange schon abgerissenen Zentralsaal an der Promenade fanden die frühen Konzerte statt. Bis zur Gründung der Bamberger Symphoniker 1946 waren es vor allem Orchester, die der Verein an die Regnitz locken konnte.. Die Münchner Philharmoniker waren zu Gast, auch die Wiener Symphoniker und – gleich zweimal, unter Wi...


02.01.2014

Gunter Sachs

Ihn allein als einen Bonvivant, als einen Playboy zu bezeichnen, wird dem Mann, um den und um dessen Lebenswerk es hier geht, keinesfalls gerecht. Vor allem war Gunter Sachs – das ist jetzt und noch bis Ende März in der Kunsthalle Schweinfurt aufs Schönste zu erleben – ein begnadeter Kunstsammler. Die Sammlung Gunter Sachs sucht ihresgleichen, und in der Stadt, der der Sammler und seine Familie lange verbunden waren und es eben noch immer sind, wird sie ganz großartig inszeniert. Somit ist die Präsentation im ehemaligen Ernst-Sachs-Bad, das im dunklen Jahr 1933 mäzenatisch an die Bürger der Stadt ging, auch eine Hommage der Familie Sachs an die Wurzeln ihres gesellschaftlichen Engagements.   Wer die ähnliche Ausstellung 2012 in der Münchener Villa Stuck gesehen hat, dem sei gleich gesagt, dass er sich auch Schweinfur...


23.09.2013

„Schnittpunkt. Kreuzigungen im 20. Jahrhundert“

Seit Jahrhunderten gehört die Kreuzigung zu den zentralen Motiven der christlichen Kunst. Zum 10-jährigen Jubiläum des Museums am Dom in Würzburg findet vom 12. Oktober 2013 bis zum 19. Januar 2014 daher eine Ausstellung zu diesem Bildthema statt.   In den Arbeiten wird das Motiv der Kreuzigung unterschiedlich beleuchtet. So taucht es mal als Reaktion auf Krieg und Leid, mal als kosmisches Zeichen auf. Auch werden künstlerische Einzelpositionen, wie die von Joseph Beuys gezeigt. Die Ausstellung spiegelt den Reichtum künstlerischer Positionen und Entwicklungen im 20. Jahrhundert wider.      Information:   Di-So 10 bis 17 Uhr www.museum-am-dom.de  


23.09.2013

Till Fellner & Co.

In der vergangenen Spielzeit war die Bratschistin Tabea Zimmermann immer wieder mit den Bamberger Symphonikern zu erleben, 2013/2014 wird der Pianist Till Fellner als artist in residence an der Regnitz weilen.     Und Gustavo Dudamel, der 2004 den ersten Mahler- Dirigenten-Wettbewerb gewann, kehrt für zwei Konzert dorthin zurück wo seine internationale Karriere begann: in den Joseph-Keilberth-Saal.   Unter ihrem Chefdirigenten Jonathan Nott, der seinen Vertrag inzwischen bis 2016 verlängert hat, hat sich das das Renommee der Bamberger Symphoniker noch mehr gesteigert. In der internationalen Fachpresse wird die Bayerische Staatsphilharmonie immer wieder als Weltklasseorchester gefeiert. Zuletzt hat die konzertante Aufführung von Richard Wagners „Ring“-Tetralogie beim Lucerne Festival für Furore ge...


20.09.2013

24.Weihnachtstöpfermarkt Schloss Thurnau

Vom 06. bis 08. Dezember 2013 findet der jährliche Weihnachtstöpfermarkt in Schloss Thurnau statt.   In einer der bedeutendsten Schlossanlage Frankens stellen am zweiten Adventswochenende 50 Kunsthandwerker aus ganz Deutschland ihre Erzeugnisse aus. Von hochwertiger Gebrauchskeramik bis hin zum wertvollen Unikat bietet der Keramikspezialmarkt an diesen Tagen eine große kunsthandwerkliche Vielfalt an.       Information:   www.weihnachtstöpfermarkt-thurnau.com 


20.09.2013

Weihnachtskonzert der VR-Bank Bamberg

Unter der Leitung von Ingrid Kasper und Wolfgang Reh wird am 08. Dezember 2013 um 17 Uhr bereits zum 30. Mal das traditionelle Weihnachtskonzert der VR-Bank Bamberg in der St. Stephan Kirche in Bamberg stattfinden.   Das außergewöhnliche Programm des Jubiläumskonzertes wird von dem musica-viva-chor bamberg, dem Kreisjugendchor und den südamerikanischen Musikern, Astor Piazolla und Fernando Moruja, bereichert, die zusammen die argentinische Messe „Misa Criolla“ von Ariel Ramirez musizieren. Weihnachtliche Chormusik und Instrumental Musik aus Südamerika runden die festliche Veranstaltung ab.   Als Solisten treten die beiden Tenöre Milen Bozhov und Andreas Engel auf.   


20.09.2013

Die Veranstaltungen der Villa Concordia

Das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia öffnet auch von Oktober bis Dezember 2013 die Türen und gewährt Einblick in das künstlerische Schaffen.   Noch bis einschließlich 20. Oktober 2013 ist die Ausstellung Karl Schleinkofers unter dem Titel „Einfach nur Zeichnen“ in der Villa Concordia zu sehen. Am 02. Oktober tönt aus der Kirche St. Stephan in Bamberg ab 19 Uhr zeitgenössische russische Akkordeonmusik von Roman Yusipey, der die Werke der Komponisten Gubaidulina, Newski, Kourliadski, Khismatov, Rannev, Filonenko musiziert.   Zusammen mit der Sommeroper Bamberg veranstaltet das Künstlerhaus am 11. Oktober um 19 Uhr ein Kammerkonzert in der Villa Concordia. Literarisch wird es dann am 25. November, wenn Denis Scheck zusammen mit Matthias Göritz im Lichtspielkino ab 20 Uhr über sein Buch &...


20.09.2013

Belcanto im Thüringer Wald

Es gibt diese berühmte Anekdote über den Dirigenten Arturo Toscanini, der sich Wagner „Tristan und Isolde“ ansieht und nach etwa einer Stunde zu seinem Sitznachbarn sagt: „Wäre das eine italienische Oper, hätten sie sich schon längst geliebt, getrennt, wieder geliebt und Kinder bekommen. Aber die diskutieren immer noch. “ Damit brachte er das Verhältnis zwischen deutscher und italienischer Oper eindeutig auf den Punkt.   Heute zitiert ihn sein Berufskollege Leo McFall, der Anfang Juli seine Stelle als 1. Kapellmeister und stellvertretender Generalmusikdirektor am südthüringischen Staatstheater Meiningen angetreten hat. Er dirigierte zum Ende der letzten und nun auch in der neuen Spielzeit Vincenzo Bellinis Oper „I Puritani“, eine wahrlich äußerst italienische Oper. Obwohl die Handlun...


20.09.2013

„A Soulful Celebration“

Der tanzSpeicher in Würzburg. Ein schöner Name für ein Theater, das dem zeitgenössischen Tanz ein Zuhause bietet und der Stadt laut Berliner Zeitung den Titel als „bayerische Tanzmetropole“ einbringt. Wie schade wäre es, wenn eine so einzigartige Institution einmal nicht mehr Heimat für Tanz und Musik wäre. Doch genau diese ungewisse Zukunft hängt nun wie ein Damoklesschwert in der Luft.   Um die finanziellen Lücken im Hause zu schließen, wird daher am 18. und 19. Oktober 2013 eine Benefizgala in der Augustinerkirche in der Würzburger Innenstadt veranstaltet. Die Wahl des Veranstaltungsortes scheint schon mal viel versprechend zu sein, kann hier auf eine erfolgreiche gemeinsame Zusammenarbeit in der Vergangenheit zurückgeblickt werden.   Tänzer und Performer aus ganz Deutschland reisen...


20.09.2013

Festliches Silvesterkonzert

Die letzten Stunden des Jahres sind auch Zeit zum Innehalten. Ein klassisches Konzert an diesem Abend bedeutet für viele Menschen besinnlichen Rückblick.   Seit vielen Jahren bietet das renommierte Bamberger Streichquartett und prominente Gäste ein „Festliches Silvesterkonzert“ in der prächtigen Barockkirche „Obere Pfarre“ in Bamberg. Unter dem Motto: „Barocker Glanz und klassische Schönheit“ erklingen auch dieses Jahr am 31. Dezember 2013 ab 21 Uhr Meisterwerke  u.a. von Bach, Mozart und Haydn.   Die Kirche ist beheizt. Konzertdauer bis ca. 22.15 Uhr.      Information:    Karten: € 22,00.- (ermäßigt € 17,00.-) bei bvd Kartenservice Tel.: 0951-980 82 20;  E-Mail: info@bvd-ticket.de,  Internet: www.bvd-ticket.de und an der Einlasskasse ...


20.09.2013

Feldmann und Kuszenow

Das zweite Konzert des Musikverein Bamberg e.V. in der Saison 2013/2014, findet am 21. November 2013 im Joseph-Keilberth-Saal der Konzerthalle Bamberg statt. Ab 20 Uhr begeistern Tobias Feldmann an der Violine und Boris Kusnezow am Klavier mit Sonaten von Beethoven, Mozart und Prokofjew.   Zuerst in der Frühförderklasse der Musikhochschule Würzburg, studiert Feldmann seit 2010 an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ in Berlin. Als Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe bildet er zusammen mit dem international auftretenden Pianisten, Boris Kusnezow, ein Duo.   Fortgesetzt wird die Saison dann am 17. Januar 2014 mit Streichquartett und Klavier von „Berlin Counterpoint“.      Information:    www.musikverein.bnv-bamberg.de


20.09.2013

Opernluft trifft Kinoflair

Einmal die Opern der Metropolitan Opera New York erleben, dafür ist es längst nicht mehr nötig einen Flug zu buchen. Denn in Deutschlands Kinos werden die schönsten Aufführungen live in den Kinosaal übertragen. Seit 2010 auch in Bamberg. Die Saison 2013/14 führt in diesem Jahr zehn Opern im Programm, beginnend mit Tschaikowskys „Eugen Onegin“ am 05. Oktober 2013, deren Geschichte im späten 19. Jahrhundert zwischen Bauernhaus und Tanzsaal spielt. Der Dirigent Valery Gergiev übernimmt neben dieser auch in der Oper „Die Nase“, die am 26. Oktober im Cinestar gezeigt wird, die musikalische Leitung. Puccinis „Tosca“ am 09. November erzählt von Liebe, Eifersucht, politischer Intrige und Mord.    Mitte Dezember startet dann Verdis „Falstaff“, das im England des 19. Jahrh...


20.09.2013

Litzendorfer Kerzenlichtkonzerte

Mit Kerzenlicht und Musik aus der Renaissance, dem Barock und der Klassik laden die Litzendorfer Kerzenlichtkonzerte vom 04. bis 06. Oktober 2013 im stimmungsvollen Ambiente der barocken katholischen Pfarrkirche St. Wenzeslaus von Litzendorf nahe Bamberg zu einem höchsten Maß an kulturellen Genuss ein. Am 04. und 05. Oktober treten die Musiker Trio Aureum, Marcos Fregnani und Duo Kirchhof jeweils um 20 Uhr in der Pfarrkirche auf. Am letzten Tag begeistert das Bamberger Streichquartett um 17 Uhr mit Vivaldi und Mozart.     Information:   www.litzendorferkonzerte.de   Karten: bvd Kartenservice unter www.bvd-ticket.de


20.09.2013

Zwischen Klassik und Pop

Bereits zum 15. Mal findet das Festival Kissinger Winterzauber statt. Mit einem Mix aus Klassik und Popularmusik hält das „Festival der vierten Jahreszeit“ vom 19. Dezember 2013 bis 11. Januar 2014 in Bad Kissingen ein buntes Programm für seine Besucher bereit.   So sorgen „Klazz Brothers & Cuba Percussion“ am 21. Dezember für ein Treffen zwischen Klassik und Salsa, wenn es heißt „Cuba meets Classic 2“. Am 08. Januar treten „Spark“ mit ihrem Programm „Folk Tunes“ auf, die traditionelle Lieder und Tänze mit klassischer Musik, Avantgarde, Minimal Music und Art-Pop paaren. Auch der Jazz steht nicht zurück, wenn am 02. Januar das „J. & R. Wasserfuhr Quartett“ und am 09. Januar das „Diknu Schneeberger Trio“ auf der Bühne stehen. Mit Klaus Doldinger...


20.09.2013

250 Jahre Jean Paul

 Anlässlich der 250 Jahr- Feier zu Ehren Jean Pauls Geburtstags vom 21. März 2013 hat die Stadt Bayreuth ein buntes Festprogramm auf die Beine gestellt. Auch im November 2013 stehen noch zahlreiche Veranstaltungen an, die dazu einladen Einblicke in die Vita des Dichters zu nehmen.   Am 08. November laden Claus Frankl und Marcus Leclaire im Historischen Sitzungssaal des Kunstmuseums Bayreuth ab 20 Uhr zu der Lesung „Ich werde auf Händen getragen, die andere küssen“ ein. Dabei werden Szenen aus dem Roman „Siebenkäs“ in Kombination mit Passagen aus Jean Pauls „Selberlebensbeschreibung“ und unter musikalischer Begleitung vorgetragen.    Jean Pauls „Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, dass kein Gott sei“ stellt ein literarisches Meisterwerk zwischen Aufklärung und ...


19.09.2013

Bischberger Schlosskonzerte

Die zauberhafte Welt der Kammermusik ist auch 2013/14 mit vier Konzerten im Festsaal des Unteren Schlosses in Bischberg zu erleben. Im stimmungsvollen Ambiente des SonntagsSalons ertönen bereits in der dritten Saison klassische Klänge von Klavier, Violine, Viola und Violoncello.   Am 20. Oktober 2013 findet „Mein Geburtstagskonzert“ der künstlerischen Leiterin Susanne Strauss statt. Am 01. Dezember geht es dann weiter mit einem festlichen Adventskonzert bei Kerzenschein, bei dem Klavierkonzerte von Mozart und Bach sowie eine weihnachtliche Lesung und Knabensoprane aus dem Bamberger Domchor zum lauschenden Verweilen in der Pfarrkirche St. Markus in Bischberg einladen. Tschaikowskys „Jahreszeiten“ erklingen am 26. Januar 2014 im Wechsel mit Erich Kästners „13 Jahreszeiten“ – vorgetragen von Bischberger Pers&ou...


19.09.2013

Ein Festkonzert für die Familie

Klassik in familiärer Atmosphäre: Unter dem Motto „Sehet das Kindlein“ wartet die Sinfonietta Bamberg am Vierten Advent um 17 Uhr in der Konzerthalle mit einem facettenreichen Weihnachtsprogramm auf und wird dabei wie gewohnt das Publikum und die Jugend jubilieren lassen.   Das Bamberger Weihnachtskonzert stimmt sein Publikum auch in diesem Jahr mit klassischen Meisterwerken stilvoll-familiär auf das bevorstehende Weihnachtsfest ein.   Die Künstlerinnen und Künstler der Sinfonietta Bamberg musizieren ein Konzert für zwei Violinen von Vivaldi sowie erlesene Klänge des Siegfried-Idylls von Richard Wagner. Der neue Bamberger Konzertmeister Bart Vandenbogaerde interpretiert dabei mit dem Violinisten und Dirigenten Harald Strauss-Orlovsky, der die Moderation der Aufführung übrigens erst...


19.09.2013

Anne-Sophie Mutter.

An Musikerinnen und Musikern von Rang fehlt es in der Weltkulturerbestadt nicht. Etliche spielen bei den Bamberger Symphonikern, andere gastieren bei dem Toporchester oder beim Musikverein. Aber eine absolute Weltklassegeigerin wie Anne-Sophie Mutter erleben zu können, ist auch an der Regnitz rar. Ein Gespräch und ein Portrait zu Mutters Konzert im November.   Schon in jungen Jahren hat Anne-Sophie Mutter mit den Bamberger Symphonikern musiziert. Die gerade Dreizehnjährige gab im Sommer 1979 im Odeon des Herodes Atticus zu Athen Wolfgang Amadeus Mozarts wohl wichtigstes Violinkonzert, also das Fünfte, in A-Dur, KV 219. Am Pult stand damals James Loughran, und das Programm in jenem Athener Sommer wurde ergänzt um ein Werk, das der Bayerischen Staatsphilharmonie noch immer wichtig ist, Gustav Mahlers Fünfter Symphonie. Sechs Jahre späte...


01.07.2013

Folk im Park

Es ist wieder Zeit für das Nürnberger Festival Folk Im Park in der Marienbergstrasse. Die Erinnerung an den 05. August 2012 ist immer noch frisch und warm, Other Lives, Ewert & The Two Dragons, Denis Jones und alle anderen haben sich vor der grünen Kulisse des Marienbergparks in aller Gedächtnis gebrannt. Aus einer Mittagspausenidee entstanden, hat sich Folk im Park zu einer kleinen aber feinen Größe in der lokalen, regionalen und überregionalen Festivallandschaft gemausert.   Das Jahr 2013 steht im Zeichen der Neuentdeckungen. Noch mehr als im letzten Jahr setzen die Veranstalter vom Folk im Park e.V., der E-Werk Kulturzentrum GmbH und Mobiles Kino e.V. darauf, dass das Folk im Park-Publikum Lust hat sich auf Neues einzulassen und zukünftige Lieblingsmusik zu entdecken. Wir wünschen uns allen viel Freude daran. Um ein ...


01.07.2013

Götterdämmerung

27.07. bis 29.09.2013 täglich von 10 - 17 Uhr, Richard Wagner Museum im Haus Wahnfried   Wanderausstellung   Er gehört zu den berühmtesten Persönlichkeiten der europäischen Geschichte, seine Schlossbauten wie etwa Neuschwanstein sind auf der ganzen Welt bekannt: König Ludwig II. (1845–1886). Nur dank der Unterstützung Ludwigs II. konnte Wagner seine späten Musikdramen fertig stellen und aufführen.   Veranstalter: Haus der Bayerischen Geschichte


01.07.2013

Liebe ohne Glauben

 Thomas Mann und Richard Wagner   Richard Wagner ist der Künstler, der Thomas Mann am stärksten beeinflusst und beschäftigt hat. Die Einflüsse Wagners haben in Thomas Manns Werk deutliche Spuren hinterlassen und waren auch in Thomas Manns Leben von großer Bedeutung. Der Komponist spielte eine herausragende Rolle für sein Arbeiten und sein Selbstverständnis als Künstler. Der „künstlerische Charakter“ Wagners führte allerdings auch zu Misstrauen und scharfer Kritik, sodass Thomas Mann nicht an Wagner ‚glauben‘ konnte. Die Liebe zu seiner Musik aber blieb. Zuneigung und Kritik sind so gleichermaßen in Manns Wagner-Deutungen vereint.   Die Ausstellung begleitet Thomas Mann in fünf Etappen auf einem Passionsweg und zeigt seine Liebe zu sowie seine Leiden an Richard Wagner. Sie pr&aum...


01.07.2013

KulturPackt

Der Verein „Kultur Packt“ Schweinfurt startet ein neues Projekt.   Unter dem Titel „Forum Junge Kunst“ organisiert er nun in Zusammenarbeit mit den Schweinfurter Gymnasien und dem Bayernkolleg eine Ausstellung, in der die besten Arbeiten der letzten Jahre der Schülerinnen und Schüler vorgestellt werden.   Die jungen Talente zeigen dabei im Rahmen einer außergewöhnlichen Präsentation ihr Können als Zeichner, Maler, Objekt- und Installationskünstler. Thema ist hierbei, in Anlehnung an die bayerische Landesausstellung „Main und Meer“, das daran anknüpfende Motto „Wasser und mehr“.   Am 4. Juli 2013 eröffnet die Ausstellung um 19 Uhr und kann bis zum 21. Juli 2013 jeweils Mittwoch bis Freitag von 14-18 Uhr und am Wochenende bereits ab 11 Uhr in der Ausstellungshalle ...


01.07.2013

Der etwas andere Blick

Bayern, das beginnt für so manche Weltenbummler aus der Ferne spätestens an der bundesdeutschen Grenze. Mindestens das alljährliche Münchner Oktoberfest – Publikumsmagnet und Exportschlager zugleich – gibt nach außen ein klares Bild. Der stereotype Bayer - Entschuldigung! - Deutsche, der Bier und Bratwurst so verehrt, dass er sich dafür ins Trachtengewand presst, um es feierlich und in bester Laune zu verzehren und sich dabei so dicke Waden aneignet, dass er sie vor Scham mit einer Art Strumpf bedeckt. Bisweilen reicht diese Idee vom Deutschen an sich auch bis zur Kalbshaxe mit Kloß und Kraut. Letzteres allerdings hat weltweit seine eigene Geschichte und fällt häufigem Vorurteilen zum Opfer. Innerdeutsch wiederum würden sich bereits die Franken dagegen wehren dem bayerischen Prototypen als Abbild zu frönen. ...


01.07.2013

Max Pechstein auf Reisen

Max Pechstein, der ehemalige „Brücke“-Maler und Mitbegründer der Gruppierung „Neue Secession“ ist für seine expressiven, farbintensiven Landschaftsdarstellungen und Porträts bekannt. Neben Aufenthalten in Italien und Paris waren es vor allem abgeschiedene schöne Landstriche, in denen er zu leben vorzog: die Pommersche Küste, die Kurische Nehrung oder Ligurien, damals vom Tourismus noch weitgehend unberührt. Die Landschaften und die Menschen, die in ihnen lebten waren sein Thema. Die Natur diente ihm als unerschöpfliche Inspirationsquelle. Motive wie Akte, Badende, Bauern, Steinträger oder Fischer verarbeitete er in seiner experimentierfreudigen Kunst. Ähnlich wie Gaugin zog es den Eremiten in die Südsee. Ab 1914 bezog er das Paradies in der Ferne und fand die Ursprünglichkeit des Lebens, die e...


01.07.2013

Italienische Nacht

Es sind die Nächte mit viel „i“, die Anfang Juli den Kaisersaal der Würzburger Residenz wieder einmal in neue Kleider stecken. P. Locatelli, P. Mascagni, V. Bellini, A. Salieri, O. Respighi, G. Rossini und A. Vivaldi sind die Urheber der bekannten Werke, auf denen das Programm der Italienischen Nacht des Mainfranken Theaters aufbaut. Kulinarik und Feuerwerk über dem Rosengarten werden hineingemischt.   UNTERHALTUNG also groß geschrieben, wenn das zweigeteilte, kurzweilige Sonderformat die Reichen und Schönen der Region zum Kulturgenuss lockt. www.theaterwuerzburg.de   Information:   Fr., 05. & Sa., 06. Juli 2013 20:30 Uhr Italienische Nacht im Kaisersaal der Residenz in Würzburg   Weitere Informationen: Mainfranken Theater Würzburg Theaterstraße 21 97070 Würzburg   Tel.: 09...


01.07.2013

Kaiser von China versus Eulenspiegel

Der Juli steht in Thüringen ganz im Zeichen der DomStufen-Festspiele der Landeshauptstadt. Auf einer der schönsten Open-Air Bühnen des Landes, in einer 700 Jahre alten Kulisse von Mariendom und St. Severi Kirche glänzt das Theater Erfurt mit seiner aufwändigsten Produktion des Jahres. Die 20sten Festspiele bedienen sich einer bekannten persischen Erzählung aus der Sammlung Märchen aus Tausend und ein Tag, im Original Häzâr-jak Rûz genannt und zeigen Till Eulenspiegel als Musical. So sind starke Stimmungsschwankungen vorprogrammiert und sämtliche dramaturgische Höhen und Tiefen abgedeckt.   Es ist Schillers Interpretation von Gozzis Turandot, die Puccini für seine letzte Oper heranzieht. Die Uraufführung in der Mailänder Scala 1926, knapp zwei Jahre nach seinem Tod, benötigt eine Fertigste...


01.07.2013

Sie nahen sich wieder, die Künstlergestalten dreier Sparten

Der 15te Geburtstag tut dem Internationalen Künstlerhaus sichtlich gut. „Feiern mit Freunden und bei Freunden“ wäre der stimmige Titel für die vielen erfolgreichen Begegnungen, die die Institution in den letzten Monaten realisiert hat, stets offen für alles, so es nur Sinn macht und endlich mit dem Blick auf das Wesentliche: die Künstler im Haus und das Netzwerk um es herum. Gerade noch mit dem Neue Musik in Bamberg e.V. kooperiert, bald schon mit den Kunst- und Antiquitätenwochen gemeinsam aktiv und mit der Sommer Oper Bamberg und zahlreichen Mitstreitern mehr. Und auch überregional wachsen die Verbindungen, wie es die Statuten des Hauses auch vorsehen. Nach der großartigen Lesereihe im Juni stehen für die nächste Zeit mehrere Ausstellung an, die Neuen werden Zug um Zug präsentiert und auch die Ehemaligen ko...


01.07.2013

Auftakt im Falsett

Der fulminante Saisonauftakt 2013/2014 des Musikvereins Bamberg könnte einen „Kastratenhype“ in der Metropolregion auslösen.   Denn mit dem jungen Countertenor Valer Sabadus steht ein hochgelobtes Glanzlicht der Kunst der hohen Töne am Beginn und im Mittelpunkt der neuen Spielzeit. Seine Referenzliste wuchs schnell in den letzten Jahren. Engagements an wichtigen Opernhäusern und bei renommierten Festivals stehen inzwischen auf der Tagesordnung.   Für seine Aufnahmen wurde er mehrfach mit Schallplattenpreisen belohnt. Vor kurzem wurde ihm der Titel „Young Artist of the Year“ 2013 von der ICMA-Jury verliehen. Begleitet wird der Nachwuchsstar von der Hofkapelle München - seit 2009 unter der künstlerischen Leitung des Barockgeigers Rüdiger Lotter -, die sich der Musik des 17. bis 19. Jahrhunderts versch...


01.07.2013

Spurensuche und Musik zum Anfassen

Der Suche nach kulturellen Wurzeln hatten sich die 14. Tage der Neuen Musik angenommen. Kompositionen aus China, aus der Slowakei und eines Memmelsdorfer Jubilars standen im Zentrum. Auch Kinder und Jugendliche hatten die Möglichkeit, sich bei den über eine Woche hinweg verteilten Konzerten mit einzubringen.   Leicht hat es zeitgenössische, oder, wie der seit einem Jahrzehnt in Memmelsdorf lebende Komponist Horst Lohse sie gern nennt, der Zeit gemäße Musik nicht. In den Rundfunkanstalten wird sie auf Sendeplätze zu später Nachtstunde verdrängt, in den Programmen der meisten Symphonieorchester darf sie sich, von löblichen Ausnahmen wie denen in Freiburg und in Köln abgesehen, bestenfalls als Quantité négligeable zeigen, außerhalb von ihr gewidmeten Festivals (Darmstadt, Donaueschingen, Metz, Witten) ...


01.07.2013

Der Serenador

Die Serenaden in Schloss Seehof im Frühjahr und Sommer sind seit Jahrzehnten ein Meilenstein im Kulturleben Bambergs. Karlheinz Busch, der Initiator der beliebten Klassik-Festreihe, führt das unbedingt auch auf den Ort zurück, den er für seine Konzerte bereits Mitte der 70er Jahre, nicht lange nach seiner Aufnahme bei den Bamberger Symphonikern, mit gutem Grund ausgewählt hat. Spätestens im dritten Nebensatz, kommt er ins Schwärmen: „Es ist ein besonderer Ort hier. Er wurde von den Erbauern und Hausherren nicht zufällig gewählt, sondern aufgrund seiner Kraft, die in ihm steckt und die sich durch die Schloss- und Garten-Architektur noch stärker entfaltet. Es ist insgesamt, auch heute noch, ein magischer Ort und unbedingt einer der Orte, an dem ich stets sehr gerne bin, einer mit heilender Kraft.“   Seine Wort...


01.07.2013

Herzschlagfinale

Die Verbindungen, die zwischen Gustav Mahler und (vor allem Ober-)Franken bestehen, sind zahlreich. Seit 2004 ist mit dem Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerb der Bamberger Symphoniker-Bayerische Staatsphilharmonie eine weitere hinzugekommen.   Natürlich ist er auch in Bayreuth gewesen, aber Mahler las auch Jean Paul. Es war einer seiner Lieblingsautoren, auf dessen Spuren er „ein bißchen auch im Fichtelgebirge herumgewandert“ ist, wie Mahler im Juli 1883 an einen Freund schreibt. Einer, der Jean Paul mochte und mit dem Schaffen Gustav Mahler so vertraut war wie kaum ein anderer, war der zeitweilige Bamberg Hans Wollschläger. Der sich übrigens, wenn man nur bedenkt, dass es 1911, anders als 2007, keine Sommerzeit gab, den Todestag teilt.   Wollschläger konnte man oft im Joseph-Keilberth-Saal begegenen, der Heimstatt der Bamber...


01.07.2013

Musikalische Sommernacht am See

Auf eine der beliebtesten Opern überhaupt dürfen sich am 31. Juli die Freunde von „Klassik am See“ freuen. Giuseppe Verdis „La Traviata“ wird in einer halbszenischen Aufführung am Dechsendorfer Weiher gezeigt.   Das ist ein absolutes Novum für die Musiksommernacht in der Nähe von Erlangen. Seit vielen Jahren hat man sich eine Opernaufführung am See gewünscht. „Mit Ljubka Biagioni wird dieser lang gehegte Wunsch endlich wahr“, sagt Jan-Peter Dinger, der geschäftsführende Vorstand von Klassikkultur.   Die italienische Dirigentin Ljubka Biagioni ist vom ausverkauften Jubiläumskonzert im vergangenen Sommer noch in allerbester Erinnerung. Damals wurde ein reines Beethoven-Programm geboten. 2013 darf es Giuseppe Verdi (1813 bis 1901) sein, neben Richard Wagner und Benjamin Britten ei...


01.07.2013

Reich mir die Hand mein Leben

Die Sommer Oper Bamberg geht von September an mit Mozarts Don Giovanni in die fünfte Runde. Längst hat sich herumgesprochen, dass der Europäische Orchester- und Opernworkshop unter der künstlerischen Gesamtleitung von Till Fabian Weser zu den besten auf dem Kontinent zählt. Einige ehemalige Solisten haben es in renommierte Opernhäuser geschafft.   Begonnen hat die Erfolgsgeschichte der von dem Trompeter und Dirigenten Till Fabian Weser ins Leben gerufenen Sommer Oper Bamberg vor acht Jahren mit Giacomo Puccinis Tosca. Auch 2007 und 2009 (La Bohème) wurde Puccini geboten. Diese zwischen Spätromantik und Verismus angesiedelte italienische Phase änderte 2011 ihren Kurs. Sprachlich blieb man beim Italienischen, die Musik aber stammte von Mozart. Auf dessen Le nozze di Figaro folgt nun Don Giovanni, und es darf vermutet werden,...


04.04.2013

Ene Mene Mu…

 Sie wirkte ein wenig wie vorgezogenes Ostern für Erwachsene, die Kunstwerk-Suche im Dachstuhl der Stadtgalerie Villa Dessauer, wo die Sammlung des Kunstverein Bamberg lagert. Die meisten Werke noch gerahmt, teilweise sortiert, teilweise noch nach dem Zufallsprinzip geordnet. Systematik ist nach den vielen Jahren sammeln unter verschiedenem Vorsitz kaum zu finden. Zwar lassen sich Einkäufe oftmals der Phase einer jeweiligen Vorsitzenden zuordnen, sind doch Vorlieben und Einflüsse des Zeitgeistes hierbei gut erkennbar, doch wurden die Ankäufe gemäß kleinem Budget und mangelnder Konsistenz schließlich weitgehend zusammenhanglos erworben. Angefangen hat es mit den Schwerpunktthemen wie Doppelbegabungen, Phantastischer Realismus und konstruktive Kunst. Gleichzeitig ergibt sich auch ein Einblick in die vielfältigen Strömungen des...


04.04.2013

Musik in fränkischen Kirchen

 Auch heuer findet die junge Konzert-reihe des Kulturforums Bamberger Land e.V. ihre Fortsetzung. Im Gegensatz zu den Vorjahren hat sich der Verein dazu entschlossen, den Veranstaltungsrahmen 2013 von Ostern bis Pfingsten zu  legen. Die Veranstalter versprechen sich davon eine Entzerrung des übervollen Vorweihnachtsterminkalenders und damit eine noch höhere Wahrnehmung beim Publikum. Sowohl die Auswahl der Musik als auch der Interpreten lässt auf höchste Qualität schließen. Den Anfang macht das Konzert am Ostermontag in der Dientzenhoferkirche in Litzendorf, dort frönt man einmal mehr dem Barock in reinster Form. Die international renommierte Sopranistin Regina Klepper wird bei ihren Arien vom Bamberger Streichquartett und von Natalia Solotych am Cembalo begleitet. Einen weiteren musikalischen Leckerbissen können die Besuche...


04.04.2013

Happy Birthday Jean Paul

 Weitere vier Wochen später sehen wir sie dann wieder, die neuen Stipendiaten, wenn wir zu einem Meilenstein des Jahresprogramms des Internationalen Künstlerhauses pilgern. Die diesjährige Lesereihe steht ganz im Zeichen von Jean Paul, bei der große Autoren thematisch zum fränkischen Autoren lesen werden. Höhepunkt der Woche wird die Jean-Paul-Lesenacht im Garten der Villa Concordia sein, zu der Eckhard Henscheid, Sibylle Lewitscharoff, Paul Maar und Katharina Thalbach lesen werden. Den Abend moderiert Niels Beintker.   Termine:   21. Juni 2013: Lesung Arnold Stadler   24. Juni 2013: Lesung Franziska Gerstenberg   25. Juni 2013: Lesung Brigitte Struzyk   26. Juni 2013: Lesung Claudia Klischat   27. Juni 2013: Lesung Michael Rutschky   28. Juni 2013: Lesung Mariana Leky   29. Juni...


04.04.2013

Die Russen kommen

 Vadim Karasikov, Sergey Khismatov, Oleg Jurjew, Olga Martynova, Leonid Tsvetkov und ein großer Unbekannter stehen auf der Einladungsliste für den neuen Künstlerhaus-Jahrgang 2013/14.  Ausgerechnet jetzt, wo sich das deutsch-russische, oder sagen wir besser das Rest-der-Welt-russische Verhältnis zunehmend abzukühlen scheint und sich die russischen Staatsoberhäupter als mindestens teilparanoid und überwachungsgeil erweisen, will Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch die bayerisch-russische Einheit über den Kulturaustausch verfestigen. Jetzt, da die russische Finanz-Elite an der zypriotischen Schnellschuss-Front von europäischer Finanz-Ethik bedrängt wird, gibt sich Bayern ausgewählten russischen Künstlern gegenüber mäzenatisch. Für elf Monate sollen sie, wie auch die sechs deutschen Küns...


04.04.2013

„Kulturelle Wurzeln“

  Künstlerische Leitung: Markus Elsner, gewidmet Horst Lohse zum 70. Geburtstag, Composer in Residence: Huang Ruo Das Thema der 14. Tage der Neuen Musik erschließt sich nicht sofort. Dass sich die Neue Musik „kulturellen Wurzeln“ annimmt ist nicht gerade die Regel. Vielmehr schreiben sich die Vertreter mehr oder weniger radikale Erweiterungen in rhythmischem, melodischem, klanglichem wie harmonischem Sinne auf die Fahne. Ein Blick auf die Partituren verrät, dass die Entfernung von der etablierten Notation Programm ist, dass es ihr um weit mehr geht als um  eine gut situierte Anordnung von Noten, gespickt mit einigen Dynamikhinweisen. Was also wollen uns die diesjährigen Tage der Neuen Musik damit sagen, die selbst von „unerhörten“ Klängen in der Welterbestadt über sich sprechen? Es geht nicht um die Herkun...


04.04.2013

Frühling in Schloss Seehof

 Das Festival „Frühling in Schloss Seehof“ gehört zu den lang etablierten Evergreen-Formaten, bei denen erstklassige Kammermusik auf herausragende, historische Orte trifft. Das Schloss in der Gemeinde Memmelsdorf zählt zu den Schmuckstücken des fränkischen Barock. Seine Orangerie entwarf Balthasar Neumann. Mehrmals im Jahr verwandelt sie sich zur grünen Lunge der Schlossanlage, wenn die süßesten musikalischen Früchte nach sorgfältiger Auswahl Einzug halten und Blütezeiten klassischer Musik hervorbringen. Es musizieren Mitglieder der Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie, das Bamberger Streichquartett und hochkarätige Gäste.  Alle Konzerte beginnen um 19.30 Uhr.   Termine & Info:   Do., 16. Mai 2013: TANGOY MISTERIO: Una Noche en Buenos Aires ...


11.01.2013

Anhang II:

 Kulturbeflissene, denen man dringend was über Jean Paul erzählen möchte, fragen irritiert zurück: „Sartre“? Störfaktor Jean Paul muß im Google erstmal aus übergewichtigem Belmondo-Gewimmel homöopathisch herbeigefuzzelt werden.   Vor 250 Jahren war Goethe vierzehn Jahre alt, während Jean Pauls Mutter just mit dem künftigen Jean Paul schwanger ging. Dank seines bevorstehenden Jubelfestes fiel vielen nochmal ein, daß er im weitesten Sinn im Freistaat Bayern lebte und daß es zu wenige und zu dünne Biographien über ihn gibt, und etlichen Bambergern könnte ja mal einfallen, daß er mindestens dreimal in Bamberg auftauchte, 1804, 1810 (wo er sich mit E..T.A. Hoffmann in die Haare geriet) und 1821.   Faustdichter Goethe, der wie überall auch mal in Bamberg über...


11.01.2013

Anhang I:

 Da sind wir nun ein bisschen auch im Fichtelgebirge herumgewandert“, schreibt der „eben von Bayreuth“ nach Iglau zurückgekehrte Gustav Mahler im Juli 1883 an seinen Freund Fritz Löhr. Im Festspielhaus hatte Mahler erstmals den „Parsifal“ erlebt, war so tief beeindruckt davon, dass er „keines Wortes fähig“ gewesen. Doch war es nicht allein Wagner, der den Ohren- und Lesemenschen Mahler nach Oberfranken gezogen hatte, denn „wir sind auch nach Wunsiedel gekommen“ – in den Geburtsort seines ihm lebenslang liebsten Autoren, Jean Paul.   Ein Jean-Paul-Ton lässt sich Mahlers (oft „in aller Eile“ hingeworfenen) Briefen attestieren, schwärmerisch, exaltiert, zerrissen wie sie sind, Anklänge an Schoppe-Zynismus und Walt-und-Wult-Stimmung, an die „Flegeljahre“ a...


11.01.2013

Schon Paul?

 Am 21. März 2013 wäre er 250 Jahre alt geworden – Jean Paul, einer der wichtigsten Autoren Deutschlands. Er war Zeitgenosse und Antipode Goethes und Schillers und zu dieser Zeit ebenso bekannt. Als Johann Paul Friedrich Richter in Wunsiedel im Fichtelgebirge geboren, schrieb er sich unwiederruflich in die Geschichte der deutschen Literatur hinein. Zu seinem 250. Geburtstag stehen nun Teile Bayerns Kopf, als käme der oberfränkische Dichter höchstpersönlich zum Fest – nicht nur nach Bayreuth. Dort sitzt zwar der 2009 gegründete Verein, der sich als Dreh- und Angelpunkt der Jubiläumsgebaren etablierte, Aktivitäten allerdings entfalten alle oberfränkischen Jean-Paul-Orte – Bayreuth, Wunsiedel, Hof und Schwarzenbach an der Saale sowie nahezu jeder Ort, den er bewohnte –Weimar, Leipzig, Coburg, Meininge...


11.01.2013

Freunde für immer - von Wendy bis Pegasus

Die Welt der Pferderomantik hat sich längst ihre eigene Ästhetik geschaffen und ist für so manchen Zweibeiner auch gerne Mal ein Schmunzeln wert.   Dabei macht sie einen beachtlichen Markt aus, den Szenefremdlinge maßlos unterschätzen. Immerhin bauen sogar Lego und Playmobil ganze Pferdekosmen auf und reihen diese thematisch neben Top-Seller-Themen wie Star Wars ein. Da staunen alle Cowboy & Indianer-Nostalgiker nicht schlecht, wie schnell ihren Ureinwohner-Geschichten der Rang abgelaufen wurde. Und auch der Karl-May-Verlag täte vermutlich gut daran, sich einmal auf die Pferdeliebhaber zu konzentrieren, statt mit Spielzeug-Silberbüchse und Winnetoons neue Leserscharen erschließen zu wollen.   Peter Massine und Robert Wagner sind dem Jahre voraus. Zur Saison 2002/2003 startete ihr Gala-Konzept mit Pauken und Trompeten...


10.01.2013

„...ersichtlich gewordene Taten der Musik“

Ein Gastbeitrag von Wolfgang Fink, Intendant der Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie   200 Jahre Richard Wagner   Wenn die schiere Menge dessen, was über einen Menschen geschrieben wird, nicht nur ein Zeichen ist für die Faszination, die von seinem Wirken ausstrahlt, sondern auch für dessen Unergründlichkeit und die Ambivalenz, mit der man ihm begegnet, dann zählen Richard Wagner und sein Werk gewiss zu den rätselhaftesten Erscheinungen der neueren Kulturgeschichte. Bibliotheken füllende Abhandlungen sind verfasst worden zu seinen Werken, zu seiner Biographie mit all ihren Brüchen, zu seiner Wirkung auf Kunst, Politik und den Lauf der Welt. Gibt es dem überhaupt noch etwas hinzuzufügen? Aber ja: Wer so anhaltend glühende Verehrung einerseits und hasserfüllte Ablehnung andererseit...


10.01.2013

Wagner, Wagner, Wagner.

Es götterdämmert schwer, anno 2013, es wagnert, wirbelt und wird gewuchtet werden. Grimms Kinder- und Hausmärchen, fünf Monate vor Wagners Geburt erstmals herausgekommen, werden gefeiert, Sören Kierkegaard, Giuseppe Verdi, und, naturgemäß, Richard Wagner. Die Eckdaten sind schnell gesetzt, das Leben ist in Briefen und (autobiographischen) Schriften – auch von Cosima, der zweiten Ehefrau, überhaupt von Zeitgenossen – bestens dokumentiert.     Nehmen wir das Ende zuerst, seines, das des großen Meister(sänger)s.   Genug gelitten hatte Wagner am 13. Februar 1883. Am späten Morgen noch einen Kaffee mit Cosima getrunken, setzen im Palazzo Vendramin zu Venedig bald Krämpfe ein, ist der Puls nicht mehr zu spüren, gegen drei Uhr ist es aus, dieses Jahrhundertleben. En detail festgehalten...


28.09.2012

Anmassung I & II

Guten Tag!   Wir leben in argen Zeiten. Und dann auch wieder in ganz wunderbaren. Ich verrate Ihnen inwiefern? Also. Zum Argen: es herrscht Krieg. Syrien brennt. Alle ziehen sich raus. Als der unermüdliche Kofi Anan mit gesenktem Haupt zurückgetreten ist vom Bündnis-Job war ich selbst tief betroffen. Unser Geld schwindet oder schwindelt es eher und bedeutet (uns) nichts mehr? Der schöne bunte Euro, der uns das Geldumtauschen so freundlich erspart hat über die letzte Dekade löst sich nun von uns ab, wie transplantierte Haut.   Wir erfahren: an Geld muss man glauben, damit es a) bei uns bleibt b) und das bleibt, als was wir es intendiert haben. Der Euro sollte Europa wie zu einem Körper ordnen. Wie in der mittelalterlichen Vision vom Staatskörper mit seinen Organen. Junge Frauen tanzten und sangen – mancher urteilt, si...


26.09.2012

Von Äpfeln, Birnen und Pflaumen

Vergleiche von Theatern hinken zwangsläufig. Aber sie sind ebenso ergiebig. So unterschiedlich die Theaterhäuser in Bamberg, Coburg und Erlangen ausgestattet sind, so verschiedenartig aber auch unspektakulär liest sich deren Programm.   Den Auftakt geben die drei Häuser in sehr ähnlicher Manier. Bamberger und Coburger Allerlei aus dem Programm der anstehenden Saison bieten die Appetithappen aus den einzelnen Produktionen zur Eröffnungsparty. Dabei holen die Coburger ihr Publikum auch hinter die Kulissen. Bamberg dagegen startet gleich frontal. Erlangen tut gleich. Zu Beginn gibt es von allem ein wenig und ein wenig mehr als bloße Schauspiel-Collage. Und, das klingt bisweilen pfiffig und charmant: ein Tauschregal in Anlehnung an das antikapitalistische Lebenskonzept Gospodins. Ein Spass-Parkour für die Jüngsten. Der Froschk...


26.09.2012

Jaume Plensa

Acht Poeten verspricht der Titel der aktuellen Ausstellung von beleuchteten Figuren, die an anderen Orten bereits unter anderen Namen wirkten: mit dem Titel DRÖM zierten drei „Elemente“ den Vorplatz des Clarion Hotel Post in Göteborg, Schweden; als „Conversation in Nice“ wurden vor wenigen Jahren sieben der heutigen Dichter in Nizza präsentiert, als Konversation von Farben untereinander. Bereits 2003 in Jacksonville, Florida, als „Talking Continents“.   Heute kommen sie plötzlich und überraschend als Poeten daher. Ausgerechnet nach Bamberg, wo es Poeten seit vielen Jahren schwer haben, so sie nicht in Mundart dichten. Und es ist nicht gerade das Verfassen sprachlicher Kunstwerke, das die Lichtkörper für sich in Anspruch nehmen könnten. Im Gegenteil – zurückhaltend, introvertiert bis ...


26.09.2012

Salut Salon

Als grenzenlos, charmant, sexy, gewitzt, versiert, facettenreich, frech, unkonventionell und vieles mehr ist das Quartett „Salut Salon“ bekannt. Die vier Musikerinnen verkörpern idealtypisch, was die Klassik seit Jahren unterschwellig forciert: Klassik mit Pop-Appeal und Künstler wie aus dem Bilderbuch.   Sie erreichen damit hohe Zuschauerzahlen wie Popstars, entstauben die Klassik und lassen keinerlei Berührungsängste zu. Kammermusik für das große Kino steht auf dem Programm und aktuell zeigen sie ihr Bestes aus 10 Jahren. Angelika Bachmann, Iris Siegfried, Sonja Lena Schmid und Anne-Monika von Twardowski, so die aktuelle Besetzung, schreiben für ihre Konzert klassische Stücke für ihre Instrumentierung um, mischen Klassik mit Filmmusik, Folk, Jazz, Pop, Tango und vielem mehr und präsentieren ungewohnt fris...


26.09.2012

Happy Birthday Tooo Youuuuuuu!

Alles Gute an die Villa. Alles Gute kommt aus der Villa. In Hülle und Fülle und noch viel mehr. Da helfen keine Genregrenzen und die von Ländern schon gar nicht. Von überall her waren sie da – und gingen wieder. Die meisten zumindest. Und nicht alle haben von Bamberg profitiert – Bamberg jedoch von allen. Ist das fair?   Diese Frage stellt sich Bambergern nicht. Immerhin zeichnet der Freistaat Bayern für den Standort verantwortlich. Und der Alt-Direktor für so einige Skulpturen im öffentlichen Raum. Von Stipendiaten und Ehemaligen ist keine davon. Ist das fair? Auch diese Frage stellt sich den Bambergern nicht. Es war schließlich der immigrierte Prof. Dr. Bernd Goldmann, der das Haus der Stipendiaten mit großen Namen aus der Kunstwelt in Verbindung gebracht hat und damit auch so manchen Bamberger vor den Kopf g...


26.09.2012

Musik in fränkischen Kirchen

Zweifelsohne bringt es viele positive Nebeneffekte mit sich, wenn eine Region ein Orchester sein eigen nennen kann. Nicht nur die regelmäßigen Orchesterkonzerte auf höchstem Niveau sind ein verlässliches Ergebnis einer solchen Einrichtung, sondern auch eine Art kammermusikalische Diversifikation lässt sich als unausweichlicher und zumeist glücklicher Nebeneffekt feststellen. Und so ist Bamberg in der glücklichen Situation, auch jenseits der konzertanten Ereignisse in der Konzerthalle der Stadt, zahlreiche Früchte der klassischen Musik zu tragen.   Orchestermusiker und Ehemalige sind sehr sorgfältig im Umgang mit der musikalischen Literatur und äußerst geschmackvoll bei der Auswahl ihrer Bühnen. Auch die junge Konzertreihe „Musik in fränkischen Kirchen“ ist ein Glücksfall dieser Nebenwir...


26.09.2012

Capella Antiqua Bambergensis

 Mit Arianna Savall (Harfe und Gesang) & Petter Udland Johansen (Haringfele und Gesang) setzt die Cappella Antiqua Bambergensis ihre prominente Reihe mit weltbekannten Musikern fort. Die Künstler aus Barcelona präsentieren außergewöhnliche Kompositionen des Mittelalters aus Andalusien, Süditalien, Deutschland und Norwegen.   Prof. Dr. Bernd Schneidmüller (Universität Heidelberg und ZDF History) erläutert zwischen den Musikstücken vergangene Tage, historische Begebenheiten und Zusammenhänge. Der Fachmann für Mittelalterliche Geschichte rückt den 1000jährigen Bamberger Dom und auch den Michaelsberg im Kontext seiner benediktinischen Geschichte in den Mittelpunkt. Wunderbare und mystische Lieder aus dem „Llibre Vermell“ (Rotes Buch) werden erklingen.   Das Nibelungenlied ist in d...


26.09.2012

18. Bamberger Gitarrentage

Die Novemberwochenenden sind viel versprechend. Denn die Gitarrentage laden jeweils zu einem auserwählten Konzert in die Harmoniesäle. Klassik, Blues und Weltmusik stehen auf der Speisekarte. Der Verein NEUES PALAIS e.V. garantiert für Ohrenschmaus und serviert Künstler von internationalem Format:   3. November - 20.00 Uhr Otto Tolonen, Helsinki Musik von John Dowland, Royal Winter Musik von Werner Henze Der Finne interpretiert die ersten beiden Sonaten von Shakespeares Charakteren. Sie sind Mitte und Ende der 70er Jahre für klassische Solo-Gitarre arrangiert worden. Der junge skandinavische Musiker ist mehrfacher Preisträger internationaler Festivals. Sein Repertoire umfasst Musik aus der Renaissance bis heute.   10. November - 20.00 Uhr | Anatolien und die Baglama Kemal Dinc, Dozent an der Musikhochschule in Rotterdam, ist Mei...


26.09.2012

Auryn, Notos, Zimmermann und King`s Singers

Der Saisonstart des Musikvereins ist höchst aktuell besetzt. Artist in Residence 2012/13 der Bamberger Symphoniker - Tabea Zimmermann, eröffnet gemeinsam mit der als Kammermusikerin international gefragten Pianistin Silke Avenhaus mit einem interessanten und spannungsreichen Programm.   Eine sehr gute Gelegenheit von Tabea Zimmermann neben ihrer Rolle als Orchester-Solistin, die sie in Bamberg in den kommenden Monaten ausgiebig wahrnehmen wird, auch einen Ausschnitt ihres aktuellen kammermusikalischen Schaffens zu hören. Weitere große Namen der anstehenden Musikvereins-Saison sind die israelische Pianistin Yaara Tal und ihr deutscher Partner Andreas Groethuysen, das Auryn-Quartett sowie die King`s Singers.   Mit David Kindt und Helge Aurich oder dem Notos Klavierquartett stehen dagegen sehr junge Musiker auf dem Programm, die jüngst mit...


25.09.2012

Es Weihnachtet sehr...

  Es gilt mit seinem familiären Kommunikationsfaktor als einzigartig unter den Klassik-Konzerten: Das Bamberger Weihnachtskonzert stimmt sein Publikum auch in diesem Jahr wieder in besonderer Weise auf das bevorstehende Weihnachtsfest ein. Zum ersten Mal sind heuer am Vierten Advent auch die Knaben des Bamberger Domchores mit dabei.   Er singt den musikalischen Reigen von Ave Maria und Messias-Jubel über barocke Trompetenwerke sowie Mendelssohn-Streicherklänge gemeinsam mit der Sinfonietta Bamberg und anderen Chören. Schließlich laden Weihnachtsweisen meisterlicher Orchestration das Publikum zum Mitsingen ein. Hierbei entsteht unter dem Dirigat von Konzertmeister Harald Strauss-Orlovsky erst gruppenweise, dann im Tutti mit den Akteuren auf der Bühne ein überaus anrührendes Gesangserlebnis für Jung und Alt.   Kart...


25.09.2012

Alle Jahre wieder…

Bad Kissingen ist für seine musikalischen Meilensteine im Jahreslauf bekannt und krönt diese in aller Regel mit dem Kissinger Winterzauber, der auch in diesem Jahr ab dem 21. Dezember  spannende und mutige Interpretationen verspricht. Rund um das Neujahrskonzert gruppieren sich viel versprechende Namen wie das Minetti Quartett, das Elisa String Quartet, das Solis String Quartett und das aktuell preisgekrönte (ECHO Klassik) Galatea Quartett aus der Schweiz. Am 6. Januar wird die deutsche Jazz-Sängerin Lyambiko mit ihrer Band (Foto © Uwe Arens) im Rossini-Saal zu hören sein.


25.09.2012

Weihnachtskonzert

Unter der Leitung von Dekanatskantorin Ingrid Kasper bringen der musica-viva chor bamberg sowie der Gospelchor St. Stephan zusammen mit den Blechbläsern der Bamberger Symphoniker und der Musica Canterey Bamberg (Leitung: Norbert Köhler) Werke von John Rutter, Michael Praetorius, Morton Lauridsen u.a. zur Aufführung.   Festliche Chor- und Bläsermusik, wie sie der Konzertbesucher gerade in der stillen Jahreszeit besonders intensiv wahrnehmen kann.   Karten & Infos So, 09. Dezember 2012 17.00 Uhr St. Stephan, Bamberg Karten: VR Bank Bamberg eG, Kundenzentrum Schönleinsplatz sowie Abendkasse


25.09.2012

Forellen, Walzer und Märchen

Es ist soweit – auch im Gewölbekeller des  Unteren Schloss in Bischberg startet die neue Saison mit einer Schubertiade im Sinne des musischen SonntagsSalon.   Weisen, Märchen und Walzer komplettieren das Programm. Als besonderes Bonbon gibt es ein Schattentheater zu sehen.   Es spielt das symphonische Kammerensemble rund um die Pianistin Susanne Strauss.


25.09.2012

„Mission“

Sie ist eine Suchende und gleichzeitig eine Meisterin ihres Fachs. Cecilia Bartoli, die italienische Mezzosopranistin und mehrfache Grammy-Preisträgerin, stellt ihr neues Projekt vor. Es darf wieder ein großes Ereignis erwartet werden, wenn sie zur Aufführung (vielfach Erstaufführungen) bringt, was sie aus dem Verborgenen hob. Nachdem sie sich zuletzt extrem schwierigen Arien der italienischen Kastraten aus dem 18. Jahrhundert verschrieben hatte, belebt sie nun die eingehende Musik des bis heute vernachlässigten Barock-Meisters Agostino Steffani, Kammermusikmeister und später Hofkapellmeister am Münchner Hof (1681 bis 1688).   Die Solo-Arien, Duette und Solostücke mit Chor in ihrer Muttersprache sind mit instrumentalen Zwischenspielen verbunden, die die einzelnen Titel zu einem zusammengehörigen Gesamtwerk vereinen. Neben d...


25.09.2012

Sommer Oper Bamberg

Es ist wieder soweit. Talentierte und passionierte Stimmen der Region vor! Die Sommer Oper lädt am Wochenende 19. bis 21. Oktober  zum zweiten Opernchorseminar.  An einem Wochenendworkshop erarbeiten die Teilnehmer große Opernchöre, die am Ende des Seminars in einer Werkstattaufführung ihren Höhepunkt finden. Ziel der Maßnahme ist eine sängerische und auch darstellerische Weiterbildung sowie das Erlernen einer gelungenen Selbstpräsentation.  Christian Jeub, Chordirektor des Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen und der Sommer Oper Bamberg, studiert die Stücke mit den Sängerinnen und Sängern ein und arbeitet durch Stimmbildung auch am Chorklang.


25.09.2012

TABEA ZIMMERMANN, VIOLA

 Sie ist ein Ausnahmetalent, hat ein ausgezeichnetes Musikverständnis und eine natürliche Art zu spielen. TABEA ZIMMERMANN ist eine der führenden zeitgenössischen Bratschistinnen weltweit. Als Artist in Residence gastierte sie bereits in Köln und der Philharmonie Luxemburg, beim Kunstfest Weimar sowie beim Bozar Festival in Brüssel und bei den Elbphilharmonie Konzerten.   In der Saison 2012/13 ist sie Artist in Residence bei den Bamberger Symphonikern, bei denen sie seit 1988 gern gesehener Gast ist und seitdem das Orchester-Repertoire für Viola für das Bamberger Publikum erschließt. Längst gehört sie zur ersten Liga der Orchestermusik (Berliner Philharmoniker, London Symphony Orchestra, Tschechische Philharmonie, Salzburger Festspiele u.a.), aber auch die Kammermusik nimmt eine bedeutende Rolle für sie ...